Autor: Heike Brandl

  • Kindern Grenzen setzen ohne Strafen

    Kindern Grenzen setzen ohne Strafen

    Unser tägliches Brot in der Familie, in Kitas oder Schulen: Wie setzen wir Kindern Grenzen ohne zu strafen? Ein Perspektivenwechsel und eine Reflexion sind hierbei nützlich. Lass uns die Sache doch mal genauer betrachten. Was sind die Grenzen? Was ist anders als früher? Wie sagen wir das, was wir sagen wollen? Und: wie kann es besser gelingen?

    Was sind eigentlich Grenzen, die wir Kindern setzen?

    Da gibt es

    • gesellschaftliche Normen, wie „im Restaurant ruhig sitzen bleiben“
    • familiäre Regeln, wie z.B. spezielle Zeiten für Essen, Fernsehen, Schlafengehen
    • persönliche Grenzen, wie Müdigkeit, Krankheit, Schamgrenze …

    Manche dieser Grenzen sind statisch, manche sind variabel und von verschiedenen Umständen abhängig. So wird im Urlaub oder am Wochenende manches anders gehandhabt, manches ist auch tagesformabhängig. Je nachdem führen diese Grenzen dann dazu, dass Erwachsene von Kindern etwas fordern, sie von etwas abhalten wollen und mehr oder weniger freundlich und nachdrücklich auf etwas bestehen.

    Für meine Generation war das einerseits genauso, andererseits waren die Grenzen wesentlich mehr erwachsenen-zentriert. Die Interessen oder Meinungen der Kinder zählten nicht: „Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst …“

    Die pädagogische Entwicklung

    Die Bindungstheorie, die Neurowissenschaft, die Emotionsforschung und die Achtsamkeitsforschung haben dazu beigetragen, dass wir heute ein ganz anderes Bild vom Kind und von der Erziehung haben.

    Wir sprechen heute von einer bedürfnis- und beziehungsorientierten Sicht auf das Kind und die Pädagogik.

    Grafik über verschiedene Bedürfnisse: vitale, kognitive, emotionale, soziale

    All diese verschiedenen Bedürfnisse haben Kinder. Und Erwachsene haben sie genauso. Und die Familie hat als solche auch noch Bedürfnisse. Diese alle unter einen Hut zu bringen, ist eine tägliche Herausforderung und eine echte Kunst.

    Kinder haben eigene Entwicklungsaufgaben, z.B. das Bedürfnis etwas zu lernen, ihre Selbstwirksamkeit zu erleben, das Bedürfnis nach Autonomie auszuleben usw. Kollidieren diese Bedürfnisse mit den Bedürfnissen und Zielen der Erwachsenen, entstehen Konflikte. Das ist normal.

    Wir respektieren heute alle Arten von Gefühlen. Es sollte selbstverständlich sein, dass – egal ob Junge oder Mädchen – Wut, Angst und Trauer genauso in Ordnung sind, wie Freude und Zufriedenheit. Allerdings brauchen die Kinder beim Umgang mit diesen Gefühlen noch die Hilfe der Erwachsenen. Das ist dann Co-Regulation.

    Kinder wollen nicht tyrannisieren und sie brauchen keinen „Bedürfnis-Erfüllungs-Automat“. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen eine liebevolle Führung, Halt und Orientierung geben. Sie wollen und brauchen Erwachsene, die ihre eigenen Bedürfnisse kennen und dafür sorgen, dass die eigenen Batterien halbwegs aufgeladen sind. Dann nämlich sind diese Erwachsenen auch in der Lage, eigene Grenzen zu kennen und mit Haltung und klarer, wertschätzender Kommunikation diese zu vertreten.

    Wie wir Grenzen üblicherweise setzen

    • „Du sollst nicht auf dem Sofa hüpfen!“
    • „Nein, du bekommst jetzt kein Eis vor dem Abendessen!“
    • „Wir werfen nicht mit Sand!“
    • „Oh ne, ich will jetzt nicht noch eine Geschichte vorlesen!“

    Das sind typische Beispiele. Meist geht es darum, was die Kinder nicht dürfen oder was sie nicht tun sollen. Dabei sind gerade die Negationen (Verneinungen) so schwer verständlich.

    Du kennst sicher den Satz: „Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten!“ – Bestimmt hast auch du den rosa Elefanten vor Augen. Das liegt an unseren unterschiedlich funktionierenden Gehirnhälften. Vereinfacht gesagt, analysiert die linke Gehirnhälfte den Satz, inklusive der Verneinung. Allerdings erzeugt die rechte Gehirnhälfte das Bild des rosa Elefanten. Und dann entsteht Verwirrung im Kopf, das „nicht“ geht verloren und so bleibt eben nur das Bild vom rosa Elefanten übrig.

    Genauso ist es mit den oben genannten Sätzen. Hinzu kommt dann noch ein Verwirrung stiftender Tonfall oder ein „wir“ am falschen Platz.

    Wie wir Grenzen sinnvoll formulieren

    Vor allen Dingen fehlt in meinen Beispielen oben etwas: nämlich das, was das Kind stattdessen tun soll oder darf.

