Autor: Heike Brandl

  • Stress in der Kita: Welche Bücher auf meinem Schreibtisch liegen

    Stress in der Kita: Welche Bücher auf meinem Schreibtisch liegen

    Bücher können es dir als pädagogische Fachkraft leichter machen, mit dem Stress in der Kita umzugehen. Als Pädagogin, die Fortbildungen für Erzieherinnen hält, und mit Begeisterung liest, entdecke ich immer wieder Schätze. Die Themen sind so vielfältig, wie die Ursachen für den Stress in der Kita. Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderung, verletzendes Verhalten von pädagogischen Fachkräften, Eingewöhnung und Bindung, Selbstfürsorge, Vorbild sein.

    gestresste Frau am Telefon

    Fast alle Links führen zum Autorenwelt-Shop, der Bücher fair für die Autor:innen verkauft. Ansonsten empfehle ich natürlich den Gang zur Buchhändlerin deines Vertrauens vor Ort.

    Diese Bücher kann ich empfehlen

    Kitarevolution. Zeit für Veränderung

    von Kathrin Hohmann, Lea Wedewardt u.a.
    Band 1: Zeit für Veränderung
    Band 2: Einfach machen
    Kartenset zum Buch (33 Karten)
    Vlg. Herder, Freiburg 2023

    Ich habe Band 1 schon gelesen und das Kartenset angeschafft. Das Buch rückt die pädagogische Fachkraft und ihre Wirkkraft in den Fokus. „Wie willst du Pädagogik leben?“ lautet eine der Leitfragen. Die unterschiedlichen Autor:innen regen dazu an, die eigene Person und den Auftrag zu reflektieren. Hannah Vasiliadis schreibt zum Beispiel darüber, warum Gelassenheit unbedingt in den Kita-Tag gehört. Prädikat lesenswert!
    Mit den Karten kannst du im Team immer wieder einzelne Punkte leicht herausnehmen und diskutieren.

    Liebe lässt Gehirne wachsen – Wie Bindungsbeziehungen Kinder in ihrer Entwicklung stärken

    Ratgeber für Erzieher*innen in Krippe, Kita und Ganztag von Corinna Scherwath
    Vlg. Cornelsen, Mülheim 2021

    Ausgehend vom ausführlich erklärten bindungsorientierten Ansatz zeigt die Autorin auf, wie du als pädagogische Fachkraft auch in Krisen mit Kindern umgehen kannst. Der Umgang mit starken Emotionen und Impulsivität ist ebenso Thema wie der Umgang mit bindungsverletzten Kindern. In einem umfangreichen Kapitel zeigt auch Scherwath den „Wirkfaktor Persönlichkeit“ der Fachkraft auf. Reflexion ist angesagt!

    Verantwortlich handeln! Verletzendes Verhalten in der Kita gemeinsam verhindern

    von Astrid Boll und Regina Remsperger-Kehm
    verlag das netz, Weimar 2022

    Wie kannst du damit umgehen, wenn Kolleginnen oder Mitarbeiter sich Kindern gegenüber verletzend verhalten? Das Thema ist wirklich nicht einfach, von den Autorinnen jedoch wissenschaftlich hinterlegt und für die Praxis hervorragend aufbereitet. Reflexion und Prävention sind dafür grundlegende Elemente. Prädikat: Lohnend!

    Kinder achtsam und bedürfnisorientiert begleiten

    in Krippe, Kita und Kindertagespflege
    von Lea Wedewardt und Kathrin Hohmann

    Basics des Nervensystemwissens, ausführliche Erklärung von Bedürfnisorientierung – einschließlich der Bedürfnisse der Fachkräfte – und der Umgang mit Konflikten: ein fachlich in jeder Hinsicht empfehlenswertes Buch mit hoher Praxisorientierung. Wenn du nur eines meiner empfohlenen Bücher lesen kannst, dann nimm das!

    Die inklusive Kindertageseinrichtung

    Wege zum gemeinsamen Lernen
    von Patti Gould und Joyce Sullivan
    Vlg. modernes lernen Dortmund 2015

    Schon ein wenig älter, jedoch durchaus empfehlenswert im Umgang mit Kindern mit kognitiven oder motorischen Beeinträchtigungen, Dyspraxie, Autismus-Spektrums-Störungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen, Sehbeeinträchtigungen (ich nutze die im Buch genannten Bezeichnungen).

    Die Autorinnen geben zunächst eine Übersicht von Auffälligkeiten und Herausforderungen innerhalb der jeweiligen „Störungen“. Die weiteren Kapitel gliedern sich nach verschiedenen Stationen im Kita-Alltag: Station mit Bauklötzen, Sandkasten und Wasserspiele, Rollenspiele, Übergänge, Mahlzeiten, … Dabei zeigen sie auf, was für Kinder mit den unterschiedlichen Störungen bei der jeweiligen Station relevant oder hilfreich sein kann. Fazit: sehr praxisorientiert.

    Jedes Wort wirkt! – LINGVA ETERNA in der Pädagogik

    von Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf (Hrsg.)
    Vlg. Lingva Eterna 2020

    Ein Buch von Pädagogen für Pädagogen, also aus der Praxis. Das Buch lenkt den Blick auf die Sprache der pädagogischen Fachkraft in Kita und Schule. Hier finden sich eine Fülle von Anregungen, die sich auf eine gelungene Kommunikation mit Kindern, Kolleginnen oder Eltern auswirke und somit auch Stress reduzieren.

