Autor: Heike Brandl

  • Meine Bucketliste für das 1. Quartal 2025

    Meine Bucketliste für das 1. Quartal 2025

    Damit es wieder konkret wird, was ich vorhabe, mir vornehme und erleben will – hier kommt die Bucketliste für das 1. Quartal 2025! Nichts muss, alles kann – es soll schließlich kein zwanghaftes Abhaken werden. Im Gegenteil: es darf sogar Freude machen. Ich bin gespannt, was Realität wird.

    Orte, die ich besuchen will

    • Montafon (Skifahren) ✅ 
    • Fürth (Fortbildung) ✅ 
    • Rhön (Langlaufen oder Wandern) ❎
    • Künzelsau (Museum) ❎
    • Frankfurt ✅

    Menschen, die ich treffen will

    • meine Mastermind-Kollegin Korina Dielschneider, deren Artikel zum Bucketlisten-System mich hierzu inspiriert hat ✅
    • meine Schulfreundinnen von früher ❎
    • Freund:innen zu einem oder zwei Spieleabenden – immerhin einmal mit der Schwägerin

    Dinge oder Tools, die ich lernen will

    • zwei Fortbildungen Lingva Eterna ✅ 
    • Deep Ocean Persönlichkeitsmodell ✅ 
    • Französisch Lernstufe B1 beginnen und ein Drittel der Lektionen (also 20) durcharbeiten ❎
    • IT-Sicherheit optimieren ❎
    • Instagram-Zeit reduzieren (Meta nervt einfach nur noch) ✅ 

    Ziele und Themen, die ich mir für mein Business setze

    • Newsletter-Abonnent:innen um 13 % erhöhen ❎hier waren es 4 % mehr
    • Anzahl der Website-Besucher:innen um 13 % erhöhen ✅ hier waren es fantastische 50 % mehr
    • ich werde ein Webinar mit den S-O-S Übungen durchführen ✅ und anschließend ein dreiteiliges Seminar dazu ❎
    • geplante Seminare und Vorträge mit Erfolg durchführen ❎✅ – d.h. ich konnte nicht alle durchführen, die die stattfanden allerdings mit Erfolg
    • 10 Blogartikel schreiben ❎ – 6 schrieb ich
    • 6 Newsletter „Sprachnachrichten“ schreiben ✅ sogar 8
    gestresste Frau am Telefon
    Live am 28.04.25 – 24.09.25 – 26.11.25 oder nach Anmeldung 3 Tage als Aufzeichnung

    So will ich Winter und Vorfrühling genießen

    • Skiwochenende im Montafon (A) ✅ 
    • Langlaufen in der Rhön oder im Thüringer Wald, sobald genug Schnee liegt ❎das fiel mangels Schnee aus
    • 2 bis 3 Mal wöchentlich joggen (5 bis 10 km) – 20 x in 13 Wochen und insgesamt 120 km – ich finde, das gibt ✅ 
    • 2 bis 3 Mal wöchentlich spazieren gehen (2 bis 10 km) ✅ 
    • ab einer Temperatur von 8 Grad + wieder MTB fahren 1 bis 2 Mal wöchentlich (20 bis 40 km) ✅ seit 23.02.25 wieder 294 km
    • Für das Gemüsebeet planen, einkaufen, säen und pflanzen ✅ 
    • die ersten Wildkräuter ernten ❎

    Was bisher in keine Kategorie passte

    • Kinofilme, die ich sehen will:
      „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ ❎
      „The Joker“ ✅ 
      „Wunderschöner“ ✅ 
    • Kulturelle Veranstaltungen, die ich besuchen will:
      Theater Spessartgrotte in Langenprozelten ✅ 
      Museum Würth in Künzelsau ❎
      Konzert Trio Tihai (Weltmusik und Jazz) in Lohr ✅ 
    • Bücher, die ich lesen will:
      Antonio Damasio „Wie wir denken, wie wir fühlen“ ✅ 
      Alexander Hartmann & Vanessa Buchner „Deep Ocean“✅ 
      Croos-Müller „Bleib cool“ ✅ 
      Karr-Meng „Achtsam Stress bewältigen in meinem Kita-Alltag“ ✅ 
      Zsuzsa Bánk „Helle Tage“ ✅ 
      Wim Hof „Die Wim-Hof-Methode“ ✅ 
      Patrick McKeown „Atme und heile dich selbst“ ✅ 
      Mathias Thimm „Bjarne und der Minister für Sicherheit“
      Mechthild von Scheurl-Defersdorf „Die Kraft der Sprache im Beruf“ (hier habe ich dazu eine Rezension geschrieben)
    • Gesundheitsfokus
      Januar: #dryjanuary ✅ 
      Februar: #yinyoga – geändert in #atem ✅ 
      März: #zuckerfrei ❎
    • Aus dem Angebot der Helpers Circle Community werde ich an der aktuellen Workshop-Reihe „Lets talk about Blitze und Diamanten“ (Selbsterfahrung) teilnehmen ✅
  • Jahresmotto 2025: Fokus setzt Grenzen – und öffnet Horizonte

    Jahresmotto 2025: Fokus setzt Grenzen – und öffnet Horizonte

    Wieder stelle ich dem neuen Jahr ein Motto voran. Diesmal lautet es „Fokus setzt Grenzen – und öffnet Horizonte.“ Meine Erfahrungen mit Jahresmottos in den letzten Jahren waren positiv. Ich habe immer wieder meinen Blick auf Ereignisse oder eigenes Verhalten daraufhin ausgerichtet. Mir war das stets aufs Neue hilfreich und orientierend.

    Warum habe ich dieses Motto gewählt? Zunächst stand da das Wort „Fokus“ im Raum, wie ein Zettel aus dem Glückskeks. Mit dem Blick auf das Ende meiner heilpädagogischen direkten Arbeit mit Kindern schien das auch nahezuliegen. Ich werde mich im Herbst auf andere Arbeitsschwerpunkte fokussieren.

    Und dann habe ich getüftelt und Wörter hin und her gepuzzelt, ChatGPT befragt und nochmal gepuzzelt – et voilá: Da war das neue Motto.

    Die Bedeutung des Mottos

    Fokus bedeutet für mich eine Zentrierung, den Scheinwerfer auf etwas richten, besonders in den Blick nehmen, im Mittelpunkt des Interesses stehen.

    Egal ob es um eine Aufgabe, einen Menschen, ein Thema geht – den Fokus auf etwas zu richten bedeutet auch immer, dass anderes gewissermaßen außerhalb des Scheinwerfers bleibt. Unbeachtet, außen vor gelassen, ein Nebenschauplatz. Es ist eine bewusste Entscheidung, sich auf das eine zu konzentrieren und das andere zu ignorieren.

    Oft ist das hilfreich – Multitasking halte ich ohnehin für einen Fehler. Indem ich „ja“ zum einen Thema sage, sage ich „nein“ zum anderen. Das ist klar und eindeutig für alle Beteiligten und ich schütze mich vor Überforderung und andere vor falschen Erwartungen.

    Ist die Grenze erstmal gesetzt, ergeben sich dabei oft völlig unerwartete Horizonte. Einige Beispiele, die ich mir vorstellen kann:

    • Ich nehme keine neuen heilpädagogischen Aufträge direkt am Kind an.
    • Ich brauche weder im Bereich Fortbildung noch Fachliteratur weiter in diesem Bereich Zeit zu investieren.
    • Dadurch gewinne ich Zeit, mich mit neuen Themen zu befassen.
    • Der Fokus auf ein Gesundheitsthema im Monat bedeutet eine Erleichterung. Wer kann schon gleichzeitig auf Alkohol, Süßigkeiten u.a. verzichten und extra auf Rohkost und zusätzliche Bewegung achten. Eines nach dem anderen …
    • Auch bei Sachthemen, die mich interessieren, hilft der Fokus. Ich bin an so unterschiedlichen Themenbereichen interessiert, dass ich mich manchmal verzettle. Weniger Ablenkung zuzulassen bedeutet tiefere Erkenntnisse, bessere Verankerung und leichtere Umsetzung.

    Berufliche Wirkung

    Fokus in der Heilpädagogik

    Die Frage „Was ist wirklich wichtig für dieses Kind?“ wird uns in den bevorstehenden Gesprächen eine gute Richtschnur sein.

    In den nächsten Monaten werde ich mich nochmal gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der von mir betreuten Kinder, ihrer Eltern und Erzieherinnen fokussieren. Dieses bewusste „sich einlassen“ wird mit Sicherheit zur Stärkung von Beziehungen führen und damit zu guten, nachhaltigen Ergebnissen.

