Autor: Heike Brandl

  • Verbundenheit im Alltag leben – praktische Tipps für mehr Nähe und Vertrauen

    Verbundenheit im Alltag leben – praktische Tipps für mehr Nähe und Vertrauen

    Verbundenheit bedeutet für mich, Nähe und Vertrauen in Beziehungen zu spüren, tagtäglich in meinem Alltag. Das kann für Familie und Freunde gleichermaßen gelten wie in kollegialen Kontakten oder Gruppen, in denen ich mich engagiere.

    Ich halte es für elementar, in Verbundenheit zu mir selbst und zu mir nahe stehenden Menschen zu leben. Nur dann kann ich persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen aushalten und mit ihnen angemessen umgehen.

    Schon länger hatte ich vor, einen eigenen Artikel zum Thema Verbundenheit zu schreiben. 2024 hatte ich Fokus Verbundenheit sogar als Jahresmotto. Ich sammelte zahlreiche Ideen dazu, legte besonderen Wert auf meine Reflexion zum Thema und schaute auch im Jahresrückblick 2024 wieder genauer hin. Das Jahr ging vorbei und der geplante Artikel war nicht geschrieben.

    Doch ließ mich das Thema noch nicht los. Immer wieder berührt es mich im Rahmen von Coachings oder Fortbildungen, aber auch im persönlichen Umfeld.

    „Wir sind nicht getrennt voneinander, sondern miteinander verbunden. In dieser Verbundenheit liegt die Lösung unserer Probleme.“
    Dalai Lama

    Deshalb beleuchte ich das Thema hier tiefer, betrachte verschiedene Aspekte dazu und will dir auch praktische Tipps für deinen Alltag mitgeben.

    Info Box – Leichte Sprache

    Alle Menschen wollen sich verbunden fühlen.
    Das ist wichtig für Menschen.

    Du kannst dich auch gut mit dir selbst verbinden.
    Zum Beispiel:
    Du spürst deinen Körper.
    Du merkst: So fühle ich mich jetzt.
    Du fühlst dich gut mit Freunden oder mit deiner Familie.

    Du kannst auch die Verbindung zu anderen Menschen besser machen.
    Zum Beispiel:
    Du zeigst einem Menschen: Ich mag dich.
    Du sagst einem Menschen: So geht es mir.
    Du grüßt freundlich.
    Du lädst Menschen zu dir ein.

    Verbundenheit mit dir selbst

    Um gelungene, befriedigende Bindung, Verbundenheit und Beziehung zu anderen Menschen herstellen zu können, braucht es eine tiefe Verbundenheit zu dir selbst.

    Wie du Verbundenheit mit dir selbst wahrnehmen kannst

    Es ist hilfreich, diese Verbundenheit auf verschiedenen Ebenen wahrzunehmen. Du kannst dich daran orientieren, was dir deine Bedürfnisse mitteilen.

    • Spürst du deine vitalen Bedürfnisse?
      Hunger, Durst, Müdigkeit, frische Luft, Licht und Sonne, Ruhe, Schlaf, Schutz vor Witterung, Bewegung, Körperkontakt, Verdauung, Sexualität, Gesundheit
      Was sagt dir dein Körper?
    • Nimmst du deine emotionalen Bedürfnisse wahr?
      Sicherheit, Gerechtigkeit, Einfühlsamkeit, Anerkennung, Freundlichkeit, Vertrauen, Selbstwertschutz
      Was sagen dir deine Gefühle? Wie zeigen sie sich?
    • Achtest du deine sozialen Bedürfnisse?
      Zugehörigkeit, Bindung, Verbundenheit, Kooperation, Loyalität
      Hast du ein für dich stimmiges Maß an familiären, freundschaftlichen, kollegialen, romantischen Beziehungen und Kontakten zu Gruppen?
    • Kennst du deine kognitiven Bedürfnisse?
      Lernen, Entwicklung, Neugier, Wissen, Kompetenz, Orientierung und Kontrolle
      Wie nährst und forderst du dein Gehirn?

    Lerne dich immer besser kennen und schau, ob du deine Bedürfnisse auch ausgewogen befriedigst. Manche vergessen im Stress zwischen Familie und Beruf, ausreichend zu essen und zu trinken. Bei anderen ist vor lauter Lernen und Arbeiten keine Zeit mehr für Bewegung oder Freundschaften. Als ich eine junge Mutter war, hatte ich irgendwann das Bedürfnis, mein Hirn wieder mehr zu fordern.

    Wie du Verbundenheit mit dir selbst im Alltag stärken kannst

    Klar, du kannst dir einfach eine Liste oder eine Mindmap dazu machen, wie das mit den Bedürfnissen bei dir aussieht und überlegen, in welchen Bereichen noch Luft nach oben ist.

    Vielleicht hilft es dir, wenn du dir Optionen für unterschiedliches Zeitbudget aufschreibst. Also zum Beispiel für die 5-Minuten-Pause am Fenster tief atmen oder ein schönes Lied anhören oder genussvoll einen Tee trinken. Und für die 30-Minuten-Pause einen flotten Spaziergang oder ein Telefonat mit einer lieben Person …

    Du kannst auch einfach eine Hand aufs Herz und eine Hand auf den Bauch legen und in dich hineinhören. Was nimmst du alles wahr? Von außen an Sinnesreizen, von innen an Körperwahrnehmungen oder Bewegungsimpulsen, an Gefühlen und Emotionen, an Verbundenheit, an Gedanken … Das nennt sich somatische Achtsamkeit und ich gebe das auch in meinen Workshops mit den S-O-S Übungen weiter.

    Verbundenheit mit anderen

    „In der Verbundenheit mit anderen liegt die wahre Stärke.“
    Laotse (6. Jh. v. Chr.)

    Emotionale Verbundenheit zeigen

    Eigenen Kindern kannst du Geborgenheit gut mit Körperkontakt und körperlicher Nähe vermitteln. Du kannst sie auf den Arm oder Schoß nehmen oder z.B. das Baby ganz auf dich drauflegen, ältere Kinder zum Einschlafen kraulen – finde euren ganz persönlichen Weg.

    Mit Kindern im beruflichen Kontext gilt es hier achtsam umzugehen und im Team darüber zu reflektieren. Gleichzeitig brauchen auch diese Kinder tröstenden, haltenden oder spielerischen Körperkontakt.

