Autor: Heike Brandl

  • Was ich im Herbst 2023 noch alles erleben und machen will

    Was ich im Herbst 2023 noch alles erleben und machen will

    Eine Bucketlist hilft mir immer wieder, die Pläne konkret zu machen. Es ist spannend, auf die eigenen Listen der Vergangenheit zu schauen. Was habe ich erledigt? Was hat an Wichtigkeit verloren? Ebenso interessant finde ich es, bei anderen zu stöbern, welche Ideen diese Menschen haben. Hast du auch eine Bucketlist?

    Orte, die ich bis zum 31.12.23 noch sehen will

    • Besuch in meiner Heimat Donau-Ries: Zwei Klassentreffen stehen an, eines mit der Einschulungsklasse 1973 aus unserem Dorf. Das andere ist die Abschlussklasse der Realschule von 1983 – witzigerweise werden beide am selben Tag stattfinden. ✅18.11.23
    • Rhön: In der Rhön, da ist es schön – haben wir schon mit unseren Kindern gereimt. In meinem Wohnort Lohr am Main ist es im November oft neblig, während es in der Rhön gleichzeitig durchaus sonnig sein kann. Ein Ausflug dorthin ist mal wieder an der Zeit, gerne auch bei Schnee. ✅07.12.23
    • Da ich dieses Jahr schon sehr viel unterwegs war, bin ich damit völlig zufrieden.

    Menschen, die ich bis zum 31.12.23 treffen will

    • Mitschüler:innen von früher ✅
    • Family und Friends am 60. Geburtstag meines Mannes ✅ 23.12.23

    Dinge oder Tools, die ich bis 31.12.23 lernen will

    • S-O-S Training (Weiterbildung) beginnen (dauert bis Mai 2024). ✅
    • Pinterest wirksamer nutzen. Bis Ende November intensiv genutzt.✅
    • Trello besser kennenlernen. ✅

    Dinge, die ich in meinem Zuhause ändern will

    • Die Wohnetage einmal komplett neu streichen. ✅bis 31.12.23 Schlafzimmer und Küche, bis 05.01.24 Diele und Wohnzimmer
    • Dabei werde ich in jedem Zimmer tabula rasa machen und gründlich aussortieren. ✅

    Hobbys und Sportarten, die ich bis 31.12.23 reaktivieren will

    • Pullover stricken
    • Langlaufen ✅
    • Handstandtraining
    • Wieder wöchentlich in die Sauna gehen ✅wegen Erkältung erst ab Mitte Dezember

    Ziele und Themen, die ich mir bis 31.12.23 für mein Business vornehme

    • Pinterest Impressionen von 7,2 Tsd. auf 15 Tsd. – leider nicht durchgehalten
    • Newsletter-Abonnent:innen um 25 % erhöhen – geschafft habe ich 16 %
    • Eine Freitags-Routine etablieren. Danke an Claudia Kauscheder für die Inspiration. – noch nicht stabil, aber auf dem Weg
    • Gastartikel bei anderen Blogger:innen schreiben. Falls unsere Themen sich gegenseitig bereichern, melde dich gerne bei mir.
    • Ein Interview in einem Podcast geben. Betreibst du einen eigenen Podcast? Hast du Lust, mich zu meinen Themen auszufragen?

    Dinge und kleine schöne Momente, die ich bis zum 31.12.23 erleben will

    • 3 Spieleabende mit Freund:innen
    • 3 Weihnachtsmarktbesuche mit Freund:innen ✅
    • 4 kulturelle Veranstaltungen besuchen (Tickets sind schon da)
      Improtheater-Festival Würzburg ✅26.10.23
      Wolfgang Niedecken liest & singt Bob Dylan, Veitshöchheim ✅28.10.23
      Harald Lesch und Vivaldis „Vier Jahreszeiten im Klimawandel“, Würzburg ✅29.10.23
      Carmina Burana von Orff mit der Kantorei Marktheidenfeld ✅ 29.12.23
    • 2 Kinobesuche
      Europaen Outdoor-Film-Festival, Aschaffenburg ✅14.11.23
      Girl you know its true ✅28.12.23
    • Den Kalender mit der Urlaubsplanung 2024 gefüllt vor mir liegen sehen. ✅
  • Monatsrückblick September 2023 – Neuanfänge

    Monatsrückblick September 2023 – Neuanfänge

    Nach fünf Wochen Sommerpause fand ich allmählich in die Arbeit zurück. Manchmal hoch motiviert, manchmal war es auch etwas zäh anlaufend. Letztlich habe ich mich für eine wunderbare Weiterbildung entschieden, die ich sowohl im Bereich Heilpädagogik, als auch in Coaching, Beratung und Seminaren sinnvoll einsetzen kann. Und natürlich wird mir das Wissen auch persönlich hilfreich sein. Für den wichtigen Ausgleich sorgten zahlreiche schöne Begegnungen.

    Neustart Heilpädagogik

    Im Juli habe ich alle meine Kinder aus Kita (Einzelintegration) und meiner Praxis (Frühförderung, Heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfe) verabschiedet. Sie besuchen nun andere Einrichtungen, kamen in die Schule und die Maßnahmen endeten. So gibt es wieder Plätze für neue Kinder.

    In zwei Kitas habe ich bereits begonnen. Einzelintegration heißt, ich bin jeweils vier Stunden pro Woche für das Kind in der Gruppe. Je nach Förderbedarf begleite ich im Alltag, initiiere Kleingruppen und spiele auch gelegentlich individuell mit dem zu unterstützenden Kind. Zu Beginn einer Maßnahme steht jedoch immer der Beziehungsaufbau im Vordergrund.

    Das eine Kind kannte mich schon vom Sehen, weil ich in einer anderen Gruppe der Kita bereits tätig war. Es war auch gleich offen, aufgeschlossen, neugierig und wunderte sich eher, dass ich nicht ausschließlich mit ihm spielen wollte. Hier beobachtete ich anfangs im Freispiel, kommentierte und moderierte Konfliktsituationen und regte Rückzug mit einer Kleingruppe an. Dabei gelingt es diesem Kind leichter, sich zu fokussieren, Konflikte friedlich zu lösen, sich selbst auf etwas einzulassen.

    Im Elterngespräch ging es in der zweiten Woche um eine aktuelle herausfordernde Familiensituation, um den Entwicklungsstand des Kindes, meine Ideen zur Einzelintegration und insbesondere den Vertrauensaufbau.

