Autor: Heike Brandl

  • 5 Dinge, die mich meine Fortbildung zur S-O-S Trainerin gelehrt hat

    5 Dinge, die mich meine Fortbildung zur S-O-S Trainerin gelehrt hat

    Schon einige Jahre lang habe ich mich mit Büchern, Podcasts und YouTube-Videos über das Nervensystem schlauer gemacht. Doch waren diese Lernhäppchen eher unzusammenhängend und mir fehlte die tiefere Verankerung in mir selbst.

    Ich bin froh, dass ich mich im letzten Sommer dazu entschlossen habe, an einer vertiefenden Fortbildung zur S-O-S Trainerin nach Kati Bohnet teilzunehmen. Von Oktober 2023 bis Mai 2024 hatte ich unzählige Stunden Online-Seminare, Selbsterfahrungs- und Übungsgruppen und las ergänzend dazu vertiefende Fachbücher. Im Schnitt waren es wohl wöchentlich etwa fünf Stunden, die ich darin investiert habe. Das heißt: Jetzt ist das Wissen verankert, die S-O-S Übungen sind mir in Fleisch und Blut übergegangen und ich kann sie bei Bedarf abrufen.

    Fachkenntnisse Gehirn und Nervensystem

    Mein Wissen über das menschliche Nervensystem konnte ich wesentlich erweitern. Der Austausch in einer Übungsgruppe bot Gelegenheit,

    • sich das Wissen gegenseitig zu erklären,
    • Verständnis infrage zu stellen,
    • Anlass, etwas nochmal zu überprüfen und
    • selbst zu strukturieren.

    Erkenntnis:

    Für mich ist die beste Lernmethode, mein Wissen mündlich und schriftlich in eigene Worte zu fassen und falls geeignet, in eine Grafik zu verpacken. Daher findest du hier im Blog bereits einige Artikel dazu.

    Anwendung der S-O-S Übungen und ihrer Varianten

    Die S-O-S Übungen sind eine Abfolge von Übungen, die Vorschulkinder kaum am Stück einfach so mitmachen würden. Daher hat Kati Bohnet sie kindgerecht in zwei Bilderbüchern verpackt. Je nach Aufmerksamkeitsspanne und Situation kann jedoch das schon für manche Kinder zu viel sein.

    Daher habe ich selbst überlegt, welche Alternativen es noch dazu gibt. Auch in der Ausbildungsgruppe gab es weitere Ideen.

    • Body-Percussion auf das Wort „Schmetterling“ (oder auch andere Wörter …)
    • Pustespiele aller Art: Windrädchen, Luftballon, Seifenblasen, Tischtennisball ins Tor pusten …
    • Kinesiologische Übungen (Überkreuzen, Schutz und Abgrenzung … )
    • Körperwahrnehmungsübungen aus dem Yoga oder Entspannungsgeschichten
    • Geschichte erfinden für Kinder, die der Schmetterling nicht mehr anspricht (z.B. mit Superhelden … )
    • Bewegungslieder zum Thema Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, z.B., Wenn ich glücklich bin

    Erkenntnis:

    Manches sind alt bekannte Methoden oder Dinge, die eben auch ihre Wirksamkeit in Richtung Systemregulation zeigen. Ich mache auch schon vieles richtig und habe einen großen, gut gefüllten „Werkzeugkoffer“.

    Gelungene Konzepte sind übertragbar

    Ähnlich wie beim Blog-Kurs „The Content Society“ von Judith Peters, den ich 2021 und 2022 mitgemacht habe, war auch das „S-O-S Training“ aufgebaut. Live-Online Sessions mit der Kursleiterin, Workbooks und Videos zum Lernen im eigenen Tempo, Möglichkeiten zum Austausch in Gruppen, Buddy-Teams zum intensiven Lernen und für Feedback.

    Die Mischung machts, dass alles ineinander verzahnt und das Lernen auf verschiedenen Ebenen leicht ist und gelingt. Verschiedene Sinne ansprechen, interaktiv, in Gemeinschaft, „learning by doing“, mit Freude und Überzeugung vermittelt. Das alles sind methodisch und didaktisch sinnvolle Elemente.

    Ein besonderes Element im S-O-S Training war sicherlich noch der Ansatz, das Nervensystem erstmal ein Stück weit bereitzumachen, um Neues zu lernen. Egal, aus welchem stressigen Alltag die Teilnehmerinnen kamen: Ein Einstieg mit ein paar Übungen erleichterte die Konzentration und ermöglichte, anderes beiseite zu lassen.

    Erkenntnis:

    Genauso gelingt das Lernen auch mit den Kindern in der Heilpädagogik, in der Kita oder Schule. Genauso gelingt auch das Lernen mit Erwachsenen in Seminaren.

    Ich lerne gern

    Obwohl die Live-Online Termine immer freitags am frühen Abend stattfanden – also nach der üblichen Arbeitswoche – war ich hier sehr kontinuierlich dran und hatte Freude daran, wieder etwas Neues mitzunehmen. Und auch die vertiefenden Aufgaben waren für mich eine Bereicherung. Blogartikel zum Thema zu schreiben, war ja nun wirklich die „Kür“ …

    Als der Kurs abgeschlossen war, atmete ich dennoch auf. Haken dran, Zertifikatsunterlagen eingereicht, fertig. Dann erledigte ich noch die Umsetzung auf der Website und die Kursplanung bis Dezember 2024.