    Ich hoffe, du kannst auch in einer freundschaftlichen oder Partnerbeziehung Geborgenheit spüren und emotional auftanken. Paarcoaching ist nicht mein Thema, doch brauchen eben Erwachsene auch Geborgenheits-Tankstellen. Kinder, auch die eigenen, sind dafür nicht zuständig.

    Emotionale Verbundenheit zeigst du auch, indem du deine Grenzen zeigst und die der anderen – auch körperliche – feinfühlig respektierst. Es zeugt einfach von Einfühlungsvermögen.

    Akzeptiere (und liebe) die Menschen, so wie sie sind – ohne sie verändern zu wollen. Das ist Verbindung auf Augenhöhe.

    Über Verbundenheit im Alltag reden

    „Das höchste Ziel der Kommunikation ist nicht Information, sondern Beziehung.“
    Friedemann Schulz von Thun (* 1944); Psychologe und Kommunikationswissenschaftler

    Wie kannst du nun über Verbundenheit reden? Die eigene Sprache in den Blick zu nehmen, scheint mir ein guter Anfang. Wie antwortest du auf die Frage „Wie geht es dir?“ Sagst du „Gut.“ oder „So lala.“? Oder hast du einen vielfarbigen und umfangreichen Wortschatz für deine momentane Gefühlslage?

    Du zeigst dich offen und Gespräche können in eine andere Tiefe führen. Achte dabei gut auf dich und darauf, wem du dich damit vielleicht auch verletzlich zeigen magst.

    Wortwolke mit über 30 Wörtern, die Gefühle beschreiben

    Das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept vermittelt den Aspekt „Beziehungen stärken“ mit dem Blick auf Personalpronomen. Grammatik? Ernsthaft? Ja, das kann helfen. „Ich danke dir.“ – „Ich bitte dich …“ – „Ich wünsche dir …“

    Mit den Personalpronomen schaffen wir die Verbindung zwischen uns, zwischen ich und dir eben. Du wirst merken, dass du diese Sätze kaum im Vorbeigehen sagen kannst. Es entsteht meist ein kurzer Blickkontakt und da haben wir nochmal was, das Verbindung schafft: Im Blickkontakt sendet unser Nervensystem Oxytocin aus. Und das wiederum stärkt Beziehungen.

    Du brauchst nicht ständig das Wort „Verbundenheit“ zu benutzen. Doch ab und an … nimm es in deinen aktiven Wortschatz auf. Und entdecke Gelegenheiten dafür. Einige Anregungen gebe ich weiter unten unter „Sprachliches“.

    Kollegiale Verbundenheit stärken

    Nein, ich meine weder den Betriebsausflug noch die Weihnachtsfeier. Kennen ja alle. Kann auch gut sein.

    Was ich meine, ist die Art und Weise, wie du mit deinen Kolleginnen sprichst. Begrüßt du sie morgens mit einem „Was für ein Mist-Wetter heute, das wird wieder ein Tag (stöhn) …“ oder mit „Sabine – ich wünsche dir einen guten Morgen.“

    Wie ist es mittags? „Mahlzeit.“ oder lieber „Genieß deine Mittagspause.“ Und zum Dienstende? „Tschüss, bis morgen und halt die Ohren steif …“ oder lieber „Ich wünsche dir einen ruhigen Abend mit deinen Kindern.“ Was wäre dir selbst lieber? Probiere aus, was dir liegt und Freude macht. Und beobachte die Reaktionen.

    Ein großes Thema ist leider auch das Lästern am Arbeitsplatz. Wie gehst du damit um? Schafft es Verbundenheit? Sicher nicht. Hol dir dazu mein kostenfreies PDF „Souverän mit Lästern umgehen“.

    Mockup Freebie zum Thema Lästern, Link für zur Info-Seite mit Download-Option

    Kollegiale Verbundenheit kann allerdings auch in Team-Fortbildungen entstehen. Ob das Thema dann Stressregulation heißt, klare und wertschätzende Kommunikation im Team oder kollegiale Fallberatung – das liegt ganz bei eurem Bedarf. Interesse? Dann melde dich bei mir.

    Und Action … praktische Tipps für Verbundenheit im Alltag

    2024 habe ich etliche Male den Podcast von Madeleine Dore „A social life, with friends“ gehört. Und als keine neuen Folgen mehr kamen, ihren Newsletter abonniert. Ich habe mir einige Notizen gemacht, welche Ideen sie teilte, um ihr soziales Leben weiterzuentwickeln.

    • Sei diejenige, die Aktionen (die du dir wünschst) initiiert, anstatt zu warten, dass es andere tun.
    • Mach mit deinen Freundinnen das, was du sowieso tun würdest. Nimm sie in deinen Alltag mit, anstatt extra Coffeedates zu vereinbaren.
    • Fokus auf Qualität statt Quantität – vertiefe deine bestehenden Freundschaften.
    • Sei ehrlich. „Nein“-sagen zum einen bedeutet ein „Ja“-sagen zu etwas anderem.
    • Bitte andere um Hilfe.
    • Übe dich in der Kunst des Hinhörens.
    • Lade Menschen in dein Zuhause ein.
    • Bewerte andere Menschen weniger.
    • Übe dich in der Kunst des Vergebens.
    • Sei geduldig.

    Noch mehr zum Hören und Lesen

    „Der Verbindung schaffen-Podcast“ der Bloggerin Anna Koschinski erzählt in Geschichten: Es gibt immer Wege, wie starke, echte und bereichernde Verbindungen gelingen können.

    „Nervenstark verbunden – Selbstregulation von Kindern stärken – für mehr Geborgenheit, Wachstum und einen entspannteren Familienalltag“ von Kati Bohnet ist ganz aktuell 2025 im Knaur Verlag München erschienen. Meine Ausbildern im Bereich Stressregulation hat ein leicht verständliches Buch mit viel Fachwissen geschrieben. Ich habe erst mit der Lektüre begonnen, kann es jedoch schon jetzt von ganzem Herzen empfehlen.

    „Radikale Freundlichkeit – Wie sie dein Leben revolutioniert“ von Nora Blum ist 2024 im Kailash Verlag München erschienen. Die Psychologin zeigt 14 verschiedene Wege, wie wir mit uns selbst und anderen freundlicher sein können. Großartig!

    Wissen für Nerds

    Du interessierst dich noch für mehr Details und Hintergründe? Dann lies hier weiter:

    Definition von Verbundenheit

    „Als Verbundenheit oder Zugehörigkeitsgefühl wird in der Psychologie der Kommunikation das Gefühl bezeichnet, einer anderen Person oder Personengruppe zugehörig zu sein und in einer gegenseitig vertrauensvollen Beziehung zu stehen.