    Meine Grenzen in Arbeitszeit und Kapazität zu wahren, gelingt mir seit vielen Jahren recht gut. Vier Kitas waren für mich stets das Limit – die Anzahl an Menschen, mit denen ich dann zu tun habe, sind ausreichend für mich. Ein anderes zeitliches Limit war schon immer: „Es ist Abend. Für heute ist es genug.“ Ich bin keine „Eule“, die bis in die Puppen arbeiten will und kann.

    Das hat auch viel mit Selbstfürsorge zu tun. Ich brauche am Abend den Abstand von meinen beruflichen Themen, um am nächsten Tag wieder frisch für sie zu sein. Dann kann ich beispielsweise gelassen und souverän mit den täglichen Herausforderungen in den Kitas umgehen.

    Fokus als Trainerin und Coach

    Bis zu den Sommerferien werde ich keine zusätzlichen Aufträge akquirieren. Einige Seminare und Workshops sind bereits gebucht und diese werden daher auf alle Fälle stattfinden. Und natürlich werde ich gründlich vorbereiten. Mein Ziel ist es außerdem, dass auch an den Volkshochschulen alle geplanten Vorträge und Kurse stattfinden werden. Dafür werde ich mich einsetzen.

    Bei meinen eigenen Fortbildungen und Fachliteratur werde ich auf die bereits vorhandenen Schwerpunktthemen Kommunikation und Stressregulation setzen. Dadurch kann ich sie weiter vertiefen und meine Kompetenzen erweitern.

    gestresste Frau am Telefon

    Fokus im Business

    Ich werde nach den Sommerferien auf der Website einige neue Schwerpunkte setzen im Hinblick auf mein Angebot, einiges aussortieren und umstrukturieren. Neu fokussieren eben.

    Einige Ideen sammeln sich schon in meinem Kopf und in der Notizen-App, um die gewonnene Zeit im Herbst neu zu füllen. Ich will beispielsweise eine neue Blogparade aufsetzen, Interviews in verschiedenen Podcasts geben und Kooperationen entwickeln.

    Wirkung im privaten Bereich

    Dem letzten Jahr stand bei mir das Motto „Fokus Verbundenheit“ voran. Nun habe ich mir vorgenommen, gerade im Bereich Beziehungen nochmal aktiver Verbundenheit zu gestalten. Zeit mit Familie und Freunden bewusst zu verbringen, ist für mich wichtig.

    Nach meiner langjährigen Ehrenamtstätigkeit im Kirchenvorstand habe ich mir gewissermaßen ein Karenzjahr auferlegt. Ich habe einige Ideen, wo die Richtung hingehen könnte. Das ist mir gerade alles noch zu vage und ich lasse es noch reifen. Auch das kann Fokus bedeuten.

    In Bezug auf mich selbst lenke ich den Fokus auf bewährte Strategien zur Selbstfürsorge: Sauerstoff und Bewegung, egal was immer gerade möglich ist. Das brauche ich einfach jeden Tag, andernfalls werde ich zappelig, unleidlich oder bekomme Rückenschmerzen. Da es mir ein inneres Bedürfnis ist, sollte das leicht umzusetzen sein. Sicher werde ich dabei auf Reisen auch neue Horizonte öffnen, unbekannte Wege erwandern oder per Fahrrad entdecken.

    Außerdem bewährt und stets verfügbar: die S-O-S Übungen zur Selbstfürsorge. Ich kann die Übungen mittlerweile wie im Schlaf. Gleichwohl ergibt sich aus dieser Automatisierung auch eine Sicherheit, die Tiefe ermöglicht. Auch das kann ein neuer Horizont sein.

    Im Bereich Freizeit und Hobby habe ich kein Bedürfnis nach Neuem. Ich bin vielfältig aktiv und das ist genug.

    Praktische Umsetzung: Wie ich Fokus und Horizonte im Alltag lebe

    • Prioritäten setzen
      Mit Kalender und Trello-Boards habe ich klare Strukturen und kann sehen, wo Zeitfenster sind, wann welche Prioritäten notwendig sind und was „heute“ dran ist. Mehr brauche ich dazu nicht.
    • Grenzen klar kommunizieren
      Spontan fallen mir dazu drei Dinge ein:
      – Ein „Nein.“ ist ein vollständiger Satz. Ausnahmsweise, im Hinblick auf Satzbau 😉
      – Ich kann das Bedürfnis der anderen Person in eigenen Worten wiederholen und ergänzen „Mein Fokus liegt zurzeit woanders.“
      – Dieser Punkt ruft förmlich nach einem eigenen Blogartikel.
    • Fokus-Rituale etablieren
      Morgenroutine, Achtsamkeitsübungen, digitales Detox ab 21 Uhr. Hilft alles. Wochenabschluss mit Rückblick und Planung für die nächste Woche gehört schon zu meinen Routinen. Quartalsplanung und Rückblick habe ich 2024 noch unregelmäßig gemacht. Das werde ich noch etablieren.
    • Horizonte bewusst erweitern
      Gezielte Lern- und Weiterentwicklungsprojekte (z. B. ein neues Buch pro Monat oder ein Workshop). Konkret werde ich das in der Quartalsplanung benennen.

    Rückblick und Reflexion: Wie das Motto 2025 prägen soll

    Diese Fragen werde ich mir am Ende des Jahres stellen, um das Motto zu reflektieren?

    • Wo konnte ich durch Fokus Klarheit und Ruhe finden?
    • Welche Grenzen haben mich geschützt?
    • Welche neuen Horizonte haben sich für mich oder andere eröffnet?

    Und was ist dein Fokus für 2025? Oder hast du noch Inspirationen, um mein Motto anders zu betrachten?

  • Jahresrückblick 2024 – Fokus Verbundenheit

    Jahresrückblick 2024 – Fokus Verbundenheit

    Fin d´année. Jahresende. Zeit für den Jahresrückblick 2024. Mein ganz persönlicher Rückblick auf Erlebnisse und Ereignisse. Ich blicke in Reflexion und Bildern auf meine Erfahrungen und sehe voller Zuversicht und Vorfreude auf das Jahr 2025.

    Zum vierten Mal schreibe ich nun einen Jahresrückblick hier im Blog. Dabei stelle ich neben den Titel nochmal das Jahresmotto. So betrachte ich das Jahr auch nochmal unter dem Aspekt: War das ein stimmiges Motto? Ist es mir gelungen, es umzusetzen?

    Verbundenheit fand für mich vor allen Dingen in bewusster Wahrnehmung und Reflexion statt. Es ging erstmal darum zu spüren „Was alles ist Verbundenheit? Mit wem oder wo nehme ich sie wahr?“ Ich merkte im Laufe des Jahres, wie ich dafür sensibler wurde.

    Auch zum vierten Mal erstelle ich den Jahresrückblick in der großen Blogger-Community von Judith Peters. Ich sage „Herzlichen Dank“ für die Impulse und alles Lernen über die Jahre.

    Meine Themen und Highlights in 2024

    Mein heilpädagogischer Jahresrückblick 2024

    Anfang 2024 startete ich voll ausgelastet mit Kindern in der Einzelintegration in vier Kitas. Dazu kam noch ein Kind in der Frühförderung in meiner Praxis. Teilweise war viel Vorbereitung erforderlich, teilweise intensive Gespräche in Kita und mit den Eltern. Im Herbst dauerte es noch bei zweien, bis die Verlängerungen endlich genehmigt waren, doch dann ging es ebenso zeitintensiv weiter.

    Befriedigend ist es, wenn sich die Kontinuität der heilpädagogischen Arbeit in Entwicklungsfortschritten bei den Kindern zeigt und wenn Gespräche nachhaltiges Verständnis bei Kita-Fachkräften und Eltern bewirken.

    Auch in diesem Jahr lehnte ich einige weitere Anfragen ab. Klingt vielleicht nicht sofort verständlich, denn die reine Zeit ist es nicht. Mehr als vier Kitas schaffe ich aber logistisch nicht an den Vormittagen. Termine in Kitas am Nachmittag sind ungünstig, da die Konzentrationsfähigkeit der Kinder stark nachlässt und die Abläufe Kleingruppenarbeit erschweren. Außerdem brauche auch noch Zeit für meine anderen Projekte.