    Keine zwei Wochen später begann ich, meine Französisch-Kenntnisse für den Urlaub aufzufrischen …

    Erkenntnis:

    Ich kann mir schon mal was für nach dem Urlaub überlegen 😉

    Siegel zertifizierte S-O-S Trainerin

    Umgang mit Stress: Das Wissen brauchen alle Menschen

    Im Kurs selbst habe ich mit vielen Teilnehmerinnen gesprochen. Bei allen kam es im Laufe der acht Monate dieses Kurses zu stressigen Phasen. Ebenso war dies im Umfeld meines Berufes, meines Freundes- und Bekanntenkreises, meiner eigenen Familie. Die unterschiedlichsten Lebenssituationen und Arbeitsbedingungen führten zu herausfordernden Situationen und Belastungen.

    Selbst bei Kindern ist das so. Ja – auch Kinder haben Stress: Sie sollen z.B. den ganzen Tag funktionieren, sich in Gruppen einordnen, leise sein oder nicht streiten. Das ist anstrengend. Manchmal werden sie dabei traurig, sind wütend oder ängstlich. Hier können die Schmetterlingsübungen Sicherheit geben. (Die S-O-S Übungen heißen für die Kinder Schmetterlingsübungen.) Sicherheit ist ein Bedürfnis, das für Menschen besonders wichtig ist.

    Banne
    Jona heißt der Schmetterling in den Kinderbüchern von Kati Bohnet – jedes Jahr im Juni gibt es Lesungen von S-O-S Trainerinnen in Kitas, Schulen oder Bibliotheken

    Ob Gesundheit, Familie, Partnerschaft, Probleme am Arbeitsplatz … das ist das Leben. Wir sind nicht dafür geschaffen, das Leben in der Hängematte zu verbringen. Wir haben immer Aufgaben zu lösen, Fürsorge für uns selbst und unsere Lieben zu leisten, uns zu entwickeln.

    Was nicht hilft, ist zu jammern und zu klagen, sich zu ärgern oder ständig Sorgen zu machen. Auch wenn das alles mal kurzfristig Erleichterung verschafft.

    Was hilft, ist Wissen. Wissen über das Nervensystem, das uns erklärt, warum jemand so reagiert, wie er/sie gerade reagiert. Dann können wir uns selbst ein Stück weit regulieren und stabilisieren. Dann können wir andere verständnisvoll und angemessen in ihren Reaktionen begleiten (Co-Regulation). Im Nachgang können wir Situationen und Verhalten nochmal besprechen. Und wir können gemeinsam überlegen, wie wir künftig vorbeugend oder vorausschauend handeln können.

    Erkenntnis:

    Wissen schafft Orientierung und Orientierung schafft Sicherheit.
    Kati Bohnet

    Was brauchst du, um mit Stress besser umgehen zu können? Eine Teamfortbildung? Einen Kurs für Eltern? Oder lieber individuelles Coaching?

  • Alles umsonst?

    Alles umsonst?

    Hast du schon meine virtuelle Kaffeekasse entdeckt? Und hast du dich gefragt, was das jetzt soll?

    Wir sind es gewohnt, dass im Internet nahezu jede Information kostenfrei zur Verfügung steht. In der Regel denken wir nicht darüber nach, wie diese Informationen dorthin kommen, welchen Aufwand das bedeutet und welche Kosten dabei entstehen.

    Informationen recherchieren, praxistauglich, alltagsnah und möglichst unterhaltsam aufbereiten, Interviews führen, Bilder und Grafiken dazu gestalten: So viel Spaß ich auch daran habe, so zeitintensiv ist es auch. Zudem fließen natürlich mein gesamtes Wissen aus zahlreichen Aus- und Weiterbildungen sowie meine jahrelange Erfahrung mit ein.

    Außerdem entstehen natürlich echte Kosten: Website-Anbieter (Raidboxes), verschiedene bezahlte Plugins, um beispielsweise rechtssicher aufzutreten sowie Gestaltungs-Software (Canva).

    Mir ist es ein Anliegen, auf meiner Website die CO₂-Emission so niedrig wie möglich zu halten. Daher habe ich erstens für oben genannten Anbieter entschieden, versende meinen Newsletter „Sprachnachrichten“ über einen europäischen Anbieter (Mailerlite) und habe 2023 einen Kurs zum Thema „Website-Greenies“ mitgemacht.

    Im nächsten Schritt werde ich die Kaffeespenden in die weitere „Begrünung“ meiner Website stecken. Große Bilder verursachen eine langsame Ladezeit und eine hohe CO₂-Emission. Daher will ich monatlich 10 $ in das Short Pixel Plugin investieren.

    Mit deinem Beitrag honorierst du das, was ich auf dem Blog oder im Newsletter an hochwertigen Inhalten zur Verfügung stelle. Du unterstützt damit meine Arbeit, auch wenn du gerade kein Bezahlangebot nutzen willst oder kannst.

    Dafür danke ich dir ganz herzlich. Hey, und beim nächsten Kaffee denke ich an dich und sende dir viele Grüße. Heike

  • Stress in der Kita reduzieren: Was aus meiner Praxis wirklich hilft

    Stress in der Kita reduzieren: Was aus meiner Praxis wirklich hilft

    Diese Ideensammlung entstand aus meinen Erfahrungen in Einrichtungen, in denen ich weniger Stress wahrnehme, mit dem Wissen meiner Weiterbildung über Stressregulation, umfangreicher Lektüre und ist praxiserprobt. Sie kann dir Impulse zur Stressreduktion in deiner Kita geben.

