Die ideale Haltung für stressfreie Weihnachten mit Kindern

Gedicht mit Adventskerze

Noch sind es vier Wochen bis Heiligabend. Zeit genug, um dir Gedanken zu machen, wie du dieses Jahr stressfreie Weihnachten mit Kindern feiern willst. Bevor du in die Details der Planung gehst, gehe in dich! Also: Welche Haltung, oder vielmehr Haltungen hast du bislang zum Fest der Feste? Steht für dich die Harmonie im Vordergrund oder die Entspannung? Geht es dir um die christliche Botschaft oder Rituale und Traditionen? Liebst du Gemeinschaft oder Action? Was ist dir wichtig für diese besonderen Tage mit der Familie? Oder sind sie für dich gar nichts Besonderes?

Ich habe einige Anregungen für dich, welche Haltungen ich für nützlich halte, für die Feiertage und vielleicht auch darüber hinaus. Und meine einfachen Tipps dazu wirst du auf jeden Fall brauchen können: für harmonische und friedliche Weihnachten mit der Familie!

Dankbarkeit öffnet die Augen für die Freude

Die Pomelo für den Nachtisch schmeckt fade, der Seidentofu war ausverkauft, die Kinder haben das Stroh aus der Krippe überall verteilt und jetzt ruft auch noch Tante Frieda mitten in diesem weihnachtlichen Chaos an. Dein Blutdruck erreicht dramatische Höhen und wenn dein Partner jetzt nicht sofort die Kids im Zaum hält, treiben sie dich heute alle noch auf den Christbaum, äh, die Palme. 

Tritt innerlich einen Schritt zurück! Hör deinen Gedanken kurz zu! Und mach dir etwas bewusst:

  • Du kannst dir Pomelo und Seidentofu leisten.
  • Über ein Schokoladeneis freuen sich alle mindestens genauso und du wirst weniger Arbeit damit haben.
  • Stroh in der Wohnung: besser als im Stall zu schlafen. 
  • Frag den Familienrat: welches kreative Spiel könnte das Stroh wieder in die Krippe schaffen?
  • Tante Frieda denkt an dich. Wie schön. Mit 10 Minuten plaudern machst du ihr eine große Freude. 
  • Blutdruck? Komm mal wieder runter! Denk an das Schokoladeneis!
  • Du hast einen Partner? Kann es sein, dass du ein echter Glückspilz bist?

Lächle. Atme. Sei dankbar. 

Gelassenheit senkt deinen Blutdruck

Nobody is perfect. Stimmt immer noch. Das gilt im übrigen auch für die Kids und den Partner. Und es ist auch gar nicht notwendig.  Wer will schon aussehen wie die Hochglanz-Werbe-Ikonen. Oder eine Wohnung haben, die eher aussieht wie ein steriles Möbelhaus als ein Heim, in dem das Leben sichtbar ist. Ich könnte jetzt weitermachen, mit dem perfekten Weihnachtsmenü, dem perfekten Schwiegereltern-Besuch, den perfekten Geschenken und und und. 

  • Überlege im Familienrat mit allen, die sich schon beteiligen können, wie ihr die Weihnachtstage möglichst locker und stressfrei gestalten könnt.
  • Was ist leichter für euch? Familienangehörige einzuladen oder zu besuchen? Findet Kompromisse! Kein Ritual ist für die Ewigkeit gemacht, nur weil es schon immer so war. 
  • Gibt es Rituale, die ihr überdenken, neu entwickeln oder hinter euch lassen wollt?
  • Welche Situationen waren im letzten Jahr anstrengend? Könnt ihr sie anders gestalten, anders damit umgehen?
  • Ist es sinnvoll, mit bestimmten Familienangehörigen im Vorfeld etwas zu klären?

Und wenn es doch stressiger wird als gehofft?

Atme. Atme. Atme. Es wird vorbei gehen. Lächle.

Kind knetet Teig

Präsenz schenkt dir den Augenblick

Weniger ist mehr. Weniger Essen, weniger Geschenke, weniger Besuche bei anderen und weniger Gäste bei euch.

