Autor: Heike Brandl

  • Mit Kommunikationstraining Zeit gewinnen

    Mit Kommunikationstraining Zeit gewinnen

    Du denkst, du hast keine Zeit? Oder keine Zeit für Kommunikationstraining? Dein Nutzen wird so groß sein, dass du sogar Zeit gewinnst. Ich zeige dir, wie das geht! Kommunikationstraining – damit meine ich mehr als einen Vortrag anzuhören. Das bedeutet

    • sich wirklich mit der eigenen Sprache zu befassen und sie weiter zu entwickeln.
    • sich mit sich selbst zu befassen, eigene Werte und Überzeugungen zu reflektieren.
    • sich kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen. 
    • anderen – in der Trainingsgruppe oder der Trainerin – zuzuhören und Rückmeldungen anzuhören und anzunehmen. 
    • Das bedeutet also Persönlichkeitsentwicklung. 

    Woher kommt diese Idee, dass du keine Zeit für Kommunikationstraining hast?

    Wieviel Zeit hast du dir dafür schon bewusst gegönnt? Gehörst du zu denjenigen, die immer erstmal alles für die anderen erledigen? Oder sagst du: „Erst muss ich noch … (die Steuererklärung machen, den Dachboden aufräumen, das Projekt abgeschlossen haben  …).“?

    Oder schiebst du es lieber, bis die Kinder aus der Grundschule raus sind? Hoffst du, dass es an der neuen Arbeitsstelle sowieso alles besser wird, mit den Kolleg:innen, mit der Chef:in? Kennst du den einen oder anderen dieser Glaubenssätze? Oder diese Strategien um damit umzugehen?

    Willkommen im Club der „Ich habe keine Zeit“-Menschen

    Keine neue Erkenntnis, dennoch immer wieder wichtig festzuhalten: Wir haben alle gleich viel Zeit. Täglich, übers Jahr – nur die Lebenszeit, die ist unterschiedlich. 

    Verbringst du deine Lebenszeit damit, dich über Missverständnisse zu ärgern? Sagst du deinen Kindern, Mitarbeiter:innen, Partnern, Kolleg:innen die Dinge oft mehrfach? Redest du selbst so schnell, damit du (scheinbar) Zeit gewinnst? Sagst du das auch häufig? „Ich habe keine Zeit.“ Und gehören folgende Redewendungen zu deinem Sprachgebrauch:

    • „Ich habe es eilig.“
    • „Das muss schnell gehen.“
    • „Beeil dich mal!“
    • „Ich hetze mich hier ab und …“

    Uff. Schaffe dir die Zeit für dich!

    Heike Brandl mit Kalender
    Ein Termin mit mir für deinen Kalender?

    Wie du langfristig mit Kommunikationstraining Zeit gewinnst

    1. Du wirst lernen, die Menschen gezielt so anzusprechen, dass sie dir zuhören.

    Das gelingt gut mit den 3A – Ansprechen – Anschauen – Atmen.
    Beispiel:
    Sabine ruft durch die Wohnung „Essen ist fertig.“ – Weder ihr Mann Peter im Arbeitszimmer, noch der Sohn mit den Kopfhörern auf den Ohren, noch die in den Schmöker vertiefte Tochter reagieren. Sabine ruft noch zwei-, dreimal, wird lauter und reißt schließlich beim Sohn die Zimmertür wütend auf: „Ständig brauchst du eine Extra-Einladung!“ Die Stimmung beim Essen ist im Keller.
    Was tun?
    Sabine geht gleich von Raum zu Raum und spricht jeden einzeln freundlich an. Bei der Gelegenheit kann sie auch noch jemandem zum Tischdecken holen. 

    2. Deine Botschaft wird ankommen und du brauchst sie nicht mehrfach zu wiederholen.

    Dazu liest du mehr in meinem Artikel Wie werde ich besser gehört?. (noch nicht wieder verlinkt, sorry)

    3. Du kannst lernen, deine Botschaft so klar zu formulieren, dass die Missverständnisse weniger werden oder sogar ganz ausbleiben.

    Beispiel:
    Sabine sagt zu ihren Mitarbeiter:innen in der Besprechung: „Wer könnte heute mal das Protokoll übernehmen?“ – Keine:r meldet sich. Am Ende schreibt Sabine das Protokoll selbst und ärgert sich über die mangelnde Unterstützung.
    Was tun?
    Sabine erklärt ihren Mitarbeiter:innen, dass sie das Protokoll künftig im rollierenden System schreiben werden, einschließlich ihr selbst, und dass sie das heute gleich erledigen werde. Dann ergänzt sie: „Anja, dein Name beginnt mit A – du wirst dann die nächste sein. Bitte stell dich darauf ein.“ 

    4. Du kannst lernen dein Sprechtempo zu beeinflussen und Pausen gezielt zu setzen. Damit erleichterst du deinen Zuhörer:innen, dir gut folgen zu können.

    In meinem Artikel Schnelles Reden – mehr erreichen liest du mehr dazu. (noch nicht wieder verlinkt, sorry)

    5. Du wirst deinen Wortschatz und deinen Sprachgebrauch überprüfen und wahrnehmen, wie er auf dich und deine Gesprächspartner:innen wirkt. 

    Beispiel:
    Sabine sagt sehr oft „Ich muss noch schnell … und dann muss ich noch schnell …, dann hab ich Zeit (für dich).“ sowohl im privaten wie im beruflichen Umfeld. Ihr 13jähriger Sohn sagt schon „Mama, du nervst voll mit deiner Hektik.“ Die 8jährige trödelt häufig. Die Kollegin kommentiert „Hetz mich nicht so!“ und ihr Mann Peter sagt abends „Machst du wieder einen Stress …“
    Was tun?
    Sabine bekommt im Kommunikationstraining von anderen Teilnehmer:innen diese Wirkung auch rückgemeldet. Das beschäftigt sie und sie sucht und findet gemeinsam mit der Gruppe und der Trainerin Wege, manches ohne „schnell“ zu formulieren und mehr Ruhe in ihre Sprache und damit ihren Alltag zu bringen. Am Ende lernt sie, sich selbst mehr Muße zu gönnen – geschenkte Zeit.