    Ich habe mich gefragt: Welche Abläufe wirken entspannter? Wie reagieren die Fachkräfte deeskalierend in akuten Stress-Situationen? Was macht den Unterschied aus zwischen Haus-Kindergarten und Waldkindergarten in Bezug auf Stress?

    Das Wichtigste in Kürze

    – Stress entsteht durch die Bewertung eines Reizes als bedrohlich – nicht durch den Reiz selbst.

    – Nach Gabor Maté sind die vier Hauptursachen von Stress: fehlende Informationen, Kontrollverlust, Unsicherheit und Konflikt.

    – Langfristige Strategien verändern die Stressoren, kurzfristige verändern deine Reaktion darauf.

    – Kleine strukturelle Anpassungen (Übergänge, Gruppengröße, Zeitmanagement) wirken oft nachhaltiger als Einzelmaßnahmen.

    – Atmen, Bewegung, Singen und Humor sind wirksame Sofort-Hilfen im akuten Moment.

    Wie identifizierst du deine Stressoren?

    Stressoren oder Stressfaktoren sind innere oder äußere Reize, die dich zu einer Reaktion der aktiven Anpassung veranlassen. Dein Organismus interpretiert und bewertet diese Reize und ihre Auswirkungen auf die jeweilige Situation und kann sie positiv oder negativ bewerten (Neurozeption).

    Keine Frage, in vielen Kitas erleben Kinder wie pädagogische Fachkräfte täglich negativen Stress. Dieser kann auf Dauer krank machen und auch das erleben wir häufig: Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage pädagogischer Fachkräfte deutlich höher: von 5,27 auf 8 Tage wegen psychischer Diagnosen zwischen 2014 und 2024 (Barmer Gesundheitsreport). Jedoch auch bei den Kindern gibt es im Vorschulalter eine hohe Infektanfälligkeit, die durchaus auch mit dem Stress zusammenhängen könnte. (PS: Falls du eine Studie dazu kennst, schreib mir bitte eine Nachricht.)

    Im Volksmund sprechen wir von Stress, wenn die Reize negativ bewertet werden und als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd wahrgenommen werden.

    Bevor du darüber nachdenkst, wie du Kita-Stress reduzieren kannst, heißt es erstmal herausfinden, was genau dich stresst.

    • Welche wiederkehrenden Situationen sind belastend für dich als Fachkraft?
    • Was bewertest du als Stress und andere gar nicht? Kannst du die Sache mit einer anderen Perspektive neu bewerten? Wie könntest du zu mehr Gelassenheit im Umgang mit einem Punkt gelangen?
    • Welche persönlichen Stressoren haben Einfluss auf die Arbeit?
    • Wo und wann erlebst du die Kollegin als gestresst? Wie könnt ihr ein für beide/alle ein wertschätzendes und gewinnbringendes Gespräch darüber führen?
    • Was sind für die Kinder die herausfordernden Situationen? Hast du sie schon mal gefragt?
    gestresste Frau am Telefon

    Was sind die Grundlagen der Stressregulation?

    Nicht, WAS wir erleben,
    sondern WIE wir empfinden, was wir erleben,
    macht unser Schicksal aus.
    Marie von Ebner-Eschenbach

    Stressregulation heißt nicht, alle auslösenden Faktoren wegzunehmen. Das geht in der Regel auch nicht. Stressregulation heißt, belastende Situationen besser bewältigen zu können – und das ist bei jedem Menschen anders.

    Wir unterscheiden zwischen langfristigen und kurzfristigen Strategien.

    Langfristige Strategien sind nützlich bei wiederkehrenden Situationen, die vorhersehbar stressig werden. Dann kannst du versuchen, die Stressoren zu vermeiden, etwas strukturell verändern oder die Wirkung abschwächen.

    Kurzfristige Strategien wirken in einer akuten Stress-Situation. Falls du den Stressor nicht verändern kannst, kannst du doch deine Reaktion darauf beeinflussen.

    Die vier Hauptursachen von Stress sind laut dem kanadischen Mediziner Gabor Maté folgende:

    • Fehlende Informationen
    • Kontrollverlust
    • Unsicherheit
    • Konflikt

    Daran orientiert, kannst du deine gefundenen Stressfaktoren betrachten. Wer braucht welche Informationen in welcher (geeigneten, altersgerechten) Form? Wie kannst du jemand ein Stück Kontrolle über eine stressige Situation geben? Wo brauchen Kinder Orientierung, um sich sicher zu fühlen? Welche Konflikte schwelen im Verborgenen? Wo gibt es Konflikte aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse? Was kannst du als Leiterin oder Träger-Verantwortlicher zur Prävention beitragen?

    Übrigens: Mehr zur Funktionsweise des Nervensystems in Bezug auf Stress liest du in meinem Artikel 5 Dinge, die Eltern übers Nervensystem wissen sollten.

