Autor: Heike Brandl

  • 133 Kommunikations-Tipps aus über 30 Jahren Praxis mit Kindern und Eltern

    133 Kommunikations-Tipps aus über 30 Jahren Praxis mit Kindern und Eltern

    Kennst du das? Du hast heute schon gefühlte 100-Mal geduldig erklärt, getröstet, gewartet, motiviert, und dann will dein Kind einfach nicht schlafen. Vor lauter Übermüdung rutscht dir ein Satz raus, den du eigentlich gar nicht sagen wolltest.

    Ich sammle solche Momente seit über 30 Jahren – als Erzieherin, als Diplom-Heilpädagogin in eigener Praxis, als Dozentin in Kita-Fortbildungen und als LINGVA ETERNA Kommunikationstrainerin. Und als Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern kenne ich die meisten dieser Momente auch ganz persönlich, nicht nur aus der Theorie.

    Das Wichtigste in Kürze

    – Hier sammle ich 133 konkrete Kommunikationstipps für Eltern – aus über 30 Jahren als Erzieherin, Heilpädagogin und Kommunikationstrainerin und aus über 50 eigenen Blogartikeln.

    – Der wichtigste Grundsatz zuerst: Reguliere dein eigenes Nervensystem, bevor du mit deinem Kind sprichst – erst dann wirkt jeder Kommunikationstipp.

    – Die Tipps sind in 9 Kapitel sortiert, von Nervensystem und Stress über klare Sprache bis zu schwierigen Situationen.

    – Jeder Tipp funktioniert einzeln für sich – nimm dir einfach das mit, was gerade in deinen Alltag passt.

    – Basis meiner Arbeit sind das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept und aktuelles Nervensystemwissen.

    Tipps um Nervensystem und Stress zu verstehen

    Alles beginnt bei dir selbst. Bevor irgendein Kommunikationstipp wirkt, ist es hilfreich, wenn dein eigenes Nervensystem einigermaßen ruhig ist. Das ist der Kern meiner Methode Nervenklar reden.

    1. Beobachte deinen eigenen Stresslevel, bevor du mit deinem Kind sprichst. Ich arbeite seit über 30 Jahren mit Familien und Kita-Teams, und das ist für mich immer noch der wichtigste erste Schritt.
    2. Reguliere zuerst dein eigenes Nervensystem, dann kannst du das deines Kindes mitregulieren – leg dir sozusagen selbst zuerst die Sauerstoffmaske an, bevor du deinem Kind hilfst.
    3. Atme bewusst langsam durch die Nase aus, wenn du gestresst bist – das senkt deine Herzfrequenz spürbar.
    4. Halt inne, sobald du merkst, dass ein altes Muster in dir aktiviert wird.
    5. Konzentrier dich in unsicheren Momenten auf deinen stabilen Stand und deine Atmung. Ändere bewusst deine Körperhaltung, wenn du merkst, dass dich der Stress packt.
    6. Spür in dich hinein und finde heraus, wo genau in deinem Körper du den Stress spürst.
    7. Streich Stresswörter wie „schnell“, „müssen“ und „beeilen“ aus deinen Sätzen zu deinem Kind. Ihr müsst euch nicht beeilen, wenn ihr zum Spielplatz wollt, zum Bäcker, zur Oma. Behalte diese Wörter für „wirklich dringend“ in Reserve.
    8. Sag nicht „Jetzt beruhige dich doch mal!“, wenn dein Kind mitten im Stress steckt – das macht es meistens nur schlimmer. Worte kommen in diesem Moment nicht an. Sei einfach da.
    9. Beruhige dein Kind mit in den Arm nehmen, Trösten, Ablenken, Bewegung oder gemeinsamem Atmen. Ich befasse mich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Nervensystem und habe dazu eine Weiterbildung zur Stressregulation absolviert.
    10. Nutze das „Handmodell“ des Gehirns, um deinem Kind große Gefühle anschaulich zu erklären. Ich habe das Buch dazu 2021 zum ersten Mal gelesen und konnte seitdem vielen Eltern und Fachkräften damit erklären, warum Kinder in Überforderung gerade nicht erreichbar sind.
    11. Frag dein Kind: „Stell dir vor, du bist ein Handy – wie voll ist dein Akku gerade?“
    12. Biete eine kleine Trink- oder Esspause an, das senkt nachweislich den Adrenalinspiegel.
    13. Warte mit dem klärenden Gespräch, bis sich das Nervensystem deines Kindes wieder beruhigt hat – meistens reichen 7 bis 10 Minuten, wenn kein weiterer Stress dazu kommt.
    14. Probier die 4-6-Atmung: vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen.
    15. Führ bei akutem Stress die Schmetterlingsumarmung durch: Arme vor der Brust kreuzen und abwechselnd links und rechts klopfen. Ich habe diese S-O-S-Übungen von Kati Bohnet kennengelernt und mache sie mindestens einmal pro Woche.
    16. Schau dich um und zähl alle schönen Dinge, die du gerade siehst. Das holt dich aus dem Gedankenkarussell.
    17. Atme einmal bewusst durch, bevor du mit deinem Kind sprichst – dieser eine Atemzug macht oft schon den Unterschied. Eine Teilnehmerin aus meinem Seminar hat es mal so formuliert: Wenn sie stressfrei ist, spricht sie gelassen – und umgekehrt.

    Du findest meine Tipps cool, hilfreich und empfehlenswert? Dann freue ich mich über deine Unterstützung. Ich freue mich, wenn du in meine virtuelle Kaffeekasse etwas „einwirfst“.

    Tipps für Selbstfürsorge und Gelassenheit im Alltag

    Du kannst nur so viel Ruhe weitergeben, wie du selbst hast. Deshalb gehört Selbstfürsorge für mich untrennbar zu Kommunikation dazu.

    1. Sag öfter Nein zu zusätzlichen Terminen und Aufgaben.
    2. Achte auf ausreichend Pausen und genug Schlaf.
    3. Mach eine Atemübung, statt durch Social Media zu scrollen.
    4. Sprich mit dir selbst so freundlich wie mit deiner besten Freundin. Wenn ich meinen Schlüssel vergesse, sage ich nur „Oh nein, nicht schon wieder …“ zu mir selbst statt mich als Schussel zu beschimpfen.
    5. Schreib dir zwei Listen für stressige Tage – Ideen für eine 5-Minuten-Pause und für eine 30-Minuten-Pause.
    6. Setz wertschätzende Grenzen, wenn dir Krankheitsgespräche zu viel werden. Ich erlebe in meinem Umfeld oft Gespräche über Krankheiten statt über Gesundheit und antworte dann manchmal ganz direkt: „Du, jetzt ist es genug. Lass uns über etwas anderes reden.“
    7. Schreib dir neue, positiv formulierte Sätze auf und kleb sie sichtbar an den Spiegel.
    8. Füll deinen eigenen Bedürfnistank regelmäßig auf, bevor er ganz leer ist.
    9. Nimm dir die Wörter „zufrieden“ und „Zufriedenheit“ bewusst in deinen aktiven Wortschatz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zufriedenheit auch in herausfordernden Zeiten möglich ist, wenn wir auf das sehen, was wir dennoch haben.
    10. Beobachte eine Weile bewusst, wie oft du Dinge und Menschen bewertest. Auch ich gerate immer wieder in diese Falle und ertappe mich dabei, andere zu bewerten. Und mache mir – meistens – dann bewusst, dass mir das nicht zusteht.
    11. Trau dich, auch mal Nein zu sagen, wenn dich jemand zum Bleiben überreden will. Prüfe deine Entscheidung daraufhin, ob dir das Bleiben gut täte.
    12. Wende die 80/20-Regel an: 80 Prozent Einsatz reichen für 80 Prozent Ergebnis, der Rest ist Perfektionismus. Mit zwei Kleinkindern hatte ich schlicht keine Energie mehr, um Babynahrung selbst zu kochen, und griff dann auf Fertigprodukte zurück – und das war okay.
    13. Halte dir Nüsse und Obst griffbereit, das ist die schnellste Nervennahrung im stressigen Alltag. Obst war für mich als junge Mama immer meine Rettung, heute vertraue ich eher auf Nüsse.
    14. Etabliere eine feste Morgenroutine mit Frühstück. Seit meinem 6:30-Uhr-Dienstbeginn im Wohnheim frühstücke ich konsequent. Ohne Frühstück würde ich bei der ersten Gelegenheit grantig reagieren …
    15. Setzt euch als Familie zusammen und besprecht, wie die Weihnachtsfeiertage für alle entspannter laufen können. Überleg dir, was letztes Jahr richtig anstrengend war, und plane dieses Jahr bewusst eine Alternative dafür.
    16. Prüfe deinen Wochenplan regelmäßig auf Balance zwischen Terminen und Pausen. Leg nach Kita oder Schule ein festes Pausen-Ritual ein, zum Beispiel gemeinsam Tee oder Kakao trinken.
    17. Ersetz den Gedanken „Ich habe versagt“ durch „Ich tue, was ich kann.“
    18. Sag dir „Gut ist gut genug“, wenn der Anspruch an elterliche Perfektion dich stresst. Kinder kommen klar mit Fehlern. Und es wichtig für sie, dass sie den Umgang mit Schwächen von dir lernen.

    Tipps rund um deine eigene Sprache: Klar sprechen

    Bevor du an der Kommunikation mit deinem Kind feilst, lohnt sich der Blick auf deine eigene Sprache. Kleine Wörter machen oft einen großen Unterschied.