    6. Du kannst Kommunikationsstrategien erlernen, mit denen du dir das Leben wesentlich leichter machen kannst – in Familie, Freizeit und Beruf. 

    Das LINGVA ETERNA Kommunikationsmodell von Dr. Theodor v. Stockert umfasst fünf Schritte. Jeder einzelne ist für das gute Gelingen von Gesprächen aller Art wichtig. Es ist sinnvoll, sie alle, und auch alle in der richtigen Reihenfolge zu gebrauchen. 

    Beispiel:
    Sabine sagt zu ihrem Mann: „Morgen ist Müllabfuhr.“ Weiter nichts. Peter sagt: „Mmh.“ und liest weiter in der Zeitung. Nichts passiert. Sabine schimpft vor sich hin „Du könntest wirklich mehr mithelfen!“ Peter weiß gar nicht, was nun wieder los ist.
    Was tun?‘
    Sabine sagt schon beim Abendessen „Peter, morgen ist Müllabfuhr. Bitte nimm nach dem Essen den Müllbeutel mit hinaus und stell die Tonne nach vorne!“


    Habe ich dich überzeugt? Ist es an der Zeit, deine Sprache etwas weiter zu entwickeln? Dann ist ein KommunikationsCoaching oder ein Seminar an deinem Arbeitsplatz das richtige. 


  • Bindung und Kommunikation in der Kita

    Bindung und Kommunikation in der Kita

    Bindung ist für Fachkräfte in Kitas eines der wichtigsten Themen. Auf Bindung gründet sich alles: Beziehung, Bildung, Entwicklung, Persönlichkeit. Die Sprache der Fachkraft kann viel zum Gelingen der Bindung beitragen. Viel zu oft wird dieser Aspekt vernachlässigt. Als Heilpädagogin wie als Sprach- und Kommunikationstrainerin ist es mir ein großes Anliegen, diese beiden Bereiche zusammenzuführen. 

    Warum mich dieses Thema berührt

    Das Thema Bindung und das Thema Sprache in Kitas ist etwas, was mich in meiner praktischen Arbeit als Heilpädagogin ständig tangiert. Viele Kinder mit besonderen Bedürfnissen, die ich begleite, haben mit einem oder beiden Aspekten mehr oder minder große Schwierigkeiten. Fachkräfte stehen vor großen Herausforderungen mit diesen Kindern und ihren Eltern und sind oft ohnehin schon an Belastungsgrenzen. 

    Woran liegen diese besonderen Herausforderungen?

    • Kinder mit Behinderung zeigen ein untypisches Bindungsverhalten. Eltern und Fachkraft reagieren verunsichert, erkennen und interpretieren die Signale des Kindes nicht oder falsch und irritieren es weiter. 
    • Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen verstehen die Sprache der Eltern oder Fachkraft nicht ausreichend und reagieren mit Bindungsverhalten (z.B. schreien, weinen, klammern)
    • Kinder mit unsicheren Bindungsmustern oder Bindungsstörungen sind hoch irritabel und brauchen wesentlich mehr Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld, um Vertrauen aufzubauen. 
    • Eltern behinderter Kinder sind häufig verunsichert, wie die Eingewöhnung in Krippe oder Kindergarten gelingen kann.

    Ich will im Folgenden den Fokus darauf legen, wie du als Fachkraft diesen Herausforderungen mit deiner Sprache und Kommunikation sinnvollerweise begegnen kannst. Und ich bitte eines zu beachten:

    Im Sinne von Inklusion gelten meine Tipps selbstverständlich für alle Kinder und alle Fachkräfte. Alle sind gleichwürdig. 

    Vater und Kind schauen sich lachend an

    Das Wichtigste zuerst: Hinhören

    Kommunikation gelingt im Dialog. Und Dialog bedeutet, dass zwei Menschen etwa gleich viel Redeanteil haben und dementsprechend gleich viel zuhören. Im LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstraining sprechen wir auch von „hinhören“. Dieses Wort vermittelt eine andere Perspektive als das „zuhören“. „Hinhören“ weist auf „hinwenden“ zu einer Person.

    Was kannst du also tun?

    Beobachte dich und deine Redeanteile in Gesprächen mit Kindern. Gib Kindern, die nachdenken oder denen die Wörter noch fehlen, Zeit. Stelle offene und konkrete Fragen. 

    Beispiel: 

    AnstattLieber
    „Was hast du heute gespielt?“
    (was meist zu einem Schulterzucken oder einer Ein-Wort-Antwort wie „Lego“ führt)
    „Was hat dir heute Freude gemacht?“
    „Das hast du schön gebaut.“„Was hast du gebaut? Erklär mir, wie du auf die Idee gekommen bist.“
    Anstatt zum weinenden Kleinkind zu sagen „Ach, das ist doch nicht so schlimm.“ Nimm dich erstmal zurück, beobachte feinfühlig die Signale des Kindes, frage, ob du es trösten darfst und warte, ob es etwas erzählt.

    Kontaktaufnahme

    Jetzt kommt es darauf an, ob das Kind gerade Bindungsverhalten oder Explorationsverhalten zeigt. Ich gebe dir ein Beispiel: 

    Niko (2 Jahre) wird gerade eingewöhnt. Er klammert sich an die begleitende Mutter und dreht den Kopf weg. Er zeigt Bindungsverhalten. Die Mutter kann hier Halt geben, streicheln, freundlich und leise kommentieren, was sie wahrnimmt. Die Fachkraft Sofia kann hier erstmal nur mit etwas Distanz abwarten und beobachten. 