    Ein anderes Kind ist sehr schüchtern und distanziert und vermied erstmal den direkten Kontakt. Aufgrund einer körperlichen Behinderung braucht es jedoch oft praktische Unterstützung. Offenbar fand ich hier den richtigen Ton, sodass es mich in der dritten Woche auch schon um Begleitung beim Toilettengang bat. Ein großer Schritt für dieses Kind und ein Vertrauensbeweis für mich. Nach ein paar Fehlversuchen meinerseits fand ich ein Tischspiel, das ihm Spaß machte und wir nun seinem Freund beibringen wollen. Das Elterngespräch ist schon geplant.

    Noch habe ich freie Plätze für Frühförderung und Einzelintegration, wenngleich auch schon ein paar Anfragen im Antragsverfahren sind.

    Aufgaben im Hintergrund

    Vorbereitung geplanter Vorträge und Seminare

    Für meine im Oktober geplanten Vorträge und Seminare bei der VHS bereitete ich inhaltlich alles vor. Leider gab es trotz wertschätzender Rückmeldungen von Bekannten und auf Social Media zu wenig Anmeldungen. Das wären die Themen gewesen:

    • Bedürfnisorientierte Erziehung Großeltern erklärt (Vortrag)
    • Kollegiale Fallberatung für pädagogische Fachkräfte (Seminar)

    Falls du Interesse für diese Themen in deiner Einrichtung hast: Ich bin bereit. Ruf mich an und wir finden einen Termin.

    Networking

    Coffee Speed Networking bei Laura Roschewitz und Gretel Niemeyer: Ein spannendes Format, um Solopreneurinnen aus unterschiedlichen Branchen kennenzulernen. Denn hier geht es nach einem kleinen Input direkt und mehrfach in Kleingruppen, um sich über ein Thema auszutauschen. Und beim gegenseitigen Vorstellen gibt es immer die Gelegenheit, das eigene Business vorzustellen. Übrigens: Das nächste Coffee Speed Networking wird am 30.11.23 von 13 bis 14 Uhr stattfinden.

    Weiterbildung

    Schon seit einem knappen Jahr befasse ich mich immer ausführlicher mit dem Thema Nervensystem und Stressregulation. Nach diversen Podcasts und den Büchern von Peter Levine und Stephen Porges bin ich nun bei Bessel van der Kolk („Das Trauma in dir“) gelandet. Alle kommen sie aus der Traumatherapie. Im öffentlichen Bewusstsein sind häufig die Traumata, die Menschen im Krieg erleben, die durch Katastrophen ausgelöst wurden oder auch nach sexuellem Missbrauch.

    Womit wir als pädagogische Fachkräfte jedoch viel häufiger zu tun haben, sind entwicklungsbezogene Traumata. Alles, was unter „schädliche Erlebnisse in der frühen Kindheit“ zusammengefasst werden kann, wird im späteren Leben mehr oder weniger gravierende Auswirkungen auf das Kind haben. Hier mein Wissen zu vertiefen, das kindliche Verhalten mit der „Nervensystems-Brille“ zu betrachten, nach Möglichkeit zu verstehen und entsprechend begleiten zu können, das ist mein Anliegen. Ich habe mich daher dazu entschlossen, eine Weiterbildung als S-O-S Trainerin zu machen.

    S-O-S steht für Somatisch Orientierte Sicherheit und fördert das Gefühl von Sicherheit in allen Menschen. Ein gewisses Maß an Sicherheitsgefühl ist die notwendige Basis für Lernen, Wachstum und Heilung. Grundlage für die S-O-S Mitmach-Übungen ist das von Dr. Peter Levine entwickelte Verfahren zur Traumabewältigung Somatic Experiencing®, die von Dr. Steven Porges entdeckte Polyvagal-Theorie sowie die von Gina Ross entwickelten EmotionAid Übungen.
    Die S-O-S Übungen sind traumatherapeutisch erprobt und haben schon hunderte Anwender*innen weltweit – in Kindergärten, Schule oder einfach für den Alltag Zuhause. Egal ob für Kinder oder Erwachsene, die S-O-S Übungen sprechen das Nervensystem auf einer ganz basalen Ebene an und unterstützen es bei der Selbstregulation.“ (Hervorhebungen durch die Verfasserin)
    Kati Bohnet

    Diese Übungen lasse ich nun immer wieder an passender Stelle in meine Arbeit einfließen und werde nach Abschluss der Weiterbildung auch selbst Kurse dazu geben. Erste Feedbacks von Müttern, bei denen es um Stressregulation ging, sind motivierend.

    Marketing

    An einer aufschlussreiche Pinterest Challenge habe ich bei Barbara Riedl von Kaleidocom und Stefanie Norden teilgenommen. Eine ziemlich intensive Themen- und Arbeitswoche war das für mich. Ich weiß jetzt, wie ich bei Pinterest noch aktueller Kundeninteressen herausfinde und dass ich wirklich immer neue Pins erstellen sollte … (Erkenntnis: Sogenannte Re-Pins auf anderen Boards sind keine gute Idee.) Ich habe mir eine umfangreiche Liste erstellt, was ich dazu in diesem Jahr noch umsetzen will. Hier gehts zu meinem Pinterest-Account.

    Hier siehst du ein paar Beispiele meiner Pins.

    Was sonst noch los war im September 2023

    • Mutter-Tochter-Wochenende zu Hause. Geplant, um mich ins „Hunde-Sitten“ einzuführen, war es natürlich wesentlich mehr. Lange Gespräche, lange Spaziergänge, gemütlich zusammen sitzen … wunderbar.
    • Ich hütete für vier Tage den Hund meiner Tochter. Es war eine ziemliche Umstellung für mich, so ein Tier im Haus zu haben. Erfreulicherweise war er ziemlich brav und hat bei klaren Ansagen auch gut auf mich gehört. Und es war schon frappierend, wie er einfach nicht auf irgendwelche „Wischi-waschi“-Ausdrucksweisen reagiert hat.
    • Was ich im August vermisst habe, waren die Kontakte zu Freunden – da habe ich im September einiges nachgeholt. Das tat mir richtig gut.
    • Der Garten forderte tatkräftigen Einsatz nach unserer langen Reise. Dafür gab es auch leckere Ernten, z.B. bei der Aronia auf dem Titelbild.
    Hund liegt auf einem Polster
    Winston, so heißt der Hund, fühlte sich sichtlich wohl bei mir.
    Heike Brandl mit Hund an Bach
    Ein ausgiebiger Spaziergang führte uns durch das malerische Buchental bei Lohr.