    Ideensammlung Stressprävention

    • Stelle Strukturen infrage: Müssen immer alle das gleiche zur gleichen Zeit machen? Stichwort: Garderobensituation.
    • Große Gruppen = hohe Lautstärke: Wie lassen sich Gruppen noch stärker aufteilen, Morgenkreise teilen, Gartenaufsicht anders regeln?
    • Zeitmanagement: Wofür planst du regelmäßig zu wenig Zeit ein? Oder anders gefragt: Wo packst du immer wieder zu viel Inhalt in die zur Verfügung stehende Zeit?
    • Übergänge (Mikrotransitionen) analysieren und sensibel gestalten: Wechsel von Aktivitäten, Räumen, Bezugspersonen sind oft mit frustrierenden Wartezeiten verbunden. Hier kann kluges Vorgehen Stress reduzieren.
    • Achte auf deine Kommunikation: Es gibt eine Sprache, die Druck und Stress mitbedingt. Mehr dazu liest du in meinem Artikel Stress und Sprache.
    • Stillsitzen ist nicht kindgerecht: Ob Kreis- und Bewegungsspiele, Bewegungsbaustellen im Turnraum, bewegtes Lernen in der Vorschul-Gruppe, kleine Aufträge im Haus erledigen – nutze so oft wie möglich Gelegenheiten für Bewegung. Wackelstühle, Stuhllehne zum Tisch hindrehen, Kirschkernkissen … lass die Kinder ausprobieren.
    • Ruhe und Entspannung: Wo gibt es Rückzugsmöglichkeiten für einzelne Kinder, z.B. Höhlen, Hängesessel, Ecken zum Ausruhen? Wie ist die Gestaltung der Mittagszeit, wann sind Entspannungsgeschichten passend?
    • Temperatur: Achte darauf, wer friert oder überhitzt wirkt und gib Anregung für Veränderung.
    • Selbstwirksamkeit erfahren: Altersgerechte Partizipation an Entscheidungen ermöglichen. Wer heute schon das eine oder andere Erfolgserlebnis hatte, kann die kleinen Frustrationen im Spiel leichter wegstecken.
    • Orientierungsrituale: Orientierung gibt Sicherheit. Ob Begrüßung am Morgen, Aufräumsignale, Essensspruch, Abschiedslied – Kinder brauchen tägliche haltgebende Rituale. Damit können sie Abläufe erinnern und bereiten sich mental auf den nächsten Punkt im Tagesablauf vor.
    • Körperwahrnehmung: Baue immer wieder gezielte Wahrnehmungselemente in den Alltag ein. Beispiel: Wer kann fünf Dinge sehen, vier Dinge fühlen, drei Dinge hören, zwei Dinge riechen und eines schmecken?
    • S-O-S Übungen kennen und einzelne im Alltag einbauen: Lies die Mitmach-Bilderbücher „Die Reise des Schmetterlings“ und „Jona ist wütend“ vor.
    Kita-Stress reduzieren - Pin

    Was hilft schnell bei akutem Stress?

    • Atmen: Bewusstes Atmen kann schon ein erster Schritt sein, Adrenalin abzubauen. Indem du dich auf dich konzentrierst und das Ausatmen etwas verlängerst, tust du dir etwas Gutes.
    • Mehr Bewegung: Bei akutem Stress ist Bewegung stimmungsregulierend. Freie Bewegung, am besten in Wald und auf der Wiese, entspricht dem kindlichen Naturell am besten. Natur ist Heilung und Quelle von Kreativität.
    • Essen und Trinken: Wer hungrig oder durstig ist, kann sich schlecht konzentrieren, wird leicht zappelig oder gereizt. Manchmal hilft es, ein-, zweimal ins Brot zu beißen, wenn die gemeinsame Mahlzeit noch eine Weile dauert. Ein vollwertiges, zuckerarmes, pflanzenbasiertes Angebot trägt dazu bei, mit den Herausforderungen des Alltags leichter umgehen zu können.
    • Grenzen respektieren: Ob es zu eng im Morgenkreis ist oder ein Kind in der Puppenecke mitspielen will – wenn andere Grenzen signalisieren, hat das einen Grund. Auch du magst es sicher nicht, wenn dir jemand zu nah auf die Pelle rückt oder du gerade lieber allein sein willst.
    • Co-Regulation: Das unterstützt Kinder (und Erwachsene) in akuten Konflikten. Hier findest du meinen ausführlichen Artikel dazu: Was ist Co-Regulation?
    • Humor: Lachen ist gesund und baut Stresshormone ab. Ob lustige Spiele, Witze-Wettbewerb oder Quatschreime erfinden, irgendwas geht (fast) immer. Tipp: Charmaine Liebertz „Das Schatzbuch des Lachens“
    • Singen: Beim Singen aktivieren wir eine Menge Gesichtsmuskeln, den ventralen Vagusnerv (unser soziales Kontaktsystem), regulieren den Herzschlag, die Atmung und die Anspannung. Das alles reduziert den Stress.
    • Spielen: Freude empfinden, Spaß haben, Gemeinschaft erleben. Achte darauf, dass du Kinder möglichst wenig aus dem Spiel reißt. Spiel mit, das tut auch dir gut.

    Die Ideen sind natürlich völlig unterschiedlich und für unterschiedliche Stimmungen und Situationen geeignet. Ich setze dein Einfühlungsvermögen voraus, wann ein alberner Witz angemessen ist und wann nicht.