    Nach einer Weile fühlt sich Niko sicher und geht ein Stück in den Raum. Da steht ein Holzwagen mit einem Hasen drin. Niko ist neugierig und zeigt nun Explorationsverhalten. Die Mutter bleibt sitzen und beobachtet. Die Fachkraft Sofia kommentiert erst aus der Distanz: „Niko, du hast den Wagen entdeckt.“ – Niko schaut sie an und greift nach dem Wagen. „Niko, du kannst den Wagen schieben.“

    Was passiert hier? Niko braucht noch viel Zeit und Sicherheit. Würde Sofia ihn bereits ansprechen, solange er noch klammert, wäre er noch gar nicht bereit dafür. Sofias Mühe wäre vergeblich und würde vermutlich dazu führen, dass Niko noch stärker klammert und weint.

    Erst als er bereit ist, kann Sofia Kontakt aufnehmen. Sie spricht ihn mit dem Namen an. Das weckt seine Aufmerksamkeit. Er schaut sie an – Sofia schaut Niko an. So entsteht der erste Kontakt. Sofia macht immer wieder kleine Pausen, zwischen den Sätzen, aber auch jeweils schon nach dem Namen. 

    3A, das steht für Ansprechen mit dem Namen, Anschauen und einen Blickkontakt herstellen und Atmen, also einen Augenblick warten, bevor du weitersprichst. Die Pause ermöglicht dem Kind die Reaktion. 

    Ich gebe dir ein weiteres Beispiel:

    Ayse (3 1/2 Jahre) hat eine Sprachentwicklungsstörung. Sie spricht auch in ihrer Muttersprache türkisch noch keine vollständigen Sätze, im Deutschen nur einzelne Wörter und versteht in der Kita bislang nur wenig Zusammenhänge. Ayse puzzelt gerne. Als sie zum Naseputzen aufsteht, weggeht und ihr Puzzle liegen lässt, kommt Jonas und wirft die Teile wieder durcheinander. Ayse kommt zurück, schreit und schubst Jonas. Sofia, die Fachkraft geht auf Augenhöhe zu den beiden und spricht sie an. „Ayse – stopp. Schau, schubsen tut Jonas weh. Du willst dein Puzzle fertig machen, stimmts? – Jonas, oh, Ayse hat dich umgeschubst. Schau, sie hat nur kurz die Nase geputzt. Ayse will weiter puzzeln. Jonas, willst du auch puzzeln? – Ayse, darf Jonas dir helfen?“

    Was passiert hier? Es ist wichtig, dass die Fachkraft eines weiß: Ayse kann noch nicht anders reagieren. Sie kann die Situation nicht einschätzen, sie ahnt nicht, dass Jonas das Puzzle vorher schon haben wollte, sie kann ihm auch noch nicht sagen „Stopp, ich bin schon wieder da. Ich will das Puzzle fertig machen.“ Ayse braucht die Unterstützung der Fachkraft. Und Jonas braucht Aufmerksamkeit und wahrscheinlich Trost. Immerhin wurde er gerade umgeschubst. Sofia, die Fachkraft spricht jedes Kind einzeln mit seinem Namen an, stellt Blickkontakt her und sinnvollerweise begleitet sie ihre freundlichen und ruhigen Worte mit eindeutiger Mimik und unterstützender Gestik. So lernt Ayse Wörter und Zusammenhänge. 

    Was hat das jetzt mit Bindung zu tun? Ayse erfährt, dass Sofia zuverlässig für sie da ist, wenn sie in eine Situation von Überforderung gerät. Sie erfährt, dass Sofia prompt und angemessen reagiert, ihr Grenzen aufzeigt und dennoch liebevoll mit ihr nach einer Lösung des Problems sucht. So entsteht Bindung. 

    Mutter und Baby schauen sich lächelnd an

    Grüßen

    Welche Schwelle du auch immer betrittst, es möge jemand da sein, der dich willkommen heißt.

    Altirische Weisheit

    Ich erinnere mich noch gut an eine Kita, in der ich vor etlichen Jahren ein Ritual erlebte. Jedes Kind musste morgens zur diensthabenden Fachkraft hingehen und ihr die Hand geben. Und wehe es war nicht „die schöne“ (rechte) Hand. So manches Kind wirkte wie beim Spießrutenlauf.

    Wie heißt du die Kinder willkommen?

    Die Ansprache am Morgen, wenn ein Kind in die Gruppe kommt, ist bedeutsam. Doch natürlich kann das anders geschehen. Sage den Namen und ein freundliches „Ich wünsche dir einen guten Morgen.“ – „Ich freue mich, dass du da bist.“ Da gibt es etliche Varianten. Wichtig ist, dass die Fachkraft den Blickkontakt anbietet, jedoch nicht erzwingt. Auch ob das Kind Körperkontakt will, sollte ihm überlassen werden. Das ist für das Kind eine sensible persönliche Grenze, über die es frei entscheiden darf. 

    Es braucht ein feinfühliges Wahrnehmen, welche Signale das Kind gibt. Ob es noch müde wirkt, ob es aufnahmebereit und fröhlich ist, oder ob es etwas bedrückt. Geh kurz in den Kontakt und lass es ankommen. Oft ist die Situation in der Kita so, dass mehrere Kinder gleichzeitig ankommen oder andere noch etwas brauchen. Gib jedem ein kurzes Signal.

    Die Fachkraft Sofia ist allein in der Gruppe und Maria erzählt ihr aufgeregt vom Besuch bei der Oma am Vortag. Da kommt Luis, weint und kann sich nur schwer von der Mama trennen. Sofia kümmert sich erstmal um Luis und sagt „Maria, ich sehe dich. Sobald sich Luis beruhigt hat, komme ich wieder zu dir.“

    Beim Grüßen kommt ein sprachliches Element zum Einsatz, das wir meist nicht bewusst gebrauchen: Die persönlichen Fürwörter (Personalpronomen) – ich, dich, du, wir, euch, … Sie stiften Beziehung. Sie zeigen die Wertschätzung. Sie schaffen Bindung.