    1. Verzichte auf Füllwörter wie „eigentlich, irgendwie, also, quasi“. Sie machen deine Botschaft schwammig.
    2. Früher habe ich selbst in Schachtelsätzen geredet, und meine Stimme blieb am Satzende oft „oben“. Kurze, klare Sätze mit einem hörbaren Punkt (d.h. die Sprachmelodie senkt sich am Satzende) wirken souverän. Bau kurze, vollständige Hauptsätze statt verschachtelter Nebensätze.
    3. Übe deine Sprechweise ruhig mal allein, wenn dich niemand hört, zum Beispiel beim Bügeln oder Autofahren. Genau so habe ich selbst geübt.
    4. Sag zu dir selbst lieber „Das kann ich noch nicht“ statt „Das kann ich nicht“. So erfährt auch dein Kind, dass Lernen und Entwicklung möglich ist.
    5. Höre dir mal eine Weile bewusst selbst zu und schreibe deine eigenen Sprachmuster auf.
    6. Schreibe Kurznachrichten, SMS und E-Mails in ganzen Sätzen, dann rutschen dir auch im Gespräch weniger Stummelsätze raus.
    7. Bitte eine Vertrauensperson, dich drei Mal am Tag auf ein Wort hinzuweisen, das du loswerden willst.
    8. Hänge dir einen Notizzettel mit deinem Sprachziel an einen Ort, an dem du ihn oft siehst. Eine Erzieherin aus meinem Seminar hängte spontan das Wort „müssen“ an ihre Schranktür.
    9. Achte auf deine ersten Sätze, wenn du morgens am Arbeitsplatz ankommst – sie geben den Ton für den ganzen Tag vor.
    10. Mache dir deinen eigenen „kriegerischen“ Wortschatz bewusst – Wörter wie kriegen, kämpfen oder Bombenwetter schleichen sich schneller ein, als man denkt. Ich habe diesen Gedanken schon 2019 geschrieben, lange bevor 2022 tatsächlich ein Krieg in Europa ausbrach.
    11. Wähle eine einzige Situation, in der du oft kriegerische Wörter benutzt, und probiere vier Wochen lang bewusst eine neue Formulierung dafür aus.
    12. Nutze die Wörter „Frieden“ und „friedlich“ aktiv in deinem Alltag. Benenne friedliche Momente ausdrücklich als „friedlich“, dann lernen Kinder das Wort ganz nebenbei kennen.
    13. Nimm dir jede Woche ein einzelnes Wohlfühlwort vor und baue es bewusst in deine Sätze ein. Sprich öfter das Wort „Achtsamkeit“ aus, dann taucht mehr davon auch im Gespräch mit anderen auf.
    14. Sage „ich werde“ statt „ich muss“, das nimmt dir den Druck aus dem Satz. Hebe dir das Wort „muss“ für wirklich Dringendes auf, sonst verliert es seine Kraft.
    15. Ersetze ein zaghaftes „ich möchte“ durch ein klares „ich will“ oder „ich will gerne“.
    16. Sprich in ganzen Sätzen mit „ich“ statt in Stummelsätzen wie „komme gleich“ oder „bin im Garten“.
    17. Nutze für Dinge, die erst noch passieren, die Zukunftsform – sag „wir werden gleich losfahren“ statt „wir müssen jetzt los“.

    Tipps rund um die richtigen Worte für dein Kind

    Manche Sätze sind wie kleine Schlüssel. Sie öffnen ein Gespräch, statt es zuzumachen.

    1. Sag statt „Mach dich fertig, wir müssen los“ lieber „In fünf Minuten gehen wir los.“ Ich habe diesen Satz jahrelang morgens gesagt, wenn ich meine Tochter um 6:35 Uhr zum Zug brachte. Er sorgte regelmäßig für Stirnrunzeln und genervtes Murren – meine Tochter hat mir später bestätigt, wie nervig die alte Formulierung war.
    2. Frag „Hast du alles, was du brauchst?“, statt einfach nur eine Anweisung zu geben.
    3. Sprich in kurzen, vollständigen Sätzen nach dem Muster „Wer tut was“. Im Coaching erlebe ich immer wieder, dass Eltern sich unverständlich ausdrücken.
    4. Nutz die 3-A-Methode – Ansprechen mit Namen, Anschauen, Atempause – erst dann kommt deine Aufforderung.
    5. Sage zuerst den Namen deines Kindes, mach dann eine kurze Pause, damit es den Fokus wechseln kann, und erst danach kommt deine Bitte. Ich erzähle in diesem Artikel, wie oft ich selbst als junge Mutter quer durchs Haus gerufen habe und mich ärgerte, dass keiner reagierte – dabei war das mein eigener Fehler.
    6. Sprich dein Kind mit seinem vollen Namen an, wenn du wirklich gehört werden willst, und heb dir Kosenamen für kuschelige Momente auf. Eine Teilnehmerin erzählte mir mal, dass ihr Partner sie fast nur mit Kosenamen ansprach – nur der volle Name signalisierte ihr, dass es gerade ernst wurde.
    7. Kündige Übergänge im Tagesablauf rechtzeitig an – und zwar in kurzen, vollständigen Sätzen.
    8. Benenne die Gefühle deines Kindes regelmäßig, damit es dafür Worte bekommt.
    9. Sag deinem Kind konkret, was es tun soll, statt nur zu sagen, was es lassen soll. Botschaften mit „nicht“ kommen im Gehirn schlecht an.
    10. Sag statt „Ist doch nichts passiert!“ lieber, was du wirklich siehst und fühlst – dein Kind merkt sonst, dass es nicht ernst genommen wird.
    11. Sag deinem Kind bei Schwierigkeiten ruhig: „Du wirst das lernen.“ Ich habe viele Kinder in ihrer Entwicklung begleitet und damit gute Erfahrungen gemacht.
    12. Frag dich vor jedem kritisierenden Satz an dein Kind: Würde ich das genauso zu meiner besten Freundin sagen?
    13. Beschreib sachlich und freundlich, was du siehst, statt gleich zu schimpfen.
    14. Stell deinem Kind offene Fragen statt geschlossener Ja-Nein-Fragen, wenn du zum guten Sprachvorbild werden willst.

    Tipps für Grenzen setzen ohne Strafen

    Grenzen und Strafen sind zwei verschiedene Dinge. Das eine gibt Halt, das andere kostet vor allem Vertrauen.

    1. Sag deinem Kind, was es stattdessen tun darf, statt nur zu verbieten. Biete konkrete Alternativen an, zum Beispiel „Du darfst auf der Matratze hüpfen“ statt „Nicht auf dem Sofa“.
    2. Sorg selbst für genug Erholung, damit du deine Grenzen auch wahren kannst.
    3. Verteile Zumutungen im Alltag fair zwischen dir und deinem Kind.
    4. Unterscheide zwischen Bedürfnissen und Wünschen deines Kindes und erfüll nicht automatisch jeden Wunsch.
    5. Setz deinem Kind klare, deutliche und liebevolle Grenzen, ganz ohne Strafen.
    6. Ersetz Sätze wie „weil ich das sage“ durch echte Beteiligung deines Kindes.
    7. Prüf, ob deine Verhaltenserwartungen wirklich zum Entwicklungsstand deines Kindes passen.
    8. Führ Erziehungsgespräche mit deinem Kind unter vier Augen, nicht vor der ganzen Familie.
    9. Kündige Übergänge rechtzeitig an, zum Beispiel mit einem Lied, einem Timer oder einem Bewegungssignal, statt dein Kind zu überrumpeln.
    10. Wähle „Time-in“ statt „Time-out“ – bleib mit deinem Kind in Verbindung, statt es wegzuschicken.
    11. Frage dich in schwierigen Momenten ehrlich, ob du gerade aus Verbindung oder aus Kontrollbedürfnis handelst.
    12. Wenn dein Kind etwas falsch gemacht hat, besprecht gemeinsam, was beim nächsten Mal anders laufen könnte, statt es nur zu tadeln.
    13. Überleg dir vor dem Gespräch, wie eine Lösung aussehen könnte, mit der alle gut leben können.
    14. Zerlege Aufgaben für jüngere Kinder in einzelne Teilschritte, statt nur „räum dein Zimmer auf“ zu sagen. Meine Kids waren auch phasenweise Genies, die das Chaos beherrschten – das kenne ich also aus erster Hand.

    Tipps rund um Verbindung und Vertrauen stärken

    Verbindung ist die Grundlage, auf der alles andere aufbaut. Ohne sie hört uns niemand wirklich zu, nicht mal die eigenen Kinder.

    1. Nutz Körperkontakt, um deinem Kind Geborgenheit zu vermitteln.
    2. Sucht beim Reden bewusst Blickkontakt – das setzt Oxytocin frei und stärkt eure Verbindung. Das ist besonders vor einem wichtigen Satz hilfreich. Geh dann auf Augenhöhe mit deinem Kind.
    3. Übe aktives Zuhören, statt schon an deiner Antwort zu feilen.
    4. Frag konkret nach, zum Beispiel „Was hat dich heute besonders interessiert?“, statt nur „Wie war’s?“ zu fragen.
    5. Wenn sich dein Kind etwas wünscht, frag (dich) zuerst nach dem Bedürfnis dahinter, statt gleich einzukaufen.
    6. Gehe zu deinem Kind hin, statt quer durchs Haus oder über den Flur zu rufen.
    7. Berühre dein Kind kurz am Arm, wenn du seine Aufmerksamkeit brauchst.
    8. Zeige deinem Kind schon durch deine Körpersprache, dass du es verstanden hast, bevor du überhaupt etwas sagst.
    9. Verbinde dich erst emotional mit deinem Kind, bevor du es zur Lösung anleitest.
    10. Sei für dein Kind der sichere Hafen, wenn es gerade richtig Stress hat.
    11. Sag deinem Kind, wann du Zeit für es hast, statt nur „Ich hab jetzt keine Zeit“ zu sagen.
    12. Schenk deinem Kind regelmäßig ein paar Minuten volle, ungeteilte Aufmerksamkeit – in diesen Momenten tanken Kinder Kraft.
    13. Sag auch mal selbst „Es tut mir leid“, wenn du einen Fehler gemacht hast – dein Kind lernt von dir, wie man damit umgeht.
    14. Sprich den Namen deines Kindes immer freundlich aus – möglichst nicht genervt oder schimpfend.
    15. Gib deinem Kind selbst Aufmerksamkeit, bevor du sie von ihm einforderst.
    16. Leg dein Handy weg, wenn dein Kind mit dir redet oder dich um etwas bittet.
    17. Sag „Ich danke dir“ statt einem schnellen „Danke“, wenn du wirklich in die Verbindung gehen willst.
    18. Lass deinem Kind Zeit zu antworten und nimm seine Antwort ernst.

    Tipps rund um Selbstwert stärken und richtig loben

    Wie wir über unsere Kinder sprechen, wird irgendwann zu dem, wie sie über sich selbst sprechen.

    1. Streich das Wort „kindisch“ als Abwertung aus deinem Sprachgebrauch.
    2. Nutz das Wort „gelingen“ aktiv in deinem Sprachgebrauch.
    3. Danke deinem Kind für seine Kooperation, statt es dafür zu loben. Oft merken wir als Erwachsene gar nicht, dass und wie oft wir von Kindern Kooperation erwarten.
    4. Setz bei dem an, was dein Kind schon gut kann, statt bei seinen Schwächen.
    5. Sei vorsichtig mit Lob wie „Du kannst das doch schon so toll“ – das kann sich für dein Kind wie eine versteckte Erwartung anfühlen.
    6. Sag deinem Kind lieber „Erzähl mir davon“, wenn es dir ein Bild zeigt, anstatt es nur schön zu finden.
    7. Ersetz Pauschallob wie „toll“ oder „super“ durch eine genaue Beschreibung dessen, was du siehst. Ich ertappe mich selbst und mein Umfeld immer wieder dabei, in diese Gewohnheits-Falle zu tappen.
    8. Nutze neben Worten auch Lächeln und Nicken, um Wertschätzung zu zeigen.
    9. Benenn die Anstrengung, die dein Kind investiert hat, statt nur das Ergebnis zu loben.
    10. Verzichte auf Vergleiche mit anderen Kindern oder mit früheren Leistungen deines Kindes. Mein Sohn ist ein erfolgreicher Leistungssportler geworden – nicht, weil ich ihn dafür gelobt habe.
    11. Sag deinem Kind nie „Du bist ein Zappelphilipp“ oder ähnliche Etiketten – die bleiben hängen.