    Fazit

    Stress in der Kita reduzieren – das ist wie Abendessen. Es ist jeden Tag notwendig. Mal bist du kreativ und probierst was Neues aus, mal etwas Bewährtes. Mal holst du ein Fertiggericht aus der Tiefkühltruhe und merkst, dass es heute nicht schmeckt, ein anderes Mal gibst du den Kochlöffel dem Partner in die Hand. Lässt du es ausfallen, brauchst du wahrscheinlich am nächsten Tag mehr zu essen.

    Schau, was dir und deiner Kita-Gruppe guttut, probiere immer wieder Neues aus und bleib im Austausch mit dem Team.

    FAQ

    Was sind Stressoren?

    Innere oder äußere Reize, die dein Körper als belastend bewertet und auf die er mit Anpassung reagiert.

    Was sind laut Gabor Maté die vier Hauptursachen von Stress?

    Fehlende Informationen, Kontrollverlust, Unsicherheit und Konflikt.

    Was ist der Unterschied zwischen langfristigen und kurzfristigen Stressbewältigungsstrategien?

    Langfristige Strategien verändern die Stressoren selbst, kurzfristige helfen dir, in der akuten Situation deine Reaktion zu beeinflussen.

    Was hilft schnell bei akutem Stress in der Kita?

    Bewusstes Atmen, Bewegung, Singen oder auch Humor können akuten Stress spürbar senken.

  • Monatsrückblick April 2024

    Monatsrückblick April 2024

    Der April war für mich ebenso abwechslungsreich wie sein Wetter: Da waren eine Woche Osterferien, Kitas geschlossen, Entspannung pur mit Wandern und Radfahren in Main-Spessart. In den anderen Wochen gab es viel zu tun: die regelmäßigen Termine mit den Kindern in der Heilpädagogik, ein kleines Kooperationsprojekt mit einer Blog-Kollegin, die eigenen Artikel schreiben, einen Vortrag halten und ein wunderschönes Wochenende im Elbsandsteingebirge mit einer Freundin verbringen.

    Heilpädagogik: Business as usual

    Meine Arbeit mit den Kindern in den Kitas ging ihren Gang mit guten Fortschritten und mittleren Herausforderungen. Ein Junge wird selbständiger, offener und mutiger und traut sich sowohl sprachlich als auch motorisch wesentlich mehr zu als vor einigen Monaten. Ein anderer legt an Spielausdauer zu und auch die Impulskontrolle macht kleine Fortschritte. Das dritte Kind geht immer interessierter und offener auf die anderen Kinder zu und es gelingt ihm häufiger, in altersgemäße soziale Interaktion zu gehen.

    Kinder klettern im Turnraum

    Hingegen hat ein viertes Kind gerade mit einer familiären Herausforderung zu tun und befindet sich im Gewühle der Gefühle. Da ist die „Zündschnur“ manchmal kurz und die Überforderung groß. Er bedarf gerade unserer besonderen Zuwendung und Co-Regulation.

    Was ist Co-Regulation?

    Kommunikation: Vortrag und Planung

    Mit großer Freude war ich wieder an der VHS in Karlstadt. Der interaktiv gehaltene Vortrag lautete „Weißt du wirklich, was du sagst?“ Es ging darum, die eigene Sprache bewusster wahrzunehmen, Wirkung auf sich selbst und andere zu entdecken und an der einen oder anderen Stelle etwas weiterzuentwickeln. Ich gab den Teilnehmer:innen Impulse im Hinblick auf Präsenz, Klarheit und Wertschätzung.

    Schon geht es weiter mit der Herbstplanung. Ich werde wieder an den Volkshochschulen in Marktheidenfeld und Karlstadt referieren. Neben Kommunikation und Pädagogik wird nun auch das Thema Stressregulation mit einfließen. Dazu plane ich auch einen Online-Kurs in eigener Regie.

    Heike Brandl bei Vortrag
    An der Volkshochschule

    Website: Update und Spam

    Eine kleine Neuerung habe ich meiner Startseite gegönnt. Das Bild mit dem Felsen finde ich einfach großartig. Manchmal scheinen große Lasten auf einem Menschen zu liegen. Können wir die Perspektive ändern, sehen wir, dass der Fels noch anderswo aufliegt und wir nicht allein im Leben stehen. Gerne begleite ich meine Coachees und Familien dabei, Neues zu entdecken, Kompetenzen zu entwickeln und unterstütze passgenau.

    Ein paar Kleinigkeiten gab es auch an Texten, Buttons und Verlinkungen zu feilen – so wird die Website lesefreundlicher, schneller geladen und damit sowohl für dich als auch für Suchmaschinen besser.

    Ziemlich nervig sind seit einiger Zeit die Spam-Kommentare. Allein heute habe ich etwa dreißig aus dem Back-End der Website gelöscht. Echte Kommentare von dir schalte ich möglichst am gleichen oder nächsten Tag noch frei und freue mich wirklich darüber!