    Achtsam Stress bewältigen in meinem Kita-Alltag

    Übungen, Impulse und Tipps für mehr Ausgeglichenheit
    von Alexandra Kerr-Meng
    Vlg. Klett 2022

    Dieses Heft (der Reihe „Professionell und stark in der Kita“ hat 64 Seiten) zum Thema Selbstfürsorge habe ich inzwischen gelesen. Hier ist auch Hintergrundwissen zum Thema Stress enthalten. Die Autorin hat ein schönes Arbeitsheft zum Ausfüllen und Reflektieren entwickelt, das zahlreiche Praxisbeispiele aus der Kita enthält. Die Tipps sind leicht umzusetzen.

    Resilienz – Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft

    Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out
    von Christina Berndt
    Vlg. dtv 2015

    Das habe ich heute in unserer Stadtbibliothek entdeckt und gleich ausgeliehen. Vielleicht findest du bei dir auch solche Schätze, die dich nur die Leihgebühren kosten.

    Update: Hier ist meine Rezension dazu.

    S-O-S Training und Stressregulation

    Dieser Bücher warten noch darauf, von mir gelesen zu werden

    Resilienz erleben in der Kita

    von Brigitte Wilmes-Mielenhausen
    Vlg. Herder, Freiburg 2024

    In diesem Praxisbuch gibt es Spielideen, die Spaß machen und leicht umsetzbar sind, um Kindern zu stärken.

    Stressfrei und gelassen: Professionalität im Kita-Alltag

    von Uli Bott
    Vlg. Herder, Freiburg 2017

    Auch hier geht es wohl intensiv um Reflexion und Selbstfürsorge. Du kannst dir beim großen Versand mit A… eine Leseprobe anschauen bzw. für den Kindle herunterladen sowie ein Interview mit der Autorin lesen.

    Chancen sehen und Veränderungen meistern in der Kita-Praxis

    Übungen, Praxiswissen und Impulse für mehr Souveränität
    von Alexandra Kerr-Meng
    Vlg. Klett 2023

    Veränderungen erleben viele Fachkräfte als Stress. Wie du damit anders umgehen kannst, das zeigt dieses interessante Heft auf. Wege zu mehr Gelassenheit: Klingt auf alle Fälle auch lesenswert.

    Mehr Resilienz in meinem Kita-Alltag

    Übungen, Impulse und Tipps für innere Stärke
    von Alexandra Kerr-Meng
    Vlg. Klett 2022

    In der gleichen Reihe (Professionell und stark in der Kita) schreibt die Autorin hier einen persönlichen Begleiter für innere Widerstandsfähigkeit und Resilienz.


    Kannst du mir noch weitere Bücher empfehlen? Was sind deine besten Tipps zum Lesen? Schreib mir gern einen Kommentar. Ich danke dir!

  • „Ich muss gar nichts“

    „Ich muss gar nichts“

    Wie oft am Tag sagst du „Ich muss …“ oder „Ich darf nicht …“? Diese Sätze sind Ausdruck innerer Überzeugungen, die dein Fühlen, Denken und Handeln maßgeblich beeinflussen. Und sie zeigen sich eben auch in deiner Sprache. Diese sogenannten Glaubenssätze haben sich oft bereits in unserer Kindheit entwickelt und können – unreflektiert – bis ins Erwachsenenalter unser Leben prägen.

    Einer der häufigsten Glaubenssätze lautet: „Ich darf nicht – ich muss.“ Dieser Satz steht für eine tief verwurzelte Überzeugung, dass wir keine Wahl haben und ständig äußeren oder inneren Zwängen unterworfen sind. Doch wie wirkt sich diese Denkweise auf unser Stressempfinden und unsere Sprache aus? Wie beeinflussen Worte wie „müssen“ und „dürfen“ unser Selbstbild und die Wahrnehmung unserer Freiheiten?

    In diesem Beitrag werde ich einen Blick darauf werfen, wie der Glaubenssatz „Ich darf nicht – ich muss“ dein Leben beeinflussen kann. So kannst du verstehen, warum diese innere Überzeugung zu Druck und Überforderung führt und wie du durch eine bewusste Änderung deiner Sprache mehr Freiheit und Gelassenheit gewinnen kannst.

    Was sind Glaubenssätze?

    Die Akademie für Individualpsychologie schreibt:

    „Die meisten Glaubenssätze – positive wie negative – stammen aus den Kindertagen. Es sind Sätze, die Sie entweder direkt zu hören bekamen oder sich indirekt durch das Beobachten Ihres Umfelds erschlossen haben. Klassische Beispiele wären: Dränge dich nicht in den Vordergrund. Lass dir nichts gefallen. Sei ehrlich. Warum prägen uns frühen Erfahrungen so nachhaltig? Kinder sind wahre Meister der Anpassung. Sie verfügen über sehr feine Antennen und erkennen genau, für welches Verhalten sie Anerkennung und ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit erhalten. Sie folgen den Regeln ihres Umfeldes und dem dazugehörigen Zeitgeist. Daraus entwickelt jeder Mensch in den ersten Lebensjahren seinen Charakter und Lebensstil – ob er will oder nicht.“

    Dabei gibt es positive Glaubenssätze wie „Wer wagt, gewinnt.“ oder „Ich bin liebenswert.“ Diese können ermutigen, trösten oder Selbstwert stärken. Negative Glaubenssätze hingegen sind beispielsweise „Ich bin ungeschickt.“ oder „Andere Menschen wollen mich ausnutzen.“ Sie blockieren die persönliche Entwicklung, können Erfolg oder Beziehungen beeinträchtigen.