    • „Du darfst auf der Matratze im Kinderzimmer hüpfen.“ (alternativ: „Komm, wir malen ein Hüpfekästchen-Spiel auf die Terrasse.“)
    • „Das Abendessen ist gleich fertig. Du darfst inzwischen den Tisch decken.“
    • „Stopp! Schau mal, der Sand ist Tim ins Gesicht geflogen. Das tut weh. Magst du Sand im Gesicht? … Komm, wir helfen Tim beim Saubermachen. … Wollt ihr jetzt zusammen einen Berg bauen?“
    • „Heute bin ich müde. Es bleibt bei einer Geschichte. Lass uns morgen ein wenig früher ins Bad gehen, dann kann ich länger lesen.“

    Das ist eine Auswahl an möglichen Reaktionen. Sie sind natürlich immer von der Situation, vom Alter des Kindes und von der eigenen Verfassung abhängig.

    Hier geht es also darum, Kinder klar zu führen. Indem du ihnen sagst, was der mögliche oder der erlaubte Rahmen ist, gibst du ihnen eine Orientierung. So machst du es dir und dem Kind leicht.

    Sei außerdem wirklich präsent bei der Sache. Stelle einen Kontakt her. Mit den 3A kannst du in 3 Schritten mehr Aufmerksamkeit erreichen.

    Und achte darauf, dass du bei Aufforderungen auch einen Aufforderungssatz formulierst. Wir tappen häufig in die Höflichkeitsfalle und sagen Sätze, die missverständlich und unklar sind. Mehr dazu liest du in Heilpädagogische Sprachförderung – mit klaren Ansagen mehr erreichen.

    Wertschätzung statt Strafen

    Du bist immer Vorbild.

    Sprache steckt an, ob mit dem Dialekt, dem Wortschatz oder dem Umgang. Wie oft sagst du „Ich komme gleich …“? Und dein Kind weiß genau: Dieses „gleich“ ist ein ziemlich dehnbarer Begriff. Ganz klar, den benutzt es dann auch. Zum Beispiel auf dem Spielplatz, beim Abholen aus der Kita, wenn du zum Essen rufst …

    Welche anderen deiner Verhaltensweisen spiegelt dein Kind? Starrt dein Teenie genauso während eines Gesprächs ins Smartphone wie du? Welche Schimpfwörter benutzt du beim Autofahren? Respektierst du, wenn dein Kind etwas nicht essen mag? Wie viel Erwachsene essen aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen etwas nicht, oder einfach, weil sie es nicht mögen?

    Natürlich gilt es bei manchen Themen deinen Schutzauftrag und deine Verantwortung als Erwachsene zu wahren. Und ich erinnere nochmal daran, dass es nicht um Wünsche, sondern um Bedürfnisse geht. Deine Bedürfnisse sind ebenso berechtigt.

    So geht es also um Gleichwürdigkeit. Es geht auch darum, Zumutungen gerecht zu verteilen. Das sind Lernaufgaben. Für dich – mach dir bewusst, worum es gerade geht. Und für das Kind – es wird mit deiner Begleitung lernen, damit umzugehen.


    PS: Logische Konsequenzen – nichts anderes als Strafen, beschreibt Danielle Graf in ihrem Artikel sehr ausführlich.

  • Meine Bucketliste für das 2. Quartal 2025

    Meine Bucketliste für das 2. Quartal 2025

    Cool, eben guckte ich die Bucketliste für das 1. Quartal 2025 durch und war überrascht, was ich alles erlebt und geschafft hatte. Natürlich gabs auch etliche Punkte, die noch offen blieben und einiges hatte ich schlicht und einfach vergessen. Manchmal ändern sich im Laufe der Zeit eben auch Prioritäten und das ist in Ordnung so.

    Das Titelbild entstand übrigens im Museum für Kommunikation in Frankfurt, wo ich mich mit Blogger-Kollegin Korina Dielschneider im März traf. Das war eines der schönen Erlebnisse aus der Bucketliste des 1. Quartals 2025.

    Auf ein Neues, hier kommt die Bucketliste für das 2. Quartal 2025:

    Orte, die ich besuchen will

    • Künzelsau (Museum) ❎
    • Regensburg ✅
    • die Mosel zum Wandern und Klettern ✅aus der Mosel wurde zwar die Eifel, aber liegt ja ziemlich in der Nähe
    • Leogang (A) zum MTB Weltcup ✅
    • Slowenien ✅

    Menschen, die ich treffen will

    • meine Schulfreundinnen von früher ✅
    • meine Freundin Antonia ✅
    • Freund:innen zum Brunchen, Grillen, Spielen, Aperol, Kaffee ✅

    Dinge oder Tools, die ich lernen will

    • Französisch Lernstufe B1 beginnen und ein Drittel der Lektionen (also 20) durcharbeiten ❎
      Ich bin gerade bei Einheit 11, aber immerhin.
    • Das Deep-Ocean Modell vertiefen ✅
    • hier hätte ich noch ein paar Punkte, die ich jedoch aus Realismus und Gründen der Stressregulation ins nächste Quartal vertage 😉