    Meine Blogartikel vom September 2023

    Ausblick Oktober 2023

    • Begleitung einer Jugendfreizeit mit der Kirchengemeinde
    • Geburtstag
    • Ausflüge mit Radverein und Kirchenvorständen
    • Beginn der S-O-S Trainerinnen-Weiterbildung
    • Kulturwoche in Würzburg: Impro-Theater, Lesungen und Musik. Das wird großartig.
  • Hauptsache zufrieden?! – Sprache als Schlüssel zum inneren Frieden

    Hauptsache zufrieden?! – Sprache als Schlüssel zum inneren Frieden

    Meine Blog-Kollegin Korina Dielschneider hat zu einer neuen Blog-Parade eingeladen. Bei einer Blog-Parade sind Menschen aufgerufen, sich mit einem eigenen Beitrag, ihrer persönlichen Perspektive und Erfahrung an einem Thema zu beteiligen. Bei Korinas Thema „Hauptsache zufrieden?!“ geht es darum, wie sich die eigene Zufriedenheit (oder Unzufriedenheit) auf das unmittelbare Umfeld und das Wirken in der Welt auswirkt. Sie fragt: Ist Zufriedenheit nur eine abstrakte Worthülse oder steckt darin auch eine Handlungsaufforderung?

    Korina Dielschneider ist Midlife Coachin, Bloggerin und Perspektivenentwicklerin für die zweite Lebenshälfte.  Besondere Freude macht es ihr bei der (beruflichen) Neuorientierung, lang gehegte Wünsche freizulegen und nach außen zu bringen. Sie sagt: Zufriedenheit ist in erster Linie eine Entscheidung.

    Und hier geht es zu Korinas Blog-Parade Hauptsache zufrieden?!

    Was bedeutet Zufriedenheit für mich?

    Als LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstrainerin beginne ich üblicherweise erstmal mit dem Wort selbst. Ich betrachte das Adjektiv „zufrieden“. Zu seiner Wortfamilie gehören unter anderem: Frieden, befrieden, befriedigen, friedlich, friedsam und natürlich Zufriedenheit.

    Das darin enthaltene Wort Frieden bedeutet ursprünglich „Schonung, Freundschaft, nicht beunruhigt, befriedigt“.

    Für mich ist hier der Frieden bedeutsam. Natürlich denke ich auch an den äußeren Frieden, in dem wir als Gesellschaft leben dürfen. Doch ich meine auch meinen Frieden mit den Menschen meiner persönlichen Umgebung, Familie, Freunden, Nachbarn, Gemeinde. Da gibt es sicher im Laufe des Lebens Höhen und Tiefen. Gleichermaßen gilt es mir als Aufforderung nach Möglichkeit meinen Frieden mit den Menschen zu machen. Das kann auch immer wieder eine echte Herausforderung sein. Und wahrscheinlich ist es auch ganz normal, dass nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist.

    Zufrieden sein: Ich glaube tatsächlich, dass das eine Entscheidung ist. Zufrieden sein mit dem, was ich bin und nicht bin, was ich kann und was ich nicht kann, was ich leisten kann und was nicht, was ich habe und was ich nicht habe. Vielleicht hat das auch mit einem meiner Werte zu tun: Gelassenheit.

    Halte ich es für möglich, immer zufrieden zu sein und ist das überhaupt erstrebenswert?

    Auf der Website der Values-Academy findest du folgende Definition: Zufriedenheit ist die „vollständige wohlwollende Akzeptanz einer bestimmten oder allgemeinen Situation“.

    Hm. Vollständig akzeptieren einer aktuellen Situation. Im Moment sein und bleiben. Soweit passt es. Ich habe allerdings auch im Blick, dass ich zum Erhalt beispielsweise meiner Kraft und Ausdauer oder meiner finanziellen Ressourcen auch Aktivität, Training oder Arbeit brauche. Zufriedenheit heißt für mich also nicht, das Leben in der Hängematte zu verbringen.

    Vor einiger Zeit hat eine Frau Anfang 50, nennen wir sie Manuela, zu mir gesagt „Ich will nichts Neues mehr lernen im Leben.“ – Ich glaube, ich war so schockiert, dass mir die Spucke wegblieb. Soweit ich weiß, hält sie sich selbst nicht ganz daran. Zum Glück: Denn sie reist, probiert neue Rezepte aus, lernt die neue EDV in der Arztpraxis kennen, in der sie arbeitet.

    Ich bin immer interessiert an neuem Wissen und Erfahrungen. Ob beruflich gerade das Nervensystem ein großes Thema ist oder das Kennenlernen anderer Lebensentwürfe auf Reisen – da bin ich einfach neugierig. Manchmal, nein, ganz oft sogar, macht mich das wieder zufriedener mit meinem Leben.

    Und doch: Wieso halte ich meine Haltung zum Lernen für das absolut Richtige? Hauptsache, Manuela ist zufrieden mit dem, was sie kann und weiß. Vielleicht hat sie einfach nicht diesen Wissensdurst wie ich. Da wären wir wieder beim Akzeptieren.

    Können Menschen auch unter widrigen Umständen zufrieden sein?

    Sicher ist es leicht, in meiner aktuellen Lebenssituation zufrieden zu sein. Doch wie ist das unter widrigen Umständen? In den letzten Tagen habe ich das aktuelle GEO-Heft (Oktober 2023) gelesen. Einige Berichte zeugen davon, dass Menschen trotz großer Herausforderungen zufrieden sein können:

    • Da ist ein Doktor der Philosophie, der aufgrund einer Schizophrenie immer wieder „den Verstand verliert“. Dennoch fühlt er sich in „normalen“ Phasen „voller Glückseligkeit“.
    • In einem Aufforstungsprojekt in Nepal sollten innerhalb fünf Jahren 350.000 Bäume gepflanzt werden. Der Projektleiter stand vor großen Schwierigkeiten, die örtliche Bevölkerung dafür zu gewinnen. Im nun dritten Jahr haben die Dorfleute vor Ort eigenhändig 134.860 Bäume gepflanzt. Ich denke, der Mann ist zufrieden.
    • Ein Artikel über Extrem-Frühchen und ihren Kampf ums Leben auf Intensivstationen und danach: Ein Vater erzählt, dass es ihm nichts ausmache, wenn sein Sohn langsamer sei als andere Kinder, solange er dabei nur glücklich sei. Er scheint mit der aktuellen Situation zufrieden.