    Auch im Beispiel „Maria, ich sehe dich.“ kommt das zur Wirkung. 

    Danken

    Wann dankst du jemandem?

    Ich danke für eine Überraschung, für eine Hilfe, für ein Geschenk, für eine zügige Antwort, für eine kleine Aufmerksamkeit, für ein freundliches Wort. 

    Das sind alles Situationen, in denen ich froh und zufrieden bin, fröhlich und guter Stimmung. In einer solchen Gefühlslage ist es besonders leicht, Kontakt herzustellen, Beziehung zu pflegen, Bindung zu schaffen. 

    Und auch hier sind die Personalpronomen wieder hilfreich:

    • „Mats, ich danke dir, dass du mir die Schere gegeben hast.“
    • „Ich danke dir, dass du Annika beim Anziehen geholfen hast.“
    • „Mila, ich danke dir, dass du so geduldig wartest.“

    Dabei ergibt sich noch etwas: Im Unterschied zum einfachen „Danke“ sagst du einen ganzen, einen vollständigen Satz. Als Fachkraft in einer Kita ist dir Sprachförderung sicherlich wichtig. Mit deinem guten Beispiel lernen die Kinder nebenbei sowohl vollständige Sätze ebenso wie das Pflegen von Beziehungen. 

    Denn auch beim Danken stiftest du Beziehung, zeigst deine Wertschätzung und schaffst Bindung.


    Hast du Interesse an einer Fortbildung für deine Kita? Dann melde dich bei mir.

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  • Warum es mich stört, wenn Kita-Fachkräfte lästern

    Warum es mich stört, wenn Kita-Fachkräfte lästern

    „Weisst du schon das Neueste, was bei uns wieder los ist? Stell dir vor …“ Wenn ich morgens in eine Kita komme, und so begrüßt werde, würde ich am liebsten wieder gehen. Warum es mich stört, wenn Kita-Fachkräfte über Dritte lästern, sind verschiedene Aspekte.

    Wenn Kita-Fachkräfte lästern …

    In den seltensten Fällen kommt dann etwas Freundliches oder etwas Schönes. Was kommt, ist zum Beispiel Folgendes:

    • „Kollegin Katrin ist die Katze gestorben. Stell dir vor, jetzt hat sie sich eine Woche krank schreiben lassen und wir …“
    • „Die Chefin Christine hat einfach das Übernachtungsfest für die Vorschulkinder gestrichen, wegen Personalmangel, und bei mir laufen jetzt die Eltern Sturm und ich soll ….“
    • „Frau Munter kommt vier Mal die Woche zu spät mit ihrer Tochter Kim. Und die will dann nicht mehr zum Vorschul-Programm. Jetzt macht Frau Munter Theater, dass Kim womöglich nicht schulreif ist. Und nun soll ich auch noch …“

    Es geht mir einfach gegen den Strich, wenn Kolleg:innen übereinander statt miteinander reden. Ich finde es unpassend, wenn Mitarbeiter:innen über die Führungskraft schimpfen oder wenn Fachkräfte überforderte Eltern schlecht reden.

    Ja, ich weiß, in manchen Fällen haben sie es mit der Kollegin auch schon x-Mal versucht. Ja, ich weiß, in manchen Fällen ist die Chefin keine ideale Führungskraft. Ja, ich weiß, in manchen Fällen sind die Eltern eine echte Herausforderung. 

    Was kommt bei mir an?

    Bei mir kommt eine emotional geladene Stimmung an, die sich auf mich überträgt. Auch wenn ich fröhlich und guter Dinge in eine Kita kam und mich auf meine Arbeit freute – nach so einer Begrüßung ist meine gute Laune futsch. 

    Im Fall der krank geschriebenen Kollegin Katrin kommt die Ungerechtigkeit zum Ausdruck. Als ob die Fachkraft überlegen würde, wie oft sie schon eine vergleichbare Situation hatte und trotzdem zur Arbeit gegangen war. Nach dem Motto: „Die jungen Frauen heute, die denken nur an sich.“

    Im Fall mit der Chefin Christine nehme ich wahr, dass die Mitarbeiterin gerne mit in die Entscheidungsfindung einbezogen gewesen wäre. Ich höre, dass sie sich ausgeschlossen fühlt.

    Im Fall der Mutter Frau Munter, die häufig zu spät kommt, nehme ich auch die Schuldzuweisung wahr. Ich spüre das Mitleid mit der Tochter. 

    Mockup Freebie

    Wie wirkt die Fachkraft mit diesen Sätzen auf mich?

    • Die Fachkraft wirkt hilflos. Es scheint, sie habe keine Lösung, um mit der Situation adäquat umzugehen.
    • Sie wirkt auch gereizt, gestresst und schlechter Laune. 
    • Die Fachkraft wirkt neidisch auf die jüngere Kollegin, die sich eine Freiheit genommen hat. 
    • Sie wirkt abwertend gegenüber Eltern. Es scheint, ihr fehlt das Einfühlungsvermögen. 

    Ich frage mich: Wo ist die professionelle Reflexionsfähigkeit der Fachkraft geblieben?


    Welche Auswirkungen haben solche Sätze auf unsere Zusammenarbeit?

    Je häufiger ich von einer Fachkraft mit solchen „Weißt du schon …“ – Sätzen über etwas „informiert“ werde, desto weniger Freude habe ich daran, mit ihr zu sprechen.

    Es belastet mich, denn es ist nicht mein Auftrag, mit Kollegin Katrin, der Chefin Christine oder der Mutter Frau Munter zu reden. Mein Auftrag ist ein spezielles Kind, zu dessen Einzelintegration ich in die Kita komme. Diese Begleitung läuft über lange Zeiträume, manchmal Jahre, bis zur Einschulung. Natürlich werde ich da auch zu anderen Themen zu Rate gezogen. Die Fachkräfte fragen mich gerade, weil sie wissen, ich befasse mich mit Kommunikation.