    Ziele und Themen, die ich mir für mein Business setze

    • Newsletter-Abonnent:innen um 10 % erhöhen ✅
      ziemlich genau sogar – 10,75 %
    • Anzahl der Website-Besucher:innen um 25 % erhöhen
    • ich werde ein Webinar mit den S-O-S Übungen durchführen ✅und anschließend ein dreiteiliges Seminar „Gelassen durch den Alltag“ dazu ❎
    • geplante Seminare und Vorträge mit Erfolg durchführen, einige fanden statt, einige fielen mangels Anmeldungen aus❎
    • meine Herbstplanung abschließen und veröffentlichen ✅
    • 10 Blogartikel schreiben ❎
    • Newsletter „Sprachnachrichten“ schreiben.
      5 ist auch prima ✅
    gestresste Frau am Telefon

    So will ich Frühling und Frühsommer genießen

    • MTB fahren, ca. 500 km insgesamt und beim Stadtradeln mitmachen ✅
      yeah, 680 km bin ich geradelt
    • 2 Mal wöchentlich joggen (5 bis 10 km) ❎
      aufgrund einer Zerrung war ich insgesamt nur 5 x joggen
    • ab einer Temperatur von 25 Grad + wieder ins Freibad und zum Stand-up-Paddeln auf dem Main gehen ✅ 
    • die ersten Wildkräuter ernten ✅
    • meinen Garten genießen, samt Kirschen, Salat ✅  und Hängematte ❎
    • beim Tag der offenen Gartentür unseren Kirchgarten betreuen ✅ 

    Was bisher in keine Kategorie passte

    • Kinofilme, die ich sehen will:
      „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ ✅
      „Bolero“ ❎
    • Kulturelle Veranstaltungen, die ich besuchen will:
      Museum Würth in Künzelsau ❎
      Kunstnacht in Lohr ✅
    • Bücher, die ich lesen will:
      Doris Dörrie: Leben, schreiben, atmen ❎
      The Club of Rome: Earth for All Deutschland ✅ 
      Philippa Sigl-Glöckner: Gutes Geld ✅ 
    • Bei der 700-Jahr-Feier im Lohrer Ortsteil Wombach mithelfen, da wir dort im Radverein aktiv sind ✅ 
  • Buchtipp: „Die Kraft der Sprache im Beruf“ von Mechthild von Scheurl-Defersdorf

    Buchtipp: „Die Kraft der Sprache im Beruf“ von Mechthild von Scheurl-Defersdorf

    Das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept gehört grundlegend zu meinem Wirken – egal ob privat oder beruflich. Ich habe bei der Begründerin des Konzepts Mechthild von Scheurl-Defersdorf zahlreiche Seminare besucht und auch hier im Blog ein Interview mit ihr geführt.

    Umso mehr war ich neugierig auf ihr neues Buch „Die Kraft der Sprache im Beruf“. Zum einen freue ich mich stets darüber, das Wissen über Sprache in kompakter Form weiterempfehlen zu können. Zum anderen war ich gespannt, was sich für mich als ausgebildete LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstrainerin darin neues finden würde.

    Worum geht es in dem Buch?

    In „Die Kraft der Sprache im Beruf“ geht es um Strategien für eine erfolgreiche Kommunikation im Berufsleben. Die Autorin widmet sich zunächst der Bedeutung der Sprache im Leben von Berufstätigen. Dabei zeigt sie auf, wie unterschiedlich wir Sprache und Kommunikation nutzen: erklären, loben, kritisieren, informieren bis hin zum Beziehungen pflegen. Und sie erläutert, dass der Sprachgebrauch individuell sehr verschieden ist und demnach unterschiedliche Wirkungen hat.

    In einem großen Kapitel führt Mechthild von Scheurl-Defersdorf in die Grundlagen des Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzepts ein. Dabei betrachtet sie zahlreiche Aspekte des Wortschatzes und führt die Leserinnen und Leser zu mehr Genauigkeit. Sie erklärt, wie wir mit einer klaren und eindeutigen Grammatik das Leben aktiv gestalten können.

    Die Methode Lingva Eterna macht bewusst, wie wir auf dem Weg des sinnkonformen Wortschatzes und der widerspruchsfreien Grammatik das eigene Denken, Sprechen und Handeln von verkrustetem und verdrehtem Denken freiputzen können. In einem weiteren Schritt kann jeder Mensch mit dieser Methode lernen, wie er eine klare, wertschätzende Sprache entwickeln kann, bei der Inhalt und Form im Einklang sind.
    Mechthild von Scheurl-Defersdorf (S. 87)

    Zum ersten Mal stellt sie in diesem Buch das Prinzip der einengenden Denkmuster ausführlich vor. Sie erklärt, wie sich beispielsweise ein problemorientiertes Denken in sprachlichen Entsprechungen zeigt und wie jemand mit sprachlichen Mitteln zu einem lösungsorientierten Denken gelangen kann.

    Grundlegend stellt die Autorin auch das Lingva Eterna Kommunikationsmodell vor, auf das sie im Laufe des Buches immer wieder in Beispielen Bezug nimmt.