    Mein Mann lag vor einigen Jahren mit mehreren Brüchen im Krankenhaus. Zu Hause auf dem Nachttisch lag ein Krimi, der in Israel und den Palästinensergebieten spielte. Den brachte ich ihm, denn lesen ging zum Glück. Nach der Lektüre sagte er, dass er sich dabei bewusst geworden sei, wie gut es ihm doch gehe. Gut versorgt in einer sauberen Klinik, mit Aussicht auf Reha und häusliche Unterstützung war er trotz Verletzungen ganz zufrieden. Es ist also doch alles immer relativ.

    Was müsste jemand tun, um maximal unzufrieden zu sein?

    Da bin ich ganz spontan bei Jammern, lästern, sich beschweren. Ich bin davon überzeugt, dass du mit dieser Art der Kommunikation die schwierigen, unangenehmen, missglückten oder nervigen Dinge im Leben festhältst. Je mehr, je ausführlicher, je länger du darüber sprichst, desto mehr verstellst du dir den Blick für die Alternativen.

    Natürlich ist es nicht sinnvoll bzw. reicht aus, diese Themen totzuschweigen oder in sich hineinzufressen. Sie entstanden aus einem unerfüllten Bedürfnis und sie erfordern wahrscheinlich eine Aktion (oder viele), Zusammenarbeit, Kreativität, Zuversicht. Zuversicht ist übrigens auch einer meiner wichtigen Werte.

    Ich komme nochmal auf das GEO-Heft zurück. Da gab es einen Artikel über Martin Luther King und seinen Traum von der Gleichberechtigung. Die Schwarzen in den USA waren mit der Situation der Rassentrennung bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts ganz sicher unzufrieden. Doch alles Jammern und Klagen half nicht.

    Was half, waren die gemeinsamen Aktionen, gegenseitige Unterstützung, Anklagen vor Gericht, der Appell an die Menschlichkeit und eine große, begeisternde Rede. „I have a dream.“

    Das sind meine 3 Tipps für mehr Zufriedenheit

    Du kennst sie wahrscheinlich, die Tipps zum Thema Dankbarkeit: Schreib dir täglich 5 Dinge auf, für die du dankbar bist. Dann wirst du auch mit dem zufrieden sein, was du hast/bist/kannst. Bestimmt hilft es auch ein Stück weit. Doch deine Kommunikation ist damit noch immer die alte.

    Ich halte es für grundlegend, die eigene Sprache und die eigene Kommunikation in den Blick zu nehmen.

    1. Nimm die Wörter „zufrieden“ und „Zufriedenheit“ in deinen aktiven Wortschatz auf. Probier aus, wo sie passen. Schreib dir ein paar Sätze damit auf, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Spiele damit. Schreib dir die Wörter auf Zettel und klebe sie an mehreren Orten in dein Sichtfeld. Dann wird es dir auch gelingen, sie jeden Tag zu benutzen. Und sei bitte ein wenig kreativer: „Hauptsache zufrieden“ reicht nicht 😉
    2. Achte darauf, wie häufig du etwas bewertest. In meinem PDF über „Das hast du toll gemacht“ (Vom Loben zur Wertschätzung bei Kindern) habe ich darüber ausführlich geschrieben. Mit der Anmeldung zu meinem Newsletter „Sprachnachrichten“ kannst du dir das PDF kostenfrei herunterladen. Übrigens: Auch wenn die Beispiele im PDF Kinder betreffen, du kannst ganz leicht einen Transfer in einen anderen beruflichen Alltag herstellen.
    3. Lass das Lästern hinter dir. Dazu empfehle ich dir meinen Artikel „Warum es mich stört, wenn Kita-Fachkräfte lästern„. Und in meinem PDF „Souverän mit Lästereien am Arbeitsplatz umgehen“ findest du Checklisten über Lästern, noch mehr über die Wirkung und 5 Tipps zum souveränen Umgang mit Lästern. Dieses PDF kannst du dir aktuell einfach für 0 € herunterladen.
    Mockup für ein PDF zum Thema Loben

    Übrigens: „Hauptsache zufrieden“ halte ich für übertrieben. Es gibt so viele Werte und Wertesysteme, die ebenso wichtig sein können.

  • Beziehungsaufbau in der Heilpädagogik

    Beziehungsaufbau in der Heilpädagogik

    Ob in der Frühförderung in meiner Praxis oder im Rahmen der Einzelintegration in der Kita – der Aufbau einer tragfähigen Beziehung hat in der Heilpädagogik erste Priorität. Eine stabile Beziehung bildet die Grundlage zum Lernen und ermöglicht dadurch erst die Entwicklungsförderung – gleich ob im sprachlichen, sozialen oder kognitiven Bereich. Diese Schritte und Aspekte berücksichtige ich zum Beziehungsaufbau in der Heilpädagogik:

    Info Box – Leichte Sprache

    Kinder brauchen Hilfe beim Lernen.
    Dafür ist eine gute Beziehung wichtig.
    Die Beziehung baut man Schritt für Schritt auf:
    Zuerst lernen sich Kind und Betreuer kennen.
    Der Betreuer zeigt: Ich verstehe dich.
    Das Kind merkt: Ich kann diesem Menschen vertrauen.
    Das Kind fühlt sich sicher.
    Es gibt noch mehr Schritte im Text.

    Kennenlernen

    Egal ob ich das Kind vom Sehen her kenne, mir Eltern oder Erzieher:innen schon einiges erzählt haben: Ich lerne das Kind kennen, indem ich Zeit mit ihm verbringe, seine Interessen und Vorlieben herausfinde und mit ihm spiele.

    Ich beobachte und warte ab, ob das Kind selbst Kontakt aufnimmt, halte zunächst Abstand und verringere diesen erst, wenn mir das Kind dazu Signale gibt – mit mir spricht, mir etwas gibt oder selbst näher rückt. Dabei zeige ich auch auf unterschiedliche Art und Weise Interesse an dem, was das Kind sagt und tut.

    Beispiel

    Das Kind hält eine Nuss in der Hand. Ich frage: „Woher kommt denn die Nuss in deiner Hand?“

    Empathie zeigen

    Ich versetze mich in die Lage des Kindes, um seine Gefühle und Gedanken zu verstehen. Bewältigt das Kind Herausforderungen, zeige ich Mitgefühl und Empathie. Das wiederum dient dem Beziehungsaufbau in der Heilpädagogik.

    Beispiel

    „Boah, du hast heute schon ganz viel Geduld gebraucht. Du wolltest so gern beim Äpfel schneiden helfen und warst immer noch nicht an der Reihe.“

    Kind, Zeigefinger zeigend, geht in Kontakt

    Vertrauensbildung

    Vertrauen ist ein grundlegendes Element jeder Beziehung. Ich gewinne das Vertrauen des Kindes, indem ich meine Versprechen einhalte, zuverlässig bin und einfühlsam auf seine Bedürfnisse reagiere.