    Tipps um schwierige Situationen zu meistern

    Für die Momente, in denen es gerade so richtig kracht – im Kopf oder am Küchentisch.

    1. Sag klar, wenn dich ein Gespräch überwältigt, und bitte um eine Pause.
    2. Verzichte auf Multitasking, wenn es gerade brenzlig wird. Du kannst nicht gleichzeitig aufmerksam Auto fahren und ein Konfliktgespräch sinnvoll führen.
    3. Frag zu Beginn eines schwierigen Gesprächs erst „Was funktioniert schon?“, statt gleich mit dem Problem einzusteigen.
    4. Nutz ab und zu Kopfstand-Brainstorming – überlegt gemeinsam, wie ihr das Problem noch schlimmer machen könntet, dann seht ihr, was ihr lassen solltet.
    5. Frag bei einem Missgeschick statt zu schimpfen: „Hast du eine Idee, wie du es beim nächsten Mal anders machen kannst?“
    6. Warte nach einem großen Gefühlsausbruch deines Kindes erstmal sieben bis zehn Minuten, bis die Stresshormone abgeflaut sind, bevor du mit ihm über die Situation sprichst.
    7. Check erstmal, wann dein Kind zuletzt etwas gegessen hat, bevor du dich über fehlende Kooperation ärgerst. Häufig erlebte ich, dass Kinder ohne Frühstück in die Kita kamen – ich fragte Kinder deshalb oft, ob sie schon etwas gegessen haben.
    8. Frag dein Kind, ob es müde ist, Schmerzen hat oder aufs Klo muss, bevor du Unlust als Trotz abstempelst.
    9. Greif zu einem Bilderbuch, wenn dein Kind gerade ein schwieriges Thema verarbeitet – das macht vieles leichter begreifbar.
    10. Frag dein Kind nach einem Streit erst, was es vorher gespielt oder gemacht hat, statt gleich schlichten zu wollen. So kommen die Situation und die Absichten ins Bewusstsein und oft ergibt sich dadurch eine mögliche Lösung.
    11. Frag bei Streit unter Kindern erstmal, ob die anderen schon über die Absicht eines Kindes Bescheid wissen.
    12. Wähl für schwierige Gespräche einen Zeitpunkt, der nicht direkt vor einem wichtigen Termin liegt.
    13. Antworte auf unpassende Sprüche von außen freundlich, aber bestimmt, und sprich die Person direkt mit Namen an, falls möglich.

    Tipps rund um Sprachentwicklung

    Manche Kinder brauchen noch ein bisschen mehr Zeit oder eine besondere Herangehensweise. Diese Tipps sind aus meiner heilpädagogischen Praxis.

    1. Sprich von Anfang an mit einem reichen Wortschatz statt in vereinfachten Begriffen. Diese Erfahrung bringe ich als Heilpädagogin mit, die viele Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung begleitet hat.
    2. Verwende einfache Wörter bei Kindern mit kognitiven Einschränkungen.
    3. Rede in kurzen, einfachen Sätzen mit deinem Kind statt in komplizierten Schachtelsätzen.
    4. Bevorzuge Aktivsätze statt Passivsätze, wenn du mit Kindern sprichst.
    5. Achte darauf, welche Bilder deine Redewendungen im Kopf erzeugen.
    6. Pass deine Sprechgeschwindigkeit an dein Kind an, gerade wenn es noch mitten im Sprachlernprozess steckt. Dann kann dir dein Kind leichter folgen.
    7. Mach zwischen deinen Sätzen bewusst eine kleine Pause, damit dein Kind das Gesagte verarbeiten kann und warte auf seine Antwort.
    8. Wenn dein Kind noch unvollständige Sätze spricht, kannst du das, was dein Kind ausdrücken will wiederholen und es zu einem ganzen Satz erweitern.
    9. Korrigiere dein Kind nicht ständig, wenn es sich verspricht – wiederhol das Wort einfach richtig, ohne Kommentar.
    10. Nutze den ganz normalen Alltag zur Sprachförderung, statt extra Übungsstunden einzuplanen.
    11. Verzichte im Vorschulalter auf Ironie – dein Kind versteht sie noch nicht.

    Wenn dich dieses Thema interessiert, trag dich gern in meinen Newsletter ein – dort teile ich regelmäßig neue Sprach- und Stressregulationstipps für den Alltag mit Kindern. Und falls du merkst, dass du dir für dich selbst noch mehr Klarheit und Gelassenheit wünschst: Schau gern mal bei meinem KommunikationsCoaching vorbei.

    FAQ

    Wie kommuniziere ich klarer mit meinem Kind?

    Ich fange nie beim Kind an, sondern bei mir selbst: erst mein eigenes Nervensystem regulieren, dann sprechen. Danach helfen kurze, konkrete Sätze mehr als lange Erklärungen – zum Beispiel Blickkontakt und der Name deines Kindes, bevor die eigentliche Bitte kommt. In meiner Sammlung findest du dazu 133 einzeln nutzbare Tipps in 9 Kapiteln.

    Was tun, wenn mein Kind nicht auf mich hört?

    Meistens hilft es, erst Verbindung herzustellen, bevor du sprichst – auf Augenhöhe gehen, Blickkontakt suchen, den Namen deines Kindes sagen und dann eine kurze Pause lassen. Auch ein Check, ob dein Kind gerade müde, hungrig oder überfordert ist, klärt oft mehr als ein weiteres Ermahnen. Konkrete Beispiele dazu findest du in meinem Kapitel „Verbindung und Vertrauen stärken“.

    Wie bleibe ich ruhig, wenn mich mein Kind stresst?

    Der erste Schritt ist immer, das eigene Nervensystem zu beruhigen, bevor du reagierst – zum Beispiel mit bewusstem Ausatmen oder einer kurzen Körperübung wie der Schmetterlingsumarmung. Erst wenn du selbst wieder ruhig bist, kannst du dein Kind mitregulieren. Das ist der Kern meiner Methode „Nervenklar reden“.

    Wie setze ich Grenzen, ohne zu strafen?

    ag deinem Kind konkret, was es stattdessen tun darf, statt nur zu verbieten, und bleib dabei mit ihm in Verbindung, statt es wegzuschicken. Strafen kosten vor allem Vertrauen, während klare, liebevolle Grenzen Halt geben. Mein Kapitel „Grenzen setzen ohne Strafen“ zeigt dazu 14 konkrete Beispiele.

    Wie lobe ich mein Kind richtig?

    Ersetz Pauschallob wie „toll“ oder „super“ durch eine genaue Beschreibung dessen, was du siehst, und benenne die Anstrengung statt nur das Ergebnis. Vergleiche dabei nie mit anderen Kindern oder früheren Leistungen. Mehr dazu in meinem Kapitel „Selbstwert stärken und richtig loben“.


    Über die Autorin:

    Ich bin Heike Brandl, Trainerin für Kommunikation und Stressregulation. Seit über 30 Jahren begleite ich Menschen in Kita, Familie und Bildung – erst als Erzieherin und Diplom-Heilpädagogin in eigener Praxis, seit fast 20 Jahren als Dozentin in Kita-Fortbildungen. Auf Basis von LINGVA ETERNA und aktuellem Nervensystemwissen zeige ich, wie klare, wertschätzende Kommunikation gelingt – beginnend beim Nervensystem. Mehr über mich: heikebrandl.de/ueber-mich

  • Nervenklar reden: meine Methode für Kommunikation, die beim Nervensystem beginnt

    Nervenklar reden: meine Methode für Kommunikation, die beim Nervensystem beginnt

    Kennst du diesen Moment? Dein Kind hört zum dritten Mal nicht. Deine Stimme wird lauter, ohne dass du es willst. Und irgendwo in dir denkst du: Eigentlich weiß ich es doch besser.

    Oder diesen: Im Team eskaliert wieder etwas, das eigentlich eine Kleinigkeit war. Zwei Kolleginnen sprechen aneinander vorbei. Und du stehst dazwischen und fragst dich, wo du anfangen sollst.

    Ich kenne beide Momente gut. Als Mutter. Als Erzieherin. Als Trainerin, die seit über 30 Jahren mit Familien und Kita-Teams arbeitet.

    Und genau aus diesen Momenten heraus ist meine Methode entstanden: Nervenklar reden. Nervenklar reden ist meine Methode, die das LINGVA ETERNA Sprachkonzept mit aktuellem Nervensystemwissen verbindet – über einen fortlaufenden Blick auf den Stresslevel und vier flexible Phasen.

    Das Wichtigste in Kürze

    – Nervenklar reden ist meine Methode, die das LINGVA ETERNA Sprachkonzept mit aktuellem Nervensystemwissen verbindet – gewachsen aus über 30 Jahren Praxis mit Familien und Kita-Teams.

    – Die Basis ist der Gärtnerinnen-Blick: den eigenen Stresslevel und den des Gegenübers fortlaufend wahrnehmen.

    – Vier flexible Phasen führen von den eigenen Ressourcen bis zur Verbindung mit dem Gegenüber – mehr dazu weiter unten.

    – Der Grundsatz: erst Verbindung, dann Klärung. Klarheit ohne Kontakt erzeugt Widerstand statt Kooperation.

    – Die Methode funktioniert gleichermaßen für Elterngespräche und Kita-Teams.

    Warum reicht Kommunikation allein nicht?

    Lange habe ich Kommunikation trainiert. Wie du klar sprichst. Wie du Sätze so formulierst, dass sie ankommen. Das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept, mit dem ich seit 10 Jahren arbeite, gibt dafür ein starkes Fundament: Präsenz, Klarheit, Wertschätzung.

    Doch irgendwann ist mir etwas aufgefallen. Selbst die klarste Formulierung nützt wenig, wenn dein Nervensystem gerade im Alarm ist. Du kannst die richtigen Worte kennen – und trotzdem schreist du. Weil dein Körper längst reagiert, bevor dein Kopf mitreden kann.