    Über ehrliche, offene Fragen freue ich mich und bin – so oft es geht – bereit zur Beratung.

    Und manchmal nehme ich eben diese „Informationen“ mit in die Einzelintegration. Sie blockiert meine Gedanken, meine Kreativität, meine Stimmung. Sie sind mir eine Last und es kostet mich Energie, mich wieder davon zu befreien. Warum geht mir das so nach? Das liegt wohl daran, dass ich weiß: Hier geht es um Kommunikation miteinander. Hier sind Ärger, Missverständnisse und Frust entstanden, weil jemand elementare Kommunikationsregeln außer Acht ließ. Ich könnte beraten. Doch es ist nicht mein Auftrag und oft will jemand das auch gar nicht hören. 

    Ja, ich weiß, manchmal reicht es schon, wenn sich jemand seinen Ärger von der Seele reden kann. 

    Doch ich fürchte: Meist bleibt es nicht nur bei dem einen Mal bei mir. Die Fachkraft wird es bei nächster Gelegenheit auch noch Kollegin X, der Kollegin Y aus der anderen Kita, ihrer Freundin Z und zu Hause dem Partner erzählen. 

    Fragen zur Reflexion

    Was kannst du tun, wenn es bei dir Lästereien am Arbeitsplatz gibt?

    Dazu will ich dir eine Geschichte erzählen: 

    Einst wandelte Sokrates durch die Straßen von Athen. Plötzlich kam ein Mann aufgeregt auf ihn zu. „Sokrates, ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen, der…“ „Warte einmal,“ unterbrach ihn Sokrates. „Bevor du weitererzählst – hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt?“

    „Die drei Siebe? Welche drei Siebe?“ fragte der Mann überrascht. „Lass es uns ausprobieren,“ schlug Sokrates vor. „Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du dir sicher, dass das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?“ „Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat.“

    „Aha. Aber dann ist es doch sicher durch das zweite Sieb gegangen, das Sieb des Guten? Ist es etwas Gutes, das du über meinen Freund erzählen möchtest?“ Zögernd antwortete der Mann: „Nein, das nicht. Im Gegenteil….“ „Hm,“ sagte Sokrates, „jetzt bleibt uns nur noch das dritte Sieb. Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was dich so aufregt?“ „Nein, nicht wirklich notwendig,“ antwortete der Mann.

    „Nun,“ sagte Sokrates lächelnd, „wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst, nicht wahr ist, nicht gut ist und nicht notwendig ist, dann vergiss sie besser und belaste mich nicht damit!“

    Nun, diese alte Geschichte bezieht sich nur auf den eigenen Umgang mit Lästereien. Zunächst einmal geht es also um Reflexion.

    Doch werden dir in deinem beruflichen Alltag noch andere Situationen begegnen. Menschen werden über dich lästern. Es wird dir vielleicht etwas zu Ohren kommen. Oder du bist als Führungskraft gefragt, damit umzugehen. 

    Was du in diesen Fällen tun kannst, das liest du in meiner PDF Souverän mit Lästereien am Arbeitsplatz umgehen. Hier findest du Checklisten über Lästern, noch mehr über die Wirkung und 5 Tipps zum souveränen Umgang mit Lästern.  Dieses PDF kannst du dir aktuell einfach für 0 € herunterladen.

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    Weitere Tipps, um aktiv auf die gute Kommunikation im Team zu wirken, findest du in meinem Artikel über Bessere Atmosphäre am Arbeitsplatz.

  • 5 kleine Tipps für bessere Atmosphäre am Arbeitsplatz

    5 kleine Tipps für bessere Atmosphäre am Arbeitsplatz

    Wieviel Zeit verbringst du an deinem Arbeitsplatz? 20, 30 oder 40 Stunden die Woche? Da lohnt es sich doch, einmal zu überlegen, wie du diese Zeit möglichst in guter Atmosphäre verbringen kannst. Sprache steckt an, ist eines meiner Mantras. Lass die anderen erstmal reden, wie sie wollen. Wenn du beginnst, mit deiner Sprache Freundlichkeit, Wohlwollen und Wertschätzung an deinem Arbeitsplatz einzupflegen, wird das nachhaltig positive Auswirkung haben. Vertrau mir! Ich gebe dir 5 kleine Tipps für bessere Atmosphäre am Arbeitsplatz – und einen Bonus-Tipp!

    Sag mehr als „Hallo“!

    Ich hörte in den letzten Monaten häufig, dass Menschen im Homeoffice am meisten den Smalltalk vermissten: das kurze Gespräch in der Kaffeeküche, das Grüßen auf den Fluren, den informelle Austausch im Büro nebenan. Vielleicht bist du nicht der geborene „Smalltalker“. Ich auch nicht. Es geht nicht darum, zum „Dampfplauderer“ zu werden und die Kolleg:innen mit Nebensächlichkeiten von der Arbeit abzuhalten.

    Doch es geht darum, freundlich und persönlich in Kontakt zu kommen. Ein freundlicher Gruß, ein netter Kommentar, eine ehrlich gemeinte Frage und schon bist du im Gespräch – wenn Zeit dafür ist. Beginne bei den Menschen, bei denen es dir leicht fällt. Und mit jedem Erfolgserlebnis wirst du dich auch an die anderen heranwagen. Und dabei vielleicht merken: „Ach, die ist ja auch ganz sympathisch.“

    Nutze den „Kitt“, der Beziehungen zusammenhält!