    Beispiel

    Das Kind wollte erst mit mir in der Hand laufen, dann doch nicht. Ich kommentiere: „Ich glaube, du magst mich erst besser kennenlernen. Wollen wir einfach nebeneinander laufen?“

    Sicherheit bieten

    Sicherheit ist eines der grundlegenden psychischen Bedürfnisse des Menschen. Nur mit Sicherheit kann es gelingen, eine Beziehung aufzubauen. Zunächst begleite ich das Kind daher in seiner vertrauten Umgebung, dem Gruppenraum oder Garten. In der Frühförderung lasse ich Eltern zunächst teilhaben. Für Kleingruppenarbeiten schaffe ich eine unterstützende und strukturierte Umgebung, in der sich das Kind frei entfalten kann.

    Was Sicherheit und Nervensystem miteinander zu tun haben, kannst du hier nachlesen: 5 Dinge, die Eltern übers Nervensystem wissen sollten.

    Kommunikation

    Ich spreche mit dem Kind auf eine Art und Weise, die seinem Alter und Fähigkeiten entspricht. Dazu gehört es, aktiv zuzuhören, offene Fragen zu stellen und damit das Kind zu ermutigen, sich auszudrücken. Spricht das Kind selbst noch nicht oder nur wenig, unterstütze ich mit Gebärden. Ergänzend setzen wir je nach Bedarf noch Symbole, Tagespläne oder IPAD zur unterstützten Kommunikation ein.

    Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der alltagsintegrierten Sprachförderung.

    Beispiel

    Zeigt mir das Kind mit der Nuss den besagten Nussbaum, mit „Da!“, antworte ich, „Ah ja, von diesem Baum ist die Nuss.“

    Gemeinsame Aktivitäten

    Spielen, spielen, spielen. In der Regel setze ich mich erstmal dazu, beobachte und finde zügig einen Einstieg ins Spiel. Egal ob das Kind baut, puzzelt, einen Teddy im Arm hält oder im Sand spielt – einen Gesprächsaufhänger finde ich immer. Daraus entwickeln sich meist gemeinsame Aktivitäten, die ich je nach Förderbedarf moderiere, begleite und weiterentwickle. So lernen wir uns kennen, das Vertrauen wächst und die Beziehung gedeiht.

    Grenzen und Regeln

    Regeln brauchen wir nur wenige:

    • „Nein“ heißt „nein“. Das gilt für alle.
    • Wir gehen freundlich miteinander um (ohne einander weh zu tun).
    • Wir gehen achtsam mit allem um.

    Alles andere können wir miteinander in einer Situation absprechen und anhand der persönlichen Grenzen zeigen. So gebe ich Kindern Führung, Sicherheit, Orientierung und Struktur.

    Beispiel

    „Weißt du, ich habe mir gestern den Fuß verstaucht. Daher kann ich heute nicht mit dir Fangen spielen. Hast du eine andere Idee?“

    Wertschätzung

    Lob oder positive Verstärkung versuche ich durch Wertschätzung zu ersetzen. Wertschätzung kann das Selbstwertgefühl und die Motivation des Kindes stärken und die Beziehung stabilisieren.

    Hier sind zwei Artikel, in denen du weiterlesen kannst:

    Geduld

    Manchmal braucht es viel Geduld, bis eine Beziehung aufgebaut ist. Je nach Temperament, Vorerfahrungen und auch deiner Unterstützung als Eltern ist das Kind früher oder später bereit, Vertrauen zu entwickeln und sich mit mir sicher zu fühlen. Viele Kinder testen auch erst nach einiger Zeit, ob ich wirklich verlässlich bin oder mich selbst an meine Regeln halte. Ich gebe dem Kind die Zeit, die es braucht.

    Abschiednehmen wird oft vernachlässigt. Hier erfährst du mehr.

    Eltern einbeziehen

    Die Zusammenarbeit mit den Eltern des Kindes ist ebenfalls entscheidend. Gerade am Anfang ist es mir wichtig, mich mit den Eltern auszutauschen. So können sie sich sicher fühlen, dass das Kind bei mir in guten Händen ist. Dies wiederum wird das Kind spüren und selbst Vertrauen entwickeln. Im Gespräch zu bleiben über aktuelle Entwicklungen oder Ereignisse ist bedeutsam, um in der heilpädagogischen Beziehung die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und darauf eingehen zu können.

    Beobachtung und Anpassung

    Jedes Kind ist einzigartig. Daher ist es wichtig, flexibel zu sein und meine Herangehensweise an den Aufbau der Beziehung entsprechend anzupassen. Durch einen einfühlsamen und respektvollen Beziehungsaufbau kann ich das Vertrauen des Kindes gewinnen und eine unterstützende Grundlage für seine Entwicklung schaffen.

  • Monatsrückblick August 2023 – Reisen, reisen

    Monatsrückblick August 2023 – Reisen, reisen

    Im August war ich tatsächlich vom ersten bis zum letzten Tag auf Reisen. Es war eine spannende, bereichernde und vor allem auch sportlich intensive Zeit.

    Das Reiseziel war Peebles, eine Kleinstadt im Süden Schottlands (im Titelbild). Dort wurde im nahe gelegenen Mountainbike Trail Center Glentress Forest die diesjährige Mountainbike-Weltmeisterschaft ausgetragen. Unser Sohn Maximilian nahm daran teil und wir wollten als Zuschauer – wie jedes Jahr zur WM – dabei sein.

    Dabei war es uns ein Anliegen, #flightfree, also ohne Flug dorthin zu kommen.

    Heike Brandl in Glentress
    Ich warte gespannt auf die Rennen.

    Zahlen, Daten, Fakten

    • Reisetage: 31
    • Länder: Belgien, Frankreich, Großbritannien und zurück.
    • Transportmittel: Flixbus, Fahrrad, Fähre, Bahn
    • Kilometer gesamt: 3890 (sagt meine Polarsteps-App)
    • Kilometer Fahrrad: 1600
    • Pannen: 4 x Plattfuß, 1 x Speiche gebrochen
    • Wetter tagsüber zwischen 16 und 24 Grad. Ernsthafte Regentage: drei bis vier und ein paar mit mal einer Stunde Nieselregen oder abendlichen Schauern
    • Übernachtungen: 5 x bei Warmshowers-Gastgebern, 2 x im Zelt, sonst Bed & Breakfast oder Apartment
    Kaffeebecher mit Spruch: Life is a journey.
    Kaffeebecher auf der Fähre: Ja, das Leben ist eine Reise.
    Heike Brandl mit Zelt und Rädern auf Campingplatz
    Ein idyllischer Campingplatz in der Region Scottish Borders
    zwei Gläser englisches Bier und ein Zimmerschlüssel
    Im „The Quay Inn“ gab es nicht nur leckeres Bier und Essen, sondern auch Bed & Breakfast.