    Also habe ich weitergelernt. Eine Stressregulations-Ausbildung bei Kati Bohnet hat mir gezeigt: Kommunikation beginnt nicht bei den Worten. Sie beginnt beim Nervensystem.

    Zwei Wissensfelder, die ich seitdem zusammenbringe: Kommunikation und Nervensystem. Nicht nebeneinander, sondern ineinander verwoben. Genau das ist Nervenklar reden – eine eigene Methode, die aus über 30 Jahren Praxis mit Familien und Kita-Teams gewachsen ist. Kein theoretisches Konstrukt, sondern das, was ich tatsächlich tue, wenn ich Menschen begleite.

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    Der Gärtnerinnen-Blick – die Basis von allem

    In meinem Buchprojekt „Achtsam reden mit deinem Kind“ habe ich ein Bild gefunden, das ich seitdem nicht mehr loslasse: den Gärtnerinnen-Blick.

    Eine Gärtnerin schaut nicht einmal auf ihr Beet und geht dann wieder. Sie schaut immer wieder hin. Prüft den Boden. Bemerkt, ob eine Pflanze mehr Wasser braucht oder einfach nur Zeit.

    Genau so arbeite ich – mit dir, mit deinem Kind, mit deinem Team. Ich achte fortlaufend auf Stresssignale. Deine Körperhaltung. Dein Sprechtempo. Ob Unruhe in dir ist oder Ruhe. Und ich frage nach: Wo stehst du gerade, auf einer Skala von eins bis zehn?

    Dieser Blick läuft die ganze Zeit mit. Er ist keine einzelne Übung, sondern die Haltung, die alles andere trägt. Er entscheidet, was als Nächstes dran ist – und was gerade warten kann.

    Vier Phasen, die sich dem Moment anpassen

    Aus diesem Blick heraus arbeite ich mit vier Phasen. Wichtig dabei: Sie sind kein starrer Ablauf. Kein Schritt eins, zwei, drei, vier, den du stur abarbeitest. Sondern vier Räume, die du je nach Situation ansteuerst – manchmal in dieser Reihenfolge, manchmal anders.

    Info Box – Leichte Sprache


    Nervenklar reden hat vier Teile.
    Erstens: Was schon gut klappt, ansehen.
    Zweitens: Anders auf das Problem schauen.
    Drittens: Erst selbst zur Ruhe kommen.
    Viertens: Verbindung schaffen, bevor du klärst.
    Sie laufen nicht immer in derselben Reihenfolge.
    Die ganze Zeit gilt: den eigenen Stresslevel spüren.

    Was schon trägt

    Wir starten selten beim Problem. Stattdessen fragen wir: Was funktioniert bereits? Wann klappt der Übergang morgens gut? Unter welchen Bedingungen ist das Team im Austausch stark?

    Diese Ressourcenorientierung ist bewusst gewählt. Ein reguliertes Nervensystem findet leichter Lösungen als eines, das sich im Problem festbeißt. Wenn wir zuerst das Gelingende sichtbar machen, entsteht Boden, auf dem alles Weitere wachsen kann.

    Anders hinschauen

    Dann wenden wir uns der schwierigen Situation zu – aber über einen Umweg. Manchmal mit einem Kopfstand-Brainstorming: Was würde die Situation noch schlimmer machen? Manchmal über eine Resonanzrunde oder eine Hypothese.

    Der Clou dabei: Die Einsicht entsteht bei dir selbst. Ich sage dir nicht, was du anders machen sollst. Du kommst selbst darauf – und das bleibt viel eher hängen als jeder gut gemeinte Ratschlag.

    Wo stehst du gerade?

    Jetzt kommt ein Schritt, der oft übersehen wird: deine eigene Regulation. Bevor du dich um dein Kind oder deine Kollegin kümmern kannst, brauchst du selbst Halt. Was brauchst du gerade, um die Situation zu tragen? Manchmal reicht ein bewusster Atemzug. Manchmal braucht es eine körperorientierte Übung, bevor überhaupt weitergesprochen wird.

    Das ist keine Nebensache. Ohne deine eigene Regulation gibt es keine Co-Regulation für dein Gegenüber.

    Verbindung vor Klärung

    Erst jetzt geht es um das Bedürfnis des anderen – deines Kindes, deiner Kollegin, deines Teams. Und auch hier gilt: erst Kontakt, dann Klärung.

    Aus dem LINGVA ETERNA Konzept nutze ich dafür die 3 A: Ansprechen mit dem Namen. Anschauen. Atmen – um deinem Gegenüber einen Moment zu geben, im Gespräch anzukommen.

    Danach: benennen, was du siehst, ohne zu bewerten. Eine Vermutung zum Bedürfnis äußern. Und Fragen stellen, die Kooperation möglich machen, statt Widerstand zu erzeugen.

    Ein Beispiel aus der Kita

    Damit das nicht abstrakt bleibt, nehme ich dich kurz mit in eine Situation, wie ich sie oft in Fortbildungen bespreche.

    Zwei Erzieherinnen geraten im Morgenkreis aneinander. Die eine hat spontan das Programm geändert, die andere fühlt sich übergangen. Die Stimmung im Team ist angespannt, und die Leitung soll vermitteln.

    Wo setzt der Gärtnerinnen-Blick an? Zuerst bei der Beobachtung: Beide Stimmen werden schneller, die Körperhaltung wird eng. Eine kurze Skalierungsfrage – „Wie angespannt fühlt ihr euch gerade, von eins bis zehn?“ – macht sichtbar, dass beide bei sieben oder acht stehen. Zu hoch, um sofort zu klären.

    Also beginnt die Leitung nicht mit der Klärung, sondern mit Was schon trägt: Was hat in den letzten Wochen im Team gut funktioniert, wenn spontan etwas geändert werden musste? Beide erinnern sich an eine Situation, in der genau das gut lief – und die Anspannung sinkt schon ein Stück.

    Erst danach kommt Anders hinschauen – zum Beispiel über eine Resonanzrunde: Was würde passieren, wenn spontane Änderungen künftig nie mehr angekündigt würden? Beide erkennen selbst, ohne dass jemand es ihnen sagt: Eine kurze Vorwarnung würde vieles leichter machen.

    Weil die Anspannung dabei noch nicht ganz abgebaut ist, bleibt die Leitung kurz bei Wo stehst du gerade? – ein bewusster Atemzug für alle Beteiligten, bevor es weitergeht.

    Und erst dann folgt Verbindung vor Klärung: Kontakt herstellen über die 3 A, benennen, was beobachtet wurde, eine Vermutung zum Bedürfnis äußern – „Ich vermute, dir war wichtig, vorher gefragt zu werden, ist das so?“ – und darauf aufbauend gemeinsam eine Lösung finden, der beide zustimmen können.

    Ein Beispiel aus der Familie

    Auch für Eltern trägt dieselbe Struktur – nur kleiner und schneller, mitten im Alltag.

    Dein Kind will abends partout nicht ins Bett. Du merkst: Dein eigener Puls geht hoch, deine Stimme wird schärfer. Der Gärtnerinnen-Blick meldet sich – Zeit, kurz innezuhalten, statt sofort zu reagieren.

    Vielleicht beginnst du mit einem inneren Blick auf Was schon trägt: Gestern hat das Zubettgehen gut geklappt, mit der Gute-Nacht-Geschichte und dem gedimmten Licht. Dieses Bild hilft dir schon, ruhiger zu werden.

    Wo stehst du gerade? kommt hier oft zuerst, noch vor jedem Wort an dein Kind – ein bewusster Atemzug, bevor du überhaupt sprichst. Erst dann bist du bereit für Verbindung vor Klärung: den Namen deines Kindes sagen, es anschauen, kurz innehalten. Benennen, was du siehst – „Du bist gerade noch so wach“ – statt zu bewerten. Und eine Vermutung: „Vielleicht willst du den Tag noch nicht loslassen?“

    Klingt nach mehr Aufwand, als einfach „Jetzt ist Schlafenszeit!“ zu rufen. Und doch braucht es oft nur wenige Atemzüge mehr – dafür ohne Eskalation danach.

    Was verändert Nervenklar reden im Alltag?

    Vielleicht denkst du jetzt: Klingt schön, aber funktioniert das wirklich, wenn mein Kind gerade schreit oder im Kita-Alltag keine Zeit für vier Phasen bleibt?

    Ehrlich gesagt: Ja. Nicht, weil du dir jedes Mal alle vier Schritte bewusst machst. Sondern weil sich mit der Zeit etwas in dir verändert. Der Gärtnerinnen-Blick wird zur Gewohnheit. Du bemerkst früher, wo du gerade stehst. Und du reagierst nicht mehr automatisch aus dem Stress heraus, sondern etwas bewusster.

    Das braucht keine Perfektion. Das ist normal, wenn du etwas Neues lernst. Manchmal klappt es. Manchmal fällst du zurück in alte Muster – und das ist auch völlig in Ordnung.

    Was sich verändert, ist die Beziehung. Zwischen dir und deinem Kind. Zwischen dir und deinem Team. Kooperation entsteht nicht durch Druck, sondern durch Verbindung. Das ist keine hübsche Idee, das ist Nervensystemwissen: Ein Mensch, der sich sicher fühlt, kann kooperieren. Ein Mensch im Alarm nicht.

    „Ist das nicht zu weichgespült?“

    Diese Frage höre ich öfter, wenn ich Nervenklar reden vorstelle. Vor allem im Kita-Kontext, wo manche befürchten: Wenn wir so viel auf Bedürfnisse schauen, fehlt dann nicht die Geradlinigkeit? Dürfen Kinder dann zu viel?

    Ich verstehe diese Sorge – und ich sehe es anders. Bedürfnisorientierung heißt nicht, keine Grenzen zu setzen. In Phase D, Verbindung vor Klärung, kann durchaus eine klare Aufforderung stehen. Der Unterschied liegt nicht darin, ob du klar bist. Sondern wann. Erst Verbindung, dann Klarheit – nicht umgekehrt. Klarheit ohne Verbindung erzeugt oft nur Widerstand. Verbindung vor Klarheit macht Kooperation erst möglich.

    Woher kommt der Name „Nervenklar reden“?

    Vielleicht fragst du dich: Warum „nervenklar“? Weil genau das das Ziel ist – nicht nervenstark im Sinne von durchhalten und funktionieren, sondern klar. Klar in dem, was gerade in dir passiert. Klar in dem, was dein Gegenüber braucht. Und klar in der Sprache, die daraus entsteht.