    Korina Dielschneider erklärt in ihrem Artikel über die innere Kritikerin anschaulich, was dann passiert:

    Wenn die innere Kritikerin dich unter Druck setzt und dir beispielsweise einflüstert, dass du dich jetzt endlich einmal zusammenreißen sollst, dann könnte dahinter der Glaubenssatz Nur wer sich anstrengt, wird erfolgreich liegen. Gemeinerweise sind die Glaubenssätze oft „undercover“ unterwegs und wir merken gar nicht, wie sie unser Verhalten beeinflussen. Wenn Glaubenssätze zwanghaft werden, d.h. wir unser Verhalten nicht mehr frei steuern können, dann sprechen wir von Antreibern.
    Korina Dielschneider

    Korina vertieft auch, welche Einflussfaktoren unsere Glaubenssätze prägen und wie du deine innere Kritikerin zu deiner Verbündeten machen kannst. Das ist wirklich lesenswert.

    Sprache als Ausdruck von Glaubenssätzen

    Achte auf deine Gedanken,
    denn sie werden Wörter,
    achte auf deine Wörter,
    denn sie werden Handlungen,
    achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten,
    achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter,
    achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
    Aus dem Asiatischen

    Alles beginnt in deinem Kopf. Was du also abgespeichert hast, deine inneren Überzeugungen, zeigt sich in deiner Sprache. Welche dieser Sätze kennst und sagst du?

    • „Ich muss endlich den Keller aufräumen.“
    • „Ich muss mehr Sport treiben.“
    • „Ich darf nicht so viel essen.“
    • „Warum müssen wir immer zu spät kommen?“
    • „Ich muss noch den Monatsabschluss machen.“

    Sätze mit „müssen“ sind so verbreitet in unserer alltäglichen Sprache, dass wir sie als ganz selbstverständlich wahrnehmen. Wir denken, das sei normal. Manche Menschen spüren den Unterschied der Formulierungen gar nicht mehr. Wer immerzu Sätze mit „ich muss“ bzw. „ich darf nicht“ sagt und hört, kann leicht die eigenen Bedürfnisse aus dem Blick verlieren.

    Lass die beiden Sätze einmal auf dich wirken und sprich sie dir je zweimal laut vor:

    • „Ich muss jetzt aufstehen.“
    • „Ich stehe jetzt auf.“

    Na, wie hören sich die Sätze für dich an? Womit fühlst du dich wohler? Hast du körperliche Wahrnehmungen dazu? Bei welchem Satz ist es deine Entscheidung? Nehmen wir einmal an, du stehst ohnehin auf. Dann ist es doch angenehm und souverän, aus eigener (seelischer) Kraft aufzustehen, oder?

    Der Glaubenssatz ‚Ich darf nicht – ich muss‘ im Alltag

    Gehen wir die Beispielsätze der Reihe nach durch. Was verbirgt sich hinter dem Keller aufräumen? Ist es dir peinlich, den Kaminfeger oder die Zählerableserin durch dein Keller-Chaos zu führen? Dann sind es womöglich die Ansprüche, die du an dich selbst hast, ordentlich und perfekt zu sein? Stören dich die Altlasten, die du gerne loswerden würdest? Ist der Keller womöglich nur symptomatisch für ganz andere Lebensbereiche, in denen du gerne aufräumen würdest?

    Gute Vorsätze, wie mehr Sport zu treiben, entstehen meist nicht aus innerer Überzeugung oder dem Bedürfnis, sich mehr zu bewegen. Sie sind oft das Ergebnis dessen, was „man“ tun sollte, vernünftig wäre oder gesellschaftlichen Konventionen entspricht. Sprachlich zeigt sich das durch den Ausdruck „müssen“. Er signalisiert die Fremdbestimmung. Innerlich gehst du jedoch in den Widerstand und daher wird oft nichts aus den Vorsätzen.

    Die Formulierung „ich darf nicht“ ist sprachlich einfach eine Umkehrung von „ich muss“. Während „ich muss“ das Gebot ausdrückt, zeigt sich im „ich darf nicht“ das Verbot.

    Auch die Frage nach dem „immer zu spät kommen“ ist Ausdruck einer Fremdbestimmung. Dir ist es unangenehm, du wärst gerne pünktlich. Offenbar hast du den Eindruck, dem hilflos ausgeliefert zu sein. Ist das wirklich so?

    Du siehst also, wie dieser Glaubenssatz Handlungsfreiheit und Selbstbestimmung einschränkt.

    gestresste Frau am Telefon

    Stress als Folge des Glaubenssatzes ‚Ich darf nicht – ich muss‘

    In meinen Seminaren lasse ich eine Teilnehmerin eine Anzahl von 6 bis 7 Sätzen mit „müssen“ hintereinander vorlesen. Meist geht es darum, was die Person an diesem Tag oder am nächsten vorhat. Die Zuhörerinnen stöhnen oft schon beim Hören, äußern ihr Bedauern über das aufgezählte Pensum und nehmen den Druck wahr, den die Vorleserin vermittelt.

    Ich höre dann, dass die Teilnehmerinnen jeden Tag eine große Anzahl vergleichbarer Sätze sagen. Und ich höre den Dauerdruck, der damit verbunden ist. Lang andauernder Druck führt zu Stress, sich der Last ausgeliefert fühlen und kann krank machen.

    Wie die AOK anschaulich beschreibt, schwächt Dauerstress „… das Immunsystem, drosselt Wachstumsprozesse und kann die Funktion weiterer Prozesse im Körper beeinträchtigen.“ Von schlechtem Hautbild, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, beeinträchtigter Schlafqualität, Rückenschmerzen, sowie etlicher psychischer Symptome bis hin zu Erschöpfung und Burnout reichen die Folgen.

    Es ist also ein wichtiger Aspekt der Selbstfürsorge, dich selbst zu beobachten. Wie ist dein Gebrauch im Alltag dieser Sätze mit „ich muss“ und „ich darf nicht“?

    Die Macht der Sprache: Wie wir durch Worte Stress abbauen können

    Sei Souverän über deine Zeit schreibe ich in 3 Sprachtipps für mehr Souveränität. Dort kannst du auch nachlesen, warum ich Souverän hier großschreibe😉.