    Was sonst noch los war im April 2024

    • Osterferien zu Hause: Wandern, chillen, bloggen, Freunde treffen
    • Radtouren in Main-Spessart
    • Wanderwochenende im Elbsandsteingebirge
    • Kurztrip ins Remstal: Freunde treffen, bei MTB-Rennen Bundesliga in Heubach zuschauen
    • München Zirkus Krone: Eckhard von Hirschhausen auf der „Blauen Couch“ im Gespräch mit Torsten Otto. Das war ein unterhaltsamer und nachdenklicher Abend.
    Bärlauch im Wald
    Im Bärlauchparadies
    Heike Brandl beim Wandern
    Aprilwetter …
    See mit sich spiegelnden Wolken
    Idyllischer See bei Triefenstein
    Heike Brandl mit Adonisröschen
    Adonisröschen sind seltene Blumen und jedes Jahr Anfang April führt eine unserer Radtouren dorthin
    Heike Brandl an Wanderwegweisern
    Los gehts in der Sächsischen Schweiz
    Heike Brandl beim Wandern in der Sächsischen Schweiz
    Imposante Felsen
    Heike Brandl zwischen Felsen
    Hier gings durch zum Klettersteig
    Heike Brandl auf Felsen
    Zum Glück bin ich schwindelfrei
    Wanderin auf Felsen
    Nachgestellt: Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer
    Heike Brandl an der Basteibrücke bei Lohmen
    An der berühmten Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz
    Podium MTB Rennen Heubach
    „Bike the Rock“ MTB-Rennen in Heubach – unser Sohn Maximilian ist auf Platz 3
    Heike und Thomas Brandl
    In München im Zirkus- Krone-Bau

    Meine Blogartikel vom April 2024

    Ausblick Mai 2024

    • Kursplanung Herbst abschließen
    • Abschluss Fortbildung SOS-Training
    • Urlaub: Tschechien (MTB-Weltcup und Familiengeschichte erkunden) und Altmühltal (selbst MTB fahren und klettern)
  • Was ist Co-Regulation?

    Was ist Co-Regulation?

    Alarm im Kinderzimmer? Krach auf dem Spielplatz? Streit in der Kita? Kinder haben täglich kleine Auseinandersetzungen mit Geschwistern, ob im Spiel oder am Esstisch und natürlich auch Meinungsverschiedenheiten mit Erwachsenen. Das ist normal. Auch wenn wir das oft als anstrengend empfinden – es sind Entwicklungsaufgaben der Kinder und es ist Aufgabe der Erwachsenen, die Kinder darin zu begleiten. Genau das ist Co-Regulation.

    Wie du dich als erwachsene Person selbst regulieren kannst

    Stell dir vor, du wirst während der Arbeitszeit müde. Was machst du?

    • Du trinkst einen Kaffee oder grünen Tee.
    • Vielleicht gehst du auch kurz zur Toilette, zum Kopierer, zur Kollegin, um dir mit etwas Bewegung eine Auszeit vom Bildschirm zu schaffen.
    • Du holst dir was zu naschen, ein paar Nüsse und machst weiter.
    • Du stehst auf, öffnest das Fenster, holst tief Luft und lüftest den Raum durch.
    • Oder du schaltest alle Benachrichtigungen stumm und gönnst dir einen Powernap.

    Du hast als erwachsene Person viele Möglichkeiten, auf deine Müdigkeit zu reagieren. Natürlich ist das auch von deinem Arbeitsplatz abhängig.

    Eine typische Spielsituation

    Nun stell dir die vierjährige Thea vor, die am späten Nachmittag mit ihrem gleichaltrigen Freund Luca in ihrem Kinderzimmer spielt. Schon über eine Stunde haben sie friedlich gebaut und gespielt. Plötzlich ist es vorbei mit der Ruhe: Luca hat Theas Traktor geschnappt und will ihn nicht mehr hergeben. Thea weint, schimpft und wirft schließlich mit den hölzernen Baumstämmchen, die sie aufladen wollte, nach Luca.

    Du ahnst, was kommt: Luca weint auch, rennt zu dir und beschwert sich über Theas Verhalten. Es beginnt eine Spirale von Ärger und Vorwürfen.

    Oder du begleitest die beiden durch ihre aufgewühlten Gefühle. Das ist dann Co-Regulation.

    Was ist Co-Regulation?

    Co-Regulation bezieht sich auf einen Prozess, bei dem zwei oder mehr Personen oder Systeme zusammenarbeiten, um Emotionen, Verhalten oder physiologische Zustände zu regulieren. Es geht darum, eine unterstützende und kooperative Umgebung zu schaffen, in der sich Individuen gegenseitig beeinflussen, um emotionale und soziale Regulation zu fördern. Klingt ein bisschen theoretisch, passt aber für viele Situationen.

    Einfacher gesagt heißt es, wenn es jemand allein nicht schafft, sich zu regulieren, dann braucht er oder sie Unterstützung durch eine andere Person. Diese kann dann durch Gefühlsausbrüche begleiten, Verhalten begrenzen oder unterstützen oder zum Beispiel auf Müdigkeit reagieren.

    Zur Regulation physiologischer Zustände brauchen gerade Kinder häufig Hilfe: bei Schmerz, Krankheit oder Verletzung, wenn sie frieren oder schwitzen, wenn sie hungrig oder durstig sind.