    Junge springt von Kletterwand in einen Berg aus Matten
    Action im Turnraum – so konnte ich die Kids immer begeistern
    Kinder bei einer Übung zur Körperwahrnehmung
    Hier gehts um Körperwahrnehmung, Feinmotorik, umsetzen von Aufgaben, Geduld …

    Trainings und Coachings 2024

    2024 gab ich wenige Coachings, VHS-Kurse, Kommunikationstrainings und Fortbildungen in Kitas oder anderswo. Ein wesentlicher Grund dafür war die Zeit. Zum einen war ich mit der Heilpädagogik so ausgelastet, zum anderen war meine eigene Weiterbildung als S-O-S Trainerin zeitintensiv. Insgesamt war dadurch auch wenig Zeit für Marketing für eigene Kurse übrig. So fielen sowohl einige VHS Seminare als auch mein geplanter Online-Kurs mangels Teilnehmerinnen aus.

    Heike Brandl bei einem Workshop
    Workshop an den Frauengesundheitstagen des Landkreises Main-Spessart an der VHS Marktheidenfeld
    Heike Brandl bei einer Fortbildung
    In der Kita-Fortbildung ging es um Nervensystem-Wissen

    S-O-S Training – Weiterbildung und erste eigene Kursangebote

    Unzählige Stunden in Online-Seminaren, Lektüre von Fachliteratur, im Austausch mit der Übungsgruppe – meine Weiterbildung zur S-O-S Trainerin nach Kati Bohnet brachte mir neues Wissen über das Nervensystem, über emotionale erste Hilfe und Stressregulation.

    Siegel zertifizierte S-O-S Trainerin

    Eine tiefe Verbundenheit entstand zu meinen Übungspartnerinnen Sylke und Sonja. Wir lernten gemeinsam, erprobten die Übungen und hatten Teil an emotionalen Höhen und Tiefen im Leben.

    Nach dem Abschluss im Mai 2024 führte ich in ein paar Kitas einige Elemente daraus ein, durfte in einer Kita bereits eine ausführliche Fortbildung dazu halten und in einem VHS-Workshop den Teilnehmerinnen die Übungen vorstellen. Das war motivierend, vielversprechend und machte Lust auf mehr. Mir machte es auch Spaß, das Thema im Blog zu vertiefen und mit meinem anderen Herzensthema Kommunikation zu verknüpfen.

    Kinder malen
    Nach der Geschichte „Jona ist wütend“ malen die Kinder ein Mandala

    Familie und Gesundheit

    Das Jahr begann mit einem leichten Herzinfarkt meines Mannes, der zum Glück gut behandelt werden konnte und insoweit gut überstanden ist. Doch schwingt es immer wieder mit: Das Leben findet im Hier und Jetzt statt. Das Bewusstsein für die Endlichkeit unseres Lebens ist gewachsen. Wir genießen, glaube ich, intensiver und setzen die Dinge um, die uns Freude bereiten.

    Ein wichtiges Ereignis war die Hochzeit unseres Sohnes mit seiner langjährigen Freundin im September. Sie feierten bei herrlichem Spätsommerwetter ein wunderbares Fest und wir freuten uns, die beiden so glücklich zu erleben.

    Hochzeitspaar in Gartenrestaurant
    Unser Hochzeitspaar Maximilian und Lynn
    Frauen auf Fest
    Meine Tochter meinte, ich brauche nicht dazuschreiben, wer das sei …

    Meine Reisen 2024

    Frau vor Kunstobjekt
    In Weimar besuchten wir mit Freunden das Bauhaus-Museum – das fand ich hochinteressant
    Frau sitzt auf Felsen
    Klettern und Wandern in der Sächsischen Schweiz mit einer Freundin – wir hatten jede Menge Spaß
    Maximilian Brandl bei MTB-Rennen
    Maximilian beim Weltcup-Rennen in Nove Mesto na Morave (CZ) – am Ende erreichte er Platz 25
    Mann und Frau mit Radkleidung auf einem Aussichtspunkt
    In Tschechien radelten Thomas und ich auf den Berg Jested und freuten uns, das vor dem Regen geschafft zu haben.
    Kunstobjekt und zwei Männer
    Thomas und Maximilian in Jablonec (CZ). Das Objekt hieß übrigens „Mischling“
    Frau mit Rad auf der Brücke vor dem Wormser Stadttor
    Auf dem Weg nach Andorra: Hier gehts erstmal nach Worms
    Mann und Frau mit Fahrrad vor Infotafel am Radweg
    Radwandern in Frankreich: gute Radwege, viel entlang der Kanäle. Nur die Verpflegung wollte gut geplant sein .. Cafes und Supermärkte waren rar
    Olympische Ringe und Maskottchen auf Schaufenster eines Bestattungsinstituts
    Selbst auf dem Schaufenster eines Bestattungsinstituts fanden sich die Olympischen Ringe und das Maskottchen der Spiele
    Frau sitzt an einem Becken mit Wasser in Ax-les-Thermes
    Heißes Fußbad bei 30 Grad in Ax-les-Thermes – überraschend entspannend

    Weitere schöne und besondere Momente in 2024

    • Wie jedes Jahr hatten wir einige radreisende Gäste über die Organisation Warmshowers.
    • April in München: Im Zirkus-Krone-Bau hörten Thomas und ich einen Talk zwischen Eckard von Hirschhausen und dem Moderator Thorsten Otto.
    • Mehrfach war ich in Würzburg zu tollen Kulturveranstaltungen und machte leider keine Bilder: die Maestro-Impro-Theatervorstellung, die Nacht der offenen Museen im Kulturspeicher und „Der Meister und Margarita“ am Theater Neunerplatz.
    Zwei Frauen beim Wandern
    Ich besuchte ein Wochenende meine Freundin Antonia in Esslingen und wir unternahmen eine herrliche Wanderung im Remstal.
    Open Air Konzert
    Live auf der Scherenburg in Gemünden – Hannah Silberbach und Band
    Frau vor Infotafel
    Beim Familientreffen in Nördlingen liefen wir an meiner früheren Schule vorbei. Hier hatte ich die Ausbildung zur Erzieherin absolviert.
    Frau mit Weinglas bei Weinbergwanderung
    Genuss bei einer Weinprobe mit Weinbergswanderung
    Freiburg Augustinermuseum - Blick von der Galerie auf plastische Figuren
    Regenprogramm beim Besuch in Freiburg: Im Augustinermuseum gibt es imposante Architektur und Objekte
    Weihnachtskonzert
    Stimmungsvolles Jahresschlusskonzert in der Kirche in Marktheidenfeld

    Mein 2024-Fazit

    Worauf bin ich 2024 stolz?

    • Wir strichen gleich zum Jahreswechsel die Wohnetage frisch und sortierten dabei einiges aus. Das gab das Gefühl von gutem Neuanfang.
    • Mit fast allen Kindern in der Heilpädagogik ging es richtig gut vorwärts in der Entwicklung.
    • Meine Website hatte eine Performance-Verbesserung von über 80 % im Vergleich zum Vorjahr. Ich wurde wegen eines Blogartikels über Co-Regulation für eine Online-Fortbildung im nächsten Jahr gebucht.
    • Ich bin mit dem Fahrrad von zu Hause durch ganz Frankreich bis Andorra geradelt: Vom Main in die Pryrenäen
    • Dafür wollte ich mein Französisch aufpeppen und lernte sehr regelmäßig mit einer App. Für die Alltagsgespräche bin ich wirklich gut zurechtgekommen. Auch danach blieb ich noch dran am Lernen, wenn auch unregelmäßiger. Je suis fier! (= Ich bin stolz.)

    Was war die beste Entscheidung, die ich 2024 getroffen habe?

    • Meine Aufgaben-Planung für die Woche, meine Content-Planung und meine Projektplanung über das Jahr habe ich mit 2024 erstmals mit Trello erstellt. Daher habe ich viel mehr Struktur gewonnen, gleichzeitig Dokumentation erstellt und eine hervorragende Übersicht. Der Dank dafür gebührt Claudia Kauscheder, die den Kurs dazu anbot.
    • Die Kombination von Stressregulation und Kommunikationstraining ist eine vielversprechende Option für Fortbildungen für Kitas.

    Was habe ich 2024 über mich selbst gelernt?