    Nervenklar reden ist meine eigene Verknüpfung aus zwei Feldern, die ich seit Jahren lebe: dem LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept und aktuellem Nervensystemwissen. Nicht die einzelnen Bausteine machen den Ansatz besonders – sondern wie sie ineinandergreifen. Gewachsen aus über 30 Jahren Praxis als Erzieherin, Diplom-Heilpädagogin und Kommunikationstrainerin. Keine Theorie vom Schreibtisch, sondern das, was sich in unzähligen Elterngesprächen und Kita-Fortbildungen bewährt hat.

    Vielleicht kennst du auch den Ansatz „Nervenstark verbunden“ von Kati Bohnet, bei der ich meine Stressregulations-Ausbildung gemacht habe. Ihr Wissen zum Nervensystem steckt in meiner Arbeit – dafür bin ich dankbar. Nervenklar reden ist trotzdem ein eigener Weg: die Verbindung mit dem LINGVA ETERNA Sprachkonzept, die vier Phasen, der Gärtnerinnen-Blick – das ist aus meiner eigenen jahrzehntelangen Praxis mit Familien und Kita-Teams gewachsen.

    Und jetzt?

    Du musst hier nichts sofort verändern. Vielleicht nimmst du einfach eine Sache mit: den Gärtnerinnen-Blick. Beobachte morgen einmal, in welchen Momenten dein Stresslevel steigt. Ganz ohne Bewertung. Nur mit Neugier und Wohlwollen.

    Und wenn du merkst, dass du Nervenklar reden nicht nur lesen, sondern selbst erleben möchtest, gibt es verschiedene Wege dorthin – je nachdem, was du gerade brauchst. Manchmal ist es eine Beratung zu konkreten Wegen und Methoden für dein Team. Manchmal ein Coaching, das bei der Co-Regulation ansetzt. Manchmal ein KommunikationsCoaching, das ganz bei deiner Sprache im Alltag beginnt. Was davon passt, finden wir gemeinsam heraus – ganz in deinem Tempo.

    Wenn du magst, melde dich einfach bei mir. Ich freue mich darauf, mit dir ins Gespräch zu kommen.


    FAQ

    Was ist Nervenklar reden?

    Nervenklar reden ist meine Methode für Kommunikation, die beim Nervensystem beginnt. Ich verbinde das LINGVA ETERNA Sprachkonzept mit aktuellem Nervensystemwissen – gewachsen aus über 30 Jahren Praxis mit Familien und Kita-Teams.

    Was ist der Gärtnerinnen-Blick?

    Der Gärtnerinnen-Blick ist die durchlaufende Basis meiner Methode: das fortlaufende Wahrnehmen des eigenen Stresslevels und des Stresslevels meines Gegenübers, ähnlich wie eine Gärtnerin immer wieder nach ihrem Beet schaut.

    Muss ich die vier Phasen immer in derselben Reihenfolge durchlaufen?

    Nein. Die vier Phasen – Was schon trägt, Anders hinschauen, Wo stehst du gerade?, Verbindung vor Klärung – steuere ich situativ an, je nachdem, was der Gärtnerinnen-Blick gerade zeigt.

    Für wen eignet sich Nervenklar reden?

    Für Eltern genauso wie für Kita-Fachkräfte und -Leitungen. Die Struktur passt sich der jeweiligen Beziehung an – ob im Elterngespräch oder im Team.

    Wie unterscheidet sich Nervenklar reden von „Nervenstark verbunden“?

    „Nervenstark verbunden“ ist der Ansatz meiner Ausbilderin Kati Bohnet, bei der ich meine Stressregulations-Ausbildung gemacht habe. Nervenklar reden ist mein eigener Weg: die Verbindung mit dem LINGVA ETERNA Sprachkonzept und die vier Phasen sind aus meiner eigenen jahrzehntelangen Praxis gewachsen.

  • 70 + Fakten über Kommunikation, die ich als Kommunikationstrainerin gesammelt habe

    70 + Fakten über Kommunikation, die ich als Kommunikationstrainerin gesammelt habe

    Kommunikation – ein weites Feld mit vielen interessanten, kuriosen und historischen Informationen. Manche Fakten über Kommunikation sind aus meinem eigenen Blog und meiner Erfahrung aus vielen Seminaren, manche aus der weiten Welt des Internets. Ich habe eine bunte Mischung für dich zusammengestellt. Klick dich gerne durch die Quellen und entdecke Neues.

    Das Wichtigste in Kürze

    – Der Begriff „Kommunikation“ stammt vom lateinischen „communicare“ – „gemeinsam machen“ – und war im Deutschen noch bis in die 1960er-Jahre ein eher unübliches Wort.

    – Das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept gibt es bereits seit Mitte der 90er Jahre.

    – Weltweit gibt es heute rund 7.000 Sprachen – von Mandarin mit fast einer Milliarde Sprecher*innen bis zu über 70 Pfeifsprachen.

    – Ob im OP, im Klassenzimmer oder im Marketing: Bessere Kommunikation führt zu besserer Leistung, Kooperation und sogar manchmal zum Frieden.

    – Und ganz persönlich: einige meiner eigenen Erfahrungen als Sprach- und Kommunikationstrainerin sind auch dabei.

    Was bedeutet der Begriff „Kommunikation“?

    1. Das Wort „Kommunikation“ stammt vom lateinischen Verb „communicare“ ab, das „teilen“, „mitteilen“ oder wörtlich „gemeinsam machen“ bedeutet. Quelle
    2. „Communicare“ wiederum geht auf „communis“ zurück – „gemeinsam“ oder „öffentlich“ – und ist mit dem Wort „Kommune“ verwandt. Quelle
    3. Das deutsche Verb „kommunizieren“ wurde bereits im 15. Jahrhundert aus dem Lateinischen entlehnt – ursprünglich als kirchlicher Fachbegriff für „die Kommunion empfangen“. Quelle
    4. Im Englischen ist „communication“ bereits seit dem 14. Jahrhundert belegt – zunächst im Sinne von „Handlung des Mitteilens, Besprechens oder Beratens“. Quelle
    5. Erst ab 1715 wurde „communication“ im Englischen auch für konkrete Verkehrswege und Übertragungsmittel verwendet – also für das, worüber etwas transportiert wird, nicht nur für den Akt des Mitteilens selbst. Quelle
    6. Bis weit ins 20. Jahrhundert spielte das Wort „Kommunikation“ im Alltagsdeutsch kaum eine Rolle. Gebräuchlich war es vor allem in der Physik – bei „kommunizierenden Röhren“. Quelle
    7. Noch 1969 bezeichnete Paul Watzlawick den Begriff „Kommunikation“ im Vorwort zur deutschen Ausgabe seines berühmten Buchs „Menschliche Kommunikation“ selbst als „im Deutschen ungewohnt“. Quelle

    Wie hat sich Kommunikation geschichtlich entwickelt?

    1. Im Museum für Kommunikation in Frankfurt findest du eine grandiose Ausstellung über die Geschichte der Kommunikation und Medien.
    2. Rhetorik ist ein altgriechisches Wort und bezeichnet die Kunst der Rede. Schon in der Antike gab es eigene Rhetoriklehrer und Rhetorikhandbücher.
    3. Durch die propagandistische Vereinnahmung der Nationalsozialisten geriet Rhetorik regelrecht in Verachtung. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird Rhetorik wieder differenziert und wissenschaftlich erforscht.
    4. In der Schweiz wird das Wort „kriegen“ nicht oder nur selten benutzt – die Schweiz führt seit Jahrhunderten keine Kriege. Das deutsche Wort „kriegen“ ist etymologisch, also vom Wortursprung her, mit „Krieg“ verwandt.
    5. Obwohl in Deutschland seit über 70 Jahren Frieden herrscht, ist die Alltagssprache noch immer voller kriegerischer Redewendungen. Manche kriegerisch geprägten Redewendungen reichen bis ins Mittelalter zurück.
    6. Das erste Telegramm der Geschichte wurde 1838 in den USA verschickt – über eine Distanz von gerade einmal 3 Kilometern. Quelle
    7. Alexander Graham Bell erhielt 1876 das Patent für das Telefon – der Titel des Patents lautete allerdings nüchtern „Verbesserung der Telegraphie“. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, was daraus werden würde. Quelle
    8. Mechthild von Scheurl-Defersdorf hat das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept bereits Mitte der 1990er-Jahre begründet. Ab 2004 ententwickelte sie das Konzept gemeinsam mit dem Arzt und Neurowissenschaftler Dr. med. Theodor von Stockert weiter.
    9. Das LINGVA ETERNA Kommunikationsmodell mit seinen 5 Schritten wurde erst 2015 entwickelt – also rund 20 Jahre nach den Grundlagen des Konzepts.

    Welche Zahlen und Statistiken gibt es zur Kommunikation?

    1. Der antike Philosoph Epiktet erklärte die zwei Ohren und die eine Zunge des Menschen damit, dass wir doppelt so viel hören wie sprechen sollten.
    2. Weltweit gibt es heute rund 7.000 verschiedene Sprachen. Quelle
    3. Mandarin-Chinesisch hat mit fast einer Milliarde Sprecher*innen mehr Muttersprachler als jede andere Sprache der Welt. Quelle
    4. Für deutsche Sprecher gilt ein Sprechtempo von 90 bis 120 Wörtern pro Minute als Referenzbereich.
    5. Vom Kindes- zum Erwachsenenalter nimmt das Sprechtempo eines Menschen kontinuierlich zu.
    6. Traurigkeit und Langeweile senken das Sprechtempo, Aufregung und Wut erhöhen es.
    7. Weltweit werden täglich mehr als 10 Milliarden Emojis verschickt. Quelle
    8. Über den Messenger WhatsApp werden weltweit täglich rund 65 Milliarden Nachrichten, Fotos und Videos verschickt. Quelle
    9. Das LINGVA ETERNA Kommunikationsmodell besteht aus genau 5 Schritten: Intention, Ansprache, Rahmen, Diskurs, Abschluss.
    10. Das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept ruht auf genau 3 Säulen: Präsenz, Klarheit, Wertschätzung.

