Mein Mama-Alltag ist ja nun schon eine Weile her – meine Kinder sind 1997 und 1999 geboren. Doch auch ohne Social Media war es in den 2000er und 2010er Jahren Thema im Freibad oder vor der Kita, auf dem Fußballplatz oder beim Mountainbike-Rennen, woher man im Mama-Alltag eigentlich seine Energie nimmt oder wie man die Kinder gesund ernähren kann. Und alle Mamas hatten natürlich ihre Ansichten und die Kinder unterschiedliche Vorlieben.
Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade von Veronika Julmi „Gut genug statt perfekt: Was gibt dir im Mama-Alltag wirklich Energie?“ von MamaMahlzeit, Mama, bloggende Studentin und perfektionierte Resteverwerterin aus Freising.
Das Wichtigste in Kürze
– Echte Energie im Mama-Alltag kommt nicht aus perfekten Mahlzeiten, sondern aus einer einfachen Morgenroutine, guten Snacks und dem Loslassen von Ansprüchen.
– Meine Faustregel: 80 % Zeit und Energie reichen für 80 % Ergebnis – der Rest ist Perfektionismus.
– Ernährung, Bewegung, Pausen und Schlaf sind die Basis, damit ich als Mama reguliert bleibe und meinem Kind Co-Regulation bieten kann.
– Wenn du gerade das Gefühl hast, nicht genug zu schaffen: Atme. Sei im Moment. Das reicht oft schon.
Wann habe ich gemerkt, dass „gut genug“ manchmal hilfreicher ist als perfekt?
Für mich waren richtig „selbstgekochte“ Essen immer wichtig. Schon für mich selbst. Doch im Übergang zwischen Stillen und dem Mitessen der Kinder bei den Erwachsenen hatte ich keine Energie für selbstgekochte Babynahrung. Zwei Kleinkinder, da war der Tank einfach leer. Ich war mir sicher: Das wird schon. Denn meine Kinder waren immer neugierig auf das Erwachsenenessen. Meine Tochter probierte mit 12 Monaten schon Oliven.
Sie mochten beide Obst immer gern, bei Gemüse gab es phasenweise Widerstände, doch im großen und ganzen war das Essen nie kompliziert. Wer etwas nicht essen wollte, ließ es bleiben und aß eben ein Brot oder Müsli. Ich kochte jedoch nie eine Alternative.
Welche kleine Mini-Routine trägt mich durch volle, müde oder chaotische Tage?
Das Frühstück war für mich schon seit jeher die Grundlage des Tages. Ich hatte es mir auch angewöhnt, als ich um 6.30 Uhr Dienstbeginn in einem Wohnheim für behinderte Menschen hatte. Und auch als Mama galt: ohne Frühstück bin ich nur ein halber Mensch. Meistens Haferflocken mit Obst, manchmal Vollkornbrot mit Marmelade.
Welcher Snack darf nie fehlen, weil er mich im Alltag schnell stärkt?
Wie das früher als junge Mama war – puh, ich glaube Obst war immer meine Rettung. Ob Banane, Aprikosen oder Äpfel – je nach Jahreszeit, irgendwas war immer da.
Heute weiß ich: Meine beste Nervennahrung sind Nüsse, weil sie meinem Nervensystem im Alltag schnell wieder Energie geben. Die gehen mir selten aus. Und auch Obst ist immer da.
Welche Erwartungen an mich selbst habe ich irgendwann losgelassen?
Natürlich gab es Phasen, wo ich wusste: Wir kommen alle „hangry“(eine Mischung aus hungry und angry – hungrig und gereizt, auch wenn es den Begriff damals noch nicht gab) nach Hause. Und dann muss es schnell gehen. Dann durfte es auch mal die TK-Pizza oder der Grießbrei sein. Oder Spaghetti. Pesto hatten und haben wir immer im Haus. Erstmal runterkommen, stärken und dann konnte ja noch etwas „Vernünftiges“ folgen.
Ich war und bin immer für pragmatische Lösungen und Gelassenheit, wenn es um Energie im Mama-Alltag geht. Und ich weiß: 80 % ist in der Regel genug. Für ein 80%-Ergebnis brauche ich 20 % an Zeit und Energie. Für die restlichen 20 % an Perfektion ist 80 % Zeit oder Aufwand nötig. Auf das Essen bezogen: 80% am Tag bzw. über die Woche gesehen gutes Essen ist genug. Die 20 % an Süßigkeiten, Kuchen, TK-Essen oder fertigem Pesto – so what.
Welche Rolle spielen Ernährung, Bewegung, Pausen oder Schlaf für meine Energie?
Ernährung, Bewegung, Pausen und Schlaf zählen zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Mit meinem heutigen Wissen um das Nervensystem und Bedürfnisorientierung ist mir klar, dass diese Grundbedürfnisse sowohl bei Kindern als auch bei Eltern einigermaßen befriedigt sein sollten, um den Alltag bewältigen zu können, sich konzentrieren zu können und kooperationsbereit zu sein.
Nur dann bin ich als Mama in der Lage, im stressigen Alltag mich selbst zu regulieren und das Kind mit Co-Regulation zu begleiten.
Was würde ich einer Mama sagen, die gerade das Gefühl hat, nicht genug zu schaffen?
Atme. Atme. Atme.
Sei mit deinen Gedanken im Augenblick und spüre die Verbundenheit mit deinem Kind.
Nur das zählt.
Was darf im Mama-Alltag leichter werden?
Gut genug statt perfekt fängt bei mir beim Perfektionsanspruch an. Die tollste Geburtstagsparty und die schönste Schultüte … Boah, lasst doch diesen ewigen Wettbewerb, der euch immer noch weiter hochschaukelt und stresst. Deine Kinder werden sich nicht an Gegenstände und Highlights erinnern, sondern an gemeinsam bewältigte Herausforderungen und Situationen, in denen ihr Verbundenheit erlebt habt.
Und dann ist da das Wissen darüber, wie unser Gehirn funktioniert. Ich glaube fest daran, dass das ein Schlüssel zu mehr Gelassenheit und Sicherheit im Umgang miteinander ist. Wenn du weißt, jetzt hat gerade das kindliche Alarmsystem seinen Job gemacht, kannst du der sichere Hafen sein, den dein Kind gerade braucht. Hier erfährst du mehr: 5 Dinge, die Eltern übers Nervensystem wissen sollten
Deshalb schreibe ich gerade einen Elternratgeber „Gelassener reagieren, liebevoll reden – In 6 Etappen zu friedlicher Kommunikation mit deinem Kind“. Darin verbinde ich mein Wissen über die grundlegenden Funktionen des Nervensystems und über Kommunikation. Bist du interessiert? Dann melde dich zu meinem Newsletter an.
FAQ
Nicht Perfektion, sondern eine einfache und verlässliche Morgenroutine, gute Snacks zwischendurch und das Loslassen von überzogenen Ansprüchen an sich selbst.
Weil Perfektion Energie frisst, die eigentlich für die Kinder da sein sollte. 80 % Aufwand reichen für 80 % Ergebnis – der Rest ist oft nur Anspruch.
Wenn ich selbst reguliert bin, kann ich mein Kind über Co-Regulation begleiten. Ohne diese Basis wird jeder stressige Moment doppelt anstrengend.
Kurz innehalten, atmen, mit den Gedanken im Moment ankommen und die Verbundenheit zum Kind spüren – das reicht oft schon, um aus dem Stress-Modus rauszukommen.





Schreibe einen Kommentar