    • Mein Jahresmotto „Fokus Verbundenheit“ begleitete mich stets im Hintergrund. Immer wieder reflektierte ich, wo und mit wem die Woche über ich Verbundenheit wahrgenommen hatte und wo dies schwierig gewesen war. Im kollegialen Miteinander, in einem intensiven Gespräch, aber auch in der Natur mit mir allein nahm ich diese Verbundenheit wahr. Sie ist mir wertvoll geworden und ich werde sie auch im kommenden Jahr im Blick bewahren.
    • In meinem Jahresrückblick 2023 schrieb ich, Weiterbildung bedeute für mich auch immer persönliche Weiterentwicklung. So ging es mir auch in diesem Jahr mit der Weiterbildung zur S-O-S Trainerin. Ich lernte mich und mein Nervensystem noch ein Stück besser kennen, konnte eigene Verhaltensweisen (aus der Vergangenheit und in aktuellen Situationen) nachvollziehen. Die Reflexion ermöglichte dann auch das Ausprobieren neuer Wege.
    • Ich wandere gern. Mein Mann weniger, außerdem war er allein noch einige Male länger unterwegs. So nutzte ich diese Wochenenden öfter mal, um allein irgendwo in der Nähe wandern zu gehen. Und ich genoß es. Meine Tour, Tempo, mein innehalten, meine Pause. Das darf auch 2025 so sein.
    Alte Mühle mit Bach
    Herbstliche Idylle beim allein Wandern im Spessart

    Welche wichtigen Lektionen hat mir 2024 mitgegeben?

    • Gesundheit ist ein fragiles Gut. Krankheit oder Verletzung kann jeden treffen, sie kommen überraschend und wir haben nicht immer Einfluss auf Behandlung, Verlauf oder Genesung. Ich gehe daher achtsam mit ihr um, prüfe Risiken und wäge ab, ohne mich von Sorgen einschränken zu lassen.
    • Die Demokratie ist in Gefahr. Das Erstarken der rechtsextremen Parteien in Deutschland, Europa und darüberhinaus bereitet mir echte Sorgen. Ich versuche, mit Haltung und Klarheit dem zu begegnen
    Heike Brandl mit Freundin auf Kundgebung Main-Spessart ist bunt
    Mit meiner Freundin Katharina in Karlstadt: Gegen Rechtsextremismus und für Demokratie eintreten

    Wofür bin ich 2024 besonders dankbar?

    • Verbundenheit Familie: Herausforderungen gibt es in jeder Familie. Mir war es ein Anliegen, die Bindungen zu stärken, Wert auf Nähe, gemeinsame Aktivitäten und offene Kommunikation zu legen.
    • Reisen: Mir ist das Privileg sehr bewusst, die Zeit und die finanziellen Möglichkeiten für unsere Reisen zu haben. Ich schätze die Bewegung in der Natur und das tiefe Erleben im Augenblick.
    • Das Jahr 2024 begann mit Verletzungen und Krankheiten. Umso mehr bin ich dankbar, dass die ganze Familie zum Jahresende gesund ist. Akute Infekte zählen nicht …

    Was waren meine größten Herausforderungen in 2024?

    • Immer wieder war ich durchaus frustriert, dass meine Kursangebote an VHS oder auch der selbst angebotene Online-Kurs mangels Teilnehmerinnen nicht stattfanden. Schließlich hatte ich Zeit und Energie in die Vorbereitung gesteckt. Gleichwohl war es manchmal eine Erleichterung, einen Termin weniger zu haben. In diesem Zwiespalt fand ich eine positive Sicht darauf: Mit meinem Angebot kann ich zeigen, was es bei mir gibt. Ich bin zuversichtlich, dass sich Menschen bei Bedarf daran erinnern und auf mich zurückkommen.
    • Das Marketing einer „One-Woman-Show“ ist eine stetige Herausforderung. Wie oft dachte ich mir, „eigentlich müsstest du jetzt für den Kurs x etwas posten“ und hatte dann noch was für die Heilpädagogik vorzubereiten, Rechnungen zu schreiben oder war lieber mit meinem Mann eine Runde radfahren. Die Konsequenz daraus: Pinterest sein lassen, Schwerpunkt Blog und Newsletter. 2025 eine neue Struktur entwickeln.
    • Mit den braunen Nacktschnecken in meinem Garten war es irgendwie wie mit den Rechtspopulisten: gegen sie ist kein Kraut gewachsen und was immer mir gegen sie einfiel, es war kaum wirksam. Konsequenz: Vielfalt fördern, Lebensraum für andere Tiere schaffen, Pflanzen auswählen, die die Schnecken nicht mögen. Grün ist die Hoffnung!
    Tigerschnegel auf Stein
    Schneckenalarm – aber das sind die Guten. Tigerschnegel fressen wohl die Gelege der Nacktschnecken.

    Was ist 2024 richtig gut gelaufen?

    Was lasse ich im Jahr 2024 zurück und nehme es nicht mit in 2025?

    • Mein Ehrenamt im Kirchenvorstand ging nach 12 Jahren im Oktober zu Ende. Ich hatte viele schöne Erlebnisse, Begegnungen und Projekte. Alles hat seine Zeit, sodass ich nicht länger kandidierte.
    • Pinterest-Marketing: Das fraß unfassbar viel Zeit und es kam nichts dabei heraus.

    Meine liebsten eigenen Blogartikel des Jahres 2024

    Mein 2024 in Zahlen

    • Webseiten-Besucher: 26.131 bei 30.792 Seitenaufrufen (2023: 13.800 bei 16.600 Seitenaufrufen)
    • Blogartikel veröffentlicht: 26 (2023: 31)
    • Höhe der Domain Authority 12 bei 315 Backlinks (2023: 10/206)
    • Anzahl Newsletter-Abonnenten: 328 bei 23 versendeten Ausgaben (2023: 213/25)
    • Google Klicks über Suche: 13.374 – Impressionen insgesamt: 623.499
    • Instagram-Follower: 368 (2023: 347)
    • Facebook-Fans: 268 (2023: 270)
    • LinkedIn-Follower: 218 (2023: 169)
    • Fahrrad-Km: 3543 (2023: 3588) – ohne die „Ich fahr mal kurz in die Stadt …“-Kilometer 😉
    • Lauf-Km: 266 (2023: 188)

    Mein Ausblick auf 2025

    Was ich 2025 anders machen werde

    Im Juli werde ich meine heilpädagogische Tätigkeit beenden. Ich wünsche mir weniger regelmäßige Verpflichtungen und mehr Freiheit für Projekte und Reisen.

    Erstmals seit Jahren wollen wir im August zu Hause bleiben und den Sommer hier genießen. Stattdessen wollen wir dann im Herbst erst in die Berge und später in den sonnigen Süden reisen.

    Frau vor sommerlichem Feld
    Radtour im Spessart – herrlich im Sommer

    Diese Abenteuer werde ich 2025 erleben

    • Slowenien
    • Schweiz
    • Sardinien

    Diese großen Projekte werde ich 2025 angehen

    • Übergang vom Arbeitsschwerpunkt Heilpädagogik zum Arbeitsschwerpunkt Seminar/Training/Coaching

    So kannst du 2025 mit mir zusammenarbeiten

    Meine 7 Ziele für 2025

    • Weiter geht es mit dem papierlosen Büro! Informieren, vertiefen, ordnen, vorbereiten für Projektarbeit auf Reisen.
    • Gesund bleiben. Viel Bewegung und frische Luft wie üblich mit Yoga, Joggen, Biken, Wandern, SUP … Außerdem will ich YinYoga kennenlernen und wieder Handstand üben. Dry January, zuckerfreier Februar – ich glaube, ich werde jedem Monat einen gesundheitlichen Schwerpunkt geben.
    • Verbundenheit gestalten. Mein Jahresthema 2024 soll aus der Phase von Reflexion in die Aktion kommen. Um das auszuführen, werde ich einen eigenen Blogartikel schreiben.
    • Performance verbessern: Anzahl der Webseitenbesucher und Newsletterabonnentinnen nochmal um 50 % steigern.
    • Ich werde eine eigene Blogparade starten.
    • Der Abschluss meiner heilpädagogischen Tätigkeit bedeutet natürlich pädagogische Abschlüsse, jedoch auch allerhand an bürokratischen Arbeiten. Änderungen auf der Website und vieles an Material auszusortieren werden folgen.
    • Und Action: Alle meine geplanten Seminare werden stattfinden!
    • Mein Motto für 2025 heißt:  Fokus setzt Grenzen – und öffnet Horizonte.
  • Interview mit einer Kita-Leiterin zum Umgang mit Stress

    Interview mit einer Kita-Leiterin zum Umgang mit Stress

    „Susanne, wie schaffst du es, gelassen durch den Kita-Alltag zu kommen?“

    Diese Frage stand als Leitthema über meinem Interview mit Kita-Leiterin Susanne Schmitt.