    Ebenso wie viele Erwachsene können auch Kinder ihre Gefühle nicht immer im Zaum halten. Manchmal kommt es dann zu sozial unangemessenem Verhalten. „Bei Kleinkindern dominiert insbesondere in den ersten drei Jahren das emotionale Gehirn. Sie sind schlichtweg noch nicht fähig, die Gefühle mit passenden Worten zu versehen und über die Zeit und Folgen ihres Verhaltens nachzudenken. Sie sind im Hier und Jetzt!“ (aus: Kathrin Hohmann „Gemeinsam durch die Wut“ S. 116)

    Als erwachsene Person bist du dafür verantwortlich, bei Kindern zu erkennen, wann sie der Co-Regulation bedürfen und sie dann nach Möglichkeit zu unterstützen. So lernen Kinder durch dein Beispiel nach und nach sich selbst besser zu regulieren und mit ihren Emotionen oder physiologischen Zuständen umzugehen. Für ein Kita-Team ist es wichtig, sich dieser Zusammenhänge bewusst zu sein und Handlungsoptionen abrufbar zu haben. Das vermittle ich in meinen Trainings zur Stressregulation.

    Wie könnte die Co-Regulation im Beispiel aussehen?

    Was ist passiert? Beide Kinder haben in ihrem eigenen Interesse gehandelt. So ist ein kleiner Konflikt entstanden. Selbständig können sie ihn noch nicht regeln. Doch sind Konflikte Gelegenheiten, Sozialkompetenz zu lernen und mit „Vertragt euch!“ nicht beendet.

    In der Situation ist es hilfreich, etwas über das Nervensystem zu wissen. Für beide Kinder ist vermutlich gerade Stress-Alarm im Kopf und das denkende Hirn kurzzeitig außer Betrieb. So können sie den Streit nicht lösen und sind auch für deine Argumente nicht zugänglich.

    Mein Tipp:

    Lass dir also lieber erzählen, was sie denn davor gespielt haben. Und biete Thea und Luca an, eine kleine Trink- und Obstpause zu machen. Auf so einem Bauernhof braucht man ja wohl auch mal eine Stärkung …

    Nach ein paar Minuten ist der Adrenalinspiegel gesunken und dann sollte das Gespräch wieder möglich sein. Doch ist das wahrscheinlich gar nicht mehr nötig, denn die beiden werden längst neue Pläne haben.

    Das Spiel ist die Arbeit des Kindes. Die beiden haben für ihr Alter lange kooperiert. Das ist anstrengend. Sie brauchten eine kleine Pause. Vielleicht ist es auch möglich, noch eine Weile draußen zu spielen oder Luca zu Fuß nach Hause zu bringen. Und das soll dann keine Strafe sein, sondern ein gemütlicher Spaziergang mit Balancieren auf Mäuerchen oder Pfützen hüpfen.

    Noch mehr konkrete Tipps für verschiedene Situationen und unterschiedliches Alter findest du in dem Buch „Achtsame Kommunikation mit Kindern“ von Daniel J. Siegel & Tina P. Bryson, das ich vor kurzem vorgestellt habe.

    Was ist Co-Regulation?

    Welche Voraussetzungen sind für Co-Regulation nötig?

    Nur wenn wir selbst gut stehen, können wir andere gut halten.
    Kati Bohnet

    Du brauchst eine gute Selbstregulationsfähigkeit, um gut co-regulieren zu können. Was heißt das?

    • Nimm deine eigenen Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen wahr.
    • Erkenne, ob du selbst erregt bist.
    • Gibt es Bedürfnisse, die hinter deiner Erregung bzw. hinter deinen Wahrnehmungen stehen?
    • Kontrolliere deine eigene Erregung und steuere deine Impulse.

    Natürlich haben auch deine Bedürfnisse und Gefühle ihre Berechtigung und dürfen einen angemessenen Raum bekommen. Doch bist du als erwachsene Person verantwortlich für die Kinder und hoffentlich besser in der Lage, deine Bedürfnisse zurückzustellen.

    Dazu ist es hilfreich, sich selbst gut zu beobachten, eigene Stressoren zu erkennen und diesen rechtzeitig Einhalt zu gebieten oder für Ausgleich zu sorgen.

    Gleichwohl gilt das alte Beispiel aus dem Flugzeug: Leg dir erst selbst die Sauerstoffmaske an, bevor du anderen bedürftigen Personen hilfst! In meinem Artikel 5 Gründe, warum Stress deine Kommunikation ruiniert, erfährst du, warum das sinnvoll ist.


    Du willst noch mehr Tipps rund um Kommunikation und Pädagogik bekommen? Mit meinem Newsletter „Sprachnachrichten“ gibt es etwa alle zwei Wochen die Links zu den neuen Artikeln, immer einen alltagstauglichen Sprachtipp und manchmal auch Termine zu meinen Seminaren und Vorträgen.

  • Monatsrückblick März 2024 – hilfreiches Wissen für den Alltag

    Monatsrückblick März 2024 – hilfreiches Wissen für den Alltag

    Wie bin ich froh, dass ich im vergangenen Jahr begonnen habe, eine Weiterbildung zum Thema Nervensystem und Stressregulation zu machen. Mein Impuls dazu kam zum Teil aus reinem Wissensdurst und zum Teil aus der Idee, gestresste Eltern in meinem beruflichen Umfeld zu unterstützen.

    Doch meistens sind solche Weiterbildungen ja auch noch für andere Bereiche hilfreich, als die, an die wir zunächst denken. Der persönliche Nutzen ist unschätzbar wertvoll. Denn in jedem menschlichen Leben – so auch in meinem – kommen hin und wieder herausfordernde, stressige Situationen oder Phasen. Dann etwas an der Hand zu haben, um besser damit umgehen zu können, das ist wirklich großartig.