    Der Weg ist das Ziel

    Bei einer Reise mit Gepäck ist es von vornherein klar, dass Besichtigungen, Museumsbesuche oder Kulturveranstaltungen nur an den Ruhetagen in einer Stadt stattfinden können. Die Räder mit Gepäck vor einer viel besuchten Sehenswürdigkeit stehenzulassen, kommt für uns nicht infrage. Zu groß wäre das Diebstahl-Risiko sowie Aufwand und Kosten der Wiederbeschaffung von Zelt, Schlafsäcken, Ausrüstung usw.

    So legten wir Wert auf landschaftlich sehenswerte Strecken, bauten einige Nationalparks ein, picknickten im Park oder in der Fußgängerzone in beschaulichen Kleinstädten und nahmen den Charakter einer Landschaft oder Ortschaft in uns auf. Wir spürten dem nach, wie die Menschen hier wohl leben und freuten uns über Kontakte mit Einheimischen.

    Heike Brandl mit Fahrrad vor Burgruine
    Alte Gemäuer gibt es in England jede Menge zu entdecken …
    Heike Brandl mit Fahrrädern in einer britischen Kleinstadt
    Auch in Städtchen gibt es gute Lokale. Zum draußen sitzen war es uns aber zu kühl.

    Je nach Streckenprofil (sprich: Höhenmetern), Windverhältnissen und der meist ein bis zwei Tage vorher angepeilten bzw. gebuchten Unterkünfte fuhren wir zwischen 45 und 110 km am Tag. Wir erlebten 75 km Gegenwind an der Küste zwischen Brügge und Dünkirchen bei einer Stärke von 70 km/h, wo uns der Sand zwischen den Zähnen knirschte und die Schienbeine massierte.

    Thomas Brandl schiebt Fahrrad mit Gepäck durch tiefen Sand auf dem Radweg.
    Der starke Wind wehte den Sand auf den Radweg. Hier kamen wir nur schiebend weiter.

    Da gab es die Querung des Nationalparks North Yorkshire Moors bei Gegenwind, Nebel und Nieselregen, wo wir auch noch knapp 1000 hm zu überwinden hatten. Doch die über das einsame Sträßchen spazierenden Hasen und Schafe und die leuchtenden Heidekraut-Sträucher bleiben ebenso intensiv in Erinnerung, wie der Trampelpfad, auf dem wir beim Abstieg stießen. Du hast richtig gelesen: Teilweise mussten wir schieben, teilweise gelang es mit unserer MTB-Erfahrung auch langsam zu fahren.

    Heidelandschaft, Heike Brandl auf Rad mit Gepäck
    Im Nationalpark North Yorkshire Moors erwischten wir einen regnerischen Tag.
    britische Telefonzelle mitten im Wald
    Irgendwo im Nirgendwo … Die meisten Telefonzellen werden als Büchertauschbörse genutzt.

    An der Ost- und Südküste fuhren wir teilweise auf wunderbaren Radwegen des National Cycling Networks. Im Umkreis größerer Städte waren die Radwege häufig zugewachsen, vermüllt oder endeten unversehens. Merkwürdige Verkehrsführung an den unzähligen riesigen Kreisverkehren nervten ebenso wie Schranken vor den Radwegen, die mit unserem Gepäck kaum zu passieren waren. Das wäre ebenso schwierig für Rollstuhlfahrer:innen oder Kinderanhänger.

    Heike Brandl auf einem Radweg
    Der Ostküstenradweg war gut ausgebaut und verlief an einer schönen Route.
    Küste bei Folkestone
    Küste bei Folkestone im Süden Englands

    Anders als in Deutschland gibt es in Großbritannien entlang der Straßen noch zahlreiche Alleen oder alternativ Hecken. Diese Hecken sind drei bis vier Meter hoch und bewirken natürlich in erster Linie Wind- und damit Erosionsschutz – das ist gut für die Landwirtschaft. Sie bieten außerdem wichtigen Lebensraum für viele Tiere. Sie behindern allerdings auch die Sicht. Weder konnten wir sehen, was sich jenseits der Hecke für Landschaft befindet, noch was um die nächste Kurve kommt: Reiter, Traktor oder Lieferwagen? Bei drei Meter Straßenbreite konnte das auch spannend sein …

    Trotzdem bevorzugten wir diese kleinen Straßen meist gegenüber den verkehrsreichen Hauptstraßen ohne Radweg. Oft war es jedoch nicht zu vermeiden, mal 20 km auf der Landstraße zu fahren. Volle Konzentration und blinkendes Rücklicht anschalten war dann wichtig.

    blühende Heidelandschaft
    Die blühende Heide fand ich so wunderschön.
    Radfahrer vor Heidelandschaft mit Schafen
    Durch den Northumberland Nationalpark

    Apropos Ziel: Die MTB-Weltmeisterschaft verlief für unseren Sohn mit einem 21. Platz beim Shorttrack einigermaßen und einem 50. Platz beim Cross-Country Rennen nicht zufriedenstellend. Schwamm drüber. Für Maximilian war es übrigens die 10. WM Teilnahme in Folge. Das allein ist schon herausragend. Wir waren neunmal dabei, 2020 waren leider keine Zuschauer:innen zugelassen.

    Fahrradparkplatz bei der MTB WM in Schottland
    Ein beeindruckender Fahrradparkplatz für das Publikum bei der MTB WM.
    MTB WM Start- und Zielbereich mit Publikum
    Das erwartungsvolle Publikum bei der MTB WM in Schottland.

    Begegnungen und Gemeinschaft

    Oft kamen wir mit den Menschen ins Gespräch, die sich wegen des Gepäcks für uns interessierten. Ob vor dem Supermarkt oder in der Mittagspause im Café, offenbar waren wir besonders in England und Schottland eine seltene Spezies: Radreisende. Wir sahen wenige Menschen, die überhaupt mit dem Rad unterwegs waren, eigentlich nur einige Rennradfahrer älteren Semesters.

    Thomas und Heike Brandl in einer Lokal im Freien
    Ein schöner Sommerabend im Strandcafe!