    Nach Friedemann Schulz von Thun ist die Verbundenheit eines der vier seelischen Grundbedürfnisse – neben dem Empfinden von Eigenwert, einem ausreichenden Grad an Freiheit und dem Bedürfnis, geliebt zu sein.“

    Wikipedia Abruf vom 21.10.25

    Wertesystem Verbundenheit

    Die Values Academy bezeichnet als Wertesystem die Summe aller konkreten Werte und Tugenden, welche für einen bestimmten Bereich hoch angesehen und für eine bestimmte Gruppe oder Gesellschaft bedeutsam sind.

    Zu Verbundenheit gehören demnach die Werte Solidarität, Zuneigung, Dankbarkeit, Loyalität, Sympathie, Nächstenliebe, Vertrauen und Teamgeist. Auch die Wertesysteme Liebe, Freundschaft und Heimat gehören dazu.

    Sprachliches

    Andere Wörter, um Verbundenheit zu benennen:

    Band, Dank, Einheit, Einigkeit, Einklang, Eintracht, Einvernehmen, Engagement, Freundschaft, Ganzheit, Gemeinsamkeit, Gemeinschaft, Integration, Intimität, Nähe, Solidarität, Verbindung, Vertrautheit, Zusammengehörigkeit, Zusammenhalt

    aus: Duden, Synonym-Wörterbuch, Abruf vom 21.10.25

    Herkunft des Wortstammes:

    Aus dem Mittelhochdeutschen von „binden“. Die Bedeutung des Umwindens, Zusammenfügens, Zusammenhaltens und Befestigens wird in den Zusammensetzungen wie anbinden, einbinden, festbinden, losbinden … näher bestimmt.

    aus: Duden Herkunftswörterbuch 2014

    Gebrauch des Wortes und typische Verbindungen:

    Wir können Verbundenheit im Alltag ausdrücken, bekunden, bezeugen, demonstrieren, dokumentieren, symbolisieren, unterstreichen.

    Unsere Verbundenheit ist brüderlich oder schwesterlich, emotional, eng, familiär, freundschaftlich, heimatlich, herzlich, innig, kameradschaftlich, kollegial, landsmannschaftlich, nachbarschaftlich, schicksalhaft, solidarisch, tief, unverbrüchlich oder ökumenisch.

    Als Zeichen der Verbundenheit schreiben wir zum Beispiel Trauerkarten oder sprechen Grußworte.

    Aus: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, abgerufen am 21.10.25

    Verbundenheit verstehen – Wissen über das Nervensystem

    Der Polyvagal-Kreis von Mathias Thimm auf Youtube – erklärt, wie unser autonomes Nervensystem versucht, unser Überleben zu sichern. Das Video zeigt, welche Rolle dabei das Erleben von Sicherheit und Verbundenheit spielt sowie wie es dazu kommen kann, dass wir traumatisiert werden.


    Du hast bis hierher gelesen? Wow, ich danke dir für deine Zeit und deine Verbundenheit.

  • Meine Bucketliste für das 4. Quartal 2025

    Meine Bucketliste für das 4. Quartal 2025

    Eben sah ich nach, was von der Bucketliste für das 3. Quartal 2025 noch übrig ist, was da so alles los war und was ich natürlich alles erlebt und geschafft habe. Und ich kann sagen: Wow, die Planung war recht realistisch. Klar, manchmal kommt es anders, ob Gesundheit oder Wetter Kapriolen machen oder einfach andere Dinge wichtiger sind, egal.

    Und ich habe Lust, auch das 4. Quartal 2025 so in den Blick zu nehmen: Was steht an, was will ich erleben, welche Ziele nehme ich mir vor. Vielleicht inspiriert dich meine Liste auch zu eigenen Plänen.

    Ich habe die Idee dazu übrigens von Judith Peters, die dieses Thema gerade im Rahmen ihrer „Blogtoberfest“-Challenge angeboten hat.

    Ziele und Themen, die ich mir für mein Business setze

    1. geplante Vorträge und Seminare erfolgreich durchführen ✅ teilweise
    2. 5 Blogartikel schreiben ✅
    3. 6 Newsletter Sprachnachrichten schreiben ✅
    4. einen Online-Kurs zum Selbstlernen entwickeln
    5. aussortieren, was ich von der heilpädagogischen Praxis nicht mehr brauche ✅
    6. die Planung für das 1. Halbjahr 2026 grob anlegen ✅
    7. Meine Newsletter-Seite optimieren ✅

    Orte, die ich besuchen will

    1. Stadtbummel in Frankfurt
    2. und Würzburg

    Menschen, die ich treffen will

    1. Family und Friends an diversen Geburtstagen ✅
    2. das Baby meiner Nichte kennenlernen ✅
    3. mal wieder einen Spieleabend veranstalten – mir ist Verbundenheit mit meinen Freund:innen wichtig
    4. 5 neue Menschen kennenlernen und ein tiefgründiges Gespräch führen

    Dinge oder Tools, die ich lernen will

    1. nochmal das Thema SEO intensivieren – damit ich wirklich gut gefunden werde ☺️✅
    2. Französisch B1 vertiefen, dafür brauche ich wohl Sprech-Praxis ✅

    So will ich den Herbst genießen

    1. MTB fahren, ca. 200 km noch ✅
    2. 2 x wöchentlich joggen (5 bis 10 km)✅
    3. ab und zu wandern gehen ✅
    4. meine angefangene Strickjacke fertigstellen ✅so gut wie
    5. Federweißer und Zwiebelkuchen ✅
    6. Pilze sammeln und lecker zubereiten ✅

    Was bisher in keine Kategorie passte

    1. Und weiter gehts beim Renovieren auf den Baustellen unserer Kinder ✅

    Kulturelle Veranstaltungen, die ich besuchen will:
    Im Sommer kommt das bei mir immer zu kurz und dann merke ich, dass mir doch was fehlt.