    Weiterbildung Nervensystem und Stressregulation

    Langsam aber sicher verankert sich das viele Wissen über das Nervensystem aus meiner Weiterbildung (SOS-Training zur emotionalen ersten Hilfe und Stressregulation) nicht nur in meinem Kopf, sondern auch in meinem Alltag. Unzählige Stunden Fachliteratur, live Online-Kurse, Online- und Präsenztreffen mit meiner Übungsgruppe wirken. Ich laufe mit der Nervensystems-Brille auf der Nase durch die Welt und

    • nehme in vielen Situationen wahr, in welchem Zustand des Nervensystems sich ein Mensch gerade befindet.
      Beispiel: Ein Junge verweigert die Teilnahme an einem für ihn neuen Spiel. Sein Alarmsystem ruft gewissermaßen „Vorsicht – das könnte schiefgehen.“ und reagiert mit Flucht. Immerhin bleibt er bei uns und beobachtet. Das ist schon mal ein kleiner Fortschritt.
    • kann (Erwachsenen) auf Wunsch etwas dazu erklären oder einen Tipp geben.
      Beispiel: Eine Kita-Fachkraft erzählt, dass sie schlecht schläft, weil ihr so viele Dinge durch den Kopf gehen (Nervensystem in Stressreaktion). Ich erzähle ihr von den SOS-Übungen und schicke ihr den Link zum Audioguide. Begeistert erzählt sie mir zwei Wochen später, wie es ihr hilft, besser zur Ruhe zu kommen.
    • erkenne sowohl in Fachbüchern zur Pädagogik als auch in Romanen die Nervensystemszustände, typische Reaktionen und Verhaltensweisen.
      Tipp: Anja Cantzler „Schätze finden statt Fehler suchen – Herausforderndes Verhalten verstehen in Kita, Krippe und Kindertagespflege“, Herder Vlg. 2023
    • überlege, welche einfachen Mittel ich in meinem Alltag in Kitas zum Umgang mit stressigen Situationen ich einbringen kann.
      Beispiel: Handklatschspiele mit Überkreuzbewegungen als kleiner Lückenfüller in Wartezeiten.
    • sammle und finde Spiele unterschiedlichster Art, die Elemente aus der Nervensystemsregulation beinhalten und probiere sie aus.
      Beispiel: Puste-Spiele, Kinesiologische Übungen
    • erfasse, wo Kommunikation noch nicht gelingt, weil Nervensysteme gar nicht bereit sind. Manchmal kann ich dann auch Co-regulierend unterstützen.
      Beispiel: Bei einem Brettspiel fehlt ein wichtiges Teil, sodass nicht alle Kinder wie gewünscht mitspielen können. Die Kinder schreien sich an und wollen jemand ausschließen (Nervensysteme auf Angriff). Eine kooperative Lösung ist nicht in Sicht. Ich benenne und würdige die unterschiedlichen Positionen und frage nach weiteren Ideen. Da sie weiter auf „ausschließen“ beharren, biete ich eine Improvisation des fehlenden Teils an. Damit sind alle einverstanden und können friedlich gemeinsam spielen.
    • merke, wenn mein eigenes System erstmal Regulation braucht, um andere zu begleiten.
      Beispiel: Ich werde lauter als nötig oder gebe gereizte Antworten. Zum Glück funktioniert meine Wahrnehmung dafür inzwischen meist gut.

    Der letzte Punkt meint die vielen kleinen täglichen Elemente wie Meditation, Atem schöpfen und laaange ausatmen, eine Runde durch den Garten drehen oder das Radio im Auto auszuschalten, nachdem ich aus der Kita komme. Das meint jedoch auch die kleinen Auszeiten am Wochenende, die meinem Mann und mir sehr gutgetan haben.

    Obstkiste mit gebastelten Blumen
    Gemeinschaftsprojekt in einer Kita

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    Was sonst noch los war im März 2024

    • Kulturwochenende in Weimar: Wir trafen uns mit Freunden und besichtigten bei schönstem Frühlingswetter den gemütlichen Park, die zauberhafte Altstadt, die prächtige Anna-Amalia-Bibliothek (siehe Titelbild und das beeindruckende Bauhaus-Museum.
    • Erste Radtouren in der Umgebung
    • Wir trafen unseren Sohn auf dem ersten MTB-Rennen der Saison in Deutschland
    • Garten-Action: Frühlingsfein – wie ich in den letzten Tagen merkte, war leider vieles für die Katz – äh, Schnecken.
    • Ausflug nach Wiesbaden: Besuch bei meinem Mann auf der Reha und Treffen mit Freunden
    Graffiti auf einem Stromverteilkasten
    Entdeckung in Weimar
    Heike Brandl Osterradtour mit Skulpuren von zwei Lämmern
    Osterradtour zu einem passenden Motiv in meiner Umgebung

    Meine Blogartikel vom März 2024

    Ausblick April 2024

    • Osterferien zu Hause: Wandern, chillen, bloggen, Freunde treffen
    • VHS Vortrag: Weißt du wirklich, was du sagst?
    • Wanderwochenende im Elbsandsteingebirge
    • Radtouren in Main-Spessart
    • Kursplanung SOS-Training
    • Suchmaschinen-Optimierung auf der Website
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