    Durch meine Weiterbildung zum Thema Nervensystem und Stressregulation und meine Arbeit als Integrationsfachkraft in verschiedenen Kindertagesstätten habe ich mich intensiv mit dem Thema Stressregulation in der Kita intensiv befasst. Im Kita-Bereich erlebe ich häufig gestresstes Personal, was sich natürlich auch auf die Kinder und die Kommunikation mit den Eltern und Kolleginnen auswirkt.

    Statt nach den Gründen für den Stress zu suchen, fragte ich nun umgekehrt, lösungsorientiert. Eine Kita, in der mir der Stresspegel niedriger erscheint, ist der Waldkindergarten in Lohr. Die Leiterin, Susanne Schmitt, strahlt für mich diese Haltung der Souveränität und Gelassenheit aus, die das möglich macht. Daher bat ich Susanne um dieses Interview.

    Welche Strategien oder Routinen hast du entwickelt, um Stress im Kita-Alltag zu bewältigen?

    Eine gute Vorbereitung ist mir wichtig. Das heißt, vor Teamsitzungen die Tagesordnungspunkte klar strukturieren und bei Festen, vor Terminen und in stressigen Zeiten die anfallenden Aufgaben im Team oder unter den Eltern verteilen. Mit dem Team viel im Kontakt zu sein und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, hat sich außerdem bewährt. So können unterschiedliche Ideen und Herangehensweisen einbezogen werden.

    Wie gehst du mit unerwarteten Herausforderungen oder Konfliktsituationen im Kita-Alltag um?

    Ich versuche ruhig zu bleiben und die Situation aus der Sicht des/der anderen Person zu beleuchten. Was sind die Gefühle und Bedürfnisse dahinter? Wieso könnte/n die Person/en so gehandelt haben?

    Gleichzeitig ist es mir wichtig, mich selbst im Blick zu behalten. Wie geht es mir damit? Was brauche ich?

    Ich reflektiere gerne mit Teammitgliedern oder dem Vorstand die Problematik, um weitere Einschätzungen zu erhalten. Daraus ergibt sich ein Bild, das mir als Basis für weitere Herausforderungen dient.

    Wie unterstützt du dein Team dabei, ruhig und fokussiert zu bleiben, auch in hektischen Momenten?

    Ich achte auf eine gute Zusammenarbeit im Team. Dazu gehört ein offener, wertschätzender Umgang miteinander. Ebenso das Wissen, dass jede wichtig für die Gemeinschaft ist und mit ihren Fähigkeiten unsere Arbeit bereichert. Sich zu trauen, um Hilfe zu bitten (wir haben ein Codewort für Situationen, in denen wir überlastet sind und jemand anders übernehmen soll), Pausen einhalten und gut für sich selbst zu sorgen sind Grundlagen, ohne die es nicht geht.

    Für mich ist es wichtig, Vorbild zu sein und mit den Kindern und den Teammitgliedern ruhig und besonnen zu sprechen, immer wieder Rückmeldung zu geben, wenn mich etwas besonders freut oder stört und offen für alle Anliegen zu sein.

    Welche Rolle spielt deine persönliche Selbstfürsorge und wie integrierst du sie in deinen Alltag?

    In meiner Freizeit Dinge zu tun, bei denen ich auftanken kann, ist meiner Meinung das Wichtigste. Genug Schlaf, Tanzen, Singen, Freundinnen treffen und Stress vermeiden gehören für mich dazu.

    Eine große Herausforderung ist es, sich im Alltag Kindergarten-freie Zeiten zu schaffen. Innerhalb des Teams sind wir über einen Messenger miteinander verbunden, damit alle informiert sind. An freien Tagen einmal nicht erreichbar zu sein und das Handy liegenzulassen, bedarf etwas Übung und Disziplin. Und klare Regeln für alle Teammitglieder, was wichtig ist und was nicht.

    Wie schaffst du es, eine Balance zwischen den administrativen Aufgaben und dem direkten Umgang mit den Kindern zu finden?

    Da wir im Wald kein richtiges Büro haben, fällt es mir nicht so schwer mich nur auf die Kinder zu konzentrieren. Es kommt jedoch ab und zu vor, dass ich mit meinen Gedanken woanders bin und die gewünschte Präsenz im Umgang mit den Kindern nicht da ist. Dies bedauere ich sehr und übe mich im „Ganz-da-Sein“. Administrative Aufgaben versuche ich im Homeoffice zu erledigen, damit der Ablauf mit den Kindern nicht gestört wird.

    Zu meiner Unterstützung haben wir seit September ein „shared leadership“, das heißt ich teile mir die Leitungsaufgaben mit einer Kollegin. Wir sind gerade dabei uns zu finden und ergänzen uns, wo es nötig ist. Zudem nimmt uns der Vorstand viele Aufgaben ab, die normalerweise eine Kindergartenleitung innehat.

    Welche Methoden oder Techniken wendest du an, um emotionale Belastungen, die der Beruf mit sich bringt, zu bewältigen?

    Im Moment gehe ich gerne zum Tanzen, zum Singen und in den Garten, um abzuschalten. Bei größeren Belastungen beleuchte ich die Themen systemisch und versuche sie auf diese Weise zu verstehen. Dann kann ich besser damit umgehen.

    Wie gehst du mit den Anforderungen und Erwartungen von Eltern um, ohne dass es zu Überforderung führt?

    Aufgrund des Konzeptes „Waldkindergarten“ und der Organisation als Elterninitiative, haben wir sehr engagierte Eltern, die hinter unserer Arbeit stehen. Alle Familien unterstützen uns in unserem Alltag und kommen direkt auf uns zu, wenn es Unklarheiten gibt. Die Offenheit in unserer „Waldfamilie“ ist besonders und von großer Wertschätzung gegenüber dem Anderen geprägt.

    So kommt es nur sehr selten zu Konflikten. Ist dies doch einmal der Fall, werden die Themen mit der Leitung oder einzelnen Teammitgliedern besprochen und bei Bedarf der Vorstand dazugeholt. Zusammen überlegen wir, welche Möglichkeiten wir haben und versuchen dabei die Bedürfnisse aller im Blick zu behalten.

    Was hat dir im Laufe deiner Karriere am meisten geholfen, ruhiger und gelassener zu werden?

    Natürlich bringen die Jahre, in denen man im Beruf arbeitet, am meisten. In dieser Zeit probiert man aus, lernt stetig dazu, macht positive und negative Erfahrung, lernt viele Menschen kennen und natürlich auch sich selbst. Die Arbeit an meiner eigenen Persönlichkeit ist mir deshalb sehr wichtig geworden. Nur wenn ich mit mir selbst im Einklang bin und wertschätzend mit mir selbst umgehe, kann ich dies auch bei anderen
    Menschen.

    Ich habe mich viel mit der Wahrnehmung von Bedürfnissen, gewaltfreier Kommunikation und den Systemen, in denen wir leben, befasst. Diese Arbeit mit dem „großen Ganzen“ trägt mich weiterhin durch mein Leben und gibt mir Kraft.

    Adventskranz im Wald
    Advent im Waldkindergarten

    Welche Rolle spielt Kommunikation (mit Eltern, Kindern, dem Team) für eine entspannte Atmosphäre in der Kita?

    Kinder wollen begreifen, was um sie herum geschieht und wir Erwachsenen können ihnen helfen, vieles zu verstehen. Mit kindgerechten Begriffen, Beispielen aus ihrem Alltag und die Einbeziehung von Gefühlen und Bedürfnissen, schaffen wir es, die Tage im Wald für Kinder verständlich zu machen. Dafür braucht es Zeit, Geduld, passende Worte und vor allem Einfühlungsvermögen in die Wirklichkeit des Kindes.

    Mit den Eltern regelmäßig in Kontakt zu sein, ist eine wichtige Basis für unsere Arbeit. Beim Bringen oder Abholen der Kinder nehmen wir uns Zeit für einen kurzen Austausch und machen Termine aus, falls es mehr zu besprechen gibt. Diese können telefonisch oder persönlich sein. Einmal im Jahr findet ein Entwicklungsgespräch mit den Eltern statt, das einen tieferen Einblick gibt und in dem beide Seiten Zeit haben für Fragen, Bedenken …

    Für alle Familien schaffen wir mehrmals im Jahr eine Möglichkeit des gegenseitigen Austausches — zum Beispiel beim Martinszug, bei der Waldweihnacht, beim Ma-Pa-Tag und beim Rausschmiss der Vorschüler. Diese Zusammenkünfte schaffen Verbundenheit und ein Miteinander der gesamten Waldfamilie.