    1. Museum Würth in Künzelsau ✅Ausstellung über Christo und Jeanne-Claude – fantastisch 19.11.25
    2. Theater in Würzburg ✅“Das schweigende Klassenzimmer“ 24.10.25
    3. Poetry-Slam oder Kabarett: Urban Priol in Lohr ✅05.10.25
    4. Konzert ✅“Paulus-Oratorium“ von Mendelsohn 08.11.25
    5. Kino: In die Sonne schauen ✅08.10.25

    Bücher, die ich lesen will:

    1. Doris Dörrie: Leben, schreiben, atmen (und natürlich die Schreibimpulse darin ausprobieren)✅angefangen
    2. Kati Bohnet: Nervenstark verbunden (Grundlage für meine Arbeit zur Stressregulation)✅
    3. Ulrike Herrmann: Das Ende des Kapitalismus (spannender Titel, oder?)
    4. Raphaela Edelbauer: Die Inkommensurablen ✅
    5. Greg McKeown: Essentialismus – Die konsequente Suche nach Weniger ✅(Hörbuch)

    Und du? Willst du bis Silvester …

    • in deinem Auftreten ruhiger und gelassener werden?
    • klare Formulierungen im Beruf oder der Erziehung finden?
    • deine Kinder ohne Druck und Schimpfen begleiten?
    • selbstbewusster auftreten und ein sicheres „Standing“ haben?
    • dass dir Andere besser zuhören und dich ernst nehmen?

    Dann ist ein KommunikationsCoaching das richtige!

    Sprache ist für mich die Schlüsselkompetenz für die Entwicklung unserer Persönlichkeit und unserer Gesellschaft. Im KommunikationsCoaching mache ich dir deine Wirkung bewusst.

  • 21 Themen, die du in einer kollegialen Fallberatung klären kannst

    21 Themen, die du in einer kollegialen Fallberatung klären kannst

    Stress im Kita-Team, herausfordernde Kinder, schwierige Elterngespräche und mit der Chefin ist gerade auch nicht zu reden. Kita-Alltag ist komplex und manchmal finden sich im Team nicht die passenden Menschen für einen reflektierenden Austausch. Dann kann pädagogische, kollegiale Fallberatung außerhalb der Einrichtung eine Lösung sein.

    Bei der kollegialen Fallberatung löst ein Team gemeinsam berufliche Probleme. Dies geschieht mit einer festen Struktur im Ablauf und vorher festgelegten Rollen.

    Hier gebe ich dir eine beispielhafte Auswahl von Themen, die für eine kollegiale Fallberatung geeignet sind. Es handelt sich um Beispiele aus Kitas und vergleichbaren Einrichtungen. Beratungsanlässe können sein: Konflikte zwischen Personen, herausfordernde bevorstehende Ereignisse, Enttäuschungen, Rollenkonflikte, schwieriges kindliches Verhalten, ungeklärte Erwartungen.

    Du willst wissen, wie eine kollegiale Fallberatung abläuft? Dann lies hier weiter: Was ist kollegiale Fallberatung?

    Info Box – Leichte Sprache

    Der Alltag in der Kita ist oft schwierig.
    Manche Kinder sind sehr anstrengend.
    Gespräche mit Eltern können schwer sein.
    Oder mit der Chefin.
    Dann kann eine Beratung von außen helfen.

    Bei einer kollegialen Fall-Beratung sprechen mehrere Fach-Leute über ein gemeinsames Problem.
    Alle suchen zusammen eine Lösung.
    Die Beratung hat feste Regeln.
    Alle Personen haben feste Aufgaben.

    Hier sind Beispiele für Themen in einer kollegialen Fall-Beratung:
    Es gibt Streit zwischen Menschen.
    Jemand ist enttäuscht.
    Eine Person weiß nicht genau, welche Rolle sie hat.
    Ein Kind zeigt schwieriges Verhalten.
    Erwartungen sind nicht klar.

    Schwierigkeiten im Team

    1. Deine Kollegin Sonja kommt dauernd zu spät und du leidest darunter.
    2. Die neue Mitarbeiterin in deinem Team benimmt sich, als ob sie die Chefin wäre …
    3. Deine neue Praktikantin scheint zwar sprachlich gut, kognitiv aber irgendwie doch nichts zu verstehen. Jedenfalls setzt sie nicht die Hälfte der Aufgaben um …
    4. Du hast deine Kolleginnen über dich lästern hören und hast Angst, dass das der Beginn von Mobbing ist.
    5. Deine Chefin ist neuerdings so gestresst und motzt alle Mitarbeiter:innen nur noch an.
    6. Du beobachtest Spannungen zwischen Kolleginnen und dass zwei einer dritten Kollegin Informationen vorenthalten. Als Führungskraft suchst du nach einer Strategie für diese Situation.

    Herausfordernde Kinder

    1. Der Lärm in deiner Kita-Gruppe nimmt ständig zu und du kommst jeden Abend mit Ohrensausen nach Hause.
    2. Die zweijährige Anita beißt andere Kinder, dich und deine Kolleginnen.
    3. Der 6-jährige Niko wirft im Wutanfall mit Gegenständen – es kam schon zu gefährlichen Situationen.
    4. Du fragst dich, wie du die kleine Lisa aus ihrer Verschlossenheit locken kannst …
    5. Mathilda malt nur schwarze Bilder und macht sie anschließend kaputt.
    6. Elias gibt den ganzen Tag Geräusche von sich, redet vor sich hin und hat überdies ein riesiges Repertoire an Schimpfwörtern für dich in petto …
    7. Der dreijährige Aron hält den Morgenkreis nicht aus, läuft ständig weg und stört die Gruppe.
    8. Luise ist vier Jahre alt und gerät ständig mit anderen Kindern in Konflikte. Dabei siehst du, dass sie gar nicht immer „schuld“ ist …

    Eltern, die dir Kopfzerbrechen bereiten

    1. Amirs Papa nimmt dich nicht ernst und hält sich an keine Absprachen.
    2. Die Mutter von Tim kann sich morgens nicht trennen, sodass Tim ausdauernd schreit und den ganzen Morgenablauf durcheinander bringt.
    3. Ein Elterngespräch steht bevor, vor dem du etwas Bammel hast. Wie kannst du erreichen, dass sich die Eltern für ihr Kind stärker engagieren?

    Eigene emotionale Belastung

    1. Du wachst jeden Morgen um 3.40 Uhr auf und findest dich im Gedankenkarussell „Kita“ wieder. Dabei müsstest du doch ausgeschlafen sein, um den ganzen Anforderungen gewachsen zu sein.
    2. Das Kind deiner Schwägerin/Freundin macht „Schwierigkeiten“ und du sollst vertrauliche Informationen herausfinden oder vermitteln.
    3. Du fragst dich, ob du unter den vorhandenen Bedingungen noch länger an deinem Arbeitsplatz bleiben willst/kannst.
    4. Deine Kollegin verhält sich abwertend gegenüber Kindern und Eltern, was deiner Haltung und deinen Werten völlig widerspricht. Wie kannst du damit umgehen?