    Immer wieder besonders und eine echte Bereicherung waren die Übernachtungen bei Warmshowers-Gastgeber:innen. Warmshowers, das ist eine Gemeinschaft von radfahrenden Menschen, die Radreisenden eine kostenfreie Übernachtung, eine warme Dusche und meist auch Abendessen und Frühstück anbietet. Wer Zeit hat, setzt sich abends zu einem Gespräch zusammen, gern auch mit einem Glas Wein oder Bier, und so entsteht oft ein intensiver persönlicher Austausch über das Reisen, das Leben und die Welt aus verschiedenen Perspektiven. Es ist eine geniale und so leichte Art, die unterschiedlichsten Menschen in ihrem persönlichen Umfeld kennenzulernen. Und ich liebe es.

    • Da waren Jamie und Vicky, die als Angehörige der britischen Armee zeitweise auch in Deutschland waren. Spannend, wie ihre Sicht auf das Leben in Deutschland war.
    • Mit Annabell und David lernten wir zwei junge Radsportler kennen, die zeitweise auch Rennen fuhren. Annabell arbeitet heute im Umweltmanagement von britischen Flüssen. Dadurch hatten wir danach einen ganz neuen Blick hierauf.
    • Kirsty und Marcus hatten in ihrem Häuschen von der Bettwäsche bis zur Kaffeetasse alles durchdesigned: Fahrräder überall.
    • Ben und Caroline wollten am nächsten Tag selbst zu einem Radurlaub in Frankreich aufbrechen und freuten sich riesig, dass Thomas uns allen ein Curry kochte.
    • Steve und Sarah waren zwei, die sich selbst als „bikecrazy“ bezeichneten. Bei ihnen waren wir die ersten Warmshowers-Gäste und konnten sie zum selbst-organisierten Reisen inspirieren. Mit der Lehrerin Sarah unterhielt ich mich über die Inklusion in britischen Schulen.
    • Und mit Johanna und Jonas in Belgien philosophierten wir über internationale Radwege, indische Küche und probierten belgische Schokolade.
    Bettwäsche mit Fahrradmotiv
    Durchgestylt!

    Kulturprogramm

    Unsere Flixbustour führte uns zunächst nach Brügge: Die Stadt mit den angeblich meisten Touristen in Europa ist wirklich sehenswert. Wir umrundeten die Stadt auf den hervorragenden belgischen Radwegen und gingen so den Menschenmengen einigermaßen aus dem Weg.

    Heike Brandl in Brügge am Marktplatz
    Brügge Marktplatz – wie aus dem Bilderbuch.

    Edinburgh: „The Fringe“, das größte Festival der Welt mit Straßenkünstlern, Theater, Musik und Comedy findet alljährlich im August statt. Bei strahlendem Sonnenschein verbrachten wir den ganzen Tag in der überquellenden Stadt und schauten fasziniert Artisten und Musikern zu. Wenn du einmal Gelegenheit dazu hast – schau es dir unbedingt an.

    Edinburgh Street Festival - ein Artist schlüpft in einen roten riesigen Ballon
    Beim Edinburgh Festival gab es großartige Performance. Hier schlüpft ein Mann in einen Ballon.
    Edinburgh Street Festival Einradfahrer und Publikum
    Der Mann auf dem Einrad auf dem Hochseil war absolut genial!

    Stonehenge: Unsere Route führte so nah dran vorbei, dass es praktisch ein Pflichtbesuch war. Doch es war weit mehr als das. Wir waren wirklich beeindruckt, wie Menschen dieses Bauwerk in der Jungsteinzeit errichten konnten.

    Heike Brandl vor Stonehenge
    Stonehenge – ein faszinierendes Bauwerk

    Brüssel: Mit dem Atomium am Vormittag und dem Parlamentarium (das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments) am Nachmittag tauchten wir ganz tief in Geschichte ein. Beide Sehenswürdigkeiten bzw. Ausstellungen sind absolut empfehlenswert.

    Heike und Thomas Brandl vor dem Atomium in Brüssel
    Ab ins Atomium bei diesem Wetter!
    Stuhlkreis vor dem Parlamentarium in Brüssel
    Stuhlkreis vor den Parlamentsgebäuden in Brüssel – gut für den Dialog!

    Von Brüssel aus ging die Reise mit dem Flixbus dann nach Frankfurt und von dort fuhren wir mit dem Zug nach Hause. Schön war es, intensiv, beeindruckend, erlebnisreich. Ich bin zutiefst dankbar für diese Möglichkeit des Reisens. Und ich danke ganz besonders meinem Mann Thomas, der unser Reisemanager, Einkäufer und Mechaniker ist. Er befasste sich tagtäglich mit den Strecken, Buchungen, Anfragen und machte das Gelingen erst möglich.

    Thomas Brandl repariert eine Panne am Fahrrad
    Die dritte Panne des Tages! Wenigstens boten die Kreidefelsen ein hübsches Panorama.

    Und noch eine Erkenntnis

    Nach vier Wochen Englisch sprechen und lesen habe ich doch tatsächlich begonnen, Englisch zu denken. Als ich das bemerkt habe, dachte ich mir: Wow, wenn mir das schon in einer anderen Sprache passiert, was mag da erst in der Muttersprache möglich sein?

    Indem du nur einige Aspekte deiner Ausdrucksweise änderst, kannst du eine ganz andere Wirkung auf andere Menschen erzielen. Du kannst deine Beziehungen nachhaltig mit klarer und wertschätzender Sprache pflegen und weiterentwickeln. Dabei kann ein KommunikationsCoaching dich auf einen neuen Weg bringen. Als deine Reisebegleiterin bin ich dabei gern für dich da.

    Ausblick September 2023

    • Neustart in verschiedenen Kitas in der Heilpädagogik
    • Vorbereitung der geplanten Vorträge und Seminare
    • Einige Blog-Ideen umsetzen
    • Networking und Fortbildung
  • Monatsrückblick Juli 2023 – Alles hat seine Zeit

    Monatsrückblick Juli 2023 – Alles hat seine Zeit

    Der Juli war proppevoll mit Arbeit in der Heilpädagogik. Am Ende dieses Kita-Jahres hören alle meine Kinder aus Frühförderung und Einzelintegration auf. Etliche kommen in die Schule, einige in die SVE – so heißen in Bayern die Einrichtungen, die Kinder mit Entwicklungsverzögerungen auf die Schule vorbereiten. 