Genießt jedes einzelne Gericht. Schnuppert mal, wie gut das duftet! So viele Gerüche, wie in der Weihnachtszeit, gibt es das ganze Jahr nicht wahrzunehmen. Zimt, Nelken, Anis, Kardamom und Ingwer … Wer findet raus, dass da Koriander im Essen ist? Lasst die Kids mal an der Gewürzdose riechen und probieren, wenn sie mögen. Wozu noch einen Nachtisch, wenn es sowieso am Nachmittag schon bald Plätzchen gibt? 

Gib den Kids eine Chance, jedes Geschenk zu würdigen. Sprich – wo möglich – mit Familienangehörigen, die etwas schenken wollen. Was hältst du für passend, altersgerecht und angemessen? Je kleiner das Kind, desto weniger Spielsachen braucht es – schon gar nicht auf einmal. Eines, mit dem es sich wirklich eine Weile beschäftigen kann, das langlebig ist und gleichzeitig kreatives Spielen ermöglicht, das ist sinnvoll. Beobachte, wie dein Kind Spielmöglichkeiten entdeckt, wie es ausprobiert, hilf erst, wenn es deiner Hilfe bedarf. Bleibt im Augenblick, in der Präsenz. 

Spiel ist die höchste Form der Forschung.“ sagte Albert Einstein.

Stell dir vor, du bist auf einer Party in – sagen wir Japan – laute Musik, fremde Menschen, nur die Hälfte spricht deine Sprache und du sollst mit jedem Smalltalk halten und auch noch das fremde Essen probieren. So ähnlich wird es für viele Kleinkinder in der Weihnachtszeit sein. Klar, die Erwachsenen sprechen wahrscheinlich schon Deutsch, jedoch über Themen, die für das Kind nicht nachvollziehbar sind. Und die Erwartungen sind schon recht ähnlich. Reizüberflutung. Das Kind kann nur eine Sache auf einmal. Und du übrigens auch. Was hilft?

Leiser. Weniger. Langsamer. Atme. Jetzt. Natur.

Zuversicht richtet den Blick neu aus

Ich bin sicher, so wird das Weihnachtsfest gelingen. Das ist Zuversicht: Ich vertraue darauf, dass Entwicklung zum positiven hin möglich ist. Der Blick in die richtige Richtung bildet sich auch in der Sprache ab: 

  • Anstatt: „Pass auf, dass du nichts verschüttest.“  lieber: „Halte die Schale gerade und stell sie sachte auf den Tisch!“
  • Anstatt: „Könnt ihr mal nicht so laut sein?“  lieber: „Anna, Jonas, wir wollen uns unterhalten. So ist es zu laut. Spielt bitte etwas leiser!“
  • Anstatt: „Ich hab keine Zeit.“ lieber: „Anna, nachher kommt Opa zum Kaffee. Ich decke gerade den Tisch. Du kannst mir helfen. Dann geht es schneller und wir können noch dein Bilderbuch lesen.“

Willst du mehr über klare und wertschätzende Sprache mit Kindern wissen? Dann habe ich was für dich: Lass dir zu Weihnachten ein Coaching bei mir schenken.

PS: Die kleinen Texte in den Bildern sind Elfchen, Mini-Gedichte aus 11 Wörtern zu einem Thema. Sie entstanden 2021 im Rahmen einer #adventskalenderelfchenchallenge der lieben Nicole Isermann. Nicole ist Journalistin und hat ein Faible für Elfchen. 

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Kategorisiert in Pädagogik

2 Kommentare

  1. Liebe Heike,
    schon das Lesen deines wunderbaren Artikels stimmt mich friedlich und beruhigt mich. Kann ich bitte mit dir Weihnachten feiern? 😉

    Die Dankbarkeitsimpulse anhand des Beispiels finde ich ganz wunderbar. Es ist so wichtig, das Herz zu öffnen für das, was schon da ist, nicht wahr?

    Ich wünsche dir eine wunderschöne Adventszeit.

    Liebe Grüße
    Silke

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