Teamfortbildungen in Kitas: 30 Gründe, die deinen Träger überzeugen

Kita-Team bei Teamfortbildung -8 Hände mit Puzzleteilen kommen aufeinander zu

Wie kannst du als Leiterin einer Kita deinen Träger dafür gewinnen, einer Teamfortbildung zuzustimmen? In Zeiten knapper Kassen fallen Teamtage oft als erstes dem Rotstift zum Opfer. Dabei ist es zu kurzsichtig gedacht, das Personal immer noch knapper zu halten. Ich nenne dir überzeugende Argumente, die du im Gespräch mit deinem Trägerverantwortlichen für die Finanzierung einer Teamfortbildung nennen kannst.

Teamfortbildungen in Kitas stärken Qualität und Fachlichkeit

  1. Teamfortbildungen sichern und verbessern direkt die Qualität der Betreuung und Bildung – und das ist doch der Kernauftrag jeder Kita.
  2. Umsetzung aktueller Bildungspläne: in Teamfortbildungen können Änderungen und neue Anforderungen effektiv vermittelt und verankert werden – so kann die Umsetzung gelingen.
  3. Ob Kommunikation, Pädagogik oder frühkindliche Bildung – Wissen schafft Orientierung und Orientierung gibt Sicherheit für die alltäglichen Herausforderungen.
  4. Wenn eine Fachkraft eine externe Fortbildung besucht, nimmt sie die Inhalte mit, die ihr in diesem Moment relevant erscheinen. Und nur diese. Erleben hingegen 10 oder 20 Fachkräfte einer Einrichtung die gleichen Inhalte gemeinsam, kommen mehr und vielfältigere Inhalte bei ihnen an. Denn sie alle gehen von einem unterschiedlichen Erfahrungshintergrund aus und haben beim Transfer verschiedene Kinder bzw. Situationen im Blick.
  5. Egal für welches Thema, mit der Fortbildung für alle Mitarbeiter*innen sind anschließend auch alle auf dem gleichen Wissensstand.
  6. Dies wiederum erspart die Zeit in Team-Besprechungen, die Inhalte für die anderen zu teilen (was ohnehin ja nur maximal verkürzt sein könnte).
  7. Damit wird auch sichergestellt, dass das Thema langfristig in der Einrichtung verankert wird. Die Investition ist also langfristig wirksam.
  8. Der Transfer der Fortbildungsinhalte kann direkt geplant und abgestimmt werden.
  9. Fachkräftemangel kompensieren: Gut qualifizierte Teams können mit Engpässen und Stresssituationen besser umgehen und dennoch hochwertige Arbeit leisten.

Fortbildungen dienen der Wirtschaftlichkeit und Risikominimierung

  1. Die Kita-Fachkraft ist eine wertvolle Ressource, und noch wertvoller ist eine zufriedene Kita-Fachkraft.
  2. Personalkosten langfristig senken: Zufriedene, gut qualifizierte Mitarbeitende kündigen seltener. Die Kosten einer Fortbildung sind deutlich geringer als die Kosten einer Neubesetzung (Recruiting, Einarbeitung, Qualitätsverlust).
  3. Eine langfristige Planung ermöglicht das Organisieren der Fortbildung innerhalb der Schließtage. Das ist einfacher, als für alle Mitarbeiter*innen pro Fortbildung einzelne Fehltage zu überbrücken.
  4. Burnout & Krankheitsausfälle reduzieren: Fortbildungen zu Stressmanagement, Kommunikation oder Teamdynamik beugen Überlastung vor – und senken damit Krankenstandskosten. Lies dazu meinen Artikel über Kita am Limit: Stress, Infekte und der Weg zu gesünderen Teams
  5. Bessere Kompetenzen und Kooperation bei gleichzeitiger Wertschätzung durch den Träger stärkt wiederum die Resilienz für Krisenzeiten.
  6. Haftungsrisiken minimieren: Geschulte Teams machen in sensiblen Bereichen (Kinderschutz, Aufsichtspflicht, Hygiene) weniger Fehler.