    Im zweiten Teil geht es um den Tagesablauf im beruflichen Alltag. Für berufstätige Menschen ergeben sich dabei häufig wiederkehrende Situationen. Vom frühen Morgen in der Familie über das Begrüßen der Kolleginnen am Arbeitsplatz, typischen Situationen mit Kollegen und Vorgesetzten, Umgang mit Pausen, Kunden, Verspätungen, E-Mails bis hin zum Feierabend – bei all diesen Gelegenheiten wenden wir vertraute und meist unreflektierte Sprachmuster an. Mechthild von Scheurl-Defersdorf macht diese Muster bewusst und regt zur Weiterentwicklung an.

    Im letzten großen Kapitel geht es um wichtige übergreifende Themen für berufstätige Menschen: Sinnhaftigkeit und Freude mit und bei der Arbeit, Talente, Fehlerkultur, Betriebsklima, Werte und ein Leben in Balance. Auch hier lässt die Autorin die grundlegenden Aspekte von Sprache und Kommunikation (Wortschatz, Grammatik, Kommunikationsmodell, Denkmuster) wieder einfließen.

    Was mich an dem Buch fasziniert hat

    Die dreigeteilte Struktur von „Die Kraft der Sprache im Beruf“ ist für mich schlüssig und bietet eine gute Orientierung. Für „Neulinge“ sind die wichtigsten Aspekte des Konzepts klar und verständlich sowie in einer sinnvollen Abfolge formuliert.

    Zu jedem sprachlichen Aspekt findet sich ein stimmiges Beispiel aus dem Alltag. Im Laufe des Buches erscheinen dabei Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen und Branchen. So können sich viele Menschen wiederfinden. Mich begeistern außerdem die Tipps für den Alltag, welche die Autorin immer wieder eingeschoben hat. Hier geht es um persönliche Reflexion und Anregungen, etwas Neues auszuprobieren.

    Ein Beispiel: „Was sagen Sie morgens im Aufzug als Smalltalk?“ (S.115) Es folgt eine Anleitung zur Selbstbeobachtung und zum Ausprobieren von Alternativen.

    Bei allem Fokus auf positive Kommunikation hat Mechthild von Scheurl-Defersdorf keine rosarote Brille auf. Sie zeigt auch, dass und wie Kritik, Fehler oder persönliche Grenzen zielführend und gleichzeitig wertschätzend besprochen werden können.

    Das Buch ist ein Fundus an Beispielen dafür, wie und warum Kommunikation misslingen kann und wie wir alle mit Aufmerksamkeit für die eigene Sprache dazu beitragen können, dass Kommunikation gelingen kann und erfolgreich wird. Und das ist doch eine wesentliche Grundlage für Zufriedenheit und Erfolg im Beruf.

    Es lohnt sich, auf die ersten Sätze nach dem Ankommen zu achten. Durch einen bewussten Umgang mit der Sprache kann jeder wirksam zu einem guten Klima am Arbeitsplatz beitragen.
    Mechthild von Scheurl-Defersdorf (S. 118)

    Was dieses Buch für meine Arbeit bewirkt

    Für mich als ausgebildete Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationstrainerin ist der erste Teil wie eine Art Lexikon. Hier kann ich die wichtigsten Aspekte des Konzepts kompakt nachlesen. Dazu trägt auch das ausführliche Register hilfreich bei.

    Gleichzeitig bietet mir „Die Kraft der Sprache im Beruf“ noch viele Anregungen für eigene Reflexion und Weiterentwicklung meiner Kommunikation. Sicher habe ich vor Jahren schon einiges näher betrachtet und gewandelt. Doch kehren manche Themen wieder und andere tauchen neu auf. Ich habe da so ein paar Ideen …

    „Die Kunst des Fragens“ ist ein lohnender Aspekt, den ich als Beraterin, Coach und auch im Umgang mit Kunden wieder neu in den Blick nehmen werde.

    Und natürlich werde ich das Buch in meinen eigenen Vorträgen und Seminaren gern berufstätigen Menschen empfehlen.


    Mechthild von Scheurl-Defersdorf
    Die Kraft der Sprache im Beruf – Strategien für erfolgreiche Kommunikation
    Verlag Herder Freiburg, 2025
    224 Seiten, 22 €

  • Gesundheit beginnt im Kopf – und in deiner Sprache!

    Gesundheit beginnt im Kopf – und in deiner Sprache!

    Wie sprichst du über deine Gesundheit? – Ich bewege mich langsam auf eine Altersgruppe zu, die mehr über ihre Krankheiten spricht, als über ihre Gesundheit. Puh … Wie soll ich damit umgehen? – „Du, ich hab die Nase voll von diesen ewigen Krankheitsthemen.“

    Da antworte ich ja im selben Muster.

    Der sprachgewandte Politiker Gregor Gysi sagte kürzlich, das Reden über die eigenen Krankheiten zähle zu den drei großen Fehlern des älter Werdens. „Man darf im Alter nicht den ganzen Tag über Krankheiten quatschen. Davon wird man nicht gesund.“ (In „Missverstehen Sie mich richtig“ vom 26.09.24)

    Als Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationstrainerin antworte ich darauf: „Sondern? – Also, wovon wird man denn gesund?“ Und wie reden wir denn über unseren Gesundheitszustand, ohne dass wir es bemerken?