    Ich biete kollegiale Fallberatung als offene Reihe für pädagogische Fachkräfte aus Kitas, Schulen und sozial- oder heilpädagogischen Einrichtungen an. So kannst du einmal monatlich unabhängig deine eigene pädagogische Arbeit reflektieren oder Themen aus dem Team.

    Gerne führe ich die kollegiale Fallberatung im Rahmen einer Fortbildung für dein Team ein – so stärkt ihr eure Verbunden und damit das Team als solches.

    Na, welches Thema hast du gerade? Schreib es in die Kommentare! Kids, Eltern, Kollege oder Chefin? Oder ist es vielmehr die Summe, die den Stress ausmacht? Dann schau doch noch hier rein: Stress in der Kita reduzieren 


  • Meine Bucketliste für das 3. Quartal 2025

    Meine Bucketliste für das 3. Quartal 2025

    Da ist sie wieder: Meine Wunsch- und Werde-Liste für das dritte Quartal 2025. Ich habe wieder zahlreiche Ideen und Pläne, die ich hier mit dir teilen will. Am Ende des Quartals werde ich wieder nachschauen, was Wirklichkeit wurde und was nicht. Ganz ohne Pflicht und „müssen“. Mir geht es darum, die schönen Momente auch festzuhalten.

    Orte, die ich besuchen will

    • Eisenach mit Freunden ✅
    • Les Gets (F) zum MTB Weltcup ✅
    • Lenzerheide (CH) zum MTB Weltcup ✅
    • Crans Montana (CH) zur MTB Weltmeisterschaft ✅
    • Schweiz zum Wandern und selbst MTB fahren ✅

    Menschen, die ich treffen will

    • Freunde in Stuttgart ✅
    • Freunde, die uns ein paar Tage besuchen ✅
    • die weitere Familie zu Geburtstagen ✅

    Dinge oder Tools, die ich lernen will

    • Französisch Lernstufe B1 abschließen 97 %, zählt als ✅wobei ich nicht behaupten will, dass da alles immer bei mir abrufbar ist 😉
    • SEO für meine Website mit einem Kurs von Alexandra Pollunin verbessern – läuft nicht so, wie ich dachte

    Ziele und Themen, die ich mir für mein Business setze

    • Ich werde meine Heilpädagogische Praxis zum Ende Juli schließen. Das heißt erstmal: für alle Kinder, die ich momentan begleite, Abschlussgespräche, Abschlussberichte, Abschlussfeiern … ✅
    • Dann werde ich meine Website überarbeiten im Hinblick auf Seminare und Coaching zu den Themen Kommunikation, Stressregulation und Pädagogik. ✅
    • Ich werde einige Verträge, die im Zusammenhang mit der heilpädagogischen Praxis standen, kündigen. ✅
    • Die ersten Vorträge und Seminare, die nach dem Urlaub stattfinden werden, werde ich bereits vorbereiten. ✅
    • und sie dann auch durchführen 😉 ✅
    • 4 Blogartikel schreiben – uh, nur 1
    • 5 Newsletter Sprachnachrichten schreiben – dafür hier 7 ✅

    So will ich den Sommer genießen

    • MTB fahren, ca. 500 km insgesamt ✅über 900 km sogar
    • 2 Mal wöchentlich joggen (5 bis 10 km) – na ja, insgesamt gut 40 km
    • ins Freibad und zum Stand-up-Paddeln auf dem Main gehen ✅
    • die Hängematte endlich aufhängen – vergessen
    • mit Freunden grillen, Biergärten ✅und andere Ausflugsziele besuchen, Eis essen ✅

    Was bisher in keine Kategorie passte

    • Bei der Deutschen Meisterschaft MTB bei uns in Lohr-Wombach helfen ✅und meinen Sohn Maximilian anfeuern (er konnte nach kurz zuvor überstandener Krankheit leider nicht starten, hat aber stattdessen eine großartige Vorstellung als Co-Moderator geleistet).
    • ein Open-Air-Kino besuchen –
    • Kulturelle Veranstaltungen, die ich besuchen will:
      ein Open-Air-Konzert besuchen ✅
      ein Theaterstück auf einer Freilichtbühne sehen ✅
      eine Führung in der Weisenhof-Siedlung (Bauhaus) in Stuttgart ✅
    • Bücher, die ich lesen will:
      Doris Dörrie: Leben, schreiben, atmen –
      Hilfe – hier brauche ich noch ein paar Empfehlungen. Schreib mir gerne eine E-Mail.
    • Ganz ohne Helfersyndrom … meine Kinder renovieren und brauchen tatkräftige Unterstützung. Es gibt viel zu tun – packen wir es an ;)✅
  • „Das macht man nicht“ – ein Glaubenssatz zum Loslassen

    „Das macht man nicht“ – ein Glaubenssatz zum Loslassen

    Er klang harmlos und gut gemeint. Doch „Das macht man nicht“ war mehr als ein Spruch. Es sind nicht die lauten Regeln, die uns oft begrenzen – sondern die leisen, tief verankerten. In diesem Beitrag lade ich dich ein auf meine Spurensuche zu einem Satz, der mein Leben lenkte – und dem ich heute mit einem Lächeln begegne.

    Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade von Eva Helms „Familiäre Glaubenssätze und ihre Spuren in deinem Leben“. Eva schreibt, dass diese unausgesprochenen oder oft wiederholten Überzeugungen uns durch unser Leben begleiten, manchmal als hilfreiche Weisheiten, manchmal als unsichtbare Fesseln.

    „Das macht man nicht“ – in meiner Kindheit

    Ich bin 1967 geboren und wuchs mit meinen Eltern, einer neun Jahre älteren Schwester und meiner Oma auf einem kleinen Dorf im bayerischen Schwaben auf. Mein Papa war Arbeiter in einem Handwerksbetrieb und wir hatten eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb. Die tägliche Arbeit dort leisteten Mama und Oma, es gab immer viel zu tun. Selbstversorgung war damals kein Trend, sondern notwendig.

    Meine Eltern und die Oma waren freundliche Menschen und durchaus liebevoll zugewandt, verbrachten im Rahmen ihrer Möglichkeiten Zeit mit mir oder ließen mich an dem teilhaben, was so anfiel. Ich hatte eine sogenannte „behütete“ Kindheit.