Teamfortbildungen in Kitas nutzen der Arbeitgeberattraktivität und Personalentwicklung

  1. Ein Träger zeigt mit der Möglichkeit von Teamfortbildungen in Kitas seinen Mitarbeiter*innen große Wertschätzung. Wer Entwicklungsmöglichkeiten bekommt, bleibt dem Arbeitgeber länger treu.
  2. Recruiting-Vorteil: Kitas, die in ihre Mitarbeitenden investieren, sind attraktivere Arbeitgeber – ein entscheidender Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.
  3. Zufriedene Mitarbeiter*innen sind die besten Botschafter*innen für den Träger, wenn es darum geht, offene Stellen zu besetzen.
  4. In Team-Tagen werden Gespräche in den Pausen geführt, die durch den persönlichen Charakter Verbindung schaffen und damit etwas zur Team-Bildung beitragen.
  5. Der Team-Bildung dient auch die gemeinsame Mahlzeit, zu der meist alle einen Beitrag leisten.
  6. Bei Team-Tagen können auch kontroverse Themen besprochen und zukunftsorientiert geklärt werden. Dies kann den Zusammenhalt im Team wesentlich stärken.
  7. Auch Schwierigkeiten und Hindernisse, die einzelne Team -Mitglieder zum Fortbildung-Thema wahrnehmen und benennen, können sofort aufgegriffen und gegebenfalls bearbeitet werden.
  8. Gemeinsame Fortbildungen schaffen die Gelegenheit, Aufgaben in Kleingruppen mit wechselnder Zusammensetzung zu lösen. Dabei lernen sich die Team-Mitglieder besser kennen und es verbessert die Fähigkeit zusammenzuarbeiten.
  9. Teamentwicklung als Führungsaufgabe: Ein gut funktionierendes Team braucht weniger Führungsaufwand und arbeitet selbstständiger – das entlastet auch die Leitung.
  10. Fortbildungen sind Entwicklungsmöglichkeiten – jede Fachkraft kann ihre Kompetenz und Kenntnisse verbessern.

Personalentwicklung verbessert das Elternvertrauen und die Außenwirkung

  1. Elternzufriedenheit steigern: Eltern wählen bewusst Einrichtungen mit hohem Qualitätsniveau.
  2. Sichtbare Fortbildungskultur stärkt das Vertrauen in die Einrichtung. Ob im Elternbrief, der Kita-App, der Tageszeitung oder an der Info-Wand: Eine kurze Dokumentation der Kita-Teamfortbildung und ein paar Fotos zeigen Eltern, welchen Nutzen der Schließtag für ihre Kinder hatte.
  3. Wettbewerbsposition des Trägers stärken: Ein Träger mit qualitativ starken Einrichtungen hat bessere Chancen bei Ausschreibungen, Kooperationen und der Belegung freier Plätze.

Fördermöglichkeiten für Teamfortbildungen nutzen

  1. Externe Fördergelder: Viele Fortbildungen werden durch Landesmittel, Krankenkassen, das Jugendamt oder den Paritätischen Wohlfahrtsverband bezuschusst oder sogar vollfinanziert – der Eigenanteil des Trägers ist oft gering.
  2. Steuerliche Absetzbarkeit: Fortbildungskosten sind als Betriebsausgaben absetzbar.

PS: Wahrscheinlich ist für deinen Träger das wichtigste Argument die Kostenrechnung. Mach ihm klar, dass die Fluktuation einer Fachkraft 10.000 bis 15.000 € kostet. Hingegen ist eine Teamfortbildung oft für unter 2.000 € zu haben.So wird der wirtschaftliche Nutzen greifbar. Der Deutsche Kitaverband schreibt in seinem Positionspapier zu diesem Thema:

Investitionen in Fortbildungen sind Investitionen in die Zukunft: Die aktuelle Diskussion zur Qualität endet meist in der Diskussion struktureller Qualität: wie hoch ist der Personalschlüssel pro Kind? Entscheidend ist aber die Prozessqualität: was bei den Kindern ankommt. Dabei geht es nicht um den Personal-/Kind-Schlüssel, sondern um die Kompetenz der Mitarbeiter:innen. Und diese zu entwickeln, kostet Geld.“

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