    Der innere Dialog

    Es geht darum, die Fremdbestimmung hinter dir zu lassen. Es ist deine Entscheidung, ob du aufstehen musst oder ob du mit Freude aufstehst. Ja, ich weiß, das ist gewöhnungsbedürftig. Deine Haltung macht den Unterschied. Ob du dich über den Duft des Kaffees am Morgen freust oder über die bunten Herbstblätter auf dem Weg an die Arbeit – entdecke die kleinen schönen Momente. Überlege dir vielleicht schon am Abend, worauf du dich am nächsten Vormittag freuen kannst. So entwickelst du allmählich eine Gewohnheit. Und dann wird das Aufstehen eines Tages Freude machen.

    Welche Sätze hast du bislang mit „müssen“ gesagt? Gelingt es dir, dafür selbst eine Änderung in deiner Haltung zu entwickeln? Schreib sie dir auf und erinnere dich täglich mit einem kleinen Hinweis, einem Spruch oder Bild daran.

    Formuliere selbstbestimmt

    Natürlich kommen uns leicht die Alternativen zu „ich muss“ in den Sinn: Formulierungen, die Freiraum und Möglichkeiten eröffnen, wie „ich darf“ und „ich wähle“. Manchmal sind sie sinnvoll. Ich persönlich bin damit zurückhaltend.

    Es klingt einfach merkwürdig, wenn ich sage „Ich darf jetzt noch schnell zum Einkaufen.“, „Ich darf jetzt die Steuererklärung machen.“ oder „Ich wähle, den Wäscheberg zu waschen.“

    In diesen Fällen ist es doch passender, einfach das tatsächliche Handeln zu benennen: „Ich gehe jetzt zum Einkaufen.“ oder „Ich mache jetzt die Steuererklärung.“

    Häufig nutzen wir „ich muss“ auch für etwas, das erst in der Zukunft stattfinden wird. Die Sätze lauten dann

    • „Ich muss nächste Woche die Einladungen verschicken.“
    • „Wir müssen übermorgen zu den Großeltern fahren.“

    Erst vor kurzem berichtete mir eine Teilnehmerin im Seminar, wie wenig Lust die Kinder immer auf Besuche bei den Großeltern hatten und welche Stimmung dort in Luft lag. Mich wunderte das nicht. Die Kinder spürten den Druck und die Fremdbestimmung.

    Hier ist es passend, die grammatikalische Zukunftsform zu nutzen. Das Futur I mit „werden“ schafft die zeitliche Distanz, nimmt die geplante Aktion aus dem Hier und Jetzt und kann dadurch Stress reduzieren. Die Sätze klingen dann so:

    • „Ich werde nächste Woche die Einladungen verschicken.“
    • „Wir werden übermorgen zu den Großeltern fahren.“

    Wie ich selbst einen solchen Satz jahrelang sagte und schließlich erfuhr, welche nachteilige Bedeutung ich noch mit transportierte, erfährst du in diesem Artikel: Diesen Satz in der Erziehung habe ich bereut: „Mach dich fertig, wir müssen los!“

    Sätze mit „ich wähle“ sind dann stimmig, wenn es um echte Wahlfreiheit geht.

    • „Ich wähle die Farben der neuen Vorhänge bewusst aus.“

    Sätze mit „ich darf“ passen, wenn ich jemandem von einer Erlaubnis erzähle, die ich bekommen habe.

    • „Ich darf zur Premiere kommen.“

    Übrigens:

    Viele Sätze mit „ich darf“, die du hörst oder liest sollen nur höflich klingen: „Ich darf Sie bitten …“. Das geht auch ohne, indem du klar formulierst: „Ich bitte Sie, …“

    Beobachte dich selbst. Welche Sätze und Formulierungen mit „ich muss“ und seinen Alternativen sagst du? Und beobachte andere Menschen. Wie wirken sie mit unterschiedlichen Formulierungen auf dich?

    Wie man den Glaubenssatz ‚Ich darf nicht – ich muss‘ auflöst

    Glaubenssätze sind lange verankert. Es wird auch eine zeitlang dauern, sie aufzulösen.

    1. An erster Stelle steht der Entschluss dazu. Es ist deine Entscheidung, ob und wie intensiv du dich mit dem Glaubenssatz „ich muss – ich darf nicht“ befasst.
    2. Begib dich auf Forschungsreise. Woher kommt dieser Glaubenssatz?
      Ob im stillen Kämmerlein mit Stift und Jounaling, ob mit der besten Freundin im Cafe, ob mit einem Coach beim „Walk and Talk“ – probiere unterschiedliche Strategien aus. Sie werden auch unterschiedliche Perspektiven und Ergebnisse bringen.
    3. Ergänzend kannst du mit Meditation oder den S-O-S Übungen deine Selbstfürsorge stärker in den Blick nehmen. Sie bereitet den Boden für dein persönliches Wachstum und die Entwicklung neuer Glaubenssätze.
    4. Etwas wegzulassen ist für das Gehirn oft schwieriger, als etwas neues hinzufügen. Das kannst du mit einem alternativen Gedankenmuster oder Glaubenssatz umgehen. Formuliere positive Affirmationen, die auf deine Situation passen. „Ich will, kann und werde … „
    5. Schließlich braucht es ein Einüben und die Entwicklung der Gewohnheit. Bilde dir dafür eine kleine Routine – ob morgens oder abends, im Kopf, mit dem Tagebuch oder mit einer App. Was ist deine Wahl?

