Das kannst du aus jedem YouTube-Video lernen. Und das nicht.

Heike Brandl im Seminar

Ein Junge in einer Kita. Immer, wenn er seinen Namen hört, läuft er weg. Quer durch den Kindergarten, draußen auf dem Spielplatz bis ans andere Ende. Und keiner versteht, warum.

Bis in einer meiner Fortbildungen eine Erzieherin plötzlich innehält. „Ach – jetzt verstehe ich“, sagt sie. „Wir rufen ihn sonst immer nur mit der Kurzform. Seinen ganzen Namen hört er nur, wenn wir mit ihm schimpfen.“ Kurze Pause. „Für ihn ist sein eigener Name mit Strafe verknüpft. Vielleicht kennt er das von zu Hause.“

Ein Satz. Und im Raum wird es still.

Diesen Moment – dieses echte Aha – findest du in keinem YouTube-Video. In keinem Fachbuch, in keiner Methoden-Sammlung. Er entsteht nur, wenn ein Team anfängt, genauer hinzuschauen. Auf die eigene Sprache. Auf die eigene Haltung.

Und genau da setzt meine Arbeit an. In meinen Kita-Fortbildungen ist Kommunikation keine Technik zum Abhaken – sondern eine Frage der Haltung.

Manche Fortbildungen zeigen Sach-Themen.
Zum Beispiel Bewegung oder Basteln.
Das kann man auch aus Büchern lernen.
Ich mache etwas anderes.
Ich arbeite an der Haltung im Team.
Und an guter Sprache mit den Kindern.
Das ist die wichtige Basis für alles.

Kita-Fortbildung Kommunikation: nachschlagen kannst du vieles, Haltung nicht

Die meisten Fortbildungen für Kitas drehen sich um Sachthemen. Bewegungsangebote. Kreatives Gestalten. Sprachbildung für Kinder. Alles wichtig. Und alles – Hand aufs Herz – kannst du dir auch aus einem guten Buch oder einem YouTube-Video holen.

Was ich mache, steht in keinem Video.

Ich arbeite an dem, was darunter liegt: am Dialog im Team. An einer gemeinsamen Haltung. An der Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren. Das kannst du nicht downloaden. Das entsteht nur miteinander, im Raum, im echten Gespräch.

Wovon ich überzeugt bin

Kommunikation in der Kita läuft immer noch oft abwertend. Adultistisch. Bewertend. „Wie oft muss ich dir das noch sagen?“ „Das machst du falsch.“ „Jetzt sei doch mal vernünftig.“ „Das solltest du jetzt aber schon können.“ Sätze, die schnell rausrutschen – und die nicht aus mangelnder Liebe kommen, sondern aus einem vollen, lauten Alltag.

Hier braucht es keine neue Technik. Hier braucht es eine grundlegend andere Haltung zum Kind.

Und die lässt sich nicht in eine Methode verpacken. Die wächst. Und Wachstum braucht Zeit.

Woran ein Team das merkt

Vielleicht denkst du jetzt: Haltung – schön und gut, aber das klingt reichlich abstrakt. Zu Recht. Deshalb erzähle ich dir, was sich im Alltag konkret verändert.

Es beginnt mit Präsenz. Mit der Art, wie ein Kind angesprochen wird. Erinnerst du dich an den Jungen mit dem Namen? Genau da fängt es an. Den vollständigen Namen schon im Alltag freundlich und wohlwollend aussprechen, das legt eine andere Basis ins miteinander. Und mit dem Ansprechen mit dem Namen richtest du immer die Aufmerksamkeit des Kindes auf dich aus.

Es führt weiter ins Wahrnehmen und Benennen von Gefühlen. „Du bist gerade wütend, weil der Turm umgefallen ist.“ Ein einziger Satz – und oft reguliert sich ein Konflikt schon, bevor er eskaliert.

Und mit dem Blick aufs Nervensystem wird dem Team etwas anderes bewusst: die Fülle des Tages. Wie viel da gleichzeitig läuft. Wie wenig Raum manchmal für echte Begegnung bleibt. Wie der Tagesplan abgehakt wird. Wenn das sichtbar wird, verändert sich etwas. Die Erzieher*innen schaffen Zeit und Raum für Gemeinschaft und echtes Erleben mit den Kindern.

Und das gilt nicht nur für den Kontakt zu den Kindern. Ich erinnere mich an eine Fortbildung zur Team-Kommunikation. Die Aufgabe: sich gegenseitig sagen, was sie aneinander schätzen, was sie am anderen bewundern. Eben das, was sie aneinander richtig gut finden.

Was dann passierte, hat mich selbst berührt. Ein Team, das vorher eher kritisch miteinander umging, wurde auf einmal weich. Wertschätzend. Wohlwollend. Die Atmosphäre im Raum war wie verwandelt.

Auch das findest du in keinem Video. Und daraus erwächst Verständnis und Kooperation im späteren Alltag.

Warum ich das für die eigentliche Basis halte

Ich weiß, wie das klingt. In einem vollen Kita-Jahr, mit Personalmangel und langen To-do-Listen, wirkt „Werte und Haltung“ schnell wie Luxus. Wie etwas, das man macht, wenn mal Zeit ist.

Ich sehe das anders.

Eine Kita-Fortbildung zu Kommunikation, Haltung und Nervensystem ist für mich kein Sahnehäubchen. Sie ist das Fundament. Sie ist wichtiger als jede Fortbildung zu einem Sachthema oder einer Methode. Denn auf diesem Fundament steht am Ende alles andere – jedes Bewegungsangebot, jede Sprachförderung, jeder ganz normale Vormittag.

Wenn die Basis trägt, trägt der Rest von allein.

Wenn dich das anspricht

Dann schau dir in Ruhe an, wie ich mit Kita-Teams arbeite. Ganz ohne Eile.

Und wenn du magst, lass uns kurz und unverbindlich ins Gespräch kommen – wir schauen dann gemeinsam, ob es zu deiner Kita passt.

Ich freue mich, wenn wir uns kennenlernen.

Kommentare

One response to “Das kannst du aus jedem YouTube-Video lernen. Und das nicht.”

  1. […] Das kannst du aus jedem YouTube-Video lernen. Und das nicht. […]

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