    Unsere regelmäßigen Teamsitzungen, Kontakte während der Arbeit, Mitarbeitergespräche und Zusammenkünfte bei besonderen Anlässen/Problemen, tragen zu einem offenen Umgang bei. Wir versuchen anzusprechen, was uns bewegt und die anderen Teammitglieder auch an privaten Themen teilhaben zu lassen. Gegenseitige Unterstützung und das Verständnis für alle Teammitglieder werden dadurch selbstverständlich.

    Teambuildingmaßnahmen, gemeinsame Fortbildungen und Ausflüge helfen uns, unsere Teamgemeinschaft aufrechtzuerhalten.

    Welche Tipps würdest du jungen Erzieher:innen oder zukünftigen Kita-Leiter:innen geben, um von Anfang an gelassener im Beruf zu sein?

    Wichtig finde ich, dass man sich in der Freizeit mit dem beschäftigt, was einem Kraft und Energie gibt und vom Alltag abschalten lässt. Dazu gehören Hobbys, Austausch mit Freunden und ausreichende Ruhephasen. Auch während der Arbeit, die Pausen einhalten und sich etwas gönnen, das einem guttut, trägt zu einem ausgeglichenen Tag bei.

    Außerdem sollte man sich immer mit der eigenen Persönlichkeit beschäftigen und das Leben als dauerhaften Lernprozess sehen. Je stabiler man selbst ist, umso leichter fällt es einem offen zu sein für andere Menschen.

    Unterstützung von außen annehmen finde ich auch sehr wichtig. Der Vorstand, das Team, die Eltern, alle gehören dazu und können uns in unserem Alltag weiterhelfen.

    Die Teilung der Leitung bedarf zwar etwas Einarbeitung, gibt jedoch Halt und ein Gegenüber für einen offenen Austausch. Dies würde ich daher jeder Leitung empfehlen.


    Liebe Susanne, ich danke dir ganz herzlich für deine reflektierten und praxisorientierten Antworten. Ich bin sicher, damit gibst du vielen pädagogischen Fachkräften und Leitungen hilfreiche Anregungen.

    Fazit

    Ich habe bemerkt, dass auch Susanne von „stressigen Zeiten“ sprach. Die lassen sich wohl in keiner Kita vermeiden. Wichtig ist, wie wir damit umgehen:

    • Im Bewusstsein, dass dies Phasen sind, die vorbeigehen.
    • Selbstfürsorge und Ausgleich gehören elementar dazu.
    • Offene, klare und wertschätzende Kommunikation sind tragende Elemente.
    • Kooperation und Reflexion helfen.
    • Fachkompetenzen wie bedürfnisorientierte Pädagogik und Systemtheorie geben Orientierung und Sicherheit.
    • Sich der eigenen Vorbildfunktion bewusst zu sein.

    Falls dein Team dabei Unterstützung braucht, wie Stressregulation in der Kita geht, Hintergrundwissen zum Nervensystem braucht sowie Übungen für die Selbstregulation kennenlernen will – dann schau dir meine Informationen über die S-O-S Übungen an. Sie sind die Basis für eine Fortbildung.

  • Buchtipp: „Resilienz. Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft“ von Christina Berndt

    Buchtipp: „Resilienz. Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft“ von Christina Berndt

    Stressregulation im akuten Zustand ist die eine Seite der Medaille, Selbstfürsorge zur Prävention ist die andere Seite. Dazu ist es hilfreich, sich damit zu befassen „Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out“ – so der Untertitel des Buchs „Resilienz. Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft“ von Christina Berndt.

    Krisen treffen jeden Menschen. Die einen verarbeiten sie leichter, andere reagieren verzweifelt und kommen nicht mehr aus ihrem Gefängnis von Angst, Wut oder Depression. Was sind die Ursachen unterschiedlicher Reaktionen? Wie finden Menschen nach Schicksalsschlägen neuen Lebensmut? Was können wir im Alltag für unsere Widerstandskraft tun? Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt geht diesen Fragen nach. Sie zeigt wissenschaftlich fundiert und doch gut lesbar, welche Möglichkeiten wir haben.

    Worum geht es in dem Buch?

    Die Autorin beschreibt im ersten Kapitel den täglichen Stress, woher in unserer Gesellschaft die psychischen Belastungen kommen können und ganz konkret an einigen Fallbeispielen traumatische Erlebnisse und Krisen.

    Wissenschaftliche Untersuchungen liefern den Hintergrund für das Verständnis, warum viele Menschen trotz hoher Belastungen, Krankheiten oder Schicksalsschläge glücklich sind und ihr Leben meistern. Ergänzt wird das durch Wissen über die Wirkzusammenhänge im menschlichen Gehirn – von Umwelt, Neurobiologie, Genetik und Epigenetik.

    Ein wichtiges Kapitel ist für mich natürlich „Wie man Kinder stark macht“. Da Kinder noch stark von Erwachsenen abhängig sind, seien sie auch wesentlich mehr auf unterstützende Systeme angewiesen. Selbstvertrauen stärken, Wissen um eigene Kompetenzen, sich selbst als wertvoll erfahren und Selbstwirksamkeit erleben, das sind die wesentlichen Antworten hierfür.

    In „Lehren für den Alltag“ zeigt Berndt auf, welche Strategien wir auch als Erwachsene noch lernen können, um psychische Stärke zu entwickeln. Die haben wir wahrscheinlich alle schon mal gehört, aber: Wiederholung verankert das Wissen tiefer. Und ob wir alle schon nutzen? Das findest du am besten selbst heraus.

    Was mich an diesem Buch fasziniert hat

    Das Buch ist wissenschaftlich fundiert und hat einen umfangreichen Anhang mit den zitierten Studien. Gleichzeitig ist es gut lesbar und mit den vielen Fallbeispielen anschaulich und nachvollziehbar.

    Zum persönlichen Gebrauch ergänzt Berndt das Buch mit Selbsttests (Wie gestresst bin ich? Wie resilient bin ich?), Listen (Was stark macht und was schwach; Was ist eigentlich wie stressig?) und Anleitungen für Achtsamkeit und zum Abschalten.

    Die gesammelten Krisen eines Menschenlebens bieten dem, der aus ihnen lernt, am Ende einen bunten Strauß an Bewältigungsstrategien.
    Christina Berndt

    Berndt schreibt, Resilienz kann auch instabil sein. Was in der einen Krise geholfen hat, mag für eine andere weniger nützlich sein. Daher ist es eine lebenslange Aufgabe, sich den Herausforderungen des Lebens neu zu stellen und auch stets neue Kraft dafür zu tanken.

    Was dieses Buch für meine Arbeit bewirkt

    Ich fand es spannend, die zahlreichen Beispiele zu lesen. Vielleicht geht es dir wie mir: In meiner kleinen „Blase“ von Menschen, die ich kenne, sind längst nicht alle Arten menschlicher Krisen vertreten. Hier hat das Buch meinen Blick erweitert. So wächst auch Verständnis für das Verhalten anderer Menschen – oft können sie zum momentanen Zeitpunkt nicht anders handeln. Ihr Nervensystem ist halt so, wie es gerade ist.

    Außerdem ermutigt das Buch, die psychische Widerstandskraft stetig weiterzuentwickeln. Daran arbeite ich sowohl mit den Kindern in der Heilpädagogik als auch mit Menschen in meinen Seminaren zur Stressregulation.


    Christina Berndt
    Resilienz. Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft
    Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out
    dtv, überarbeitete Ausgabe 2023
    304 Seiten, Taschenbuch, 14 €

    (Ich habe das Buch in einer Ausgabe von 2015 gelesen, so fand ich es in der örtlichen Stadtbibliothek. Die überarbeitete Ausgabe enthält neueste Studien u.a. zum posttraumatischen Wachstum und noch mehr hilfreiche Tipps und Empfehlungen.)

  • Mechthild von Scheurl-Defersdorf im Gespräch: Weniger Stress durch achtsame Sprache in der Kita

    Mechthild von Scheurl-Defersdorf im Gespräch: Weniger Stress durch achtsame Sprache in der Kita

    Das Interviewthema „Sprache und Kommunikation zur Stressreduktion in der Kita“ bietet einen spannenden Ansatz, da das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept explizit darauf abzielt, Sprache bewusst und strukturiert einzusetzen, um die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern.

    So habe ich Mechthild von Scheurl-Defersdorf, die Gründerin von LINGVA ETERNA um ein Interview gebeten. Ich freue mich, dass meine frühere Ausbilderin meiner Anfrage zugestimmt hat und meine Fragen ausführlich beantwortet hat.