    Die dörfliche Gemeinschaft mit Nachbarschaft und Verwandtschaft im Ort, Vereinen und evangelischer Kirchengemeinde gab die Massstäbe von Verhalten und Denken vor. Soziale Kontrolle funktionierte: „Man“ wollte dazugehören, nicht auffallen und nicht zum Gegenstand des dörflichen Klatsches werden.

    „Das macht man nicht.“ war die Regel, die nicht hinterfragt zu werden hatte:

    • Hosen anziehen an der Konfirmation der Schwester? – „Das macht man nicht! Mädchen tragen zu festlichen Anlässen Kleider oder Röcke.“
    • Superkurze Hosen, Röcke, bauchfrei? – „Das macht man nicht. Das gehört sich nicht.“
    • Selbst nachfragen, ob ich etwas haben darf (bei der Tante, beim Metzger …)? – „Das macht man nicht. Du wartest, bis dir etwas angeboten wird.“

    Wie ich den Glaubenssatz in meiner Jugend erlebte

    Als Teenager ging ich natürlich wie alle anderen auch in den Widerstand. Ich hörte laute Rock-Musik, ich rauchte heimlich, trug statt superknapp dann Schlabberklamotten, die den Eltern auch nicht zusagten. Manches erstritt ich, wie die Teilnahme auf einer Friedensdemo in den 80ern. Ich hinterfragte, wer denn dieser dämliche „man“ sei, der uns oft dazwischen funkte. Dabei war ich in vielem ganz brav und konform, ob in Vereins- und Kirchenaktivitäten oder in der Schule. Bücher eröffneten mir jedoch andere Welten.

    Ich beobachtete, wie der Glaubenssatz meiner Mutter das Leben unnötig schwer machte:

    • Werktags spazieren gehen oder gar in der Stadt ins Café sitzen? – „Was sagen denn die Leute? Das macht man nicht!“
    • Fenster ungeputzt lassen? Garten nicht gejätet? Hof samstags nicht gefegt? – „Das macht man nicht. Wir sind fleißige Leute.“
    • Sonntags den Kirchgang ausfallen lassen? – „Das macht man nicht. Einer oder eine der Familie muss mindestens gehen.“
    • Um 8 Uhr noch Rollläden zu? – „Das macht man nicht. Sonst meinen die Leute, wir liegen noch im Bett.“

    Und ich beobachtete, wie sich mein Vater mit dem älter werden langsam davon frei machte. Er begann, nach dem Renteneintritt werktags spazieren oder Radfahren zu gehen und sagte: „Ich habe genug gearbeitet in meinem Leben.“ Papa schlief morgens länger und sagte „Ich bin lang genug früh aufgestanden.“ Er radelte in die Stadt und gönnte sich ein Eis. Einfach so.

    Er sagte irgendwann „Ach, lass doch die Leute reden.“

    Wie ich mich von diesem Glaubenssatz gelöst habe

    Mit 19 Jahren zog ich von zu Hause weg, begann zu arbeiten, später zu studieren. Ich erlebte andere Menschen und ihre Lebensentwürfe, ich diskutierte mit Freunden und Freundinnen über Konventionen, ich distanzierte mich in einem guten Abstand von der Herkunftsfamilie.

    Ich entdeckte mit meinem Mann das Reisen und die Freiheit, das zu tun, was uns Freude bereitete und es so zu tun, wie wir uns damit wohlfühlten. Die Selbständigkeit war ein weiterer Schritt der Loslösung von alten Glaubenssätzen und ich hörte, dass „man“ damit doch die Sicherheit der Rente aufgäbe.

    Für mich war immer wichtiger, Neues zu lernen, zu entdecken, zu erleben. Das entspricht wohl auch mehr meiner Persönlichkeit, als der meiner Eltern. Vor kurzem war ich mit einer Freundin auf einem Klettersteig. Vor 40 Jahren wäre in unserem Dorf keine Frau auf diese Idee gekommen, so was Verrücktes in unserem Alter zu unternehmen. „Das macht man nicht.“ Selbst meine Ü80-jährige Tante meinte im Vorfeld nur „Passt auf euch auf!“ Die Zeiten ändern sich. Zum Glück.

    Die Band „Die Ärzte“ brachte 2008 das Lied „Lasse redn“ heraus. Das fand ich großartig und finde es immer noch! Ich war damals schon über 40 Jahre alt und es sprach mir so aus dem Herzen. Ein paar Zeilen daraus:

    Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin,
    die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn.
    Es ist ihr eintöniges Leben, was sie quält
    und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt. …

    Lass die Leute reden und lächle einfach mit,
    Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD.
    Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht,
    aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!

    Lass die Leute reden, denn wie das immer ist,
    solang’ die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres.,
    Und ein wenig Heuchelei kannst du dir durchaus leisten,
    Bleib höflich und sag nichts.
    Das ärgert sie am meisten.
    Die Ärzte

    Auch heute noch bin ich fasziniert, von den Ideen und Lebensläufen anderer Menschen, deren Vielfalt das komplette Gegenteil von dem ist, was „man“ so üblicherweise tut. Ich erlebe das beispielsweise als Gastgeberin und auch als Gast in der Warmshowers-Community. Radreisende bieten dabei anderen Radreisenden kostenfrei eine Übernachtungsmöglichkeit und eine warme Dusche, meist auch eine Mahlzeit und gute Gespräche.

    So übernachteten wir schon bei einer Künstlerin in Duisburg, bei Soldaten der britischen Armee, einem Studentenpaar in Kanada und hatten ehemalige Missionare, eine Fitnesstrainerin, Tourenguides für die Anden, einen Informatiker für Windkraftanlagen und viele mehr aus der ganzen Welt zu Gast. Ein offen sein für das, wie andere Menschen leben, schließt ein „man“ nahezu aus.

    Was ich über „man“ als Sprach- und Kommunikationstrainerin gelernt habe

    Was „man“ tut oder unterlässt, ist in jeder Gesellschaft unterschiedlich und unterliegt einem stetigen Wandel. Ich erinnere an mein Beispiel vom Kirchgang oben. Längst ist dieser keine sonntägliche Pflicht mehr. Ein weiteres Beispiel ist das, was Mädchen anziehen „sollten“.

    Es ist also durchaus in Ordnung, gesellschaftliche Normen zu überprüfen, auf ihre Sinnhaftigkeit für das eigene Leben oder auch die Erde zu hinterfragen. Beispiel: Der stets unkrautfrei gejätete Garten sorgt für erhöhte Verdunstung und weniger Insekten.