    Wissen über und Wirkung von Sprache und Kommunikation

    1. Es gibt eigene Fachrichtungen wie Interkulturelle Kommunikation, Mensch-Maschine-Kommunikation und Gebärden-unterstützte Kommunikation.
    2. Rhetoriktraining zielt vor allem auf Überzeugung und Wirkung beim Publikum – Kommunikationstraining auf den gelingenden Dialog im Alltag. Quelle
    3. Häufig verwendete Wörter aus dem Wortfeld „schlagen“ (Ratschlag, Vorschlag, Schlagabtausch) sind mit derselben motorischen Vorstellung im Gehirn verknüpft wie die Handbewegung des Schlagens.
    4. Unter Stress schaltet das autonome Nervensystem das denkende Hirn (präfrontaler Kortex) ganz oder teilweise ab. Deshalb erreichen wir Menschen in hoch emotionaler Verfassung schwer oder gar nicht mit Sprache. Sie brauchen dann einfach Körperkontakt oder eine andere Form von Zuwendung.
    5. Ist der ventrale Vagusnerv unter Stress inaktiv, ist auch unser Hören beeinträchtigt – wir nehmen gar nicht mehr richtig wahr, was das Gegenüber sagt. Quelle
    6. Ein hohes Sprechtempo geht häufig mit undeutlicher Aussprache und flacher Atmung einher. Kinder übernehmen unbewusst den schnellen Herzschlag und flachen Atem schnell sprechender Erwachsener.
    7. Die Formulierung „Könntest du bitte …?“ ist grammatikalisch eine Frage, in Wahrheit aber fast immer eine Aufforderung – eine sogenannte Pseudofrage.
    8. Namen sind laut LINGVA ETERNA „nie zum Schimpfen da“ – sie sind zum Streicheln der Seele gedacht.
    9. Ein fehlender Rahmensatz ist einer der häufigsten Gründe für leicht vermeidbare Konflikte – zwischen Erwachsenen genauso wie zwischen Kindern.
    10. Die Wörter „müssen“ und „schnell“ kommen im Alltag oft im Doppelpack vor – und erzeugen dadurch doppelten Druck.
    11. Bewusster Gebrauch von Personalpronomen wie „ich“, „du“ und „wir“ schafft im Gespräch spürbare Nähe und Aufmerksamkeit.
    12. Eine bejahende, zielorientierte Sprache kennt kaum das Wort „nicht“.
    13. Sprache ist ansteckend: Egal ob du häufig „bitte“ und „danke“ sagst oder Schimpfwörter – dein Kind und andere Mitmenschen werden deine Wortwahl aufgreifen. Wie du in den Wald rufst, so schallt es zurück. Und das gilt nicht nur für Wörter, sondern auch für Satzbau und Grammatik.
    14. Floskeln bleiben in der Regel an der Oberfläche. Tiefgang in Gesprächen erzielst du eher mit konkreten Fragen. Anstatt „Wie war es heute in der Schule?“ frage lieber „Was hat dich heute im Sachunterricht besonders interessiert?“
    15. Füllwörter wie „auch, also, nun, quasi“ kannst du oft einfach weglassen. Sie bringen keinen Mehrwert. Andere Füllwörter, wie „irgendwie, vielleicht, eigentlich“ hinterlassen bei Gesprächspartner*innen den Eindruck, dass du unverbindlich und/oder unsicher bist.

    Fun Facts und Kurioses zur Kommunikation

    1. „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ – Das berühmte Zitat vom Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick kennen heute viele Menschen. Es bedeutet: Du vermittelst immer eine Botschaft, sogar wenn du nichts sagst.
    2. Laut einer amerikanischen Studie sinkt die tatsächlich übermittelte Informationsrate, je schneller jemand spricht – „Wasserfall-Sprecher“ sagen also nicht automatisch mehr. Quelle
    3. Es gibt zahlreiche deutsche Redewendungen, die Stress mit Körperteilen verknüpfen – etwa „das liegt mir schwer auf der Brust“ oder „ich habe mir zu viel aufgehalst“. Quelle
    4. Als der deutsche Lehrer Philipp Reis 1861 zum ersten Mal Sprache über eine elektrische Leitung übertrug, wählte er absichtlich einen unsinnigen Testsatz: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ So konnte niemand die Wörter erraten – sie mussten also tatsächlich angekommen sein. Quelle
    5. Im Niederländischen heißt „telefonieren“ bis heute „bellen“ – benannt nach Alexander Graham Bell. Ein Hund „blafft“ dort aber ganz unabhängig davon. Quelle
    6. Die Bora im Amazonasgebiet führen komplexe Ferngespräche mit Trommeln – dabei geht es nicht nur um wichtige Neuigkeiten, sondern auch um ganz banale Alltagsbotschaften wie die Bitte, die Turnschuhe zum Trocknen reinzuholen. Quelle
    7. Im Vatikan wird bis heute mit Rauchzeichen kommuniziert: Weißer Rauch zeigt bei der Papstwahl im „Konklave“ die Entscheidung an, schwarzer Rauch signalisiert, dass noch kein neues Oberhaupt gewählt wurde.
    8. Die Pfeifsprache der Kanarischen Inseln („Silbo Gomero“) steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes und wird dort inzwischen wieder als eigenes Schulfach unterrichtet. Quelle
    9. Auslöser für die Erfindung des Smileys war eine ernst genommene Scherz-Warnung vor einem angeblich durch Quecksilber beschädigten Aufzug – die Verwirrung darüber brachte Scott Fahlman auf die Idee, Witze künftig extra zu kennzeichnen. Quelle
    10. Ein oft zitierter „Fakt“ behauptet, Kommunikation bestehe zu 93 Prozent aus Körpersprache und Tonfall und nur zu 7 Prozent aus den tatsächlichen Worten. Das ist eigentlich ein Mythos: Die zugrunde liegende Studie von Albert Mehrabian bezog sich nur auf sehr enge Situationen, in denen es um widersprüchliche Gefühlsäußerungen ging – nicht auf Kommunikation allgemein. Für eine Kommunikationstrainerin ist das selbst ein hübscher Fun Fact: ein Fakt über einen falsch verstandenen Fakt. Quelle

    Welche Erfolgsgeschichten zeigen die Kraft guter Kommunikation?

    1. Schon 1847 hielt die Gründungsschrift der American Medical Association fest: Das Leben eines kranken Menschen kann nicht nur durch ärztliches Handeln verkürzt werden, sondern auch durch die Worte und das Verhalten des Arztes. Quelle
    2. Frauen, die laut Hebammen ein Kind „bekommen“ statt es zu „kriegen“, berichten davon, eine leichtere Geburt erlebt zu haben.
    3. Eine Seminarteilnehmerin bemerkte: Ist sie stressfrei, spricht sie automatisch gelassener – und macht anderen dadurch weniger Druck.
    4. Im Dezember 1914 verständigten sich deutsche und britische Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg auf einen spontanen, inoffiziellen Waffenstillstand – ausgelöst dadurch, dass sie sich gegenseitig Weihnachtslieder über die Schützengräben hinweg zusangen und sich schließlich zuriefen. Quelle
    5. Während der Kubakrise 1962 – dem gefährlichsten Moment des Kalten Krieges – verhinderte ein sorgfältiger, wochenlanger Briefwechsel zwischen US-Präsident John F. Kennedy und dem sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow einen Atomkrieg. Quelle
    6. Weil die Kommunikation zwischen den beiden Weltmächten während der Kubakrise viel zu langsam funktionierte, richteten die USA und die Sowjetunion danach einen „Heißen Draht“ ein – eine direkte Fernschreiber-Verbindung zwischen Washington und Moskau, damit künftige Krisen schneller entschärft werden können. Quelle
    7. Nelson Mandela lernte während seiner jahrzehntelangen Gefangenschaft auf Robben Island gezielt Afrikaans, die Sprache seiner Wärter – aus der Überzeugung, dass echte Versöhnung mit einem Gegner nur gelingt, wenn man dessen Sprache und Denkweise kennt. Quelle
    8. Nach seiner Freilassung sprach Mandela immer wieder gezielt Afrikaans in der Öffentlichkeit – auch gegenüber seinem früheren politischen Gegner F. W. de Klerk, mit dem ihn später eine jahrzehntelange Freundschaft verband. 1993 erhielten beide gemeinsam den Friedensnobelpreis. Quelle
    9. Die von Marshall Rosenberg entwickelte Gewaltfreie Kommunikation wurde erfolgreich als Vermittlungsmethode in Krisen- und Kriegsgebieten eingesetzt, unter anderem in Ruanda, im Nahen Osten und im ehemaligen Jugoslawien. Quelle
    10. 1994 entwickelten serbische Pädagoginnen und Psychologen gemeinsam mit UNICEF ein dreibändiges Lehrwerk, um Kindern in Kindergärten und Schulen Gewaltfreie Kommunikation beizubringen – in einem Großprojekt lernten so rund 13.000 Kinder im ehemaligen Jugoslawien, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Quelle
    11. Google untersuchte in seiner „Project Aristotle“-Studie über zwei Jahre 180 Teams, um herauszufinden, was erfolgreiche Zusammenarbeit ausmacht. Das überraschende Ergebnis: Nicht die fachliche Kompetenz Einzelner entschied über den Erfolg, sondern wie die Teammitglieder miteinander kommunizierten. Quelle
    12. Im berühmten „Pygmalion-Experiment“ der Psychologen Rosenthal und Jacobson (1965) entwickelten sich Schülerinnen deutlich besser, wenn ihre Lehrerinnen glaubten, sie hätten besonderes intellektuelles Potenzial – die Auswahl dieser Kinder war jedoch komplett zufällig erfolgt. Die Erklärung: Lehrerinnen mit positiver Erwartungshaltung gingen unbewusst geduldiger, freundlicher und mit mehr Zuwendung mit diesen Schülerinnen um – allein diese veränderte Kommunikation reichte für den Leistungsschub. Quelle
    13. Nikes Slogan „Just Do It“ aus den 1980er-Jahren machte aus einem Nischenanbieter für Läufer eine der größten Sportmarken der Welt – mit nur drei einfachen Worten. Quelle
    14. Die „Ice Bucket Challenge“ verbreitete sich 2014 allein durch das Prinzip der direkten, persönlichen Ansprache – man nominierte Freund*innen namentlich – und sammelte so weltweit über 220 Millionen Dollar für die ALS-Forschung. Quelle

    Meine eigenen Fakten zum Thema Kommunikation

    1. Als Heilpädagogin war ich längst mit Sprachförderung vertraut, bevor ich mit LINGVA ETERNA einen ganz neuen Ansatz für mich entdeckte.
    2. Seit 2016 bin ich Sprach- und Kommunikationstrainerin.
    3. Als ich mein erstes LINGVA ETERNA Seminar besuchte, redete auch ich in Schachtelsätzen – und meine Stimme blieb am Satzende oft „oben“.
    4. In meinen Vorträgen und Seminaren führe ich eingangs meist eine „Wortprobe“ durch, bei der ich langsam 10 Wörter vorspreche. Damit lasse ich die Teilnehmer*innen erleben, wie bestimmte Wörter wirken.
    5. Ich sammle seit Jahren Zitate über Kommunikation – unter anderem für meinen Newsletter „Sprachnachrichten“.
    6. Aktuell schreibe ich einen Elternratgeber Gelassener reagieren, liebevoll reden – in 6 Etappen zu friedlicher Kommunikation mit deinem Kind. Mit meinem Newsletter halte ich dich auf dem Laufenden dazu.