    „Ich wünsche dir einen guten Morgen.“ das wirkt definitiv freundlicher als „Hallo“. Woran liegt das? Okay, es ist etwas länger und so verweilen wir länger beieinander. Es beinhaltet einen guten Wunsch. Auch das ist positiv. Doch den wesentlichen Unterschied machen die persönlichen Fürwörter – ich und dir. Du drückst damit deine Wertschätzung aus. Personalpronomen nehmen die Menschen in den Blick, schaffen Bindung und Beziehung. Du kannst sie in vielen Situationen im Tageslauf nutzen: 

    Schau mir in die Augen!

    Blickkontakt – wenn zwei Menschen sich in die Augen schauen, entsteht eine Verbindung. Nimm dir einen Moment Zeit, um beim Grüßen oder auch im kurzen Vorbeigehen ohne Gespräch, einen Augenblick des Kontakts herzustellen. Diese Aufmerksamkeit, die du schenkst, wirst du vielfach zurück bekommen. 

    Für ein Gespräch ist es ganz wesentlich: Damit deine Gesprächspartnerin mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei dir sein kann, braucht sie oftmals einen Moment, bis sie aus ihrer Aufgabe heraus und zu dir findet. In dem Augenblick, in dem ihr euch anschaut, ist der Kontakt hergestellt und die Aufmerksamkeit da.

    Danke für das Kompliment!

    Das ist eigentlich ein Doppel-Tipp. Hast du heute schon ein Kompliment gemacht? Und hast du auch schon eines bekommen?

    Ich empfehle dir, ehrliche und präzise Komplimente zu machen. Wenn dir der Pulli der Kollegin nicht gefällt, brauchst du ihn auch nicht zu kommentieren. Mit präzise meine ich, nicht einfach nur „Wow, toller Pulli!“ sondern z.B. „Wow, den Pullover sehe ich heute das erste Mal bei dir. Die Farbe steht dir gut!“ Natürlich können sich Komplimente nicht nur auf Kleidung, Frisur oder andere Äußerlichkeiten beziehen, sondern auch auf Kompetenzen. Sage deiner Kollegin, wenn du von ihrer Präsentation beeindruckt warst, wenn sie den Elternbrief gut formuliert hat, wenn sie eine schwierige Situation souverän gemeistert hat.

    Komplimente annehmen ist auch eine Kunst. Wie hältst du es damit? Sagst du z.B. beim Kompliment für den Pullover „Ach, der war ganz billig.“ oder bei den Kompetenzen „Ach, das war nur Zufall/nichts Besonderes …“ ? Damit wertest du das Kompliment und die Person, die es dir gegeben hat, ab. Ich hätte keine Lust mehr, dir bei nächster Gelegenheit etwas ähnlich Freundliches zu sagen. Und du wertest auch dich ab. Wenn jemand anderes deine Leistung oder Kompetenz hervorhebt, dann ist sie auch des Hervorhebens wert – oder auch: außergewöhnlich, hervorragend. Lass es einfach auf dich wirken! Nimm das Kompliment an: „Ich danke dir!“

    Catch them beeing good!

    „Erwische sie (z.B. Schüler:innen, Sportler:innen, Mitarbeiter:innen) beim gut sein!“ Der Spruch klingt nur auf Englisch schön. Er wird in der Pädagogik und Trainingslehre verwendet. In der Pädagogik geht es darum, bei Kindern, die dich herausfordern, das zu entdecken, was gut gelingt, wo sie kooperieren und dies zu benennen. In der Trainingslehre ist es ebenso: Der Coach fokussiert die Sportler auf das, was funktioniert hat, auf die Teilschritte, die erfolgreich waren usw. 

    Gelingt dir schon der Transfer in deine Arbeitswelt? Vielfach jammern die Menschen über das, was mal wieder schief lief, über die endlose Besprechung, über das Dauerklingeln des Telefons oder selbst das miese Wetter am Wochenende. Lenke alternativ deinen Blick – und damit den der anderen – auf das, was bei euch gut läuft: auf die vollen Auftragsbücher, auf den hilfsbereiten Praktikanten, auf das freundliche Dankeschön einer Kundin oder dass du den Regen von der Couch aus mit dem neuesten Schmöker genossen hast. Anstatt „Finde den Fehler“ also „Finde das Gute im Menschen oder der Situation“. Ich bin sicher, in jedem deiner Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen wirst du einen Punkt dazu finden. 

    Bonus-Tipp: Lass das Lästern hinter dir!

    Nervt es dich auch so, wenn Kolleg:innen untereinander lästern? Lästern ist eine ganz spezielle Form der abwertenden Kommunikation. Ich erkläre dir, was Lästern ist, warum Menschen so gern lästern und wie es wirkt. Und ich gebe dir 5 Tipps, wie du souverän mit Lästern am Arbeitsplatz umgehen kannst.

    Für 0 € kannst du dir mein PDF herunterladen.

    Mockup Freebie

    Mit diesen Tipps wird die Atmosphäre an deinem Arbeitsplatz bestimmt besser. Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren und gutes Gelingen.

  • 50 und mehr Wohlfühlwörter, die deine Sprache bereichern

    50 und mehr Wohlfühlwörter, die deine Sprache bereichern

    Wohlfühlwörter? Was ist das denn? Wohlfühlwörter sind Wörter, die mir schon beim Sprechen und beim Hören gute Laune schenken. Wörter, die „wohl“ klingen und ein angenehmes Gefühl transportieren. Wörter, die mir Freude bereiten oder Bedürfnisse transportieren.

    In meinen Vorträgen und Seminaren führe ich eingangs meist eine „Wortprobe“ durch. Dabei sage ich langsam 10 Wörter und lasse diese auf die Zuhörer:innen wirken. Es gibt Wörter, die guttun, angenehme Bilder und Erinnerungen wachrufen und es gibt Wörter, die Druck, Unruhe oder Ablehnung bewirken. Meist ist uns das nicht bewusst. Und natürlich ist das bei verschiedenen Menschen auch unterschiedlich. Jede:r hat eigene Assoziationen. 