    Fazit

    „Ich muss gar nichts.“ stimmt natürlich nur begrenzt. Du musst eines Tages sterben, wie alle Menschen. Du musst die Feuerwehr rufen, wenn es brennt und du musst auch etwas essen. Doch wie du zum Essen kommst, das ist deine Entscheidung. Du hast sie mit deiner Berufswahl, deinem Lebensentwurf und vielen weiteren Entscheidungen bis heute getroffen.

    Und dann heißt es, dazu zu stehen, das Beste daraus zu machen, das Heft des Handelns in der Hand zu halten, souverän zu bleiben oder wieder zu werden.

    Mit deiner Wahl der Ausdrucksweise kannst du immer frei entscheiden, wie du mit Aufgaben, Anforderungen oder Projekten umgehst. Damit hast du ein wichtiges Instrument zum Umgang mit Stress selbst in der Hand – äh, vielmehr im Mund. Du kannst mit Sprache dein Leben aktiv gestalten. Ich wünsche dir gutes Gelingen.

    Willst du deine Sprache konkreter in den Blick nehmen? Dann kann dich ein KommunikationsCoaching dabei begleiten.

  • 11 inspirierende Zitate über Kommunikation

    11 inspirierende Zitate über Kommunikation

    Gehörst du zu den Menschen, die sich zu Beginn einer Arbeitswoche eine Karte zur Inspiration ziehen oder auswählen? Da gibt es die 100 besten Motivationssprüche, die 50 stärksten Zitate fürs Business, zur Selbstverwirklichung und was weiß ich noch alles.

    Oft beginne ich meine Woche mit einer Sprachkarte von Mechthild von Scheurl-Defersdorf „Die Kraft der Sprache – 80 Karten für den alltäglichen Sprachgebrauch“. Warum ich die Lingva Eterna Sprachkarten liebe, habe ich einmal in einem Blogartikel beschrieben.

    Info Box – Leichte Sprache

    Ich sammle Sätze über das Thema Reden und Verstehen.
    Vielleicht magst du diese Sätze auch.

    Doch manchmal brauche ich auch etwas Neues und ich ergänze auch gern meine Newsletter um ein Zitat. So habe ich diese Sammlung begonnen:

    1. „Sprache übt eine verborgene Kraft aus, wie der Mond auf die Gezeiten.“
      Rita Mae Brown, amerikanische Schriftstellerin
    2. „Ein freundliches Wort kostet nichts, und dennoch ist es das Schönste aller Geschenke.“ 
      Daphne du Maurier, englische Schriftstellerin
    3. „Den Charakter eines Menschen kann man an den Adjektiven ablesen, die er gewöhnlich im Gespräch verwendet.“ 
      Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller
    4. „Man kann nicht nicht kommunizieren.“
      Paul Watzlawick, amerikanischer Kommunikationswissenschaftler
    5. „Der Mensch hat zwei Ohren und eine Zunge, damit er doppelt so viel hören kann, wie er spricht.“ 
      Epiktet, antiker Philosoph
    6. „Um effektiv zu kommunizieren, müssen wir begreifen, dass wir alle unterschiedlich sind in der Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und dieses Verständnis als Leitfaden für unsere Kommunikation mit anderen nutzen.“ 
      Tony Robbins, amerikanischer Autor und NLP-Trainer
    7. „Wenn Sie mit einem Menschen in einer Sprache sprechen, die er versteht, geht das zu seinem Kopf. Wenn Sie mit ihm in seiner Sprache sprechen, geht das zu seinem Herzen.“ 
      Nelson Mandela, südafrikanischer Politiker
    8. „Achtsamkeit kann uns dabei helfen, wieder zu kommunizieren, vor allem mit uns selbst.“ 
      Thich Nhat Hanh, vietnamesischer buddhistischer Mönch und Schriftsteller
    9. „Ein Vakuum, geschaffen durch fehlende Kommunikation, füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz und Gift.“ 
      Cyril Northcote Parkinson, britischer Historiker und Publizist
    10. Das gesprochene Wort ist ein Spatz. Einmal ausgesprochen, lässt es sich nicht mehr einfangen.“ 
      Russisches Sprichwort
    11. „Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte.“
      Heimito von Doderer, österreichischer Schriftsteller

    Schreib mir gern in die Kommentare, wofür du diese Zitate nutzt. Hast du noch weitere Zitate über Kommunikation, die du bemerkenswert findest und die Welt kennen sollte?


    PS:

    Kennst du diesen Moment? Du bist müde, gestresst, gerade noch mit drei anderen Dingen beschäftigt – und dann eskaliert irgendetwas. Und bevor du auch nur einen Gedanken fassen konntest, ist er draußen: der Satz, den du eigentlich nie sagen wolltest.

    Ich kenne das. Und ich glaube, die meisten Eltern – und pädagogischen Fachkräfte – kennen es auch.

    Genau darum lade ich dich herzlich zu meiner Blogparade ein.

    Das Thema: „Dieser eine Satz in der Erziehung, den ich bereut habe – und was ich heute stattdessen sage“

    Schreib deinen eigenen Blogartikel dazu. Teile deine Geschichte, deine Erfahrung, deinen Weg. Vielleicht war es ein Satz, der dir selbst als Kind gesagt wurde – und den du unbewusst weitergegeben hast. Vielleicht war es ein Moment der Erschöpfung. Oder eine alte Überzeugung, die sich einfach leiser und leiser verabschiedet hat.

    Diese Blogparade läuft bis Sonntag, 2. August 2026. Unter dem Link mit dem Thema findest du alle weiteren Informationen. Ich freue mich über deinen Beitrag.

  • Vom Main in die Pyrenäen

    Vom Main in die Pyrenäen

    Der Weg ist das Ziel. Mit dem Fahrrad von zu Hause 1600 km bis nach Andorra. Alle, denen ich unsere Urlaubspläne für dieses Jahr erzählt habe, reagierten fassungslos bis ungläubig. Na ja, nicht alle. Nur diejenigen, die nicht wussten, dass wir 2018 schon mit dem Rad ans Nordkap gefahren waren oder 2023 nach Schottland. Hier zeige ich dir ein paar Einblicke in mein Reisetagebuch.