    Was „man“ nicht macht, soll Kindern eine Orientierung geben. Diese ist allerdings oft schwer nachvollziehbar, denn das „man“ ist unpersönlich. Verstecken sich die Erwachsenen doch hinter diesem unbestimmten Fürwort (Indefinitpronomen). So hätte meine Mutter beispielsweise sagen können: „Ich trage auch gern Hosen. Doch ich finde, ein Kleid sieht festlicher aus. Deshalb werde ich an der Konfirmation eines tragen. Komm, wir schauen, was wir festliches für dich finden.“

    Das „man“ vermittelt den Anschein von Allgemeingültigkeit und meint „jeder Mensch“. Erleben Kinder allerdings, dass sich offenbar nicht jeder Mensch an die Regel hält, sehen sie auch keinen Sinn darin und widersetzen sich. Es ist klüger, Kindern stattdessen klar zu sagen, was sie tun sollen. Die Verneinungen kommen ohnehin nicht richtig an. Klarheit hilft, um besser mit deinem Kind zu reden.

    Indem Eltern oder auch pädagogische Fachkräfte sich selbst oder die tatsächlich gemeinten Personen benennen, zeigen sie sich selbst, sind sie authentisch und präsent. Das führt zu mehr Selbstbewusstsein und so sind sie ein wirksames Vorbild für die Kinder.

    Ein weiterer Aspekt von „man“ ist es, dass damit das „ich“ gar nicht genannt wird. Wer handelt? Die Person, die stets „man“ sagt, macht sich klein und unwichtig.

    Ein gewohnheitsmäßiger Gebrauch von „man“ hat weitreichende negative Auswirkungen auf das Leben eines Berufstätigen: Wie soll ein Kunde, ein Vorgesetzter, ein anderes Familienmitglied Ihre Arbeit würdigen, wenn Sie in Ihrem eigenen Denken und Sprechen nicht vorkommen?
    Mechthild von Scheurl-Defersdorf

    Hier findest du meine Rezension zum neuen Buch „Die Kraft der Sprache im Beruf“, aus dem dieses Zitat stammt.

    Übrigens: Im dritten Reich wurde eine unpersönliche Sprache, die die Individualität der Menschen mindert oder gar ausschließt, propagandistisch genutzt. Die Gleichschaltung der Menschen begann in der Sprache. Sei also achtsam.

    Was ich gern an die nächste Generation weitergeben will

    • Erkenne dich selbst!
    • Denke selbst!
    • Handle verantwortlich für dich und die Welt!
    • Folge deinem Herzen!

    Zwischen dem Schreiben an diesem Artikel holte ich einige Kräuter aus dem Garten für die Gemüsesuppe. Mein Mann drängelte etwas, er brauche sie jetzt zum Anbraten. Und ich sagte: „Das macht man doch nicht mit frischen Kräutern, sondern nur mit trockenen Gewürzen.“ Ich musste selbst lachen, begann von neuem und sagte: „Also ich, ich mache das so.“

    Beobachte dich also selbst, sei geduldig und gnädig mit dir selbst und falls du Sprüche aus der Kindheit bei dir entdeckst: Nimm sie mit Humor!

  • Strafe funktioniert nicht – und hier sind die Gründe

    Strafe funktioniert nicht – und hier sind die Gründe

    Strafe gehört für viele Menschen noch immer zum Erziehungsalltag – auch in Kitas. Sie gilt als notwendig, um „Grenzen zu setzen“, „Konsequenzen zu zeigen“ oder Verhalten zu „korrigieren“. Doch aktuelle Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, der Neurobiologie und der beziehungsorientierten Pädagogik zeigen ein anderes Bild: Strafen verändern Verhalten meist nur kurzfristig – und hinterlassen dabei Spuren, die wir nicht unterschätzen dürfen.

    In diesem Beitrag werfe ich einen Blick auf die Frage, warum Strafe nicht nachhaltig wirken, weshalb sie dennoch so weit verbreitet sind, und was Kinder stattdessen brauchen, um sich gesund zu entwickeln – emotional, sozial und beziehungsfähig.

    Info Box – Leichte Sprache

    Viele Menschen strafen Kinder.
    Sie denken: das ist richtig.
    Doch das ist falsch.
    Strafen können Kindern sogar schaden.
    Heute wissen wir mehr über Kinder.
    Kinder brauchen Sicherheit.
    Sie brauchen klare Regeln.
    Kinder brauchen gute Gefühle und Hilfe.

    Warum Strafe nicht funktioniert

    1. Das kindliche Nervensystem gerät in Stress
      Wenn ein Kind bestraft wird – sei es durch Liebesentzug, Isolation (z. B. Auszeit), Anschreien oder Konsequenzen, die nichts mit dem Verhalten zu tun haben – reagiert sein Nervensystem oft mit Stress. Das Gehirn schaltet in den Überlebensmodus (Kampf, Flucht oder Erstarren). In diesem Zustand kann ein Kind weder lernen noch reflektieren und schon gar nicht Empathie entwickeln. Das denkende Hirn (der präfrontale Cortex) ist außer Betrieb. Dem emotionalen Gehirn geht es nur um Sicherheit.
    2. Keine nachhaltige Verhaltensänderung
      Strafen können kurzfristig zur Unterdrückung eines unerwünschten Verhaltens führen – aus Angst vor der Konsequenz. Doch langfristig wirken sie nicht. Weder Kind noch Erwachsene erkennen das zugrunde liegende Bedürfnis oder befriedigen es. Das Verhalten kann wiederkehren oder sich in andere Formen (z. B. Lügen, Vermeidung) verlagern.
    3. Beziehung wird geschwächt
      Kinder lernen durch Beziehung. Wenn sie sich sicher, gesehen und angenommen fühlen, sind sie bereit, von Erwachsenen zu lernen. Strafen hingegen beschädigen diese Beziehung, schaffen Misstrauen und können zu einem Gefühl von Scham, Unverbundenheit oder sogar Ablehnung führen.
    4. Scham statt Reue
      Strafen erzeugen oft Scham – ein Gefühl, das tief sitzt und das Selbstbild des Kindes angreift („Ich bin schlecht“ statt „Ich habe etwas getan, das nicht okay war“). Reue hingegen entsteht aus Empathie – und die wächst nicht unter Druck, sondern in einem sicheren, emotional unterstützenden Umfeld.