    Wie Redewendungen etwas über deinen Gesundheitszustand zeigen

    Menschen haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Das gilt auch für ihren Körper und ihre Gesundheit. Der eine bekommt leicht eine Erkältung, die andere hat einen empfindlichen Magen. Eine dritte Person neigt eher zu Kopfschmerzen. Ich bin überzeugt davon, dass sich das in der Ausdrucksweise widerspiegelt. So werden meine drei fiktiven Personen sich zum selben Problem, zum Beispiel einem beruflicher Konflikt, unterschiedlich äußern.

    Der erste sagt vielleicht „Ich hab die Nase voll von dieser Streiterei.“, die zweite Person sagt möglicherweise „Das schlägt mir ganz schön auf den Magen.“ und die dritte Person spricht davon, dass ihr die Situation Kopfzerbrechen bereitet.

    Nun sind das ja nur einzelne Beispiele für diese drei Typen. Natürlich hat dein Körper noch wesentlich mehr „Bauteile“, ob Haut, Augen, Ohren, Zähne, Darm, Knochen, Muskeln, Sexualorgane, Herz und vieles mehr. Und es gibt für jedes dieser „Bauteile“ eine große Anzahl an Redewendungen. Exemplarisch will ich dir dies anhand des Themas „Rücken“ zeigen.

    Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Sie zählen mit zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit. Ich habe eine kleine Auswahl an üblichen Äußerungen gesammelt. Sie zeigen auch unterschiedliche Grade von Belastungen. Wahrscheinlich wird ein Mensch mit Rückenschmerzen sie nicht alle benutzen, sondern hat seine bevorzugten Sprüche. Achte einmal darauf, was du bei betroffenen Personen hörst.

    • Ich habe mein Päckchen zu tragen.
    • Ich muss dafür den Buckel hinhalten.
    • Ich muss Haltung bewahren.
    • Da habe ich mir etwas aufgeladen!
    • Ich muss mich bei Ihnen beschweren!
    • Das nehme ich auf meine Schultern.
    • Das bricht mir noch mal das Rückgrat.
    • Auf mir lastet die ganze Verantwortung.
    • Was kann ich nur gegen meinen Rücken tun?

    Tipp:

    Und was zeigt dir deine Sprache? Gibt es ein Thema, das du häufig gebrauchst, eine Körperregion, über die du häufig in dieser Art sprichst? Bitte eine vertraute Person, dich in dieser Beobachtung zu unterstützen.

    Wie du deine Sprache weiterentwickeln kannst

    Nehmen wir einmal an, du hast drei dieser bezeichneten Redewendungen in deinem alltäglichen Sprachgebrauch entdeckt. Was nun?

    Schenke ihnen nur kurz Aufmerksamkeit. Mach dir bewusst, was sie wörtlich bedeuten.

    Beispiele:

    • „Ich muss mich bei Ihnen beschweren!“ – Ich beschwere mich – damit wird es für dich noch schwerer. Und musst du das wirklich?
    • „Was kann ich gegen meinen Rücken tun?“ (beim Arzt) – Ich meine, er sollte dir etwas für deinen Rücken empfehlen.

    Nun kannst du dir vornehmen, diese Redewendungen nicht mehr zu gebrauchen. Allerdings hilft es weiter, stattdessen einen neuen Sprachgebrauch zu entwickeln. Überlege dir also, mit welchen Sätzen du deinen Rücken stärken kannst. Achte darauf, dass sie positiv formuliert sind.

    Schreibe dir einige Sätze auf und nimm sie für eine Weile in den Blick. Du kannst zum Beispiel hier und da einen Zettel an den Spiegel, Schreibtisch oder Schrank kleben. Damit bringst du eine positive Wendung und durch die Wiederholung eine Verankerung in deine Sprache.

    Beispiele:

    • Ich halte mir den Rücken frei.
    • Ich gehe aufrecht durchs Leben.
    • Ich bin stark und mutig.
    • Ich bewahre Haltung.

    Wie wird man gesund?

    Ich will und kann nicht behaupten, dass damit die Rückenschmerzen gleich weggehen werden. Da gehört sicherlich mehr dazu.

    • Lass medizinische Ursachen abklären und dich ärztlich beraten.
    • Pflege einen gesundheitsförderlichen Lebensstil. Achte auf deine Atmung, ausreichend Schlaf, Bewegung und gesunde Ernährung.
    • Informiere dich selbst und tu für dich, was du kannst. Du kennst dich selbst am besten und du hast nur dieses eine Leben. Mach was draus.
    • Schaffe dir Pausen und achte auf deinen Stresspegel. Stressregulation kann einen wesentlichen Beitrag zu deiner Gesundheit leisten.
    • Worum kreisen deine Gedanken? Erstelle eine Liste an Themen, sortiere und gewichte sie danach, ob es Themen sind, die dich belasten oder dich freuen. Wieviel Raum für erfreuliche Gedanken hast du in deinem Leben? Deine Sprache ist dein Coach!
    • Was tut dir gut? Mach mehr davon! – Was tut dir nicht gut? Mach (so gut es geht) weniger davon oder grenze dich nach Möglichkeit davon ab. Ich weiß, das kann ein langer Prozess sein. Sei langmütig mit dir selbst.
    • Sind da noch „Altlasten“? Welche Themen gehören in die Vergangenheit oder brauchen nochmal eine Bearbeitung? Hol dir psychologische Unterstützung.
    • Du willst vom problemorientierten Denken zum lösungsorientierten Denken gelangen? Ich begleite dich gern mit einem KommunikationsCoaching.
    gestresste Frau am Telefon
    Live am 28.04.25 – 24.09.25 – 26.11.25 oder nach Anmeldung 3 Tage als Aufzeichnung

    Was tun, wenn die anderen dauernd über ihre Krankheiten reden?