    Dieser Artikel entstand als Beitrag zur Blogparade von Eva Helms. „Wir verlängern den Urlaub: Zeige dein Urlaubs – oder Reisetagebuch!“

    Warum wir mit dem Rad nach Andorra fuhren

    Unser Sohn Maximilian ist Mountainbike-Profi. Mit seinen 27 Jahren startet er dieses Jahr zum 11. Mal in Folge bei der MTB Weltmeisterschaft. So ergab es sich in den letzten Jahren, dass unser Sommerurlaubsziel fast jedes Jahr die Weltmeisterschaften waren. Ist doch klar – das ließen wir uns als stolze Eltern nicht entgehen.

    So kamen wir schon nach Norwegen, Australien, Kanada, Tschechien … und in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2015 nach Andorra.

    2015 waren wir noch geflogen und hatten einen Familienurlaub mit unserer Tochter in Barcelona und an der Costa Brava damit verknüpft. 2018 hatten wir im Rahmen einer dreimonatigen Auszeit jedoch das Reisen mit dem Rad für uns entdeckt.

    Das Reisen mit dem Rad ist ganz anders als mit dem Auto oder gar Flugzeug in ein anderes Land zu kommen. Der Urlaub beginnt bereits beim Losfahren und nicht erst beim Ankommen. Es ist ein wesentlich bewussteres wahrnehmen von Veränderungen auf der Strecke: Vegetation, Infrastruktur, Baustile, Wetter (Wind!) und natürlich Gelände.

    2023 war es uns gelungen, die Reise nach Schottland ausschließlich mit Rad, Zug, Flixbus und Fähre zu unternehmen. Für Andorra fanden wir keine Möglichkeit, mit Bus oder Zug und Rädern in akzeptabler Zeit zurückzufahren.

    Eine Lösung ergab sich jedoch: Der Teamchef unseres Sohnes konnte uns und die Räder mit dem Transporter nach Freiburg nehmen.

    Mein Reisetagebuch ist auf Polarsteps

    Im Frühsommer 2023 hatten wir über warmshowers eine Frau zu Gast, die ihre Reise mit Polarsteps dokumentierte. Das ist eine App, die das Reisetagebuch neu erfunden hat. Grafische Darstellung der Reiseroute, Bilder einfügen, Text ergänzen.

    Ich finde, das macht mir die Dokumentation sehr leicht. Man kann natürlich auch nachträglich noch etwas ergänzen oder verändern, ob Text oder Bild, oder auch nach einigen Tagen mehrere „Steps“ einfügen.

    Einen Account kann man privat teilen und so Familie und Freunden die Möglichkeit geben, die Reise zu verfolgen und auch zu kommentieren.

    Die App an sich ist kostenlos und bietet dafür an, die Reise am Ende als gedrucktes Travelbook zu gestalten. Das kostet dann natürlich etwas. Ich habe diese Option noch nicht genutzt, da ich jeweils ein Fotobuch vom ganzen Jahr erstelle.

    Es gibt noch einige weitere Funktionen, wie Reiseplanung oder Inspirationen von „öffentlich“ Reisenden lesen.

    Um meine Reise nachzulesen, brauchst du einen eigenen Account. Dann musst du bei mir anfragen, ob ich meine Reise mit dir teilen will.

    Schau dir einfach im App-Store alles an. Ich teile hier mal ein paar Screenshots.

    Screenshot von Polarsteps Account
    Screenshot von Polarsteps Reiseroute
    Screenshot eines

    Na, konnte ich dich neugierig machen?

  • So baue ich Stress ab

    So baue ich Stress ab

    Achtsam entspannt: Das ist meine Methode, Stress abzubauen. – So lautet das Thema der Blogparade von Birgit Buchmayer. Bei einer Blogparade schreiben verschiedene Autor:innen einen Artikel zum Thema. Das heißt, Menschen aus verschiedenen Fachgebieten, mit unterschiedlichen Erfahrungen und Wissen tragen etwas bei. Schau gerne bei Birgit auf der Website vorbei, denn da wirst du noch viele weitere Artikel und Tipps zum Thema Stressabbau finden.

    Vieles, das ich schon dort bei den anderen Artikeln entdeckt habe, praktiziere ich auch: Bewegung, Atemübungen, Meditation, Aufenthalt in der Natur, körperorientierte Achtsamkeitsübungen.

    Es ist hilfreich, genau hinzuschauen: Geht es um den Umgang mit einer akut stressigen Situation oder geht es um das Senken des eigenen Stresslevels z.B. nach einem stressigen Tag. Es ist wichtig, für beide Herausforderungen etwas zu kennen, das dir helfen kann.

    Im letzten Jahr habe ich die S-O-S Übungen von Kati Bohnet kennengelernt und mich viel mit dem Thema Nervensystem und Stressregulation befasst. Du kannst die S-O-S Übungen in akuten Stress-Situationen anwenden (bzw. Teile davon) oder regelmäßig als Selbstfürsorge. Dann kann dein Nervensystem lernen, sich auch in Akutsituation schneller wieder zu regulieren. Hier stelle ich dir die Übungen einmal in der Übersicht vor.

    gestresste Frau am Telefon
    Live am 28.04.25 – 24.09.25 – 26.11.25 oder nach Anmeldung 3 Tage als Aufzeichnung

    S-O-S Übungen

    Achtung: Die S-O-S Übungen ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Falls du dich überfordert fühlst oder während einer der Übungen unwohl fühlst, höre bitte damit auf und hole dir Unterstützung.