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    FAQ

    Woher kommt das Wort „Kommunikation“?

    Es stammt vom lateinischen Verb „communicare“ ab, das „teilen“ oder wörtlich „gemeinsam machen“ bedeutet – verwandt mit „communis“ für „gemeinsam“ oder „öffentlich“.

    Wie viele Sprachen gibt es weltweit?

    Aktuell gibt es rund 7.000 Sprachen weltweit, von Mandarin-Chinesisch mit fast einer Milliarde Sprecher*innen bis zu kleinen, nur regional gesprochenen Sprachen.

    Was ist das LINGVA ETERNA Kommunikationskonzept?

    Ein Sprach- und Kommunikationskonzept, das auf den drei Säulen Präsenz, Klarheit und Wertschätzung beruht – begründet Mitte der 1990er-Jahre von Mechthild von Scheurl-Defersdorf.

    Was ist der bekannteste Satz über Kommunikation?

    Vermutlich „Man kann nicht nicht kommunizieren“ von Paul Watzlawick – ein Satz, der bis heute in kaum einem Kommunikationsseminar fehlt.

    Warum lohnt sich gute Kommunikation auch beruflich?

    Weil sie messbar wirkt: In Googles „Project Aristotle“-Studie war die Art, wie Teammitglieder miteinander sprachen, wichtiger für den Erfolg als ihre fachliche Einzelkompetenz.

    PS:

    Welche Fakten rund um Kommunikation sind für dich wichtig? Schreib mir in den Kommentaren!

  • Meine 80/20-Faustregel für mehr Energie im Mama-Alltag

    Meine 80/20-Faustregel für mehr Energie im Mama-Alltag

    Mein Mama-Alltag ist ja nun schon eine Weile her – meine Kinder sind 1997 und 1999 geboren. Doch auch ohne Social Media war es in den 2000er und 2010er Jahren Thema im Freibad oder vor der Kita, auf dem Fußballplatz oder beim Mountainbike-Rennen, woher man im Mama-Alltag eigentlich seine Energie nimmt oder wie man die Kinder gesund ernähren kann. Und alle Mamas hatten natürlich ihre Ansichten und die Kinder unterschiedliche Vorlieben.

    Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade von Veronika Julmi „Gut genug statt perfekt: Was gibt dir im Mama-Alltag wirklich Energie?“ von MamaMahlzeit, Mama, bloggende Studentin und perfektionierte Resteverwerterin aus Freising.

    Das Wichtigste in Kürze

    – Echte Energie im Mama-Alltag kommt nicht aus perfekten Mahlzeiten, sondern aus einer einfachen Morgenroutine, guten Snacks und dem Loslassen von Ansprüchen.

    – Meine Faustregel: 80 % Zeit und Energie reichen für 80 % Ergebnis – der Rest ist Perfektionismus.

    – Ernährung, Bewegung, Pausen und Schlaf sind die Basis, damit ich als Mama reguliert bleibe und meinem Kind Co-Regulation bieten kann.

    – Wenn du gerade das Gefühl hast, nicht genug zu schaffen: Atme. Sei im Moment. Das reicht oft schon.

    Wann habe ich gemerkt, dass „gut genug“ manchmal hilfreicher ist als perfekt?

    Für mich waren richtig „selbstgekochte“ Essen immer wichtig. Schon für mich selbst. Doch im Übergang zwischen Stillen und dem Mitessen der Kinder bei den Erwachsenen hatte ich keine Energie für selbstgekochte Babynahrung. Zwei Kleinkinder, da war der Tank einfach leer. Ich war mir sicher: Das wird schon. Denn meine Kinder waren immer neugierig auf das Erwachsenenessen. Meine Tochter probierte mit 12 Monaten schon Oliven.

    Sie mochten beide Obst immer gern, bei Gemüse gab es phasenweise Widerstände, doch im großen und ganzen war das Essen nie kompliziert. Wer etwas nicht essen wollte, ließ es bleiben und aß eben ein Brot oder Müsli. Ich kochte jedoch nie eine Alternative.

    Welche kleine Mini-Routine trägt mich durch volle, müde oder chaotische Tage?

    Das Frühstück war für mich schon seit jeher die Grundlage des Tages. Ich hatte es mir auch angewöhnt, als ich um 6.30 Uhr Dienstbeginn in einem Wohnheim für behinderte Menschen hatte. Und auch als Mama galt: ohne Frühstück bin ich nur ein halber Mensch. Meistens Haferflocken mit Obst, manchmal Vollkornbrot mit Marmelade.

    Welcher Snack darf nie fehlen, weil er mich im Alltag schnell stärkt?

    Wie das früher als junge Mama war – puh, ich glaube Obst war immer meine Rettung. Ob Banane, Aprikosen oder Äpfel – je nach Jahreszeit, irgendwas war immer da.

    Heute weiß ich: Meine beste Nervennahrung sind Nüsse, weil sie meinem Nervensystem im Alltag schnell wieder Energie geben. Die gehen mir selten aus. Und auch Obst ist immer da.

    Welche Erwartungen an mich selbst habe ich irgendwann losgelassen?

    Natürlich gab es Phasen, wo ich wusste: Wir kommen alle „hangry“(eine Mischung aus hungry und angry – hungrig und gereizt, auch wenn es den Begriff damals noch nicht gab) nach Hause. Und dann muss es schnell gehen. Dann durfte es auch mal die TK-Pizza oder der Grießbrei sein. Oder Spaghetti. Pesto hatten und haben wir immer im Haus. Erstmal runterkommen, stärken und dann konnte ja noch etwas „Vernünftiges“ folgen.

    Ich war und bin immer für pragmatische Lösungen und Gelassenheit, wenn es um Energie im Mama-Alltag geht. Und ich weiß: 80 % ist in der Regel genug. Für ein 80%-Ergebnis brauche ich 20 % an Zeit und Energie. Für die restlichen 20 % an Perfektion ist 80 % Zeit oder Aufwand nötig. Auf das Essen bezogen: 80% am Tag bzw. über die Woche gesehen gutes Essen ist genug. Die 20 % an Süßigkeiten, Kuchen, TK-Essen oder fertigem Pesto – so what.

    Welche Rolle spielen Ernährung, Bewegung, Pausen oder Schlaf für meine Energie?

    Ernährung, Bewegung, Pausen und Schlaf zählen zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Mit meinem heutigen Wissen um das Nervensystem und Bedürfnisorientierung ist mir klar, dass diese Grundbedürfnisse sowohl bei Kindern als auch bei Eltern einigermaßen befriedigt sein sollten, um den Alltag bewältigen zu können, sich konzentrieren zu können und kooperationsbereit zu sein.

    Nur dann bin ich als Mama in der Lage, im stressigen Alltag mich selbst zu regulieren und das Kind mit Co-Regulation zu begleiten.

    Was würde ich einer Mama sagen, die gerade das Gefühl hat, nicht genug zu schaffen?

    Atme. Atme. Atme.

    Sei mit deinen Gedanken im Augenblick und spüre die Verbundenheit mit deinem Kind.

    Nur das zählt.

    Was darf im Mama-Alltag leichter werden?

    Gut genug statt perfekt fängt bei mir beim Perfektionsanspruch an. Die tollste Geburtstagsparty und die schönste Schultüte … Boah, lasst doch diesen ewigen Wettbewerb, der euch immer noch weiter hochschaukelt und stresst. Deine Kinder werden sich nicht an Gegenstände und Highlights erinnern, sondern an gemeinsam bewältigte Herausforderungen und Situationen, in denen ihr Verbundenheit erlebt habt.

    Und dann ist da das Wissen darüber, wie unser Gehirn funktioniert. Ich glaube fest daran, dass das ein Schlüssel zu mehr Gelassenheit und Sicherheit im Umgang miteinander ist. Wenn du weißt, jetzt hat gerade das kindliche Alarmsystem seinen Job gemacht, kannst du der sichere Hafen sein, den dein Kind gerade braucht. Hier erfährst du mehr: 5 Dinge, die Eltern übers Nervensystem wissen sollten

    Deshalb schreibe ich gerade einen Elternratgeber „Gelassener reagieren, liebevoll reden – In 6 Etappen zu friedlicher Kommunikation mit deinem Kind“. Darin verbinde ich mein Wissen über die grundlegenden Funktionen des Nervensystems und über Kommunikation. Bist du interessiert? Dann melde dich zu meinem Newsletter an.

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    FAQ

    Was gibt Mamas im Alltag wirklich Energie?

    Nicht Perfektion, sondern eine einfache und verlässliche Morgenroutine, gute Snacks zwischendurch und das Loslassen von überzogenen Ansprüchen an sich selbst.

    Warum ist „gut genug“ besser als „perfekt“?

    Weil Perfektion Energie frisst, die eigentlich für die Kinder da sein sollte. 80 % Aufwand reichen für 80 % Ergebnis – der Rest ist oft nur Anspruch.

    Was hat das Nervensystem mit Erschöpfung im Mama-Alltag zu tun?

    Wenn ich selbst reguliert bin, kann ich mein Kind über Co-Regulation begleiten. Ohne diese Basis wird jeder stressige Moment doppelt anstrengend.

    Wie werde ich im Alltag gelassener?

    Kurz innehalten, atmen, mit den Gedanken im Moment ankommen und die Verbundenheit zum Kind spüren – das reicht oft schon, um aus dem Stress-Modus rauszukommen.

    Kennst du das – ein Text, ein Gespräch, ein Moment, der dir richtig gutgetan hat? Genau das wünsche ich mir für dich mit diesem Artikel. Und falls er etwas für deinen Energietank war: Ich freue mich über jeden virtuellen Kaffee auf Ko-fi. Kein Muss, nur eine Möglichkeit.

  • Das kannst du aus jedem YouTube-Video lernen. Und das nicht.

    Das kannst du aus jedem YouTube-Video lernen. Und das nicht.

    Ein Junge in einer Kita. Immer, wenn er seinen Namen hört, läuft er weg. Quer durch den Kindergarten, draußen auf dem Spielplatz bis ans andere Ende. Und keiner versteht, warum.

    Bis in einer meiner Fortbildungen eine Erzieherin plötzlich innehält. „Ach – jetzt verstehe ich“, sagt sie. „Wir rufen ihn sonst immer nur mit der Kurzform. Seinen ganzen Namen hört er nur, wenn wir mit ihm schimpfen.“ Kurze Pause. „Für ihn ist sein eigener Name mit Strafe verknüpft. Vielleicht kennt er das von zu Hause.“

    Ein Satz. Und im Raum wird es still.