    Mit dieser Liste will ich dich motivieren, dir immer wieder ein Wort in den Blick zu nehmen. Achte darauf, ob es andere benutzen! Welche Wirkung erzeugt es bei dir oder anderen? Wo kannst du das Wort in deinem Sprachgebrauch verankern? Macht es dir Freude? Ich empfehle, ein Wort jeweils für eine Woche bewusst in den Fokus zu nehmen. 

    Wozu ist das gut? Du erweiterst deinen aktiven Wortschatz, du sprichst abwechslungsreicher und wirkst damit sprachgewandt. Du entwickelst ein feines Gefühl für Sprache und ihre Wirkung und es wird dir gelingen, Wörter auch gezielt einzusetzen. Sprache ist ansteckend. Sprichst du häufig davon, achtsam mit etwas zu sein, so werden deine Gesprächspartner:innen das sowohl in ihren Wortschatz als auch in ihr Denken und Handeln aufnehmen.

    1. achtsam 
    2. andächtig
    3. anmutig
    4. aufmerksam
    5. beglückend, beglückt
    6. behaglich
    7. behutsam
    8. besonnen
    9. charmant
    10. couragiert
    11. dankbar
    12. edel
    13. einfühlsam
    14. erfüllt, erfüllend
    15. feierlich
    16. filigran
    17. friedlich
    18. gelassen
    19. gemächlich
    20. gemütlich
    21. glitzernd
    22. grandios
    23. großzügig
    24. gütig
    25. harmonisch
    26. heiter
    27. herzlich
    28. hoffnungsvoll
    29. inspirierend
    30. köstlich
    31. knisternd
    32. lebendig
    33. leicht
    34. leidenschaftlich
    35. leuchtend
    36. liebenswert
    37. lohnend
    38. mutig
    39. fantasievoll
    40. quicklebendig
    41. reich
    42. sacht
    43. sanft
    44. schillernd
    45. schimmernd
    46. sensibel
    47. stilvoll
    48. tapfer
    49. taufrisch
    50. vielfältig
    51. warmherzig
    52. weise
    53. wohlig
    54. wunderbar
    55. wunderschön
    56. würdevoll
    57. zart, zärtlich
    58. zauberhaft
    59. zuversichtlich

    Diesen Artikel werde ich bestimmt immer wieder erweitern. Hast du Impulse für mich? Schreib mir gerne in die Kommentare deine Wohlfühlwörter!

    Wohlfühlwörter, die deine Sprache bereichern

  • Werte im Sprach- und Kommunikationstraining

    Werte im Sprach- und Kommunikationstraining

    Kürzlich erstellte ich eine Umfrage für Kita-Leiterinnen zum Thema Kommunikation. Ich wollte ein Sprach- und Kommunikationstraining entwickeln, das ganz nah am Bedarf und den Zielen der zukünftigen Kundinnen liegt. So fragte ich sie auch: „Welche Werte sind dir als Kita-Leiterin wichtig?

    Ich ließ dazu ein freies Textfeld mit der Möglichkeit offen zu antworten. So kamen ganz unterschiedliche Begriffe ins Spiel. Ich fasste sie in einer Wortwolke zusammen. Das heißt, zunächst vereinheitlichte ich zu Substantiven und fasste Gleichbedeutendes zusammen. In Wortwolken werden häufig genannte Begriffe größer geschrieben als selten genannte Begriffe. Das Ergebnis siehst du im Beitrags-Bild oben.

    Was sind überhaupt Werte?

    Wie praktisch, dass mein Blog-Buddy Michaela Arlinghaus erst vor kurzem einen Artikel über den Unterschied von Werten und Bedürfnissen schrieb. Ich schaute mir die Links an und landete im Werteland, einer Website, die sich mit der Wertediskussion unserer Zeit befasst und alle Begriffe zum Thema erläutert. Ein wahrer Schatz, ich konnte mich kaum wieder auf meinen Artikel fokussieren. Hier wird jede fündig, die sich mit Leitbilderstellung, Mitarbeiterinnenmotivation und Unternehmenskultur befasst, oder sich im Coaching dem Thema widmet.

    Also nochmal: Was sind Werte?

    Werte sollen uns Orientierung und Fokus auf sinnstiftende Wichtigkeiten schaffen.

    values-academy

    Was sind in dieser Wortwolke keine Werte?

    Im nächsten Schritt prüfte ich, ob es sich bei den genannten Begriffen tatsächlich um Werte handelt. Einige Begriffe schloss ich aus:

    • Menschenrechte=Kinderrechte gehören zum Wert Gerechtigkeit.
    • Liebe ist eher ein ganzes Wertesystem.
    • Kinderzentriert zielt auf Empathie, ja manches ist nicht so einfach zu bestimmen.
    • Kommunikation ist ebenfalls kein Wert, sondern einfach der Austausch von Informationen. Zweifellos ist dies auch in der Kita von großer Bedeutung. Es kommt jedoch auf das „WIE“ an.
    • Wertschätzung: Das wird häufig genannt in der Wertediskussion, möglicherweise weil es den Wortteil „Wert“ in sich führt. Es ist jedoch eine Haltung. Im LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept ist Wertschätzung eine der drei tragenden Säulen. Mit dieser Haltung gelingen Gespräche leichter. Für Einrichtungen und Betriebe ist die Wertschätzung durchaus von großer Bedeutung:

    Wertschätzung in Organisationen heißt insbesondere: „Aufmerksamkeit und Interesse zu zeigen bzw. besitzen sowie Respekt und wohlwollendes Feedback geben“. Diese Geisteshaltung – vor allem zunächst von der Unternehmensführung – ist die Basis für eine gute und fruchtbare Unternehmenskultur.“

    values-academy

    Die 5 wesentlichen Werte im Hinblick auf die Kommunikation in der Kita

    Loyalität

    Loyalität beschreibt ein treues, zustimmendes, interessiertes, vielleicht auch ergebenes Verhalten gegenüber  einer anderen Person oder zumeist einer Gruppe (Firma, Nation, Wertegemeinschaft, etc.). Gibt es gemeinsame Werte, Rechtsauffassungen, Ziele und Herausforderungen, entsteht Loyalität.