    1. Schmetterlingsumarmung: Überkreuze die Arme vor der Brust und tappe abwechselnd links und rechts.
    2. Umarme dich selbst.
    3. Schau dich um und zähle alle schönen Dinge.
    4. Atemübung auspusten: Atme bewusst lange aus, z.B. wie beim Pusteblume wegpusten.
    5. Knete deine Ohren.
    6. Mudra: Kleiner Schmetterling – eine Übung mit den Fingern
    7. Mudra: Fahrradlenker – noch eine Fingerübung
    8. Wahrnehmungsübung: Kopf – Herz – Bauch
    9. Wahrnehmungsübung: Atem
    10. Wahrnehmungsübung: Beobachte eine Körperstelle
    11. Stelle dir ein unterstützendes Wesen vor.

    Sieh dir gerne die komplette Übungsfolge als Video (von Kati) an oder komm in eines meiner Seminare.

    Wirkungsweise der S-O-S Übungen

    In stressigen Situationen steigt der Adrenalinspiegel oder, wenn der Stress über längere Zeit anhält, der Cortisolspiegel. Diese Stresshormone sicherten in früheren Zeiten das Überleben. Sie beschleunigten z.B. den Herzschlag und bereiteten den Körper auf Flucht oder Kampf vor. Nun ist das heute allerdings nicht immer angemessen.

    Der Streit mit der Kollegin wird ja nicht körperlich ausgetragen, der Rückzug aus dem sinnlosen Kampf mit der Chefin ebenso wenig. Folglich bleiben die Hormone zu lange im Körper, anstatt abgebaut zu werden. Gleichzeitig kreisen unsere Gedanken weiter um die vergangene Situation oder um die nächste vergleichbare Begegnung.

    Die S-O-S Übungen wirken an mehreren Stellen im Nervensystem:

    • Du spürst deinen Körper und kommst raus aus dem Gedankenkarussell.
    • Sie holen dich wieder ins Hier und Jetzt.
    • Du schaltest dein limbisches System wieder ein und nimmst wahr, was jetzt gerade um dich ist.
    • Dein Denkhirn nimmst du ebenso wieder in Betrieb und fokussierst es auf etwas so Einfaches wie Zählen.
    • Du aktivierst den Vagusnerv und senkst damit u.a. den Herzschlag und die Atemfrequenz.
    • Gleichzeitig verbesserst du deine Aufmerksamkeit und Wachheit.
    • Du verbindest deine beiden Gehirnhälften wieder miteinander.
    • Der Fokus auf die Atem- bzw. Körperwahrnehmung schafft eine tiefe Verbindung zu dir selbst.
    • Die Vorstellung eines unterstützenden Wesens verbindet dich mit deiner Kraft.
    • Schlussendlich hast du eine ganze Menge Stresshormone abgebaut.

    Wie ich die S-O-S Übungen anwende

    Das kommt darauf an.

    Zur Selbstfürsorge führe ich die Übungsfolge mindestens einmal in der Woche durch. Da ich schon nahezu täglich meditiere, oft in der Natur bin, regelmäßig Sport treibe und ich mir mein Leben zurzeit relativ stressfrei gestaltet habe, ist das für mich stimmig.

    Kati Bohnet spricht vom „Zähneputzen fürs Nervensystem“. Tägliches Üben ist durchaus eine gängige Möglichkeit, wenn du gerade viel Stress erlebst.

    Ich lasse Elemente der S-O-S Übungen in meiner Arbeit mit den Kindern einfließen (auch in Varianten), sowohl in akuten Stress-Situationen als auch vorbeugend.

    Ergänzend erinnere ich auch pädagogische Fachkräfte häufig an bereits vermittelte Übungen und ihren Nutzen. Manchmal ergibt sich auch die Gelegenheit, bekannte Spiele oder Lieder dahingehend zu nutzen, um Übungen einzubinden und so das allgemeine Stresslevel in einer Kita abzubauen. Stress in der Kita reduzieren, lautet übrigens der Titel eines weiteren Artikels mit vielen Tipps von mir.

    Na, willst du die S-O-S Übungen nun auch einmal ausprobieren?

  • Quartalsrückblick April bis Juni 2024

    Quartalsrückblick April bis Juni 2024

    Anfang April habe ich erstmals einen Quartalsrückblick geschrieben. Jetzt will ich wissen, wie der Blick zurück und der Blick nach vorne heute aussieht. Manches wird ja erst beim Schreiben deutlich. Ich nehme dich mit auf eine kleine Reise durch meine Monate April, Mai und Juni 2024.

    1. Der Blick zurück

    1.1 Darauf habe ich mich im zweiten Quartal gefreut

    Kinder malen
    Nach der Geschichte „Jona ist wütend“ (S-O-S Training bei Kindern) malen die Kinder ein Mandala
    • Ich habe einige schöne Reisen unternommen, mal kurz, mal etwas länger und dabei vielfältige Erlebnisse mit Familie und Freunden geteilt: Elbsandsteingebirge (Wandern), Tschechien (MTB-Rennen unterstützen und Familiengeschichte erforschen) und Altmühltal (selbst Mountainbiken).
    Heike Brandl auf Felsen
    Herrliche Aussicht im Elbsandsteingebirge
    Heike Brandl auf Tribüne im Stadion von Nove Mesto na Morave
    Beim MTB-Weltcup in Nove Mesto na Morave (Tschechien)
    Fabelwesen aus Draht ca. 3 m hoch auf dem Marktplatz, davor Thomas und Maximilian Brandl
    Thomas und Maximilian in Jablonec
    Heike Brandl beim Mountainbiken im Altmühltal - Gruppe und Aussicht übers Tal im Hintergrund
    Beim Mountainbiken im Altmühltal mit unserem Verein war es auch schön.
    • Gefreut habe ich mich außerdem über einige Besuche bei Freund:innen in Süddeutschland. Egal, ob wir uns kennen, seit wir 20 Jahre alt waren oder erst seit ein paar Jahren – es ist einfach immer wieder ein Vergnügen.
    Antonia Raczkowski und Heike Brandl vor Yburg in Stetten im Remstal
    Wandern mit Antonia im Remstal bei Stuttgart
    • Ich habe den Frühling zu Hause in vollen Zügen genossen.
    Mohnblüte