    Diesen Moment – dieses echte Aha – findest du in keinem YouTube-Video. In keinem Fachbuch, in keiner Methoden-Sammlung. Er entsteht nur, wenn ein Team anfängt, genauer hinzuschauen. Auf die eigene Sprache. Auf die eigene Haltung.

    Und genau da setzt meine Arbeit an. In meinen Kita-Fortbildungen ist Kommunikation keine Technik zum Abhaken – sondern eine Frage der Haltung.

    Info Box – Leichte Sprache

    Manche Fortbildungen zeigen Sach-Themen.
    Zum Beispiel Bewegung oder Basteln.
    Das kann man auch aus Büchern lernen.
    Ich mache etwas anderes.
    Ich arbeite an der Haltung im Team.
    Und an guter Sprache mit den Kindern.
    Das ist die wichtige Basis für alles.

    Kita-Fortbildung Kommunikation: nachschlagen kannst du vieles, Haltung nicht

    Die meisten Fortbildungen für Kitas drehen sich um Sachthemen. Bewegungsangebote. Kreatives Gestalten. Sprachbildung für Kinder. Alles wichtig. Und alles – Hand aufs Herz – kannst du dir auch aus einem guten Buch oder einem YouTube-Video holen.

    Was ich mache, steht in keinem Video.

    Ich arbeite an dem, was darunter liegt: am Dialog im Team. An einer gemeinsamen Haltung. An der Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren. Das kannst du nicht downloaden. Das entsteht nur miteinander, im Raum, im echten Gespräch.

    Wovon ich überzeugt bin

    Kommunikation in der Kita läuft immer noch oft abwertend. Adultistisch. Bewertend. „Wie oft muss ich dir das noch sagen?“ „Das machst du falsch.“ „Jetzt sei doch mal vernünftig.“ „Das solltest du jetzt aber schon können.“ Sätze, die schnell rausrutschen – und die nicht aus mangelnder Liebe kommen, sondern aus einem vollen, lauten Alltag.

    Hier braucht es keine neue Technik. Hier braucht es eine grundlegend andere Haltung zum Kind.

    Und die lässt sich nicht in eine Methode verpacken. Die wächst. Und Wachstum braucht Zeit.

    Woran ein Team das merkt

    Vielleicht denkst du jetzt: Haltung – schön und gut, aber das klingt reichlich abstrakt. Zu Recht. Deshalb erzähle ich dir, was sich im Alltag konkret verändert.

    Es beginnt mit Präsenz. Mit der Art, wie ein Kind angesprochen wird. Erinnerst du dich an den Jungen mit dem Namen? Genau da fängt es an. Den vollständigen Namen schon im Alltag freundlich und wohlwollend aussprechen, das legt eine andere Basis ins miteinander. Und mit dem Ansprechen mit dem Namen richtest du immer die Aufmerksamkeit des Kindes auf dich aus.

    Es führt weiter ins Wahrnehmen und Benennen von Gefühlen. „Du bist gerade wütend, weil der Turm umgefallen ist.“ Ein einziger Satz – und oft reguliert sich ein Konflikt schon, bevor er eskaliert.

    Und mit dem Blick aufs Nervensystem wird dem Team etwas anderes bewusst: die Fülle des Tages. Wie viel da gleichzeitig läuft. Wie wenig Raum manchmal für echte Begegnung bleibt. Wie der Tagesplan abgehakt wird. Wenn das sichtbar wird, verändert sich etwas. Die Erzieher*innen schaffen Zeit und Raum für Gemeinschaft und echtes Erleben mit den Kindern.

    Und das gilt nicht nur für den Kontakt zu den Kindern. Ich erinnere mich an eine Fortbildung zur Team-Kommunikation. Die Aufgabe: sich gegenseitig sagen, was sie aneinander schätzen, was sie am anderen bewundern. Eben das, was sie aneinander richtig gut finden.

    Was dann passierte, hat mich selbst berührt. Ein Team, das vorher eher kritisch miteinander umging, wurde auf einmal weich. Wertschätzend. Wohlwollend. Die Atmosphäre im Raum war wie verwandelt.

    Auch das findest du in keinem Video. Und daraus erwächst Verständnis und Kooperation im späteren Alltag.

    Warum ich das für die eigentliche Basis halte

    Ich weiß, wie das klingt. In einem vollen Kita-Jahr, mit Personalmangel und langen To-do-Listen, wirkt „Werte und Haltung“ schnell wie Luxus. Wie etwas, das man macht, wenn mal Zeit ist.

    Ich sehe das anders.

    Eine Kita-Fortbildung zu Kommunikation, Haltung und Nervensystem ist für mich kein Sahnehäubchen. Sie ist das Fundament. Sie ist wichtiger als jede Fortbildung zu einem Sachthema oder einer Methode. Denn auf diesem Fundament steht am Ende alles andere – jedes Bewegungsangebot, jede Sprachförderung, jeder ganz normale Vormittag.

    Wenn die Basis trägt, trägt der Rest von allein.

    Wenn dich das anspricht

    Dann schau dir in Ruhe an, wie ich mit Kita-Teams arbeite. Ganz ohne Eile.

    Du überlegst, wie du deinen Kita-Träger überzeugen kannst? Hier findest du über 30 Argumente.

    Und wenn du magst, lass uns kurz und unverbindlich ins Gespräch kommen – wir schauen dann gemeinsam, ob es zu deiner Kita passt.

    Ich freue mich, wenn wir uns kennenlernen.

  • Meine Bucketliste für das 3. Quartal 2026

    Meine Bucketliste für das 3. Quartal 2026

    Halbzeit – huch, die erste Jahreshälfte ist vorbei. Doch da liegt noch viel vor mir. Wie ich mit meinen Ideen und Plänen das 3. Quartal 2026 gestalten werde, das liest du hier. Es gilt auch weiterhin das Jahresmotto: Bewegen, bewirken, begeistern.

    Info Box

    Was möchte ich bis zum 30.09.2026 erleben?
    Ich schreibe eine Bucketliste für das dritte Quartal 2026.
    In der Liste stehen klare Aufgaben und Ideen.
    In der Liste stehen auch konkrete Pläne.
    Bei meiner Arbeit ist Schreiben wichtig.
    Darauf möchte ich mich konzentrieren.
    Ich gebe Kurse und Fortbildungen.
    Ich schreibe an einem Ratgeber für Eltern.
    Ich werde verreisen und Freunde treffen.
    Und ich will den Sommer genießen.
    Welche Pläne und Ideen hast du?

    Check: ✅ die ersten Häkchen konnte ich Anfang August schon setzen.

    Berufliche Ziele und Themen im 3. Quartal 2026

    • meinen Eltern-Ratgebers fertigstellen und druckreif vorbereiten
    • Die terminierten Seminare und Vorträge erfolgreich durchführen
    • eine Blogparade durchführen und dafür mindestens 10 Beiträge gewinnen. Das Thema: „Dieser eine Satz in der Erziehung, den ich bereut habe – und was ich heute stattdessen sage“ – leider hat sich niemand beteiligt. Doch ich habe natürlich einen Artikel dazu geschrieben: „Mach dich fertig, wir müssen los!“
    • 3 Blogartikel schreiben ✅ und wieder 1-2 x bei Anna Koschinskis Blognacht teilnehmen
    • 6 Newsletter „Sprachnachrichten“ schreiben
    • Seminarplanung für das 3. Quartal ✅
    • Neue Kita-Aufträge gewinnen

    Meine Reise-Ziele für das 3. Quartal 2026

    • Bad Hersfeld anlässlich eines Treffens mit Freunden und Freilichttheater ✅
    • ins Val di Sole (I) zur MTB-Weltmeisterschaft, an derunser Sohn Maximilian teilnehmen wird. Das Foto im Beitragsbild entstand übrigens dort am Monte Tonale Gipfel auf einer Wandertour 2021. Ob wir dort wieder hinlaufen? ✅
    • in die Rhön anlässlich eines Wochenendes mit Freunden

    Menschen, die ich im 3. Quartal 2026 treffen will

    • die Familie meiner Schwester zur Hochzeit ihres Sohnes ✅

    Dinge oder Tools, die ich im 3. Quartal 2026 lernen will

    • sinnvolle Nutzung und Funktionen der KI ✅
    • Marketing für mein Buch
    • Grundlagen-Online-Seminare für die Vorstandsarbeit bei den Grünen ✅
    • Gitarrensongs gezielter und regelmäßiger üben, so dass ich einen einstündigen Fundus auf einer App fließend spielen kann

    Was kann ich der Welt zurückgeben?

    • Ich bin in den Ortsvorstand der Lohrer Grünen als Beisitzerin gewählt worden und werde mich da weiter engagieren. ✅
    • Bei der Deutschen Meisterschaft MTB unterstützen, die von unserem Radverein in Lohr-Wombach ausgetragen wird. ✅
    • Gastgeberin für Radreisende über Warmshowers sein ✅
      Wir hatten ein Ehepaar aus Israel zu Gast sowie eine fünfköpfige französische Familie – Warmshowers schafft immer wieder ein Erlebnis und wir haben neue Verbindungen geknüpft.

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    Das Kulturprogramm für das 2. Quartal 2026

    … hat noch Lücken

    • Freilichttheater: „Something rotten“ in Bad Hersfeld, ✅ „Hexenjagd“ in Gemünden ✅
    • Kino:
    • Konzert
    • Museum
    • Poetry-Slam/Kabarett

    So will ich den Sommer 2026 genießen

    … auch wenn die Hitze schon im Juni brutal ist.

    • Radfahren, wann immer ich Lust und Laune habe ✅
    • ab und zu wandern gehen ✅
    • im Garten buddeln, die Natur beobachten und mich daran freuen ✅
    • im Freibad schwimmen und SUP auf dem Main fahren ✅
    • in der Hängematte lesen ✅
    • eine Nacht im Wald verbringen ✅yeah, es war erstaunlich still und ein beeindruckender Sternenhimmel

    Und du? Willst du bis zum Herbst …

    • das Fortbildungsprogramm für deine Kita organisiert haben?
    • als Leitung oder Träger dein Team nachhaltig stärken – und eure Kita gesund, stabil und zukunftsorientiert aufstellen?
    • deine Einrichtung als attraktiven und verlässlichen Arbeitgeber positionieren?
    • so dass deine Teams sich auf das Wesentliche konzentrieren können, nämlich die pädagogische Arbeit mit den Kindern.

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