    Das kann wirklich anstrengend sein. Wenn du das Gefühl hast, dass Leute ständig über ihre Krankheiten sprechen, könnte es helfen, sanft das Thema zu wechseln. Du könntest zum Beispiel ein neues Gesprächsthema einführen, das sie interessieren könnte. Oder du greifst einfach ein positives Thema auf, um die Stimmung zu ändern. Manchmal sind Menschen auch einfach auf der Suche nach Verständnis oder brauchen jemanden zum Zuhören. Aber es ist völlig okay, deine Grenzen zu setzen, wenn es zu viel wird.

    Das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept legt Wert auf eine klare, bewusste und wertschätzende Sprache. Es betont unter anderem die Kraft positiver Formulierungen und den bewussten Einsatz von Worten. Hier sind einige Formulierungen, die deine Grenze respektvoll setzen und dabei den Prinzipien von Lingva Eterna entsprechen:

    Gespräch behutsam umlenken

    🔹 „Ich habe verstanden, dass dich das Thema sehr beschäftigt. Lass uns jetzt über etwas sprechen, das uns beiden guttut.“
    🔹 „Ich höre, dass das eine große Herausforderung für dich ist. Wie wäre es, wenn wir uns jetzt einem anderen Thema widmen?“

    Eigene Grenzen aufzeigen

    🔹 „Ich nehme wahr, dass das Thema wichtig für dich ist. Gleichzeitig merke ich, dass ich gerade etwas anderes brauche.“
    🔹 „Ich achte auf meine Energie und merke, dass ich mich auf positive Themen konzentrieren möchte.“

    Klare und wertschätzende Begrenzung setzen

    🔹 „Wir haben nun eine Weile über Krankheiten gesprochen, doch jetzt wünsche ich mir ein anderes Gesprächsthema.“
    🔹 „Ich möchte unser Gespräch in eine andere Richtung lenken, damit es für mich angenehm bleibt.“

    Diese Formulierungen halten sich an das Prinzip von Lingva Eterna, indem sie konkret, respektvoll und auf das Gegenüber sowie die eigene Wahrnehmung bezogen sind. Sie vermeiden Negationen wie „nicht“, „kein“ oder „nie“, da diese oft unbewusst Widerstand hervorrufen. Stattdessen lenken sie den Fokus auf positive Möglichkeiten und eine klare Kommunikation.


    Schreib mir gern in den Kommentar, ob du mit meinen Tipps etwas anfangen kannst und welche Erfahrungen du damit gemacht hast.

  • 5 Gründe, warum Stress deine Kommunikation ruiniert

    5 Gründe, warum Stress deine Kommunikation ruiniert

    Die eigene Kommunikation hängt stark vom aktuellen Zustand des Nervensystems ab. Meist sind wir uns dessen nicht bewusst. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wir alle wissen, dass wir unausgeschlafen viel weniger geduldig sind und viel schneller gereizt und schnippisch reagieren. Warum ist das so und was geht da alles ab in unserem Hinterstübchen? Ich nenne dir fünf Gründe, warum Stress deine Kommunikation ruiniert.

    Im „Fight or Flight“-Modus bist du impulsiv

    Wut, Angst oder Enttäuschung beeinflussen deine Wortwahl und deine Tonlage. Wie oft hast du schon Dinge gesagt, die du hinterher bereut hast? Oder du hast hinterher bemerkt, dass du dich im Ton vergriffen hast.

    Die Ursache ist, dass das Nervensystem die Situation als bedrohlich eingestuft hat. Dann übernimmt das autonome Nervensystem und schaltet das denkende Hirn (präfrontaler Kortex) ganz oder teilweise ab. Die emotionale Überflutung veranlasst die impulsive, unüberlegte Kommunikation.

    Lösung: Sobald du bemerkst, dass du aus der Fassung bist, kannst du das im Gespräch benennen und um eine Pause oder Bedenkzeit bitten. Nutze die Zeit dafür, dein Nervensystem zu regulieren.

    Du hörst nicht richtig zu

    Unter Stress aktiviert das Nervensystem den Sympathikus-Nerv. Dadurch kannst du – je nach Situation – in den Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus geraten. Der ventrale Vagusnerv – unser soziales Kontaktsystem – ist hingegen inaktiv. Dadurch ist unter anderem unser Hören beeinträchtigt.

    Es kann also sein, dass du gar nicht richtig wahrnimmst, was dein Gegenüber gerade sagt. Es entstehen Missverständnisse. Deine Aufmerksamkeit ist blockiert, ebenso das Verständnis des Gesagten sowie die Merkfähigkeit.

    Lösung: Pause, atmen, Nervensystem regulieren und insbesondere das Hören aktivieren. Knete dazu sanft deine Ohren.