    Warum Strafen dennoch so verbreitet sind

    1. Gesellschaftliche Prägung
      Viele Erwachsene haben selbst Strafen erlebt und halten sie für „normal“. Der Glaube, Kinder müssten „gehorsam“ sein oder dass Erziehung ohne Strafen „inkonsequent“ ist, ist tief in unserer Kultur verankert.
    2. Mangel an Alternativen und Stress im Alltag
      In herausfordernden Alltagssituationen fehlen oft die Zeit, die Energie oder die Kompetenzen, um bedürfnisorientiert zu reagieren. Strafen erscheinen auf den ersten Blick einfach, klar und wirksam – auch wenn sie es langfristig nicht sind.
    3. Machtungleichgewicht und Kontrollbedürfnis
      Erwachsene sind in der Machtposition – und in Stresssituationen greifen sie (unbewusst) zu Kontrolle, um wieder Ordnung herzustellen. Dies kann sich in Strafen äußern, obwohl es langfristig nicht zur echten Kooperation führt. „Manipulation und Methoden machen das Kind zum Objekt. Deshalb funktionieren sie schlecht, weil Kinder das spüren.“ (Mathias Voelchert, aus: Das Prinzip „Gleichwürdigkeit“)
    4. Verwechslung mit natürlichen Konsequenzen
      Viele verstehen unter „Konsequenzen“ noch immer Strafen. Dabei sind natürliche Konsequenzen – also das Erleben der realen Folgen eines Verhaltens – etwas ganz anderes. Eine natürliche Konsequenz kann eine Lernerfahrung sein, eine Strafe ist eher eine Machtdemonstration.

      Beispiel:
      – Durch den Bach laufen gibt nasse Schuhe und Füße. „Trockne dich ab und stopfe die Schuhe mit Zeitung aus.“ (natürliche Konsequenz)
      – „Du hast nicht gehört und deine Schuhe sind jetzt nass. Daher darfst du nicht mit zum Kochen.“ (Strafe, die nichts mit dem vorherigen Geschehen zu tun hat)

    Was Kinder wirklich brauchen

    Kinder brauchen keine Strafen, um zu lernen – sie brauchen sichere Beziehungen, Co-Regulation, feinfühlige Erwachsene und Räume, in denen sie erfahren dürfen, wie ihr Verhalten wirkt. Unser Ziel als Pädagog:innen sollte nicht Gehorsam sein, sondern Verbindung, Beziehung, Entwicklung und Verantwortungsübernahme. Wenn wir Kinder als Menschen mit echten Bedürfnissen und Emotionen sehen, können wir Wege finden, die nicht auf Macht und Kontrolle, sondern auf Verbindung und Verständnis beruhen.

    Emotionale Begleitung statt Konsequenzdruck

    Wenn ein Kind z. B. haut oder schreit, begleite es emotional (Co-Regulation):

    „Ich sehe, da ist gerade richtig viel Wut. Ich bin bei dir. Wir finden eine Lösung.“

    ➡️ Das Nervensystem wird beruhigt – Beziehung statt Bedrohung.


    gestresste Frau am Telefon

    Grenzen liebevoll und klar setzen

    Grenzen sind wichtig – aber nicht mit Strafe, sondern mit Haltung:

    „Ich lasse nicht zu, dass jemand verletzt wird. Du darfst wütend sein. Wir schlagen nicht.“

    Achte auf wertschätzendes Verhalten und klare, positive Formulierungen.

    ➡️ Klarheit ohne Drohung – Kinder brauchen Orientierung, keine Machtspiele.


    Nach dem Konflikt: Wieder in Beziehung gehen

    Kinder geraten ständig in Konflikte, halten Grenzen und Regeln nicht ein. Das ist normal. Dann kommt es darauf an, beziehungsstärkend zu reagieren. Statt Strafe nach einem Regelbruch heißt es also: Verbindung stärken.

    „Was ist passiert? Was hat dich so geärgert? Was können wir das nächste Mal anders machen?“

    ➡️ Das fördert Verantwortungsübernahme statt Scham.


    Selbstwirksamkeit ermöglichen

    Beziehe die Kinder in Lösungen ein. Meist haben sie andere Ideen als wir uns vorstellen, sind kreativ und durchaus kooperativ.

    „Du wolltest den Bagger – was könnten wir tun, wenn jemand anders ihn auch will?“

    ➡️ Das fördert Kooperationsfähigkeit und Problemlösen.


    Vorher statt nachher: Prävention durch Struktur

    Kündige Übergänge rechtzeitig an, mit sanfter Begleitung (z. B. Lieder, Timer, Bewegungssignal). Reduziere Reize und schaffe sichere Rituale. Biete klare, visuell unterstützte Abläufe (z. B. Bildkarten, Zeitgeber, Symbole). Mit diesen strukturgebenden Elementen schaffst du Orientierung und Sicherheit für das Nervensystem des Kindes.

    Achte bei herausfordernden Kindern noch mehr darauf und entwickle dich zum vorausschauenden Detektiv für ihre besonderen Schwierigkeiten. Beobachte genau, wann und wobei das Verhalten auftritt (Tageszeit, Situation, Reizlage, soziale Auslöser). Biete noch mehr Blickkontakt, gib ihnen die Hand oder anderen Körperkontakt, helfe ihnen Verantwortung zu übernehmen.

    ➡️ So entsteht Sicherheit statt Eskalation.


    Natürliche statt künstliche Konsequenzen

    Verzichte auf „logische Strafen“ („Dann gehst du heute nicht mit raus!“). Nutze stattdessen echte, lebensnahe Folgen:

    „Wenn du das Wasser auskippst, müssen wir gemeinsam aufwischen.“

    ➡️ Kind erlebt Folge statt Strafe – mit Begleitung, nicht Abwertung.


    Beziehung statt Isolation

    Auszeiten („Time-out“) oder „stille Stühle“ sind out. Gewissermaßen das Gegenteil, „Time-in“, ist wesentlich nachhaltiger für eine gute Beziehung:

    Das Kind bleibt in Nähe, kann sich mithilfe einer Bezugsperson regulieren (Co-Regulation).

    ➡️ Kinder lernen durch Bindung, nicht durch Ausschluss.


    Zusatz: Impulse zur Fachreflexion

    • Was möchte ich dem Kind eigentlich vermitteln?
    • Handle ich aus Verbindung oder aus Kontrollbedürfnis?
    • Was braucht das Kind in diesem Moment – und was brauche ich?

    Denke daran:

    Nur wenn wir selbst gut stehen, können wir andere gut halten.
    Kati Bohnet
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