    Aufgaben in der Abschlussphase

    • Ich bereitete die Kinder in Gesprächen und spielerisch auf das Ende unserer Beziehung vor. Meine Überlegungen dazu findest du in einem eigenen Blogartikel: Und tschüss. Abschied in der pädagogischen Beziehung
    • Für jedes Kind schrieb ich einen Abschlussbericht für Kostenträger, Eltern, manchmal auch die Kita oder die künftige Einrichtung, die das Kind besuchen wird.
    • Ich telefonierte sämtliche beteiligten Therapeutinnen (Logopädinnen, Ergotherapeutinnen, Frühförderin einer anderen Stelle) ab, um im Kooperationsgespräch den aktuellen Entwicklungsstand nochmal auszutauschen.
    • Mit allen Eltern führte ich Abschlussgespräche, reflektierte Ziele und Verlauf der Maßnahme, zeigte Entwicklung auf, besprach den Abschlussbericht und gab Tipps für die weitere Unterstützung.
    • Und dann kam überall der Tag des Abschieds: Je nach Kontext (Kita oder Praxis), Dauer unserer Zusammenarbeit, und Verständnis des Kindes, gestaltete sich das sehr unterschiedlich.
    • Last but not least: Abrechnungen und Buchführung erledigte ich auch noch.
    Kind baut mit Kapla-Holzbausteinen eine Zylinderform
    Lieblingsspiel konstruieren
    Was passt wie zusammen?
    Lieblingsspiel Holzeisenbahn

    Abschied nehmen mit den Kindern

    In einer Kita-Gruppe war ich im Morgenkreis dabei und erklärte nochmal kurz, warum ich überhaupt dagewesen war. Und dass das Kind inzwischen viel gelernt habe, besser zurechtkäme, nun bald in die Schule kommen würde und ich daher auch nicht mehr in die Kita. Ich las eine kurze Geschichte aus einem Kinderbuch vor (mein Abschiedsgeschenk an die Gruppe) und wurde auch mit freundlichen Worten und einem kleinen Geschenk verabschiedet.

    In zwei anderen Kita-Gruppen erklärte ich den Kindern, dass das Kind nach den Ferien einen anderen Kindergarten besuchen wird und ich deshalb dann nicht mehr kommen könnte. Hier war es wichtig, dem jeweiligen Kind eine Kleinigkeit zur Erinnerung zu geben. Als ich dies bei einem Mädchen ankündigte, fragte sie gleich nach einer Süßigkeit. Ich erklärte ihr, dass sie diese doch dann bestimmt bald aufgegessen hätte und dann ja gar keine Erinnerung mehr an mich hätte. Stattdessen bekam sie ein Glitzerglas, was sie riesig freute. „Heike, du bist doch die Beste!“ war ihr Kommentar.

    Und in einer weiteren Gruppe war es ganz unspektakulär. Ich war dort nur sehr kurz und das Kind ist vom kognitiven und sprachlichen Verständnis sehr eingeschränkt. Hier verabschiedete ich mich einfach mit einem kleinen Bilderbuch, denn das hatte sich als ein echter Zugang zum Kind erwiesen. Und einem ganz ausführlichen Winken.

    In der Frühförderung in meiner Praxis durften die Kinder sich nochmal einige Lieblingsspiele aussuchen, und auch sie bekamen zum Abschied eine Kleinigkeit. Bewegend waren dieses Jahr einige Mütter, die so dankbar für die erfahrene Wertschätzung und Unterstützung in schweren Zeiten waren. Da gab es teilweise tränenreiche Abschiede.

    Heike Brandl ist eine wertschätzende und professionelle Heilpädagogin. Für unseren Sohn übernahm sie die Einzelintegration im Kindergarten. Mit ihrer einfühlsamen, aber zugleich methodischen Arbeit war sie in der Lage, unseren Sohn zu lesen und mit ihm substanzielle Fortschritte in der sozialen Teilhabe zu erzielen, die uns als Eltern auch weitergeholfen haben. Wir sind Heike sehr dankbar und würden sie allen, die Hilfe mit ihren Kindern benötigen, weiterempfehlen.
    S. und P. Burd

    Herbstplanung und Neuorganisation

    Im September werde ich mit zwei neuen Kindern für die Einzelintegration starten. Die Verträge mit den Trägern sind abgeschlossen. Ich freue mich auf eine Kita, in der ich lange nicht tätig war und eine, in der ich dann nur ein halbes Jahr Pause hatte. Da gibt es neue Familien, neue Kolleginnen in den Gruppen und neue Herausforderungen.

    Altes aussortieren, To-do-Listen für September schreiben, neue Akten für die neuen Kinder anlegen, die Kurse und Vorträge für die Volkshochschule online stellen. Das konnte ich alles schon erledigen.

    Offen bleibt erstmal, was ich zusätzlich an Seminaren anbieten werde. Darüber werde ich mir im August September Gedanken machen.

    Was sonst noch los war im Juli 2023

    • Einsatz bei der Bundesnachwuchssichtung MTB in unserem Verein: wie immer bei unseren Vereinsveranstaltungen bin ich an der Anmeldung bzw. Startnummernausgabe aktiv.
    • Deutsche Meisterschaft MTB in Albstadt: Unser Sohn Maximilian hat den Titel in den beiden Disziplinen Short Track und Cross Country geholt. Wir haben uns riesig mit ihm gefreut.
    • Sommerfest an der VHS, Weinfest in Lohr, Open-Air-Gottesdienst, biken, Freibad, Stand-up-paddeln auf dem Main, arbeiten und chillen im Garten: Sommer genießen
    • Familienwochenende in Freiburg: Mit unserer Tochter und ihrem Mann fahren wir gemeinsam nach Freiburg, um dort mit Maximilian und seiner Freundin eine gute Zeit zu verbringen.
    • Und am 31.07.23 gehts direkt von Freiburg aus in den Urlaub.
    Deutsche Meisterschaft in Albstadt, und der Papa ist auch stolz
    Die Abkühlung kam wie gerufen
    Im Garten
    Blick vom Schauinsland in Freiburg
    Im Besucherbergwerk auf dem Schauinsland
    Schlossbergfest in Freiburg
    Der hässlichste Fernbusbahnhof Deutschlands ist in Frankfurt/Flughafen

    Meine Blogartikel vom Juli 2023

    Ausblick August 2023

    • Unser alljährliches Urlaubsziel seit 2014: die MTB Weltmeisterschaft. So kamen wir schon in manche Länder, die wir sonst wahrscheinlich nicht bereist hätten. Diesmal findet die WM in Schottland statt. Wir werden mit Fahrrad, Flixbus, Fähre und Bahn dorthin reisen. Eins ist sicher: Das wird ein Abenteuer.
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