    Du bist gereizt und kannst nicht auf andere eingehen

    Ist dein Nervensystem überreizt, z.B. durch zu viele Reize, zu wenig Schlaf oder zu viele Aufgaben, gerätst du in Stress. Wieder wird der Sympathikus-Nerv aktiviert und es fällt dir schwer, klar zu denken und mit anderen zu kooperieren oder einfühlsam zu sein.

    Lösung: Verabschiede dich von Multi-Tasking, sag öfter „Nein“ zu zusätzlichen Aufgaben, Terminen oder Events. Achte auf deine Pausen und insbesondere auf ausreichend Schlaf. Mache eine Atemübung anstatt durch Social Media zu scrollen.

    Hier liest du, wie du Stress in der Kita reduzieren kannst, falls du dort arbeitest.

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    Du fühlst dich unsicher

    Das Nervensystem scannt ständig nach Gefahren. Das ist erstmal normal und läuft bei allen Menschen im Hintergrund ab. Kommt das System zur Bewertung „unsicher“, laufen automatisierte Prozesse ab. Fühlst du dich nicht sicher, zeigt sich das in deiner Atmung, deiner Haltung, deiner Stimme und deiner Mimik. Du wirkst dann z.B. verschlossen oder defensiv.

    Lösung: Falls du dich vorbereiten kannst, mache einige Regulationsübungen. In einer überraschend unsicheren Situation fokussiere dich kurz auf deinen Stand und deine Atmung. Stelle dich stabil und aufrecht hin und spüre deine Verbindung zur Erde. Atme bewusst ruhig durch die Nase ein und aus.

    Falls du das kennst: Achte darauf, deine Stimme ruhig zu führen. Komme bei Aussagen am Satzende nach unten. Damit wirkst du souverän. Falls du das nicht kennst – ich kann es dir zeigen.

    Dein Gedankenkarussell macht was es will

    Im Kontakt mit deiner Gesprächspartnerin tauchten alte Verletzungen, Erinnerungen, negative Erfahrungen oder Trigger auf. Dein Kopfkino spult dann seinen eigenen Film ab. Dazu gehören Vorannahmen, Bewertungen und alte Kommunikationsmuster. So gerätst du leicht unbewusst in Rückzug oder Verteidigung.

    Lösung: Halte inne, sobald du das bemerkst. Versuche, einen Anker in der Gegenwart zu finden, z.B. indem du dich im Raum umschaust und alle runden Dinge zählst. Verbinde dich wieder mit deinem Körper, achte auf deinen Stand (oder Sitz) und deinen Atem.


    Fazit

    Kurz gesagt: Der Zustand deines Nervensystems entscheidet darüber, ob Kommunikation gelingt oder scheitert. Gespräche unter Stress – das ist keine gute Idee. Wer sein Nervensystem regulieren kann, kann auch klarer und ruhiger kommunizieren.

    Mit den S-O-S Übungen habe ich ein hilfreiches Tool zur emotionalen Erste Hilfe und Stressregulation. Ist das was für dich?

  • 7 japanische Weisheiten, um neu mit Stress umzugehen

    7 japanische Weisheiten, um neu mit Stress umzugehen

    Stressregulation mit schlauen Weisheiten? Kürzlich entdeckte ich eine Liste mit japanischen Weisheiten, die sich wunderbar auf den Umgang mit Stress anwenden lassen. Ich habe da mal einen Transfer hergestellt:

    Weisheit Nummer 1: Oubaitori – Vergleiche dich nicht mit anderen

    Wieso vergleichen wir uns eigentlich ständig mit anderen Menschen? Höher, schneller, weiter – der olympische Gedanke ist doch eigentlich ein anderer. „Dabei sein ist alles!“

    Und ich meine, das sollten wir auch auf die anderen Aspekte unseres Lebens, unseres Daseins (ja, das kommt nämlich von „da sein“, jetzt und hier) anwenden.

    Egal, ob es um Aussehen, Geld, Macht, Erfolg oder sonst was geht: Bleib bei dir. Was ist für dich relevant, was entspricht deinen Werten? Lass die Anderen ihr Leben leben.

    Das ständige Vergleichen mit Idolen oder auch der Nachbarin macht dir völlig überflüssigen Stress. Wieso? Falls der Vergleich krass ausfällt, kommst du in den Kampfmodus. Und da kommen die Stresshormone ins Spiel, der Blutdruck steigt und weitere Stressreaktionen folgen. Hör also auf, dich mit anderen Menschen zu vergleichen.

    Weisheit Nummer 2: Kaizen – Verbessere dich kontinuierlich

    Das beruht auf Weisheit Nummer 1. Vergleiche dich also nur mit dir selbst. Hast du ein Ziel? Dann zerlege es in kleine, erreichbare Teilziele und gehe vom jetzigen Stand einen Schritt weiter. Einen Schritt schaffst du immer.

    Beispiel: Für 2 x 5 Minuten täglich Atemübungen hast du immer Zeit. Soviel Kontrolle über dein Leben ist auch im stressigsten Alltag möglich. Einmal davon vor dem Schlafen, das andere Mal, nun ja, zum Beispiel mittags am offenen Fenster, in der U-Bahn, notfalls auf dem Klo.