    1.2 Das habe ich Wichtiges erledigt

    • Die Kursplanung für den Herbst ist erledigt. Neben der VHS werde ich auch selbständig wieder einmal einen Online-Kurs anbieten.
    • Auch auf der Website habe ich eine neue Seite angelegt über mein Angebot als S-O-S Trainerin.
    • Ich habe eine virtuelle Kaffeekasse eingerichtet, auf der du mich auch unterstützen kannst, wenn du gerade keinen Kurs bei mir machen willst oder kannst. Du findest sie rechts in der Sidebar.
    • Die Suchmaschinen-Optimierung ist wohl ein Dauerthema. Immer wieder gibt es was zu verbessern. Ich merke, dass manche Artikel richtig gut laufen und meine Website auch gefunden wird.
    • Der „schwere Brocken“ Altlasten ist erledigt: 15 Diakästen aus den 90ern sind digitalisiert. Yippie – wir haben sehr gelacht beim Anschauen.

    1.3 Und was war mit meinen eigenen Interessen

    • Ich habe nach Abschluss meiner Fortbildung begonnen, mein Französisch wieder aufzupolieren. Schließlich wollen wir im August durch Frankreich radeln und mehr als einen Café au lait bestellen können.
    • Ich habe mich ziemlich intensiv mit dem Thema Naturgarten befasst. Schöne Quellen hierfür sind auf Youtube Markus Burkhard und die Datenbank NaturaDB (Hier findest du zu nahezu jeder Pflanze Informationen vom Standort bis zu ihren fliegenden Besuchern). Auch am Tag der offenen Gartentür war ich unterwegs und konnte einige Impulse für zu Hause mitnehmen.
    Naturgarten - prachtvolle Königskerze
    • Sport: Gehört für mich unbedingt dazu. Ich bin im zweiten Quartal 54 km gejoggt, 725 km MTB gefahren, schon 3 km geschwommen (war ja auch wenig Freibadwetter 😉) und zweimal mit dem Stand-up-Paddle auf dem Main gefahren. Yoga und Gymnastik ist eh klar …
    • Verbundenheit: Ich habe mir in meinem (handschriftlichen und privaten) Wochenrückblick immer noch ein paar Notizen gemacht, mit wem ich Verbundenheit erlebt habe.

    1.4 Diesen Belastungen bin ich offensiv begegnet

    • Beruflich gab es mit einigen Kindern herausfordernde Zeiten. Viele Kinder bringen ihre familiären Belastungen mit in die Kita und zeigen dort entsprechendes Verhalten. Hier galt es intensiv im Austausch mit den Eltern, den Erzieherinnen und weiteren Therapeuten hinzuschauen und Lösungen zu finden oder nach Möglichkeiten zum „Auffangen“ der Kinder Ausschau zu halten.
    • Unser Sohn hatte einen Unfall, den ich live im Fernsehen sah. Das war ein Schock. Letztendlich hat er sich den Kiefer gebrochen, wurde operiert und ist auf dem Weg der Genesung. Was habe ich akut in der Situation getan? Einige Telefonate geführt, Rad fahren gegangen (Adrenalin abbauen) und S-O-S Übungen gemacht. Mir halfen diese drei Dinge, den ersten Schreck nach dem Unfall zu verdauen.

    1.5 Das habe ich bewusst weggelassen

    • Beim Alkohol bin ich nach wie vor sehr zurückhaltend. Das ist ganz leicht.
    • Keine neue Kleidung kaufen: Das ist nicht ganz gelungen. Meine Trekkingschuhe und mein Bikini waren fällig.

    1.6 So sieht meine Zufriedenheitsskala aus

    Auf einer Skala von 1 bis 10 (mies bis sehr gut) bin ich Stand heute bei 8. Das ist gleich geblieben.

    2. Der Blick nach vorne

    2.1 Auf das freue ich mich in den nächsten drei Monaten

    • Einen wunderbaren Sommer mit Freunden, Festen, grillen, Sonne, SUP, Hängematte, Musik …
    • Eine Radreise durch Frankreich mit meinem Mann im August.
    • Die Hochzeit unseres Sohnes und seiner Freundin.
    • Die ersten Seminare im September.
    • Neustart mit den Kindern aus Frühförderung und Einzelintegration: Da keines in die Schule kommt, werden mir voraussichtlich alle erhalten bleiben.

    2.2 Das will ich Wichtiges erledigen

    • Eine geplante Fortbildung für eine Kita vorbereiten, da ich sie neu entwickeln bzw. zusammenstellen werde.
    • Die neuen Seminare vorbereiten.
    • Ich werde mit drei Personen Kontakt aufnehmen, die einen eigenen Podcast betreiben.

    2.3 Diesen meiner Interessen will ich nachgehen

    • Sport
    • Live-Musik hören
    • Französisch weiter lernen
    • Bloggen

    2.4 Folgenden schweren „Brocken“ will ich beseitigen

    • Papierloses Büro wieder in den Blick nehmen: Da gibt es so allerhand, was einfach in die Papiertonne wandern darf …

    2.5 Das will ich bewusst weglassen

    • Das bleibt bei: Keine neue Kleidung kaufen.
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner