Leichte Sprache und das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationstraining

Heike Brandl - Leichte Sprache und Kommunikationstraining

Meine Website soll barrierefrei werden. Das ist zwar nur für größere Unternehmen seit 28.06.25 Pflicht. Doch ist es mir schon vom beruflichen Selbstverständnis als Heilpädagogin und Kommunikationstrainerin her ein Anliegen, Teilhabe zu ermöglichen und Hürden abzubauen. Leichte Sprache kann auch ein Element im Kommunikationstraining sein.

Nun habe ich mir vorgenommen, meine Artikel künftig mit einer Übersicht der wichtigsten Informationen (in der Info Box) in Leichter Sprache zu ergänzen. (Bei „Leichter Sprache“ wird das L großgeschrieben, da es sich um einen feststehenden Begriff handelt.)

Ich will, dass meine Internet-Seite barrierefrei ist.
Das bedeutet: Alle Menschen sollen sie gut benutzen können.
Ich will, dass mehr Menschen mitmachen können.
Darum mache ich für alle Texte eine Zusammenfassung in Leichter Sprache.

Zuerst erkläre ich, was Leichte Sprache ist.
Dann zeige ich ein Beispiel.
In dem Beispiel erkläre ich den Unterschied zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache.

Ich biete auch ein Training für gute Gespräche an.
In meinem Training gibt es viele Regeln aus der Leichten Sprache.

Zum Beispiel:
• Ich mache klare Strukturen im Gespräch.
• Ich spreche langsam und mache Pausen.
• Ich benutze Sätze ohne das Wort „nicht“.
• Ich mache kurze und ganze Sätze.
• Ich nutze Wörter mit einer klaren Bedeutung.

So können mich alle Menschen besser verstehen.
Du kannst dieses Training bei mir machen.

Was ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache bedeutet, dass ein Text einfach geschrieben ist und bestimmte Regeln einhält. Er darf zum Beispiel nur einfache Wörter verwenden, er soll keine Fachwörter enthalten oder diese erklären. Jeder Satz steht in einer Zeile, soll nur eine Aussage enthalten und keine Nebensätze nutzen.

So sollen alle Menschen den Text verstehen, auch Menschen mit Lernschwierigkeiten, Demenz, Leseschwierigkeiten oder großen Problemen mit der deutschen Sprache. Doch sie macht Texte natürlich für alle leichter verständlich.

Was ist der Unterschied zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache?

Der folgende Text ist ein Ausschnitt von einer Website der Bundesregierung zum Thema und in Leichter Sprache geschrieben:

Die Texte in Leichter Sprache nutzen ganz einfache Wörter.
Sätze in der Leichten Sprache sind immer gleich aufgebaut:
Wer tut was?

Sätze in Leichter Sprache haben fast nie ein Komma.

Die Texte in Einfacher Sprache haben auch längere Sätze.
Lange Wörter können in Einfacher Sprache vorkommen.
Diese langen Wörter müssen nicht getrennt werden.
In Leichter Sprache muss man lange Wörter trennen.
Texte in Leichter Sprache müssen geprüft werden.

In den Einfache-Sprache-Texten steht immer der gesamte Inhalt vom schweren Text.
Texte in Leichter Sprache sind eine Art Übersicht der wichtigsten Infos.
Diese Texte sind immer ein Hilfs-Mittel für schwere Texte.
Sie sollen zusammen mit dem schweren Text angeboten werden.

Welche Elemente von Leichter und Einfacher Sprache finden sich im LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept?

Elemente der Kommunikation

Das Lingva Eterna Kommunikationsmodell führt auf einfache und immer gleich strukturierte Weise durch Gespräche aller Art.

  1. Klare Intention: Was ist deine Absicht?
  2. Ansprache: Stelle Kontakt zur Gesprächspartnerin her.
  3. Rahmen: Hier sagst du deinem Gegenüber, worum es gerade geht.
  4. Diskurs: Das ist der Austausch, Frage und Antwort, Information und Rückfrage oder Aufforderung und Kommentar.
  5. Abschluss: Das kann eine Zusammenfassung, Dank oder gute Wünsche sein, ein Gruß oder eine Vereinbarung.

Elemente in der Art und Weise zu sprechen

Im Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept achten wir darauf, das Sprechtempo angemessen und verständlich zu halten.

Pausen haben eine besondere Bedeutung: Nach der Ansprache mit dem Namen oder einem Gruß legen wir Wert auf eine minimale Pause. So kann mein Dialogpartner auch seine Konzentration auf den folgenden Gesprächsinhalt lenken. Mehr dazu kannst du hier nachlesen: 3A – in 3 Schritten mehr Aufmerksamkeit erreichen.

Auch zwischen Sätzen können minimale Pausen sinnvoll sein, um die Wirkung und Verständlichkeit des Inhalts zu verbessern. So können alle Menschen leichter folgen.

Die Sprachmelodie folgt der Grammatik von Sätzen. Wir achten darauf, bei Aussagen und Aufforderungen die Stimme am Satzende zu senken. Nur bei echten Fragen heben wir am Satzende die Stimme an. (Viele Menschen formulieren hier unklar und vermischen Aufforderungssätze und Fragesätze. Beispiele findest du hier: Erfolgreich führen ohne Wischi-Waschi)

Elemente der Grammatik

Gehirngerechte Sprache kommt weitgehend ohne Verneinungen aus. Andrea Halbritter schreibt in ihrem Artikel über Verneinungen in Leichter Sprache: „Insbesondere der Negationspartikel nicht wird gern überlesen – und zwar von allen Menschen und nicht nur Leser*innen, die Leichte Sprache benötigen.“

Anstatt: „Ich habe nichts dagegen.“
lieber: „Ich bin einverstanden / auch dafür / finde es gut.“

Anstatt: „Nicht auf den Tisch klettern!“
lieber: „Komm runter! – Bleib unten! – Setz dich auf den Stuhl!“

Lieber Aktiv als Passiv. Passivkonstruktionen sind schwer verständlich, denn sie haben ein Hilfsverb und das Vollverb steht erst am Satzende. Im Aktivsatz ist klar, wer handelt.

Anstatt: „Der Bericht wurde von Frau Meier geschrieben“
lieber: „Frau Meier schrieb den Bericht.“

Elemente des Satzbaus

Lingva Eterna achtet auf kurze, vollständige Sätze. „Wer tut was?“ ist auch hier die Basis. Dabei geht es um mehrere Aspekte:

  • In einem Hauptsatz lässt sich genau ein Bild (bzw. eine Aussage) unterbringen, mit dem Zuhörerinnen sich etwas vorstellen können.
  • Die wesentliche Botschaft kann leichter erinnert werden.
  • Bei mehreren aufeinanderfolgenden Sätzen kann der Zuhörer leichter folgen.

Elemente des Wortschatzes

Im Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept achten wir auf einen sinnkonformen Wortschatz. Das heißt, wir verwenden Wörter und Redewendungen der Situation und der Bedeutung entsprechend. Wir achten auch darauf, welche Bilder eine Redewendung erzeugt.

Ich nenne einige Beispiele für nicht passende Formulierungen:

  • „Ich habe meinen Kalender gerade nicht im Kopf.“ (bei einer Terminabsprache)
  • „Hau rein!“ (zu Kindern beim Mittagessen – ich sehe schon die Suppe spritzen)
  • „Dieses Problem macht mir Kopfzerbrechen.“ (und wahrscheinlich Kopfschmerzen)
  • „Ich suche eine neue Wohnung.“ (besser: „Ich werde eine neue Wohnung finden.“)
  • „Ich bin die Pizza Napoli.“ (wenn die Kellnerin das Essen für mehrere Personen bringt … Bist du wirklich die Pizza?)

Leichte Sprache im Kommunikationstraining

Im Coaching erlebe ich immer wieder bei Eltern, dass sie sich unverständlich ausdrücken. Kinder sind irritiert, wenn die Mama mit vielen Negationen redet oder der Papa komplizierte Höflichkeitskonjunktive benutzt. Hier ist es gut, mit Klarheit und leichter Sprache für Verständlichkeit zu sorgen.

Im beruflichen Umfeld dreht es sich oft um den Wortschatz und Sprachgebrauch, der nicht sinnkonform oder zu negativ geprägt ist. Manches Mal fließt auch noch Ironie mit ein – wer soll da noch durchblicken?

In Fortbildungen an Kitas oder Seminaren bei Bildungsträgern führe ich häufig in das Lingva Eterna Kommunikationsmodell ein und bringe so Klarheit in Gespräche. Auch das Thema Pausen und Grammatik sind effektive Elemente, mit denen wir viel erreichen können.


Willst du mehr Klarheit für deine Kommunikation und bessere Verständlichkeit in Gesprächen? Dann melde dich bei mir und wir finden ein passendes Angebot für deinen Bedarf.

Du hast auf meiner Website etwas entdeckt, das ich im Hinblick auf Barrierefreiheit verbessern kann? Dann schreib mir bitte auch – ich bin da erst am Anfang.

PS: Meine Info-Box in Leichter Sprache habe ich mithilfe eines kostenlosen Chat GPT Tools der Lebenshilfe Heinsberg erstellt.

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