    Wie kann die bewusste Wahl von Wörtern und Sprachstrukturen den Alltag in der Kita positiv beeinflussen, insbesondere in stressigen Situationen?

    Als Erstes bestätige ich gerne, dass dies geht! Der bewusste Umgang mit der Sprache ermöglicht Erziehern und Erzieherinnen weit mehr als nur den Austausch von Informationen. Sie können mit ihrem individuellen Gebrauch der Sprache gute Beziehungen schaffen und ein Klima entstehen lassen, in dem Kinder leicht lernen und in dem auch sie selbst sich wohlfühlen.

    Es gibt eine Sprache, die ermutigend ist und guttut. Und ebenso gibt es eine Sprache, die Kraft kostet und einem harmonischen Miteinander im Weg steht. Der Unterschied der beiden zeigt sich in der Wortwahl und in der Art, wie wir unsere Sätze bilden.

    Und genau darum geht es bei dem Konzept und der darauf aufbauenden Methode Lingva Eterna. Sie lenken den Blick auf die Struktur der Sprache. Über den Wortschatz und den Satzbau senden wir nämlich unbewusst neben der bewussten Sachinformation eine Parallelbotschaft. Diese wirkt bei jeder kommunikativen Situation mit, natürlich auch bei den genannten stressigen Situationen. Sobald der Inhalt – also die bewusste Botschaft – und die Form – nämlich die Parallelbotschaft – in Einklang sind, wird eine wertschätzende, klare Kommunikation einfach.

    Es ist mir ein großes Anliegen, gerade im Bereich Frühpädagogik ein neues Bewusstsein zu schaffen für die Wirkung der Sprache. Erzieher und Erzieherinnen leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft.

    Gibt es bestimmte sprachliche Muster oder Formulierungen, die besonders hilfreich sind, um den Stresslevel bei Kindern oder Erzieher*innen zu senken?

    Herausragend wirksam ist die 3-A-Regel bei der Kontaktaufnahme. Mit ihnen wirken wir zugewandt und bekommen die volle Aufmerksamkeit unseres Gesprächspartners – egal ob bei einem Kind oder einem Erwachsenen. Sie wirken sich sofort spürbar auf die Qualität des Kontakts aus. Die 3 A stehen für Ansprechen ( mit dem Namen), Anschauen und einen Atemzug, bevor wir weitersprechen. Dann heißt es beispielsweise: „Julian (atmen und warten, bis Julian reagiert), ich helfe dir mit deiner Jacke.“ Oder „Markus (Atempause), du rennst gerade. Lauf im Gang bitte langsam!“

    3-A-Regel für achtsame Sprache im Kita-Alltag

    Mit den 3 A nehmen wir Tempo heraus und zeigen durch unsere Zuwendung spürbare Wertschätzung. Dabei ist zu beachten, dass Namen zum Streicheln der Seele da sind. Sie sind nie zum Schimpfen da. Sagen Sie den Namen daher bitte immer freundlich.

    Als weiteren sprachlichen Aspekt zum Absenken des Stresslevels mache ich auf den oft inflationären Gebrauch von „müssen“ und „schnell“ aufmerksam. Wer sie häufig gebraucht, erzeugt damit eine Atmosphäre von Druck und Stress. Häufig kommen diese beiden Wörter im Doppelpack daher: „Ich muss noch schnell das Spiel wegräumen. Dann komme ich zu dir.“ Viel angenehmer klingt: „Ich räume das Spiel weg, und dann komme ich gleich zu dir.“

    Das bewusste Meiden von Sätzen mit „ich muss“ und „wir müssen“ trägt spürbar dazu bei, den Stresslevel zu senken – bei den Kindern und bei den Erwachsenen.

    Welche Rolle spielt das Hinhören und die Aufmerksamkeit in der Kommunikation, wenn es darum geht, stressige Situationen zu entschärfen?

    Das Hinhören und die eigene Aufmerksamkeit sind entscheidend für die weitere Entwicklung der jeweiligen Situation. Es ist für den Gesprächspartner wichtig, dass er spürt, dass ich ihn ernst nehme und ihm wertschätzend begegne. Dabei ist es gleich, ob er ein Kind ist oder ein Erwachsener. Die achtsame Kontaktaufnahme mit den 3 A ist ein erster Schlüssel, um Empathie und Zuwendung zu signalisieren.

    Dann geht es darum, zu benennen, was ist. Dabei sagen wir, was wir gehört oder gesehen haben. Dies sollen die Erzieher und Erzieherinnen in ihren eigenen Worten wiedergeben, und zwar ohne jegliche Wertung. Das kann dann so klingen: „Jonas (Pause), der Lukas hat dir den Ball weggenommen.“ Oder „Sara (Pause), die Melanie hat dich geschubst, und du hast dich dann am Schrank gestoßen.“ usw. Danach geht das Gespräch konstruktiv weiter, zum Beispiel: „Wie ist das für dich?“ und nach einer Weile: „Was hast du jetzt vor?“ oder „Was kannst du jetzt machen?“

    Wie können Erzieher*innen aktiv zuhören, um Konflikte oder Missverständnisse frühzeitig zu erkennen und zu lösen?

    Das ist eine gute Frage. Hier habe ich einen praktischen Tipp: Erzieher und Erzieherinnen können sich darin üben, das zu hören, was Kinder oder Erwachsene im Gespräch nicht sagen! Es geht um eine grundlegende Rahmeninformation, die im Gesprächsaufbau sehr häufig fehlt. Dieser fehlende Rahmen führt häufig zu leicht vermeidbaren Konflikten.

    Die Situation stellt sich häufig so dar: Die Sprecher gehen davon aus, dass die anderen schon wissen, um was es ihnen geht. Das ist jedoch ein großer Irrtum. Die Absicht des Einzelnen, seine Intention, bleibt für die anderen verborgen. Wenn der Sprecher dann gleich sagt, was der Angesprochene macht oder sagen soll, dann fühlt dieser sich überrumpelt oder sogar angegriffen.

    Das klingt dann beispielsweise so: „Hör auf, den Philipp zu schubsen!“ Die Ansprache und ein Rahmensatz entschärfen den Konflikt: „Stopp! Paul (Pause, bis er reagiert), du schubst den Philipp. Das tut ihm weh. Sei friedlich!“ Ähnlich ist es bei Kindern miteinander: „Gib mir das blaue Auto wieder!“ im Vergleich zu „Lorenz, ich spiele gerade mit dem blauen Auto. Gib es mir bitte wieder!“ Der fehlende Rahmensatz ist ein häufiger Grund für viele leicht vermeidbare Konflikte. Erzieher und Erzieherinnen tun gut daran, bewusste auf das mögliche Fehlen eines Rahmensatzes zu achten. Ebenso ist es sinnvoll, dass sie diese fehlende Information ergänzen. Dies entspannt stressige Situationen spürbar.

    LINGVA ETERNA Kommunikationsmodell: Für achtsame Sprache in der Kita
    Lingva Eterna Kommunikationsmodell

    Die Grundlage für diesen Gesprächsaufbau bildet das Lingva Eterna Kommunikationsmodell. Der Erfinder, Dr. Theodor von Stockert, betrachtet die Kommunikation als einen Prozess in fünf Schritten. Jeder einzelne Schritt ist wichtig. Sobald ein Schritt fehlt, kommt es leicht zu Missverständnissen oder sogar zu Streitigkeiten. Ebenso ist die Reihenfolge der Schritte wichtig. Sobald zwei Schritte vertauscht sind, geht das Gespräch oftmals in eine unbeabsichtigte Richtung und bringt Irritationen und Missverständnisse mit sich.

    Wie lässt sich das Lingva Eterna Konzept in der Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Eltern integrieren, um Missverständnisse zu vermeiden und eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen?

    Auch hier spielt der Gesprächsaufbau und das Anwenden der fünf Schritte des Lingva Eterna Kommunikationsmodells eine zentrale Rolle. Ein erfolgreiches Gespräch beginnt mit dem ersten Schritt – und das ist die Intention. Es ist wichtig, sie sich wirklich bewusst zu machen! Dann ist der Erzieherin schon vor dem Gespräch mit Eltern klar, worum es dabei gehen soll. Will sie etwas von den Eltern erfahren? Dann wird sie ihnen im weiteren Gesprächsverlauf im vierten Schritt eine oder mehrere Fragen stellen.