    Mit dieser kleinen Gewohnheit schaffst du einen Einstieg in deinen Umgang mit Stress. Du wirst bald merken, dass da noch mehr kleine Zeitfenster für deine Stressregulation versteckt sind.

    Du brauchst eine Anleitung für eine Atemübung? Beginne mit der 4 – 6 Übung. Zähle beim Einatmen bis vier, beim Ausatmen bis 6 und dann von vorne. So senkst du deine Atemfrequenz und das ist gut zum Abbau von Stress. Übrigens: So baue ich Stress ab

    Weisheit Nummer 3: Wabi-sabi – Akzeptiere Unvollkommenheit

    Dann kommt der Tag, an dem du halb krank bist, die Kinder Brechdurchfall haben und die Chefin dir mit einem Abgabetermin im Nacken sitzt. Oder der Tag, an dem du mit deinem Partner einfach mal den ganzen Tag die Zeit vergisst – zack, Atemübungen auch vergessen.

    Halb so wild. Morgen kann es ja weiter gehen. Sei gnädig mit dir und schick das schlechte Gewissen in die Wüste.

    Weisheit Nummer 4: Mottainai – Wirf nichts unnötig weg, sondern schätze seinen Wert

    Puh, wie bringe ich das jetzt mit Stressregulation in Verbindung?

    Zunächst denke ich an die gängigen Methoden des Aussortierens. Du nimmst einen Gegenstand, zum Beispiel ein Kleidungsstück in die Hand und nimmst ihn nochmal wahr – mit allen Sinnen. Wie fühlt es sich an? Wie riecht es? Du hast vielleicht eine Erinnerung dazu oder ein Gefühl? Kommt ein Bewegungsimpuls? Wegwerfen oder reinkuscheln? Das alles ist schon Achtsamkeit. Nimm dir solche Momente.

    Zum anderen denke ich an die Schätze, die du so angesammelt hast und neu entdecken kannst: das Buch mit den zauberhaften Bildern oder Gedichten. Die Stifte für das Handlettering, das du lernen wolltest. Hast du jetzt eine Viertelstunde dafür? Nutze sie und schätze damit deine Gegenstände.

    Im Hier und Jetzt etwas mit Freude tun, auch das ist Stressregulation.

    Weisheit Nummer 5: Gaman – Begegne schwierigen Aufgaben mit Würde

    Einen neuen Umgang mit Stress finden – ja, das kann eine schwierige Aufgabe sein. Befasse dich damit. Anstatt zu jammern und zu leiden – geh der Sache auf den Grund. Wie entsteht dein Stress? Was löst ihn aus? Welche Abläufe kannst du verändern? Mit wem kannst du dich echt darüber austauschen und dich persönlich weiter entwickeln?

    gestresste Frau am Telefon
    Live am 28.04.25 – 24.09.25 – 26.11.25 oder nach Anmeldung 3 Tage als Aufzeichnung

    Weisheit Nummer 6: Shikita ga nai – Akzeptiere, was du nicht ändern kannst und lass los

    Oder auch auf Englisch: Love it, change it or leave it.

    Manchmal geht es um deine Haltung zu etwas. Ich vergeude zum Beispiel keinen Gedanken daran, dass mir der Haushalt auf den Wecker geht und ich gerade viel lieber schreiben oder Rad fahren würde.

    Ein leckeres Essen, eine aufgeräumte Küche und etwas Frisches zum Anziehen sind mir wichtig. Dazu gehören halt auch die weniger Spaß machenden Aufgaben (bei mir zum Beispiel Abwaschen). Ich fokussiere meine Gedanken dann eher auf das Ergebnis: „Wie schön ist es morgens in meine Küche zu kommen.“ Oder ich mache mir Zeit im Haushalt so angenehm wie möglich, zum Beispiel mit motivierender Musik oder einem interessanten Podcast.

    Welches sind deine Gedanken, die dir Stress machen? Achtung, manchmal kommt hier wieder Weisheit Nummer 1 ins Spiel! Welche Gedanken kannst du anders betrachten? Welche kannst du loslassen?

    Weisheit Nummer 7: Omoiyari – Kümmere dich um andere

    Jetzt denkst du vielleicht „Mein ganzer Stress ist doch da, weil ich mich dauernd um andere kümmere.“ Das braucht vielleicht ein wenig mehr Analyse.

    • „Nur wenn du selbst gut stehst, kannst du andere gut halten.“ (Kati Bohnet) – Das heißt, achte auf dich und deine Pausen.
    • „Kümmern“ kommt von Kummer. Sich um andere „sorgen“ ist auch nicht besser. Was genau tust du? Vielleicht machst du dir dann weniger Kummer und Sorgen.
    • Wie ist deine Haltung zum „Kümmern“? Was bekommst du zurück? Ein Lächeln, einen Dank? Machst du es mit Freude? Machst du es aufgrund sozialen Drucks?
    • Ich glaube, die Weisheit meint auch, sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen. Denken wir in größeren Zusammenhängen, verlieren die eigenen Sorgen manchmal an Wichtigkeit.

    Die Inspiration zu diesem Blogartikel verdanke ich einem älteren Newsletter von Nadja Buoyardane von Granatgrün. Sie adaptierte die sieben japanischen Weisheiten für Tipps zum besseren Schreiben.

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