    Damit eine Leitungskraft die Loyalität ihrer Mitarbeiterinnen gewinnt, bedarf es klarer und wertschätzender Kommunikation. Vielleicht ist jedoch dieser Wert in meiner Umfrage auch andersherum entstanden: Die Leitungskraft zeigt die Loyalität gegenüber ihren Mitarbeiterinnen im Gespräch mit Eltern oder Verwaltung, indem sie beispielsweise Fehler mitträgt.

    Menschen vor Tafel Arm in Arm von hinten
    Pexels.com Bildautor: Fauxels

    Ehrlichkeit

    Ehrlichkeit beschreibt die Eigenschaft, stets die Wahrheit zu sagen bzw. Unwahrheit zu unterlassen. In Ehrlichkeit steckt auch die Ehre. Das kann bedeuten, sich möglichst ehrenhaft zu verhalten und auf Manipulation zu verzichten.

    Eine Führungskraft wird als solche respektiert, wenn sie ehrlich ist. Das heißt: Prüfe genau, welche Zusagen oder Versprechen du geben und einhalten kannst. Sage nur, was du auch meinst. Mitarbeiterinnen merken, wenn ein Lob unecht ist. Sei authentisch und halte dich an das, was du von anderen erwartest.

    Im SprachCoaching könnte es ein Thema sein, wie du berechtigte Kritik wertschätzend formulierst und im besten Fall der Mitarbeiterin noch eine Anregung zum künftigen Verhalten mit auf den Weg gibst.

    Was du nicht lernst bei mir: Wie du einen Menschen mit Sprache so manipulierst, dass er etwas tut, was er nicht will.

    Heike Brandl

    Empathie

    Empathie ist das Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit und das Interesse Gedanken, Emotionen, Absichten, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verstehen. Außerdem gehört auch die Reaktion auf Emotionen anderer dazu. Empathie ist das was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält – also auch jede Kita, jeden Betrieb, jede Familie.

    Im Sprach- und Kommunikationstraining probieren wir die Wirkung unterschiedlicher Formulierungen aus. Ich gebe dir ein Beispiel aus einem Workshop. Sabine, eine Teilnehmerin, sagt:

    „Könntest du endlich auch mal pünktlich zur Dienstbesprechung kommen?!“

    Eine Teilnehmerin im Workshop versetzt sich in die Mitarbeiterin und gibt eine Rückmeldung zu diesem Satz, zwei weitere beobachten und kommentieren ebenfalls. Im nächsten Schritt hat Sabine die Möglichkeit eine alternative Formulierung zu entwickeln. Es bedarf und entwickelt einiges an Empathie, um den Satz so zu formulieren, dass er von den anderen Teilnehmerinnen angenommen werden kann.

    Vertrauen

    Meint den vorbehaltlosen Glauben daran, dass man sich auf etwas oder jemanden verlassen kann. Weit verbreitet ist das Zitat: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das ist jedoch wenig zielführend, im Idealfall halten sie sich die Waage.

    Hast du den Eindruck, in deiner Kita, deinem Betrieb, deiner Einrichtung oder Familie fehlt es an Vertrauen? Dann nimm das Wort „Vertrauen“ bewusst in deinen Sprachgebrauch auf! Notiere dir ein paar Sätze, die das Substantiv „Vertrauen“ und das dazugehörige Verb oder Adjektiv beinhalten und ein positives Bild erzeugen:

    • „Ich vertraue dir diese Aufgabe an.“
    • „Elke, du hast mein volles Vertrauen für dieses schwierige Elterngespräch.“
    • „Alina, du hast die Aufgabe mit großem Selbstvertrauen gemeistert.“
    • „Während meines Urlaubs übertrage ich die Verantwortung ganz vertrauensvoll an Judith.“

    Nächstenliebe

    Die bedingungslose Bereitschaft, für Mitmenschen mitfühlend da zu sein. Es heißt auch mit Respekt, Wertschätzung und Zuneigung zu begegnen. Das heißt jedoch nicht, alles zu billigen, sondern den anderen anzunehmen, ohne zu bewerten.

    Sicher waren einige der teilnehmenden Leiter:innen an meiner Umfrage in einer kirchlichen Kita tätig. Doch hat vielleicht schon die ein oder andere auch von „Dienender Führung“ (Servant Leadership) als Konzept gehört. Anstatt hierarchisch zu führen, stellt sich in diesem Sinne die Führungskraft die Frage:

    „Wie kann ich andere führen, damit sie sich persönlich weiterentwickeln, ihr Potenzial voll entfalten können, um unsere gemeinschaftlichen Ziele zu realisieren?“

    Wie ich Werte im Kommunikationstraining vertiefe

    Je nach Thema des Sprach- und Kommunikationstrainings kommen unterschiedliche Werte zum Tragen. Mal geschieht dies direkt in der Reflexion über eigene Sprache und im Austausch über den Wert an sich. Manchmal transportieren wir den Wert auch durch eine weiter entwickelte Ausdrucksweise in der Übung.

    Dr. Theodor von Stockert, einer der Gründer des LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzepts sagt: „Tugenden sind gelebte Werte.“ Daher nehme ich bei Seminaren häufig eine Tugend mit in den Blick. Es ist wertvoll, sich mit diesen Themen zu befassen. Sie haben großen Einfluss auf unser Zusammenleben und unsere Kommunikation. Wenn ich mir diese 5 meist genannten Werte nochmal anschaue, könnte es sich dabei um die Tugend „Wohlwollen“ handeln. Lass dich überraschen.

    Dieser Artikel erschien erstmals am 04.05.21 auf meiner früheren Website. Er wurde leicht überarbeitet.

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