    Oder will sie, dass die Eltern etwas Bestimmtes tun? Dann wird sie eine Bitte oder eine Handlungsaufforderung formulieren und natürlich keine Frage. Das klingt einfach und logisch. Jedoch gibt es hier ein großes Durcheinander in der Kommunikation. Hierzu gehören die vielen als Fragen formulierten Bitten: „Könntest du dich bitte noch in die Liste eintragen?!“ oder „Würdest du dich bitte in die Liste eintragen?!“

    Dies ist nur der Diskurs, der vierte Schritt. Es fehlen im Gesprächsaufbau die Ansprache (zweiter Schritt) und auch der Rahmen (dritter Schritt). Die Formulierung “Könntest du bitte ..?“, ist grammatikalisch gesehen eine Frage. Sie ist jedoch keine echte Frage – sie ist eine Pseudofrage. In Wahrheit soll sie eine Aufforderung sein. Hier wird klar: Die klare Intention wirkt sich im vierten Schritt auf die Satzart aus. Dann gibt es hier einen eindeutigen Fragesatz oder einen eindeutigen Aufforderungssatz. Damit hören die unklaren, vermeintlich höflichen Vermischungen von Frage und Aufforderung auf.

    So klingt die vollständige, klare Kommunikation:

    1. Intention: Handlungsaufforderung (findet in Gedanken statt)
    2. Ansprache: „Sophie, … “ (Pause –Ansprache mit den 3 A)
    3. Rahmen: „… du hast mir gerade gesagt, dass du dich an der Aktion x beteiligen wirst. Eine Liste dafür hängt im Gang an der Pinnwand.“
    4. Diskurs: „Bitte trage dich noch ein!“
    5. Abschluss: „Ich danke dir.“

    Jeder Schritt ist wichtig, und auch die Reihenfolge der Schritte ist wichtig. Damit wird die Kommunikation klar und wertschätzend – alle Beteiligten wissen, um was es geht und was sie machen sollen. Missverständnisse zwischen Erzieherinnen und Eltern können dann weitgehend der Vergangenheit angehören. So entsteht eine von gegenseitigem Vertrauen geprägte Beziehung.

    Welche Unterschiede gibt es bei der Kommunikation zwischen Erwachsenen im Kita-Umfeld im Vergleich zur Kommunikation mit Kindern?

    Aus meiner Sicht sollte die Kommunikation mit Erwachsenen ebenso klar und wertschätzend sein wie mit Kindern. Sie sollten immer auf Augenhöhe erfolgen. Dazu gehören vollständige Sätze und klare, wohlwollende Aussagen. Im Umgang mit Kindern erlebe ich es oft, dass Erwachsene mit Kindern manchmal barscher umgehen als mit Erwachsenen. Das liegt dann daran, dass sie im Gesprächsaufbau entweder den Rahmen oder den Diskurs weglassen. Und schon wirken sie genervt oder ärgerlich, obwohl sie es selbst gar nicht so empfinden.

    Das sind Sätze wie: „Jetzt liegt hier schon wieder deine Jacke auf dem Boden.“  (Seufz). Hier fehlt die Handlungsaufforderung. Sie ist in der Funktion ersetzt durch das „schon wieder“. Dies jedoch wirkt vorwurfsvoll und stört die gute Beziehung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind.

    In der Kommunikation mit Erwachsenen im Kita-Umfeld erlebe ich häufig Unsicherheit und sogar Unterwürfigkeit als vermeintliche Höflichkeit: „Wir müssten uns wegen der Situation x von der letzten Woche noch einmal austauschen. Wann würde Ihnen das denn passen?“ Damit machen sich Erzieher und Erzieherinnen klein. Es ist wichtig, dass sie auf Augenhöhe kommunizieren. Bei einem solchen Klima geht dann von alleine viel Stress heraus.

    Gibt es spezifische sprachliche Techniken, die dabei helfen können, die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Kinder zu fördern und gleichzeitig den Stress für die Erzieherinnen zu reduzieren?

    Auch hier spielt der Gebrauch der Sprache eine wichtige Rolle. Es gibt eine Sprache, die ermutigt und Möglichkeiten aufzeigt. Eine solche Sprache fördert die Eigenverantwortung und die Selbständigkeit der Kinder.

    Dazu gehört das bewusste Entwickeln einer bejahenden, zielorientierten Sprache und Denkweise. Eine solche Sprache kennt kaum das Wort „nicht“. Sätze mit „nicht“ sind jedoch sehr weit verbreitet: „Wirf nicht mit Sand. – Renn nicht durch den Gang. – Nimm dem Jonas das Auto nicht weg. – Mach das Bild nicht kaputt. – Lauft nicht auf die Straße! – Das kannst du noch nicht.“ usw. Eine verneinende Sprache lenkt den Blick auf das, was nicht geht oder was ein Kind nicht machen kann oder nicht machen soll.

    Bei einer bejahenden Sprache geben die Erzieher und Erzieherinnen den Kindern statt Verboten und Warnungen vor allem hilfreiche Hinweise und geben – nach einem Rahmensatz – klare, zielorientierte Anweisungen. Damit werden die Kinder zunehmend selbständig.

    Es lohnt sich, die zahlreichen Sätze mit „nicht“ zu erkennen und die beabsichtige Botschaften neu zu formulieren, ohne eine Verneinung. Damit geht ein Umdenken einher.

    Eine bejahende Sprache kombiniert mit dem Anwenden des Kommunikationsmodells trägt erheblich zu einer entspannten Atmosphäre bei. Kinder lernen dabei zunehmend, selbständig zu denken und Lösungen zu finden. Das ist gut für die Kinder, und es erspart den Erziehern und Erzieherinnen Stress.

    Wie kann das Lingva Eterna Konzept dabei helfen, die Kommunikation und Zusammenarbeit im Team der Erzieherinnen zu verbessern, um Stress und Missverständnisse unter Kolleginnen zu reduzieren?

    Das ist eine überaus wichtige Frage. Denn eine gelingende Kommunikation und eine geschmeidige Zusammenarbeit sind essenziell für das Klima in der gesamten Einrichtung und für die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Teammitglieder.

    Hierfür gelten alle Anregungen, die ich in unserem Gespräch bereits genannt habe. Speziell für den guten Umgang im Team nenne ich Ihnen einen weiteren sprachlichen Aspekt: Es ist der bewusste Gebrauch der persönlichen Fürwörter, oder fachsprachlich der Personalpronomen. Dazu gehören die Wörter „ich, du, wir, euch“ usw. Mit den Personalpronomen zeigen Sie sich und schenken spürbare Aufmerksamkeit. Sie wirken mit Ihnen zugewandt und empathisch. Mit ihnen können Sie überall und jederzeit Beziehungen gestalten.

    Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Aus „guten Morgen“ wird „ich wünsche dir einen guten Morgen!“ und aus „danke fürs Helfen!“ wird „ich danke dir, dass du mir / uns geholfen hast!“ Die Personalpronomen lassen sich fast den ganzen Tag anwenden. Sie tragen immer zu einem guten Betriebsklima und zu einer angenehmen Zusammenarbeit bei.

    Es dauert freilich seine Zeit, bis jeder und jede Beteiligte die eigene Sprache im eigenen Tempo weiterentwickelt und wandelt. Die gute Nachricht dabei ist, dass Sie gleich heute damit beginnen können, das Potential der Sprache für sich zu entdecken und zu nutzen.

    Die Methode Lingva Eterna ist hochwirksam. Sie braucht Training. Meine Anregung ist, dass Sie sich das Kommunikationsmodell mit den fünf Schritten für eine erfolgreiche Kommunikation zutiefst aneignen. Es genügt, es zweimal am Tag für je eine Gesprächssituation anzuwenden.

    Kommunikationstrainerin Mechthild von Scheurl-Defersdorf
    Mechthild von Scheurl-Defersdorf

    Gibt es noch etwas, was du Erzieherinnen und Erziehern mitgeben willst?

    Ja, das mache ich gerne. Die professionelle Begleitung von Kindern in der Krippe, im Kindergarten und im Hort ist von herausragender Bedeutung für jedes Kind, für jede Familie und letztlich für unsere Gesellschaft. Ich habe einen heiligen Respekt vor dem, was Erzieher und Erzieherinnen mit den Kindern und auch mit deren Eltern leisten.

    Ich danke ihnen von Herzen für ihre segensreiche Arbeit!


    Liebe Mechthild, ich danke dir ganz herzlich für dieses tiefsinnige und bereichernde Interview.

    Zum Vertiefen empfehlen wir folgende Literatur:


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